Geistlicher Impuls

Der Gute Hirte, Christus

Der GUTER HIRT damals und heute:

das ist

STIMME

die nach mir ruft

TÜR

die sich vor mir auftut

MENSCH

dem ich vertrauen kann

SORGENDER

der auf mein Wohl bedacht ist

SOHN DES VATERS der sein Leben für mich gab

JESUS CHRISTUS der mir Leben in Fülle schenkt

Charis Doepgen OSB

 

HALLELUJA OSTERN

+ Evangelium nach Johannes 20,1-18


Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.

Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.

Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.

Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Impuls (Diakon Werner Heisig)

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Da ist diese besondere Frau. Maria Magdalena. Nach ihrer Begegnung mit Jesus in der Nähe vom See Genezareth und ihrer Heilung durch ihn (Lk 8,2) hat sie sich dem Kreis der Jünger angeschlossen. Sie hat ihren Weg mit Jesus und seinen Gefolgsleuten letztlich bis zum bitteren Ende begleitet. Sie hat ihn geliebt, seine Worte und Taten als Richtschnur für ihr Leben begriffen. Sie waren sich tief verbunden. Und jetzt?

Dieser ungerechte Prozess, die unendliche Qual bis zum Tod am Kreuz. Sie kann es immer noch nicht fassen. Sie muss zum Grab. Dort angekommen fällt ihr sofort auf, dass der schwere Stein vom Eingang weggenommen ist. Sie schaut erst gar nicht in das Grab, sondern läuft zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, um zu sagen, dass man den Herrn aus dem Grab entfernt habe und sie nicht wisse, wo er sich jetzt befinde. Wenn wir das heutige Evangelium weiterlesen, dann fällt auf, dass sowohl der Lieblingsjünger Jesu als auch Petrus noch nicht realisieren, dass Jesus auferstanden ist. Maria Magdalena, die sich in das Grab hineinbegibt, sieht dort zwei Engel sitzen. Da wendet sie sich um, wird von Jesus angesprochen, den sie für den Gärtner hält. Doch erst, als er ihren Namen direkt ausspricht, erkennt sie ihn. Voller Freude läuft sie zu den Jüngern zurück, um zu berichten und weiterzugeben, was ihr Jesus aufgetragen hat.

Welche Dramatik, welches Wechselbad der Gefühle muss sie erlebt haben! Diese österliche Botschaft ist unfassbar! Das Leben dieser Maria von Magdala spricht mich in besonderer Weise an. Wir wissen nicht viel von ihrem Leben. Sie wird ein Leben mit Höhen und Tiefen gehabt haben. Vor der Begegnung mit Jesus haben Dämonen sie gequält. Doch der Wendepunkt kommt bei ihr durch die Begegnung mit Jesus. Sie folgt ihm nach. Und sie erlebt am scheinbaren Ende einen grausamen Schicksalsschlag. Ihr geliebter Jesus wird brutal getötet.

Letztlich spiegelt sich hier die Lebenserfahrung der Menschen bis zum heutigen Tag wider. Krankheit, Ungerechtigkeit, Grausamkeit, Tod sind die Realität dieser Welt und des Lebens. Am Ende steht unser eigener Tod. Doch Maria von Magdala erlebt etwas Unglaubliches: Der Tod ist nicht das Ende. An dieser Stelle, wird ein Teil der Menschen mich vielleicht mitleidig belächeln:

Wie kann man so etwas nur glauben? Auch ich bin durch das tiefe Tal der Selbstzweifel gewandert. Von meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung kommend war es ein Weg mit Licht und Schatten, eher Schatten, bis ich für mich realisieren konnte, dass die frohe Osterbotschaft gilt:

„Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“.

Ich wünsche uns ALLEN, dass wir daran glauben können, was uns die Evangelisten verkünden, was uns trägt, uns Hoffnung gibt:

Er ist wirklich auferstanden. Uns ist einst das Leben in Fülle versprochen!

Frohe Ostern!

 

Karfreitag

Impuls zu Karfreitag (von Heinz Otto, Priester i. E.)

Liebe Gemeinde von St.Martin!

An Karfreitag denken wir an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz.

Die Passionsgeschichte (Joh 18,1 – 19,42), die wir in der Liturgie des Tages hören, nimmt uns mit auf Jesu Kreuzweg. Analog zu diesem Leidensweg geht ein unbekannter Verfasser einen „Kreuzweg der Menschheit“ und öffnet uns damit den Blick ins Hier und Heute:

  1. Station: Menschen werden unschuldig zum Tode verurteilt.
  2. Station: Politische Gegner verschwinden in Zwangsarbeitslagern.
  3. Station: Frauen und Kinder betteln um Nachricht von ihren verschleppten      Männern und Vätern.
  4. Station: Vor den Augen der Mutter wird das Kind gefoltert.
  5. Station: Mangelnde Solidarität der freien Welt ist ein Grund für volle Konzentrationslager.
  6. Station: Einige kämpfen mutig für die Einhaltung der Menschenrechte.
  7. Station: In 90 Ländern wird gefoltert.
  8. Station: Wirtschaftliche Interessen „zwingen“ Politiker, zu Menschenrechtsverletzungen zu schweigen.
  9. Station: Gesunde werden in psychiatrischen Kliniken zugrunde gerichtet.
  10. Station: Der Dissident wird ausgebürgert.
  11. Station: Elektroschocks bringen jeden zur Strecke. Dann gesteht er alles, was die Peiniger vorsagen.
  12. Station: Ein Volk krepiert.
  13. Station: Eine verstümmelte Leiche wird gefunden. Ein Massengrab wird entdeckt.
  14. Station: Die x-te Sitzung der Welt-Friedens-Konferenz wird mit der Verlesung und Ratifizierung eines Papiers geschlosssen.

Jesus leidet und stirbt noch immer!

 

Gründonnerstag

+ Evangelium nach Johannes 13,1- 15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Impuls (Diakon Werner Heisig i.E.)

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

anders, als bei den drei Evangelisten (Markus, Matthäus, Lukas), den sog. Synoptikern, legt der Evangelist Johannes in seinem heutigen Evangelium nicht den Schwerpunkt auf das Letzte Abendmahl und damit auf den kultischen Ursprung unserer Eucharistiefeier.

Rein praktisch wäre sein Schwerpunkt, die Fußwaschung, in der Liturgie statt einer Mahlfeier doch recht befremdlich.

Wer in der Medizin tätig ist, sei es in der Pflege, im Rettungsdienst oder in anderen körpernahen Berufen, der kennt das Problem, wenn manchmal Menschen mit schmutzigen, Schweiß-Füßen versorgt werden müssen. Nicht immer angenehm, der Job. Zur Zeit Jesu gehörte die Reinigung der Füße zu den Aufgaben der Sklaven/Dienerschaft.

Dieser Dienst war mit Sicherheit auch nicht sehr beliebt. Blieb er doch damals den sozial, auf unterster Stufe sich befindenden Menschen im Regelfall vorbehalten. Der Evangelist Johannes schreibt Jesus eine zeichenhafte Handlung zu:

Jesus ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen, sich hinzugeben für die Anderen. Indem Christus die staubigen Füße der Jünger wäscht, gibt er seinen Jüngern und damit auch uns eine wichtige Botschaft:

Wir dürfen uns als Christen nicht aus dem Staub machen, wenn die Gluthitze des Lebens manche Menschen austrocknen lässt und stumpf gemacht hat. Wenn Menschen schwere Schicksalsschläge ertragen müssen, wie Verlust geliebter Menschen, schwere Unfälle mit bleibenden Schäden, Verlust des Arbeitsplatzes, Leben mit Sucht, oder den täglichen Kampf um die eigene Existenz und die der Familie.

Wir sehen gerade was die Corona-Pandemie für Schäden anrichtet. Dabei dürfen wir die Opfer von Krieg und Vertreibung rund um den Globus nicht aus den Augen verlieren. Unzähligen Menschen ist und wird die Hoffnung, ihr Lebensmut genommen.

Hier wird uns als Christen in diesem Evangelium ein wichtiger Auftrag erteilt. Wir sollen versuchen, ein wenig Leid dieser Welt wegzuwaschen! Christen haben gerade bei den Menschen zu sein, die sich wie der letzte Dreck vorkommen, bei denen zu sein und für die einzutreten, die wie Schmutz behandelt werden.

Sich als einzelner Christ, aber auch als christliche Gemeinde für die einzusetzen, die Christus uns anvertraut hat, fordert das heutige Evangelium. Das Leid meines Nächsten im Rahmen unserer Möglichkeiten zu lindern. Hierbei ist unsere Haltung gefragt, wie wir unserem Nächsten begegnen. Nicht von oben herab, sondern als Geschwister auf Augenhöhe. In der persönlichen Begegnung mit dem Leid meines Nächsten kann die menschliche Zuwendung, das Du auf Augenhöhe oftmals schon ein Wegspülen des Staubs auf der Seele meines Gegenübers sein. In der Liturgie des Gründonnerstages wird die Klammer von Eucharistie und Diakonie zu einer verbundenen Einheit gelegt.

Wir sind als Christen alle Diakoninnen und Diakone, weil unser Vorbild Christus uns das vorgelebt und aufgetragen hat. Wenn wir am Mahl des Herren teilnehmen wollen, sollte uns dieser Aspekt immer wieder in unserem Handeln bewusst sein. Auf den Gründonnerstag folgt der Karfreitag, der geprägt ist von der Passion. Doch bei aller Trauer, die sich hierbei einstellt, wissen wir, dass auf den Karfreitag die Osternacht folgt.

Ich wünsche Ihnen/Euch, dass sie diese Hoffnung und Zuversicht besonders den Menschen vermitteln können, die ihre diakonische Hilfe dringend gebrauchen können. Lasst uns in diesem Sinne den Weg Richtung Ostern gemeinsam gehen!

Ihr/Euer Werner Heisig

 

Palmsonntag

Liebe Gemeinde!

Vielleicht ist uns das Brauchtum, sind uns die liturgischen Zeremonien des Palmsonntags schon allzu vertraut, als dass wir noch die Spannung wahrnehmen, die diesen Sonntag prägt. Die Liturgie dieses Tages ist von einer großen Gegensätzlichkeit bestimmt. Zum einen feiern wir den festlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Wir selber stellen uns in die Reihe jener, die Jesus durch die Tore Jerusalems begleiten. Wir begrüßen ihn mit Zweigen in den Händen. Wir sind festlich, ja vielleicht sogar fröhlich gestimmt.

Soweit, so gut. Aber der eigentliche Wortgottesdienst der Palmsonntags ist dominiert von der Passionsgeschichte: ein Vorausblick auf die Geschehnisse am Gründonnerstag und Karfreitag. Jesus ist dort nicht mehr der vielfach gefeierte und begrüßte Messias, nein, er ist der Leidensmann, ein Mensch, der nicht mehr von den warmherzigen Empfindungen einer großen Menge getragen wird, sondern gegen den sich eine Woge der Gewalt, der Verachtung, des blinden Hasses erhebt.

Diese Spannung des Palmsonntags gilt es, bewusst zu bedenken, nachzuvollziehen, zu verinnerlichen. Wenn wir dies tun, werden wir uns nicht davor entziehen können, über Jesus nachzudenken, ihn in den Blick zu nehmen und zu fragen: Wer war – oder besser – wer ist Jesus, dass innerhalb so kurzer Zeit so gegensätzliche Reaktionen ihm gegenüber entstehen konnten. Auf der einen Seite das „Hosanna“, auf der anderen Seite die aufgepeitschte Stimmung der Volksmenge, die dem Pilatus entgegenschreit: „Kreuzige ihn!“

Die wenigsten werden am Palmsonntag geahnt haben, wie schnell sich die Situation zuspitzen und welchen Ausgang die Geschichte nehmen wird. Nicht wenige werden später als Schaulustige die Straßen in Jerusalem säumen, wenn Jesus nach Golgotha gepeitscht wird. Gute Freunde werden sich vor Angst verstecken, um nicht mit ihm gekreuzigt zu werden. Eine Handvoll werden zu ihm stehen, wenn er am Kreuz stirbt.

Wer war Jesus, was hat er vertreten und was verkörpert, dass er einerseits gefeiert und andererseits in den Tod gejagt wurde?

Vielleicht kann uns diese Frage in die Karwoche hinein begleiten. So können wir uns ganz persönlich fragen:

Was schätze ich an Jesus? Was verkörpert er für mich? Welche seiner Worte, welche seiner Handlungen, welche seiner Wunder sind für mich bedeutsam, woran erinnere ich mich ganz spontan? Was klingt immer wieder an?

Wie jede andere Beziehung braucht auch die Beziehung zu Jesus ihre besondere Pflege und Sorge. Dazu ist jetzt in der Karwoche und dann zu Ostern eine bevorzugte Zeit angebrochen. Lassen wir sie nicht verstreichen!

Lasst uns daher am Beginn der Heiligen Woche den Weg Jesu vom Einzug in Jerusalem bis zu seinem Tod und zu seiner Auferstehung im Geiste mitgehen!

Bitten wir den Herrn, dass er uns durch das Betrachten seines Weges den Mut und die Kraft gebe, unseren eigenen Weg als Christen zu finden und zu gehen.

Mögen wir durch ihn Segen für unser Leben, für unsere Welt erfahren!

Ihr/Euer Heinz Otto, Priester i. E,

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25. März Verkündigung des Herrn

 
pixelio, d.schütz

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Hl. Geist. Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd Gottes, mir geschehe wie du es gesagt hast. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

 

Manchmal wünsche ich mir

ein Engel käme

und würde mir erzählen vom Plan Gottes,

den er mit mir vorhat,

wie damals bei Maria.

 

Manchmal wünsche ich mir

Ein Engel käme

und würde mich sanft berühren und mich daran erinnern,

dass ich mit Gott in meinem Alltag rechnen darf,

so wie Maria am Tag des Besuches des Engels Gabriels.

 

Manchmal wünsche ich mir

ein Engel käme

und würde in all´ meinen Zweifel hineinsprechen:

„Der Immanuel der Gott-mit-uns, ist schon da“

wie damals der Engel

in Josefs Traum.

 

Manchmal wünsche ich mir

ein Engel käme

und würde den Stein von meinem Herzen wälzen,

damit ich den Lebendigen bei den Menschen suche

wie damals der Engel

am Ostermorgen in Jerusalem.

 

Jedesmal, wenn ich um mich schaue

sehe ich viele Engel, die meinen Weg kreuzen

Engel mit Menschengesichtern,

Menschen mit Engelgesichtern.

 
 

21.03. Fest des hl. Benedikts

… was für kein kühnes Unterfangen, da gründet ein Mensch ohne eine besondere Weihe, aus seiner Taufgnade heraus eine Gemeinschaft. Diese Menschen, die sich ihm anschließen verbindet die gemeinsame Gottsuche. Im Gebet und in der Arbeit wollen sie immer wieder auf Gottes Wort hören. So steht am Anfang seiner Regel das HÖREN und nicht das SPRECHEN oder WOLLEN.

Zutiefst aktuell…in diesen aufregenden Zeiten immer wieder zur Ruhe zu finden, sich ausrichten, der auch mich und dich beruft, die dich und mich in der Taufe angesprochen hat und mir Segen in Fülle geschenkt hat:

Ich bin eine Gesegnete, ein Gesegneter, oder auf gut lateinisch:

ich bin eine „Bene“dikta“- ein Bene“diktus“.

Das macht diesen Tag zu einem kleinen Festtag mitten in diesen dunklen Tagen.

 

5. Fastensonntag

+ Aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 12)

Jesus sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird, Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es, wer aber sein Leben in dieser Welt hasst, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wer mir dienen will, folge mir nach; und wo ich bin, dort wird auch der sein, der mir dient. Wer mir dient, den wird mein Vater ehren. Jetzt ist meine Seele erschüttert; was soll ich sagen? Rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Bei den Worten Jesu vom Weizenkorn, das stirbt und reiche Frucht bringt, fällt mir sein Leidensweg ein. Sein Weg, der ihn ans Kreuz führte. Ich denke an sein Leben, sein Leiden und an seinen Tod am Kreuz. Und sofort fallen mir die vielen Menschen ein, deren Leben von Not und Leiden geprägt ist.

Täglich werden wir auch heute mit viel Elend in der Welt konfrontiert, seien es Flutkatastrophen oder Lawinenunglücke, Kriege und Gewalterfahrungen jeglicher Art. Auch die leidvolle Erfahrung einer Pandemie, wie wir sie derzeit alle erleben, gehört dazu. Und diese Bilder finden noch Ergänzung durch unsere persönlichen Erfahrungen im eigenen Umkreis der Familie und Freunde.

Das Aushalten eines Schicksalsschlages, eine schwere Krankheit, das Zerbrechen von Beziehungen und das Loslassen eines geliebten Menschen an den Tod gehört zum Schwierigsten unseres Lebens. Wenn wir selber betroffen sind, aber auch wenn wir ratlos, ohnmächtig zusehen müssen und unsere Hille äußerst begrenzt scheint, unsere Worte unpassend und billig klingen…
Solche Situationen lassen uns zweifeln, sogar verzweifeln am Schicksal und an Gott.

Ich will mir nicht anmaßen, auf die Fragen: „wo ist Gott? wie kann er das Leid zulassen?“ eine erschöpfende Antwort geben zu können. Alles Reden und Nachdenken wird neue Fragen aufwerfen, dessen bin ich mir bewusst. Wichtig erscheint mir – bevor wir die Frage nach Gott stellen, die Erfahrungen von Leid zu differenzieren. Wir erleben Leid, das direkt von uns Menschen ausgeht und wo wir alle Macht daransetzen müssen, um es aus der Welt zu schaffen: 
– den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt
– die Ausbeutung der 3. und 4. Welt durch uns 
– die Ausbeutung der Schöpfung und ihre Konsequenzen
– Leid im persönlichen Zusammenleben von Menschen, wo man sich gegenseitig das Leben schwer und unerträglich macht…
Dieses Leiden geht hervor aus unserer Freiheit. Uns ist die Möglichkeit zur Liebe, zur Versöhnung und zur Solidarität gegeben, aber gleichzeitig auch die Möglichkeit, mich für Gewalt und Egoismus zu entscheiden.

Daneben gibt es das Leid, das über uns hereinbricht, von niemandem verursacht, es beginnt praktisch bei den Geburtswehen und endet beim Abschiednehmen im Tod. Diese Leiderfahrungen fordern uns heraus und suchen nach einer Antwort, weil es uns schwer fällt, uns in unserem begrenzten Leben auszuhalten.

So viel Elend, so viel Leid – wo ist Gott?
An keiner Stelle spricht die Bibel nur abstrakt über das Leiden, sondern immer von dem betroffenen Menschen, der leidet. Entscheidend ist für den biblischen Menschen, ob er trotz des Leidens in Beziehung zu Gott bleibt. Gerade die Klage, die Anklage und Verzweiflung, die uns beim Lesen der Psalmen manchmal Schwierigkeiten bereitet, ist Ausdruck einer Gottesbeziehung, wo alles Platz hat, was mich bewegt, ist ein Akt des Vertrauens.

Wir brauchen Gott nicht zu schonen. Wenn er mein Gott ist, dann wende ich mich doch gerade in meiner Not an ihn; ehrlich und deutlich, weil er meine Hoffnung ist – so wie ich ja auch alles unternehme, was mich auf Besserung und Veränderung der Situation hoffen lässt. 
Das Neue Testament spricht auf Grund der Haltung Jesu davon, dass es darum geht, das Leiden zu lindern. Leiden kann nicht verstanden, sondern muss bekämpft werden. Von daher hängt es nicht von den Antworten ab, die wir auf unsere Fragen finden, sondern ob wir und wie wir auf das Leiden reagieren, ja, dass wir es wahrnehmen. Ob wir das Leid miteinander teilen. 

Keine andere Religion als das Christentum verehrt einen Gott, der selber solidarisch wird und das Leid in seiner ganzen Konsequenz auf sich nimmt. Von Jesus her wird das Leiden zu einem Ort der Gottesnähe und Christusgemeinschaft. Daraus kann uns Hoffnung erwachsen. ich bin nicht allein im Leid. Gott ist mit mir, wenn mir das Wasser bis zum Hals steht, wenn mein Leben von der Vernichtung bedroht ist. Jesus selber bringt seine Not vor Gott: Vater, wenn du willst, lass diesen Kelch an mir vorüber gehen. Klagend und hoffend, bleibt er in dieser Beziehung zu Gott und erlebt, Gottes Möglichkeiten sind noch lange nicht am Ende, wo wir am Ende sind.

„Das Weizenkorn muss sterben, sonst bleibt es ja allein, wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ Unser Gott schenkt Leben über den Tod hinaus. Mit diesen hoffnungsvollen Worten wünsche ich allen einen gesegneten Sonntag.

Ihr/Euer Heinz Otto, Priester i. E.

 

19.März Josefstag

Während Josef noch noch darüber nachdachte, sich von Maria zu trennen,
siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen;
denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben;
denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte. (Mt 1,19ff)

kein wort ist von dir überliefert, doch du hast uns viel zu sagen

kein wort hast du gesprochen, doch du warst ganz wach, du hast dich von gottes wort ergreifen lassen

kein wort lesen wir von dir, doch du hast gottes wort vertraut und dich eingelassen auf die göttlichen verheißungen

wenn uns ereignisse in unserem alltag nach worten suchen lassen, wenn wir nur noch schweigen können, dann schenk du uns deinen engel zur seite, der uns aufrichtet, den weg weist, der uns an die hand nimmt und uns tröstet: fürchte dich nicht, ich bin mit dir.

 

4. Fastensonntag „Freue dich, Jerusalem“ (Laetare)

Lesung:         2 Chr 36,14-16.19-23

Evangelium:  Joh 3,14-21

Liebe Gemeinde! (Impuls Priester i.E. Heinz Otto)

Erste Lesung und Evangelium bieten Kontrastprogramme. Der Fall Israel ist mehr als nur die Geschichte von Landnahmen und Teilungen, von Korruption, Gewalt, von Aufstieg und Niedergang.

Die erste Lesung besagt, dass alle, vom Volk angefangen bis in die höchsten Führungsspitzen, das DU Gottes nicht erkannt haben. Alle leben sie miteinander an der Sinnfrage vorbei: Wozu bin ich da? Was sind meine Lebensaufgaben? Was ist das Ziel meines Lebens?

Dann beginnt der Kreuzweg in die Verbannung nach Babel. Not und Elend zwingen zu neuen Einsichten, ein unglaublicher Dämpfer. Da taucht die alte Menschheitsfrage wieder auf: Brauchen wir immer erst Leid, Not, Elend bis wir zur Besinnung kommen? „Not lehrt beten“, behauptet ein altes Sprichwort. Not lehrt aber auch fluchen. Hier kommen nicht erklärbare seelische Vorgänge zur Sprache.

Noch etwas ist auffällig: Kyrus, ein persischer König, wird zum Werkzeug der Rede Gottes. Dieser Heide fordert zum Wiederaufbau auf. Er wird so zum Vollstrecker des Willens Gottes gegenüber dem auserwählten Volk. Der Geist Gottes weht, wo er will.

Er ist nicht Privileg auch kirchlicher Zentralstellen und ihrer Amtsträger. Der Geist Gottes schafft auch außerhalb der Kirche Bewegung, Motivation zur Umkehr. Der Geist Gottes wird auch dort präsent, wo wir es nicht vermuten. Er offenbart sich auf ganz unterschiedliche Weise.

Diese Situation zeigt uns nun auch das Evangelium. Sie ist ganz anders als in der ersten Lesung. Nikodemus, ein Jude, Mitglied des Hohen Rates in Jerusalem, sucht Jesus auf. Ein angesehener Mann schleicht nachts zu Jesus.

Gespräche in der Nacht sind mitunter besonders vertraulich, oft dringt man dabei viel tiefer vor, als es der „offizielle Alltag“ zulässt. Auch heute nennen wir solche persönlichen Gespräche „Nikodemusstunden“. Die Nacht, sie ist die Zeit der Geborgenheit, der Ruhe, sie ist aber auch Zeit der Angst, der Unsicherheit, des Fragens, Zeit mancher Sehnsüchte. Nikodemus spürt etwas davon. Der Geist weht, wo er will, er baut Vertrauen auf, er überschreitet alle Grenzen.

In dieser Nachtstunde gibt Gott eine Liebeserklärung an die Welt. Gott will nicht richten, nicht vernichten – das zeigt ja auch die erste Lesung! – Gott will retten. Es gilt Vertrauen aufzubauen. Das gelingt am besten im kleinen ganz persönlichen Rahmen. Nikodemus erlebt diesen Vertrauensprozess, den Wachstumsprozess im Glauben. Durch dieses Nachtgespräch gelangt Nikodemus aus der Unsicherheit, aus den Dunkelheiten der Ängste, Zweifel und Fragen ins Licht.

Wir feiern heute den vierten Fastensonntag- „Laetare“- Freudensonntag. In der liturgischen Farbe rosa dringt bereits ein Schimmer des Lichts, ein Schimmer der Freude auf das Osterfest durch. Wir alle sind zum Leben berufen, wenn wir glauben und vertrauen auf Gottes liebende Zuwendung und Führung.

So heißt es heute im Eröffnungsvers unseres Sonntagsgottesdienstes:

Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung.

 

3. Sonntag der österlichen Bußzeit

+ aus dem hl. Evangelium nach Johannes

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.  Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.  Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld der Wechsler schüttete er aus, ihre Tische stieß er um und zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!  Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.  Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm: Welches Zeichen lässt du uns sehen, dass du dies tun darfst?  Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.  Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?  Er aber meinte den Tempel seines Leibes.  Als er von den Toten auferweckt war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.  Während er zum Paschafest in Jerusalem war, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die er tat.  Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte sie alle  und brauchte von keinem ein Zeugnis über den Menschen; denn er wusste, was im Menschen war.

Impuls (Diakon Werner Heisig)

In dem heutigen Abschnitt des Evangeliums benutzt der Evangelist Johannes einen dramatisierenden Erzählstil um aufzuzeigen, dass Jesus mit absoluter Vollmacht Gottes in dessen Haus handelt.

Der Evangelist schildert einen rabiaten, zornigen Jesus, der konsequent im Haus Gottes aufräumt. Das mag den Einen oder Anderen erschrecken, sind wir doch den überwiegend nachsichtigen, geduldigen und sanftmütigen Jesus aus biblischen Erzählungen gewöhnt. Nach dem großen Entrümpeln der Markthalle wird der Tempel wieder als ein sakraler Ort definiert.

Jedoch tritt im Christusverständnis des Johannes nun die Person Jesu an die Stelle des Tempelgebäudes. Jesus selbst ist also nach diesem Text das neue Zentrum der Gottesverehrung. Sein Leib ist der neue Tempel, er ist das bessere „Nachfolgemodell“ des alten Gebäudes.
Es geht gar nicht mehr um irgendein altes Gemäuer, sondern um Jesus. Wenn Jesus als der „Ort“ definiert wird, in welchem Gott präsent ist, so sind wir in der Nachfolge Jesu als Christen ebenfalls ein Ort, in dem das Göttliche seinen Raum finden kann. Die Zeit zum Osterfest ist als österliche Bußzeit eine Zeit des Entrümpelns, des Aufräumens.

In unserem letzten Gemeinde-Videotreff berichtete ein Gemeindemitglied über ihre Erfahrungen mit dem Fasten. Sie schilderte diese Zeit als wohltuend. Befreiend. Hand aufs Herz: Ich glaube, es gibt kaum einen Menschen, der nicht im Laufe der Zeit immer wieder Dinge mit sich herumträgt, die er in irgendeiner Ecke bei sich selber abstellt. Schlechte Angewohnheiten, ungelöste Konflikte, Flucht vor Problemen. Irgendwann ist der „Raum“ zugestellt. Wir haben plötzlich keinen Raum mehr für unsere Gottesbeziehung. Das ist der Augenblick, wo es Zeit wird zu Entrümpeln.

Die jetzige Zeit vor Ostern lädt in besonderer Weise ein, einen inneren Frühlingsputz zu machen. Sie können fasten, meditieren, beten…… Wie sie das machen, bleibt natürlich jedem Einzelnen selber überlassen. Mir hilft es immer, wenn ich in meinen Tagesablauf feste Zeiten einplane, um ungestört meine Beziehung zu Gott zu pflegen. Besonders im Abendgebet mit einer Tagesreflexion kann ich Kraft finden.

Was sind ihre persönlichen Erfahrungen? Wäre in einer Glaubensrunde sicherlich einmal ein interessanter Austausch! Wir als Gemeinde St. Martin bleiben trotz Corona gemeinsam auf dem Weg zum Osterfest. Nutzen sie die Möglichkeiten durch Telefon, Video, E-Mail um sich miteinander auszutauschen. Helfen wir uns gegenseitig beim Entrümpeln, um Platz zu schaffen für die österliche Freude, welche uns gemeinsam erwartet.

Ich wünsche ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche.

Ihr/Euer Diakon Werner Heisig

 

2. Sonntag der österlichen Bußzeit

+ Aus dem hl. Evangelium nach Markus

Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt;
seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann.
Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus.
Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen.
Da kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemand mehr bei sich außer Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, verbot er ihnen, irgendjemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.
Dieses Wort beschäftigte sie, und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

Liebe Schwestern, liebe Brüder! (Impuls Diakon Dr. Werner Heisig)

Als Kind fand ich das Evangelium des heutigen Tages immer recht spannend. Da macht sich Jesus mit drei Jüngern auf einen sicherlich beschwerlichen Weg um einen Berg zu erklimmen. Oben angekommen wird es so richtig schön gespenstisch:

Da verwandelt sich Jesus und erstrahlt in seinen weißen Kleidern, da tauchen Elija und Mose auf und reden mit Jesus (die waren doch längst nicht mehr am Leben) ! Als wenn das nicht genug wäre: Da ertönt auch noch Gottes Stimme und sagt: „Das ist mein geliebter Sohn…“. Naja, sie kennen das Folgende!

Ich war damals tief beeindruckt. Heute bin ich auch beeindruckt von diesem Evangelium. Beeindruckt deshalb, weil es für mich ein Bild für den Lebensweg ist, der uns Hoffnung verspricht, weil am Ende ein Ziel steht. Das Erklimmen eines Weges kann eine wahre Plackerei sein! Ich habe als alter Bergwanderer sehr oft bei manchen Touren gedacht, wie soll ich das schaffen, warum mache ich das überhaupt?

Doch dann gibt es diese unerwarteten Ausblicke, diese Fernsicht, das Innehalten. Diese neuen Perspektiven. So wie überall im Leben. Eine Firma braucht eine Vision, wohin sie steuern will! Ein Kranker braucht den festen Willen, wieder gesund zu werden. In den Zeiten der Pandemie brauchen wir Visionen, die uns Hoffnung geben. Jeder einzelne von uns braucht einen Berggipfel, von dem er einen Ausblick aus wagen kann, eine Vision, wie es mit dem Leben weitergeht.

Wenn Menschen als Vision für ihren Lebensweg nur das Hier und Jetzt sehen und meinen, ich will das Beste für mich herausholen, weil danach alles AUS ist, dann kann das für manche zu der Lebenseinstellung führen, hektisch und unter Einsatz der eigenen Ellenbogen alles aus diesem Leben herauszuholen. Da bleibt häufig keine andere Wahl, als brutal und rücksichtslos sein Leben zu leben.

Wenn ich aber eine Vision über den Tod hinaus habe, so wie es uns heute das Evangelium vermitteln will, dann kann ich gelassener bleiben. Das bedeutet nun nicht, dass wir uns gemütlich zurücklehnen sollen. Wir müssen genauso wie die drei Jünger auf dem Berg in das Tal unseres Lebens hinabsteigen. Doch, ebenso wie die Jünger, dürfen wir unsere Visionen in unserem Herzen bewahren.

Die heutige Verklärungsgeschichte Jesu ist eigentlich eine vorweggenommene Ostergeschichte. Im Gegensatz zu den Jüngern können wir jedoch auf eine nachösterliche Erfahrung blicken. Wir können diese Vision fest in unser Leben einbauen.

So wünsche ich uns allen, dass wir diese Vision nicht aus den Augen verlieren und unser Leben mit der Gelassenheit des Christen leben, der weiß, Gott meint es gut mit jedem von uns. Ich wünsche Ihnen/Euch eine gesegnete, hoffnungsfrohe Zeit auf dem Weg zum Osterfest. Amen

 

1. Sonntag der österlichen Bußzeit

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm. Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Liebe Schwestern und Brüder! (Impuls Pfr. Geßmann)

… 40 Tage in der Wüste, eine lange Zeit … in dieser Zeit ist Jesus doppelt versucht: Einsamkeit und Verzicht. Er ist ganz auf sich und seinen Gott geworfen. In dieser so lebensfeindlichen Region findet er zu sich und seiner Berufung, zu Gott, dessen Botschaft vom Reich, vom Leben er verkünden wird. Paradox, oder? Erst in der Selbstbegrenzung und dem Überschreiten des Alltäglichen findet er zum Sinn und Ziel seines Lebens. Vieles wird ihn davon abgebracht haben, wird versucht haben, ihn davon weg zu bringen, ihn zu zerstreuen. Er hat diesen innerlichen Kampf ausgefochten.

Gerade in diesen so herausfordernden Monaten, in denen uns so vieles aus der Bahn wirft, uns auf Distanz gehen lässt, darf auch ich mir die Frage gefallen lassen: Was hält mein Leben zusammen? Was hält uns als Gemeinde zusammen? Jesus hat für sich diese Frage durchgefochten, durchgebet…40 Tage können da schier unendlich lang sein.

Und welchen Fragen stelle ich mich in diesen Tagen? Wie sieht es mit meiner Selbstbegrenzung aus? Wie kann ich mich aushalten, wenn ich einfach mal nur dasitze und nichts tun… Welche Fragen kommen in mir auf?

Mit der Botschaft vom anbrechenden Gottesreich ist Jesus so gestärkt worden, diese Botschaft hat ihn so ausgefüllt, ergriffen, dass keine Macht der Welt ihn hat davon abbringen können, diesem Gott nicht mehr zu vertrauen.

Also, worauf warten wir … Ihr/ Euer Pfarrer Robert Geßmann

 

fasten zeit

die tollen tage werden abgeschminkt

verbrannt die brüchigen masken

ins gesicht geschrieben ein hauch von asche und segen

brandmal aus staub dem zu bieten die stirn nur wenige wagen

ein narr wer am kreuz hängt?

Asche ist Staub: Zeichen des Flüchtigen, Verwehenden, Vergänglichen. Ich bin aus vergänglichem Material. Mein Leib wird Staub, irgendwann. Todsicher. Aber dieses Zeichen der Erinnerung an meine Vergänglichkeit wird mir nicht zufällig in Gestalt eines Kreuzes auf das Haupt gestreut: Durch das Kreuz Jesu Christi wurde der Tod zum Durchgang in ein Leben ohne Ende. So wird die Asche, das Zeichen scheinbarer Vergeblichkeit menschlichen Lebens und Mühens, zum Zeichen für die verheißene Auferstehung. „Gedenke, o Mensch, dass du Staub bist, aber bestimmt zur Auferstehung in das ewige Leben.“ 40 Tage sind eine Einladung, mich dem Geheimnis des Lebens wieder neu zu nähern. Was für ein Geschenk. Jetzt, wo wir doch alle mehr Zeit haben, wir haben uns doch immer mehr Zeit gewünscht … kann ich mich neu diesen Themen näher: Wer bin ich? Was macht mein Leben sinnvoll? Was habe ich an Segen erfahren, was durfte ich weiterschenken? Was treibt mich an? Was möchte ich heute noch tun, wenn es mein letzter Tag wäre?

 

Kar

ne

val





Liebe Schwestern, liebe Brüder,

Karneval ist jetzt ja wieder.

Doch Jecke toben dies´ Jahr nicht,

ein Virus ist der Bösewicht.

Drum will ich mich heut kürzer halten,

meine Büttenpredigt ist verhalten.

So wird es dieses Jahr bescheiden,

bei uns bei kleinen Witzen bleiben.

Und dennoch kehre bei uns ein:

Die Hoffnung auf den Sonnenschein.

Der Glaube will ja Freude schenken,

mit ihm lässt sich das Leben lenken.

Hören wir die Frohe Kunde,

die kommt ja stets aus Jesu Munde:

Weil wir Menschen dazu neigen,

Fehler andrer aufzuzeigen,

sollten wir zuerst mal sehen,

wie viel Fehler wir begehen.

Kehre erst vor deinem Haus,

schimpf nicht die Leute aus!

Sorge für ein wahres Herz!

Lasse Raum für manchen Scherz.

Dann geht Wärme von dir aus,

Freude herrscht in deinem Haus.

Ist dein Herz von Glauben voll,

bist du als Christ einfach nur toll.

 Du wirst wachsen und gedeihen,

andern deine Liebe leihen.

Wir rufen Gottes Segen an,

auf Glück, Gesundheit, und Wohl an.

Wechselnde Pfade, Schatten und Licht:

Alles ist Gnade, fürchtet Euch nicht!

Ich wünsch euch nun an Karneval:

Gottes Segen überall.

Statt Amen ruf ich jetzt Helau.

Ja, wirklich, ganz genau.

Und weil ich ein Kölscher bin,

die Stadt am Rhein liegt mir im Sinn,

drum sag ich jetzt mit Kölschem Klaaf,

drei mal vun Hätze

Kölle Alaaf!

Einladung zur Karnevalsmesse Sonntag, 14.02.21 online !

 

Ich bin unter der Rufnummer

0176 55512348

für Sie erreichbar.

 

Ihr Pfarrer

Robert Geßmann

 

Pfarrbüro: 0231 652872

Fax: 0231 96989807

dortmund@alt-katholisch.de

 

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