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Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen und Freunde der Gemeinde!
„Auf dem Weg zu sein“ – dieses Bild beschreibt unser Leben treffend. Wir sprechen vom Lebensweg, vom Lebenslauf, von Stationen und Abschnitten, die wir von der Geburt bis zum Tod durchschreiten. Auch die Bibel ist voller Aufbrüche: Menschen lassen Vertrautes zurück und machen sich auf den Weg – Abraham, Jakob, das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten. Und die ersten Anhänger Jesu nannten sich selbst „die vom Wege“. Christsein heißt also: unterwegs sein.
Doch der Weg des Glaubens verläuft nicht immer geradlinig. Davon erzählt das Evangelium von den Emmausjüngern. Zwei Menschen verlassen Jerusalem, den Ort ihrer Hoffnung und zugleich den Ort ihrer tiefen Enttäuschung. Alles, worauf sie gesetzt hatten, scheint zerbrochen zu sein. Jesus, auf den sie ihre Zukunft gebaut hatten, ist am Kreuz gestorben. Ihre Hoffnungen liegen in Trümmern.
Der Weg nach Emmaus ist deshalb mehr als nur ein Ortswechsel. Er ist ein Weg durch die Krise. Ein Weg zurück, auf dem Erinnerungen hochkommen, Fragen und Zweifel. Viele von uns kennen solche Wegstrecken: Zeiten, in denen unser Leben plötzlich anders verläuft als gedacht, in denen Hoffnungen zerbrechen und wir uns fragen, wie es weitergehen soll.
Auffällig ist: Die beiden gehen nicht allein. Sie sind zu zweit unterwegs, sprechen miteinander, teilen ihre Gedanken und Gefühle. Und dann gesellt sich ein Dritter zu ihnen. Er hört zu, fragt nach und hilft ihnen, ihre Geschichte neu zu verstehen. Später erinnern sie sich: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete?“
Oft erkennen wir erst im Rückblick, dass wir auf schwierigen Wegen nicht allein waren. Da waren Menschen, die uns begleitet haben, mit einem offenen Ohr, einem Wort zur rechten Zeit oder einfach durch ihr Mitgehen. In solchen Begegnungen kann Gottes Nähe spürbar werden.
Die Jünger erkennen Jesus schließlich beim gemeinsamen Mahl, beim Brechen des Brotes. In diesem Moment begreifen sie: Er war die ganze Zeit bei ihnen. Der Weg, der wie eine Flucht begonnen hatte, wird zum Weg neuer Hoffnung. Und noch etwas geschieht: Sie kehren zurück nach Jerusalem, dem Ort ihrer Krise. Aber sie gehen anders zurück, als sie gegangen sind. Mit neuer Hoffnung und mit einer Erfahrung, die sie nicht für sich behalten können. Sie erzählen davon und teilen sie mit den anderen.
So entsteht Gemeinde: als Weggemeinschaft, als Gemeinschaft des Erzählens und des gemeinsamen Mahls. Niemand geht den Weg des Glaubens allein. Wir sind miteinander unterwegs, tragen einander und erinnern uns gegenseitig daran, dass Christus mitgeht, auch dann, wenn wir ihn noch nicht erkennen.
Vielleicht liegen auch vor uns Wege, die wir uns nicht ausgesucht hätten. Vielleicht stehen wir gerade an einer Wegkreuzung unseres Lebens. Die Geschichte von Emmaus lädt uns ein, zu vertrauen: Auch auf den Umwegen unseres Lebens kann Gott uns begegnen.
Denn Christen sind „die vom Weg“ – Menschen, die gemeinsam unterwegs sind.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Siegfried Thuringer, Pfarrer
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