Wortgottesdienste/ Abendlob

Taufe Jesu

Was bleibt von Weihnachten??

Wenn ich auf meinem Glaubensweg wie die Sterndeuter den Stern aus den Augen verloren habe…wenn mir das Wasser bis zum Hals steht und ich den Himmel nicht offen sehe, wie Jesus heute am Jordan…wenn der Alltag fad und trüb ist, wie Wasser, kein festlicher Wein wie in Kana …

DANN GILT TROTZDEM ICH BIN DER I M M A N U E L , der Gott mit uns, mit dir, das ist der Kern …

Erscheinung des Herrn

ein stern, einer unter 1000 sternen

der leuchtet anders, heller, wärmer, intensiver

jedes mal, wenn ein kind geboren wird, so sagen sie, jedes mal geht ein stern auf

welcher ist mein stern? begleitet er mich auf meinen wegen, zu den menschen, zu den orten, an denen ich ausruhen kann, an denen ich worte des lebens für mein leben geschenkt bekomme …

einem stern sind sie gefolgt, diese gebildeten aus dem osten, sie wussten viel mehr, als die studierten in jerusalem, sie ließen diesen seltsamen kaiser links liegen… dort fanden sie nicht das licht, den segen, die ruhe, die gewissheit…

sie suchten weiter, bis sie da waren, wo der stern stehen blieb … ob sie los gegangen wären, wenn sie gewußt hätten, was sie erwartet??? wäre ich gegangen? der glaube bleibt wagnis, abenteuer …

so will ich mich auch wieder neu auf den weg machen, am beginn diesen neuen jahres: mit dem blick auf den stern, will ich auf den straßen dieser welt gehen, zu den menschen, die auf mich warten, und wenn ich angekommen bin, an den orten, an dem christus neu geboren wird, dann will ich staunen, niederfallen und schweigen und mich neu beschenken lassen …

es ist immer wieder einen versuch wert …

 

Weihnachten

M.Fiebig
 

Ein Impuls zu Weihnachten von Pastor i.R. Heinz Otto

Liebe Gemeinde!

Das Bild einer Weihnachtskarte zeigt eine dunkle Stadt. Nur die Umrisse sind zu erkennen. Finsternis hat sich ausgebreitet. Das passt gut zu dem, was wir in diesem Jahr seit Anfang März mit der Corona-Pandemie erleben. Es waren wohl die Bilder mit den vielen Särgen, die uns aus den italienischen Städten erreichten. Vor allem die Städte in Oberitalien trugen plötzlich Trauer. Wir fühlten uns bedroht: Könnte uns das ähnlich ergehen?

Die Politiker verhängten harte Schutzmaßnahme. Es waren dann in erster Linie die Älteren, die darunter zu leiden hatten. Wochenlang durften sie ihre Kinder und Enkel nicht in der Nähe haben. In den Altenheimen gab es bis Mitte Mai kaum Besuche. Man wollte die Senioren schützen. Die Isolation brachte eine große Einsamkeit und gleichzeitig eine Hilflosigkeit für die Angehörigen.

Dann kam der Sommer: man hoffte, der ganze Spuk sei vorbei. Doch nun erleben wir mit voller Wucht die 2. Welle der Corona-Krise. Ob es zum Weihnachtsfest besser wird, so dass man wie gewohnt als Familien und Gemeinde miteinander feiern können? So haben wir uns gefragt. Wir ahnten aber schon, dass nichts mehr so sein würde wie früher. Und so kam es dann auch. Die dunkle Stadt aus dem Weihnachtskartenbild spiegelt unsere eigene Stimmung ziemlich gut wider.

Weiter unten zum Rande des Bildes hin, sozusagen an der Außenseite der Stadtmauer leuchtet eine Toreinfahrt auf. Ein wärmendes Licht strahlt mitten in all der Tristesse auf. Ist das der Stall von Bethlehem?

Maria und Josef fanden aufgrund der Volkszählung in der übervollen Stadt keine Unterkunft. So werden sie hinausgeschickt zu den Hirtenfeldern. Dort außerhalb des „Gewühles“ ereignet sich im Abseits die Geburt Jesu Christi. Die Menschwerdung Gottes geschieht nicht im großen Trubel, sondern am Rande des Geschehens. Vielleicht liegt darin ein wichtiger Hinweis, dass das Geheimnis des Weihnachtsfestes gerade in diesem Jahr zum Zuge kommt

Seien wir ehrlich: manchmal haben wir es mit der Feierei gerade an Weihnachten auch übertrieben. Keine wollte und sollte zu kurz kommen. Das führte bei nicht wenigen gerade am Heiligen Abend fast zu einem Weihnachts-Tourismus. Man fuhr von A nach B. Überall wurden Geschenke abgegeben und wieder eingesammelt. Bis man sich schließlich zu einem üppigen Festmahl zusammenfand. Und in den Gottesdiensten am Heiligen Abend ging es ähnlich zu. Alle wollten gern dabei sein. Da keiner weggeschickt werden durfte, führte das manchmal zu einer Überforderung auf beiden Seiten. Von der Bibel her wissen wir aber: die Menschwerdung Gottes fand nicht im „Gewühle“ statt.

In der Verlassenheit und Schlichtheit eines Stalles wurde das neue Leben geboren. Vielleicht ist das, so schrecklich dies zunächst auch für uns ist, unsere Chance, dass auch für die Familien und die Gemeinden, die durch Corona nun alle auf Abstand gebracht wurden, an Weihnachten etwas Neues geboren wird.

Die Bibel macht uns auf jeden Fall Mut: Weihnachten fand vor 2000 Jahren nicht im „Gewühle“, sondern vielmehr in der ausgegrenzten Abgeschiedenheit statt. Darum ist es nur sinnvoll, die augenblickliche Situation so anzunehmen wie sie ist und mit den Möglichkeiten zu gestalten, die uns zur Verfügung stehen. Dann fällt Weihnachten nicht aus. Möglicherweise wird etwas Neues geboren und wir können es selbst wieder erahnen, dass Gott sich aus den Finsternissen dieser Welt nicht heraushält, sondern uns gerade dort nahe sein will.

Das zeigt uns das Jesuskind in der Krippe. Mögen wir das alle wieder entdecken.

Gesegnete Weihnachten!

 

4. Advent

Gott, du Quelle des Lebens

du atem unsrer sehnsucht

du urgrund allen seins

segne uns mit dem licht deiner gegenwart

das unsre fragen durchglüht

und unsren ängsten standhält

segne uns damit wir ein segen sind

und mit zärtlichen und einem hörenden herzen

mit offenen augen

mit mutigen schritten

dem frieden den weg

bereiten

segne uns da wir einander segnen und stärken

und hoffen lehren

wider aller hoffnung

weil du unserem hoffen

flügel schenkst

amen so sei es

so ist es amen

(Katja Süß)

3. Advent „Freue dich“

Hoffnungslicht

Das Leben bremst, zum zweiten Mal, 
die Konsequenzen sind fatal, 
doch bringt es nichts wie wild zu fluchen, 
bei irgendwem die Schuld zu suchen, 

denn solch wütendes Verhalten, 
wird die Menschheit weiter spalten, 
wird die Menschheit weiter plagen, 
in diesen wahrhaft dunklen Tagen. 

Viel zu viel steht auf dem Spiel, 
Zusammenhalt, das wär‘ ein Ziel, 
nicht jeder hat die gleiche Sicht…
Nein, das müssen wir auch nicht…

Die Lage ist brisant wie selten, 
trotz allem sollten Werte gelten
und wir uns nicht die Schuld zuweisen, 
es hilft nicht, wenn wir uns zerreißen. 

Keiner hat soweit gedacht, 
wir haben alle das gemacht, 
was richtig schien und nötig war, 
es prägte jeden, dieses Jahr.

Für alle, die es hart getroffen, 
lasst uns beten, lasst uns hoffen,
dass diese Tage schnell vergeh’n 
und wir in bess’re Zeiten seh’n.

Ich persönlich glaube dran, 
dass man zusammen stark sein kann…
Für Wandel, Heilung, Zuversicht, 
zünd‘ mit mir ein Hoffnungslicht.

 

2.Advent

 

1.Advent

Evangelium vom 1.Advent

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus

Jesus sprach zu seinen Jüngern:

In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen;

die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.

Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen.

Und er wird die Engel aussenden und die von ihm auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.

Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist.

Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht.

Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft.

Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.

Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.

Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.

Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.

Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen.

Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.

Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Predigtimpuls

In diesen turbulenten Tagen, in denen alle möglichen Verschwörungstheorien und Untergangsszenarien die Runde machen, hoffen wir auf Hoffnungsworte und Bilder der Zuversicht in der Liturgie, besonders jetzt zum Advent. Doch, so scheint es, an diesem Beginn des neuen Kirchenjahres mit dem 1.Advent, nun auch Chaos, Bilder des Grauens und des Erschreckens in der Liturgie, oh nein. Ist das eine Frohe Botschaft, so mag man hier fragen, klingt es nicht eher wie eine Drohbotschaft?

Ängste, Unheilfantasien gibt es zu allen Zeiten, im großen Weltgeschehen wie auch in meiner täglichen Umgebung und so fanden diese Erfahrungen auch Eingang in die Bibel. Denn der Bibel ist kein Aspekt des menschlichen Lebens fremd. Ja, Gott geht sogar mit seinem Sohn in Augenblicke des Leids, er geht in Unheil, Schrecken und Angst einen Schritt hinein, er macht keinen großen Bogen darum. Das macht das christliche Sprechen von Gott für mich sehr so plausibel, echt und lebensrelevant.

Dieses Evangelium, eine Frohe Botschaft? Ja! Aber erst auf den 2.Blick – und zwar muss ich genau lesen, zwischen den Zeilen lesen. In all dem Chaos werde ich aufgerufen, ermahnt: SEI WACHSAM! Wachsamkeit ist die Eigenschaft eines adventlichen Menschen. Geduld, Warten und Wachsamkeit, in diesen Tagen sind diese Haltungen und Eigenschaften wieder mehr denn je gefragt. Ein kleiner Virus lehrt uns das, ob wir wollen oder nicht. Verrückt!

Geduld, Warten und Wachsamkeit aber nicht um meiner selbst willen, nein, Geduld, Warten und Wachsamkeit auf IHN, auf den EINEN, der mich nicht im Regen stehen lässt, dem es nicht egal ist, wie es mir heute geht, dem ich mich so zuwenden darf, wie ich bin, mit allem, was mich heute beschäftigt.

Ich möchte diese Gedanken konkretisieren: Was heißt: Wachsamkeit, christliches Erwarten können, Hoffnung und Advent hier und heute?

Der Theologe Thielicke hat es so in Worte gefasst:

„Wenn die Welt das Werk Gottes ist,
dann kann ich dieses Werk eben nur von seinem Autor her verstehen. Vieles bleibt mir dann freilich auch noch rätselhaft. Ich werde
es zum Beispiel nie verstehen können, warum Menschen, die ein
Leben voller Liebe und Sinn gelebt haben, verkalkt und schauerlich
reduziert in den Altersheimen dahindämmern müssen. Ich werde es
nie verstehen, warum eine junge Mutter von ihren Kindern weg-
stirbt und ein großer Künstler mit seinem Wagen an irgendeinem
Chausseestein zerschellt. Wenn ich nur das sehe und dann bemüht
bin, aus solchen Rätseln einen göttlichen Sinn herauszuquetschen,
kann mich nur Verzweiflung packen; oder aber ich flüchte mich in
deutende Illusionen, weil ich die schreckliche Härte des Gegebenen
nicht ertrage.

Mache ich es dagegen, wie gesagt, umgekehrt, wage ich also
jenem Herzen zu vertrauen, das Gedanken des Friedens über uns
denkt, dann ist mir zwar nicht verheißen, daß ich den Zusammen-
hang „verstehen“ könnte, in dem diese Gedanken Gottes mit den
Rätseln des Lebens und mit seinen dunklen Zufällen stehen. Wohl
aber ist mir gesagt, daß ich diesem Herzen „vertrauen“ darf und daß
es sich selbst niemals untreu wird, daß es also Gedanken der Liebe
und nicht des Leides sind, die über mir gedacht werden. Ich weiß
wirklich nicht, was Gott mit diesem oder jenem Rätselhaften will,
aber ich vertraue dem, der es weiß. Ich selbst weiß nur eines: daß er
in allem, auch dem Dunkelsten, der Liebende bleibt. Ich weiß es
ganz einfach deshalb, weil dieser eine Mensch Jesus Christus keinen
andern Gedanken als den der Liebe in sich trug.

Auf diesen Jesus Christus und seine Geburt bereiten wir uns vor. Wer so wacht, der wacht nicht vergebens, denn er vertraut in all dem Chaos Gottes Macht und Größe mehr zu als allen zerstörerischen Kräften. Lassen wir diese Hoffnung in diesen Wochen des Advents wachsen und unseren Alltag bestimmen. Denn er hat Gedanken des Friedens und der Liebe über mich, über uns gedacht. Amen.

Einen gesegneten Beginn des neuen Kirchenjahres wünscht

Pfarrer Robert Geßmann

 

Ich bin unter der Rufnummer

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für Sie erreichbar.

 

Ihr Pfarrer

Robert Geßmann

 

Pfarrbüro: 0231 652872

Fax: 0231 96989807

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