Alt-Katholische Gemeinde Augsburg

Stille Tage am Sonnenhof

Stille und Kontemplation in der Schweiz

Raus aus dem Alltag, hinein in die wundervolle Natur und die Seele tief Luft holen lassen –
Alle zwei Jahre lädt unsere Pfarrerin Alexandra Caspari zu „stillen Tagen“ auf dem Sonnenhof der Schwesterngemeinschaft von Grandchamp bei Basel ein.
Dabei sind sowohl Gemeindemitglieder wie auch andere Interessierte herzlich willkommen.

Im Jahr 2027 wieder Stille Tage!


Ein paar Eindrücke vom Sonnenhof


Damit Sie sich ein Bild machen können, schildern ehemalige Teilnehmerinnen ihre Eindrücke:

Gehalten im Innen, geleitet im Außen

Stille Tage am Sonnenhof in Gelterkinden – ein besonderes Wagnis

Fünf Tage in Schweigen und Stille zu verbringen, auf dieses Wagnis haben sich in der ersten Novemberwoche wieder zehn Menschen in Begleitung von Pfarrerin Alexandra Caspari eingelassen.

Ein Wagnis?

Auf jeden Fall – denn zu Beginn weiß niemand, was auf ihn/sie als Einzelnen zukommt. Es ist ein Aufbruch in eine besondere Zeit. Jede/r hatte einen Wunsch an diese Woche – sei es, einfach einmal Kraft zu tanken, in die Ruhe zu finden, einen begonnenen Weg weiterzugehen oder mit einem besonderen Problem fertig zu werden.

Besonders waren die Tage, weil

  • Stille nicht gleichbedeutend ist mit Einsamkeit,
  • Schweigen nicht trennt, sondern verbindet,
  • Alexandra alles so sorgfältig vorbereitet und uns behutsam durch die Tage begleitet hat,
  • sie und Reinhild, die spirituelle Betreuerin der Weggemeinschaft, uns für begleitende und klärende Gespräche zur Verfügung standen,
  • uns der herzliche Empfang der Schwestern und der Weggemeinschaft sofort in den klösterlichen Alltag eingebunden hat und wir uns willkommen gefühlt haben,
  • die gemeinsam gefeierte Eucharistie in Allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat,
  • uns die Natur mit ihren herbstlichen Farben in allen Rot-, Gelb- und Grüntönen verzaubert hat,
  • uns die Herbstsonne Kraft und Wärme gegeben hat,
  • der Vollmond uns in eine besondere Stimmung versetzt hat,
  • wir jeden Tag Dankbarkeit erleben und zum Ausdruck bringen durften,
  • es Spaß gemacht hat, zusammen mit der Weggemeinschaft und den Schwestern zum Abschluss noch einmal unseren Labyrinth-Tanz zu tanzen.

Mit etwas Wehmut aber auch Freude und einer neuen Leichtigkeit sind wir nach 5 Tagen wieder nach Hause aufgebrochen. Wir freuen uns schon wieder auf die nächsten stillen Tage im Jahr 2027 und darauf, dieses besondere Wagnis erneut einzugehen.

Christiane Schöpf

Stille Tage auf dem Sonnenhof 2023

Zu zwölft hatten wir uns zusammen mit unserer Pfarrerin Alexandra Caspari auf den Weg in die Schweiz gemacht zu „stillen Tagen“ auf dem Sonnenhof der Schwesterngemeinschaft von Grandchamp bei Basel.
Bei der abschließenden Eucharistiefeier waren alle Teilnehmer:innen eingeladen, einen Gegenstand in der Mitte abzulegen, der für sie als Symbol für die fünf erlebten Tage steht.

Und da lagen dann:  von A – wie Apfel über M – wie Musiknote bis Z – ein verwitterter Ziegel.

Diese kleine Aufzählung möge zeigen, wie unterschiedlich jede:r diese Tage erlebt hat.
Insofern ist dieser Bericht ein ganz persönlicher Eindruck:

Mein Symbol war die „grüne Bank“, auf der ich viele Stunden oberhalb des Sonnenhofes am Waldesrand saß und den kleinen Ort Gelterkinden im Tal mit seiner menschlichen Geschäftigkeit beobachtete, während ich gleichzeitig im Rücken die Geräusche des herbstlichen Waldes wahrnahm.
Gerne lauschte ich dem herrlichen Glockengeläut, das von der katholischen und der evangelischen Kirche im Duett zum Sonnenhof hochhallte.
Raus aus dem Alltag, hinein in die wundervolle Natur und die Seele tief Luft holen lassen“ – so hatte es in der Einladung geheißen, und das hat sich für mich nicht nur auf meiner Bank bewahrheitet, sondern auch beim gemeinsamen Wandern im Schweigen.

Meine Befürchtungen, das Schweigen könnte vielleicht niederdrückend sein, bewahrheiteten sich für mich nicht. Ganz im Gegenteil: Wie befreiend war die Erfahrung, sich auch ohne Worte verbunden zu fühlen: beim gemeinsamen Essen der köstlichen Mahlzeiten, beim Wandern oder bei den täglichen Treffen am Vormittag und am Abend. Jede und jeder der Teilnehmenden hatte sich am ersten Tag aus verschiedenen Gedanken einen heraussuchen können.
Jeden Tag folgte diesem Gedanken, den sich jede herausgesucht hatte, eine Vertiefung in Bildern, Bibelstellen oder Gebeten. So begab sich jeder mit seinem ausgewählten Gedanken auf seinen ganz persönlichen Weg.
Begleitet und getragen war dieser Weg nicht zuletzt durch die rührende Gemeinschaft der drei Schwestern von Grandchamp und der auf dem Sonnenhof lebenden Menschen, die mit den Schwestern eine Weggemeinschaft bilden.
Diese hatten zusammen mit Pfarrerin Caspari auch ein offenes Ohr für ein persönliches Gespräch, aber auch für praktische Fragen.
So war das gemeinsame Schweigen keine zwanghafte Übung, son­dern eine bewegende Erfahrung, um mit sich, der Umgebung und den Mitmenschen neu in Verbindung zu treten.
Und so standen am Ende der Tage tief empfundener Dank den Schwestern von Grandchamp und der Weggemeinschaft, sowie unserer Pfarrerin Caspari, die nicht nur Wegbegleiterin im übertragenen Sinne auf unseren je individuellen inneren Wegen war, sondern auch ganz wörtlich: 
Als Wanderleiterin und als Chauffeurin brachte sie uns stets überall heil hin und wieder zurück!  

Anna Holzmann

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