Geistlicher Impuls

…was uns bewegt…

… hier erscheinen regelmäßige geistliche Impulse zu den Sonn- und Feiertagen…wir wissen uns dabei der katholischen Tradition verpflichtet und suchen gleichzeitig nach einer modernen Sprache, die Geheimnisse unseres Glaubens zu aktualisieren. Wir halten fest an dem alten katholischen Glauben, wie er in der Heiligen Schrift, in den ökumenischen Glaubensbekenntnissen und in den allgemein anerkannten dogmatischen Entscheidungen der ökumenischen Konzilien der ungeteilten Kirche des ersten Jahrtausends ausgesprochen ist. Wir bekennen uns zu der Einen, Heiligen, Katholischen und Apostolischen Kirche. Die Kirche hat ihren Grund in Jesus Christus und seinem Werk der Versöhnung. Wir streben die konziliare Gemeinschaft der historisch gewordenen Kirchen in ihrer Vielfalt an.

 

Liebst du mich?

An diesem 4. Ostersonntag wird es sehr persönlich: „Liebst du mich, Petrus?“ So fragt der Auferstandene im Johannesevangelium. Liebst du mich? Wenn wir in den griechischen Text schauen, finden wir dort das Verb „agapeo“. Es bedeutet: Bin ich für dich so zentral und wichtig, dass du dich für mich entscheiden kannst? Und Petrus antwortet mit „philio“, ich mag dich sehr. Das sind zwei verschiedene Dimensionen von „Liebe“. Die Liebe, von der Christus spricht und auf die er Petrus anspricht, ist eine tiefe, grundsätzliche Liebe, die auch in schwierigen Momenten trägt und Bestand hat. Genau diese Liebe hatte Petrus doch am Abend nach dem Letzten Abendmahl dreimal in Frage gestellt, in dem er Jesus verleugnet. „Ich kenne ihn nicht!“ Da ist er jetzt lieber etwas vorsichtiger mit seinen Versprechen, hatte er doch vollmundig verkündet: “ Und wenn ich mit dir sterben müsste, ich werde dich nie verraten!“.

Und wie geht Jesus nun darauf ein? Er fragt ihn ein 2. Mal nach seiner umfassenden Liebe. Doch Petrus bleibt bescheiden und bekundet ihm seine Zuneigung.

Und schließlich, beim 3. Mal lässt sich Jesus nun darauf ein. Diesmal fragt er nach seiner Zuneigung, philio, und jetzt kann Petrus ihm antworten, du weißt doch, wie schwach ich bin, zu welcher Liebe ich im Stande bin, mich einzulassen. Wenn diese Liebe genügt, dann will ich sie dir und der Gemeinde zeigen, schenken, für die du mich brauchst, als Hirte.

Wie tröstlich, es darf auch Zeiten im spirituellen Leben geben, in denen ich schwach sein darf, in denen mir meine großen Versprechen und Glaubensbekenntnisse nicht so einfach über die Lippen kommen. Und auch dann darf ich darauf vertrauen, dass Christus nichts von seiner Liebe zurück nimmt. Denn er liebt mich immer grundsätzlich, ganz und gar, seine Liebe stärkt. Das darf ich in jeder Eucharistiefeier wieder neu erfahren, spüren, feiern.

 

Emmaus

Dann sahen wir ihn nicht mehr…

Gott ist und bleibt ein Geheimnis, über das wir nicht verfügen können. Doch seit Ostern ist unsere Gottsuche nicht mehr hoffnungslos.

Ein kleines Stück Brot, ein kleiner Schluck Wein, eine helfende Tat, ein gütiges Herz, ein liebender Blick, ein geteiltes Leid kann seit jenem Emmausabend zum Ort werden, an dem plötzlich und unerwartet Gottes Nähe einbricht und mein Herz zu brennen beginnt, wie damals in Emmaus.

HALLELUJA – Ostern

Gott ist.

Der Tod hat nicht das letzte Wort.

Gott ist da.

Der Tod mag auf Erden seine hässliche Fratze zeigen, aber nicht in Gottes Gegenwart.

Gott ist genau da, wo Du jetzt bist.

An dieser Kreuzung,

auf dieser Bank,

unter diesem Baum,

an diesem Brunnen,

in diesem Laden,

auf diesem Berg,

an diesem Fluss,

in dieser Kapelle,

auf dieser Waldlichtung …

… auf halber Strecke zwischen gestern und morgen ist Gott.

Jetzt.

In Deinem Atem,

unter Deiner Haut,

in Deinen Fingerspitzen,

in Deinen Schritten und

in Deinen Worten ist Gott.

Gott hat Dein Gesicht.

Gott ist da…sogar im Tod

Dafür bürgen die Jüngerinnen und Jünger…

Halte ich das alles für Geschwätz?

 

Karsamstag

Tag der Grabesruhe – Zeit der Stille – Zeit des Aushaltens

Doch das fällt schwer und so stürzen wir uns lieber in die Vorbereitungen auf Ostern

Und was ist mit den großen Fragen: Was passiert im Tod? Wann endet das Grauen in der Ukraine? Was ist der Tod?

Verschoben? Beantwortet? Ausgehalten?
Christus ist hinabgestiegen in die SCHEOL, in die Welt des Todes, um dort jenen zu begegnen, die im Schatten des Todes sind. Sie herauszurufen aus dem Tod: Steht auf, die ihr schlaft! Kommt zu mir! Ihr sollt teilhaben an meinem ewigen Hochzeitsmahl…ich lade dich ein… und was ich erwarte, wenn du zu mir willst, ich habe es deutlich gesagt:

„Was du einem meiner geringsten Schwestern und Brüder getan hast, das hast du mir getan, was du ihnen verweigert hast, das hast du auch mir verweigert.“

Das ist mein Gericht….

 

Karfreitag

Predigt Karfreitag 2022 (Diakon i. E. Dr. Werner Heisig)

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

der Karfreitag mit seiner Liturgie ist kein Tag, der Freude vermittelt.

Da ist dieser Mensch Jesus, welcher Verrat, einen unfairen Prozess und die Verurteilung zu einem grausamen Tod, Verspottung und die unsäglichen Qualen der Hinrichtung erlebt.

Während die anderen Evangelisten den Menschen Jesus mit all seiner Angst, Furcht und Schmerz schildern, legt Johannes in der heutigen Passion bereits den Schwerpunkt auf den liebevollen, souveränen göttlichen Christus.

Das ändert nichts an dem eigentlichen Geschehen: Nämlich der menschlichen Heimtücke und unvorstellbaren Grausamkeit der Menschen, welche Jesu Tod zu verantworten haben und das auf perfide Weise umsetzen.

Doch bei allem Leid, das Jesus ertragen musste, erleiden auch die Menschen die ihm verbunden sind, tiefste Verzweiflung und größte seelische Qualen .

Denken wir an Maria, die Mutter Jesu!

Denken wir an Maria von Magdala, Simon Petrus, an die anderen Jünger und Weggefährten Jesu!

Welches Leid müssen sie ansehen, aushalten!

Ihnen wird der Boden unter den Füßen entzogen.

Schauen wir auf die Geschichte der Menschheit und ganz besonders jetzt auf die aktuellen Kriegsereignisse in der Ukraine, so scheint sich in dieser Welt nichts verändert zu haben.

Und bei vielen Menschen kommt im Angesicht der menschlichen Grausamkeit, im Angesicht von schweren Krankheiten, Naturkatastrophen

die Frage auf, warum lässt der ach so gütige Gott all das Leid dieser Welt zu?

Ich habe im Laufe meines beruflichen Lebens leider eine ganze Reihe

von schlimmen Schicksalen gesehen.

Vor einigen Jahren wurde ich zu einem Einsatz in Hemer gerufen, wo mir ein drei Wochen alter Säugling leblos übergeben wurde.

Das gesamte Team kämpfte jedoch vergeblich um das Leben dieses Kindes.

Als ich letztlich die Eltern in den Rettungswagen bat und die Todesnachricht überbringen musste, fiel der verzweifelte Vater weinend auf die Knie und rief in tiefster Verzweiflung:

„Mein Gott, warum tust du mir das an?“

In solchen Momenten spürt man nur noch Verzweiflung, Hilflosigkeit, ja Gottesferne.

Im letzten Männerkreis haben wir uns über Gottesbilder ausgetauscht und festgestellt, dass diese Frage, die sogenannte Theodizee Frage Menschen

an Gott zweifeln lassen kann, ja, bis hin zur Abwendung an den Glauben

an einen guten Gott!

Wie kann ein Gott das Böse in der Welt zulassen?

Wo bleibt die schützende Hand Gottes bei Naturkatastrophen?

Warum lässt Gott schwere Krankheit und schweres Sterben zu?

Diese Fragen sind nicht neu,doch immer wieder aktuell.

Ich bin sicher, diese Gefühle, diese Ohnmacht haben auch damals die Betroffenen unter dem Kreuz des hingerichteten Jesus in voller Brutalität erlebt.

Wenn wir  die Liturgie dieses Karfreitags feiern, dann werden wir an unsere Glaubensgrenzen herangebracht.

Bei den Evangelisten Markus und Matthäus wird in der Sterbeszene Jesu berichtet, dass dieser in seiner Todesnot als letzte Worte sprach: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Diese Worte aus Psalm 22,2 drücken für mich am eindrucksvollsten die Stimmung des Karfreitags aus.

Dieses Gefühl der Gottesferne, die Momente der Nichtanwesenheit von Gott in unserem Leben hat auch Jesus durchlitten.

Lassen sie uns als Gemeinde St.Martin  diesen Tiefpunkt

als Teil des Lebens akzeptieren in dem Bewusstsein, dass wir unseren Glaubensweg nicht allein gehen müssen.

Denn der Karfreitag ist nicht das Ende.

Sondern der Anfang!

Amen

 

Gründonnerstag

Brot und Wein – Fronleichnamsbilder vom Familienkreis gestaltet
 

Hunger nach Leben … ich hab es so satt, dieser Krieg, diese Pandemie

Hunger nach Anerkennung … ich hab es so satt, dieses Duckmäusertum

Hunger nach Sinn … ich hab es so satt, diese Fake News, diese Lügen

Wo sollte ich diesen Hunger stillen können?

Meinen Hunger nach lebendiger Beziehung, nach echter Gemeinschaft,

nach wahrer Gerechtigkeit, nach großherziger Versöhnung.

Hinein in diese meine Sehnsucht höre ich dein WORT:

ICH BIN DAS BROT DES LEBENS!

Kann mich das wirklich sättigen?

Ich bin skeptisch, wie damals die Jünger.

Doch – alle aßen und wurden satt.

Wo du geheimnisvoll da bist,

geschieht dieses Wunder,

dass die Menschen miteinander teilen,

sich einander mitteilen,

großherzig austeilen

und aneinander Anteil haben.

Jesus Christus, lass uns glauben,

dass dieses Wunder auch heute geschehen kann,

dass unser Hunger für einen Moment gestillt werden kann,

für einen Moment, der nach Ewigkeit schmeckt, weil du alles überwunden hast, was dem Leben entgegensteht.

 

Palmsonntag

Arbeit zu Palmsonntag von Helga Röser

Impuls zu Palmsonntag 2022

Was braucht ein Herr? Das edle Tuch vom Herrenausstatter. Eine edle Karosse. Mit Fahrer. Und den perfekten Auftritt. Souveränität auf federndem Schritt. Natürliche Autorität. Beleuchtung nach Maß. – Was braucht ein Herr?
Ein Herr? Lukas kennt nur einen. Den Herrn. Der schickt zwei Jünger in das Dorf. Sie sollen den Esel holen. Sie werden gefragt werden, was sie denn machen. Sie werden antworten: „Der Herr braucht ihn.“ Und es geschieht so: Sie binden den Esel los, fallen auf, sagen: „Der Herr braucht ihn.“ – Ob ihnen Zweifel kommen? Seit wann braucht ein Herr – einen Esel? Fast mutet auch das wie eine Karikatur an: Ihr Herr auf dem Esel. Es ließe sich schnell mit ein paar Strichen aufs Papier bringen. Wie das Grinsen aufs Gesicht. Nur: Jesus will tatsächlich auf dem Esel in seine Stadt kommen.
Die Stadt hat schon viele Herren gesehen, kommen und gehen. Sie kamen immer mit ansehnlichen Streitkräften, verbreiteten Angst, umgaben sich mit unnahbarer Aura und ließen keinen Zweifel daran, wer jetzt die Hosen, pardon, das Sagen hat. Die kleinen Leute fanden das immer schon langweilig. Sie wurden nicht gefragt. Aber sie erwarteten auch nichts anderes. Waren die einen weg, kamen die anderen. Geändert hat sich eigentlich nichts. Wie hießen sie noch? Die Herren?
Was braucht ein Herr? Was braucht ein Mensch? Einen Gefährten/eine Gefährtin, der/die durch Dick und Dünn geht. Ein glückliches, abgerundetes Leben. Den Vorschuss an Vertrauen, von dem morgen gezehrt werden kann. Eine Welt, in der Menschen, Tiere und Pflanzen eine Zukunft haben. Die biblische Überlieferung hat dafür ein Wort: „Heil“. Ja, auch das steckt in dem Wort: die unzerbrechliche Schöpfung und die unverbrüchliche Treue Gottes.
Wie in einem Spiegel nehmen wir aber wahr, was beschädigt, belastet, überfordert und bedroht ist. Wir klagen über Friedlosigkeit, machen Angst.
Was braucht ein Mensch? Lukas erzählt die Geschichte von Jesu Einzug in Jerusalem. „Der Herr braucht ihn“ heißt es in ihr. Er braucht den Esel. Kein Ross, kein edles Pferd. Keinen Wagen. Keine Eskorte. Weil es beim Propheten Sacharja heißt: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. Denn ich will die Wagen wegtun aus Ephraim und die Rosse aus Jerusalem, und der Kriegsbogen soll zerbrochen werden. Denn er wird Frieden gebieten den Völkern, und seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und vom Strom bis an die Enden der Erde.“
Wer diese Stimme zum Schweigen bringt, muss den Steinen das letzte Wort lassen. Auf denen wächst aber kein Brot, keine Liebe, keine Zukunft.
Jesus ließ nicht die Macht spielen. Er ging nicht über Leichen. Er widerstand der Versuchung mit Macht die Welt in Ordnung zu bringen. Er suchte das Heil nicht in der Rüstung, er wandte sich vielmehr ungeschützt den Menschen zu. Gott war ihm Schutz genug. Am Ende hatte er nichts mehr, was man ihm hätte rauben können.
Was braucht der Mensch? Was brauchen wir? Worauf warten wir?
Warten wir auf den Helden? Warten wir auf den starken Mann, der mit Macht und Gewalt den Boden planiert? Christus wird diese Erwartungen nicht erfüllen!
Worauf warten wir in unserem persönlichen Leben? Was bewegt uns, was bewegt mich?
Rüste ich vielleicht auf, um den starken Mann oder die starke Frau zu markieren? Beteilige ich mich am zwischenmenschlichen Wettrüsten in der Familie, unter Arbeitskollegen, in der Schulklasse?
Wovon lebt die Welt? Wovon leben wir? Das Leben liegt nicht in der Macht. Das Herz der Welt ist das Herz des Gekreuzigten. Dort ist das Heil der Welt zu suchen und zu finden:
Jesus Christus ist der Herr …
Hoffnung für die Welt!
Hoffnung für Sie/Dich und mich!
Hoffnung für uns alle!

In dieser Heiligen Woche wünsche ich allen eine gesegnete Zeit!

Pastor Heinz Otto, Priester i. E.

 

Passionssonntag

Ich schaue auf eine kleine Schale Sand … Sand … wie Sand am Meer

Meeresstrand, Sanddünnen, sandiger Boden …

Auch in der Umgangssprache verwenden wir „Sand“:

Etwas in den Sand schreiben,

etwas in den Sand gesetzt haben,

Sand im Getriebe,

wenn du auf Gott vertraust, dann hast du nicht auf Sand gebaut

Johannes erzählt heute im Evangelium von Jesus und der Ehebrecherin, sie wurde erwischt, nun gilt es das Gesetz zu erfüllen. Steinigung…unfassbar… das darf nicht sein…

Jesus sag doch etwas…das kannst du doch nicht zu lassen…

allerdings sehe ich auch, du steckst in einer Falle, du sollst dich zu dieser Frage äußern, soll sie gesteinigt werden oder nicht? … egal, wie du dich äußerst, du kannst es nicht allen Seiten recht machen….stattdessen schreibst du in den Sand…was schreibst du?

Etwas in den Sand schreiben … ein Zeichen der Verlegenheit? Ein Zeichen der Schwäche? Für mich bietet dieses Verhalten Jesu die Möglichkeit, mir zu überlegen, was ich in letzter Zeit in den Sand gesetzt habe … Situationen, in denen Sand im Getriebe zu mir, zu meinen Nächsten und zu Gott war … Mit einem Finger kann ich in den Sand einen Buchstaben, ein Symbol, ein Datum schreiben…hinein in den Sand…ja, ganz konkret, schreibe ich es nochmals bewußt in den Sand, bringe es so vor Gott, voller Ehrlichkeit und Reue, voller Hoffnung auf Vergebung

Was ist passiert? Was habe ich verbockt? Weswegen kann man mich anklagen, so wie diese Frau im heutigen Evangelium…? Woran knabbere ich noch? Was werfe ich mir vor?

Und du Gott vergibst mir, wenn ich es zulasse. Das ist ein unfassbares Geschenk.

Das ist die FROHE BOTSCHAFT dieses Sonntags, Jesus antwortet ihr: „Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“ Jesus nimmt diese Frau an, in den Augen der Umstehenden eine schwere Sünderin, er vergibt ihr, nimmt sie wieder in die Gemeinschaft der Gottsucherinnen und Gottsucher auf. Er weiß, dass diese voraussetzungslose Vergebung eine wirkliche Umkehr hervorbringt. Umkehr geschieht nicht mehr unter einer Bedingung, sondern die Umkehr ist die Folge der Vergebung.

WUNDERBAR!

 

Laetare Jerusalem…Freue dich…

Am 4.Fastensonntag blitzt schon die österliche Vorfreude auf, das Violett mischt sich mit dem Weiß des Osterfestes….Vorfreude…will sie sich auch dieses Jahr wieder nicht einstellen? Es ist eher zum aus der Haut fahren, diese Ohnmacht angesichts einer nicht endenwollenden Pandemie und des Wahnsinns des Krieges…soll das alles gewesen sein? Hat diese Misere wirklich das letzte Wort? Die österliche Hoffnung sagt NEIN…und wenn die Hoffnung und Vorfreude auch nur ein ganz kleiner Funke ist…ich will ihn nähren, dass er überspringt, dass er wird zur Flamme, die uns Wärme, Licht und Zuversicht schenken kann.

 
 

Verkündigung des Herrn 25.03.

Die Szene „Der Engel Gabriel bringt Maria die Botschaft und sie sagt ihr „JA“ zu Gottes Plan, gemalt von Barbara Holler, Oespel.

Wir durften mit der Künstlerin in unseren Reihen den festlichen Gottesdienst feiern, Barbara hat uns in ihrer Predigt ihr Kunstwerk erschlossen.

Ganz offen zu sein für Gottes Wort.

Unterwegs sein mit der Botschaft Gottes in eigenen Herzen.

Begegnung mit Elisabeth.

Erfüllt sein von Gottes Gnade.

Was damals galt ist auch für uns heute Frohe Botschaft:

FÜR GOTT IST NICHTS UNMÖGLICH!

Glaube ich, dass Gott in meinem Leben wirkt?

Glaube ich, dass Gott auch heute noch seine Botschaft in diese Welt sendet?

Angesichts der Ereignisse dieser Tage kann ich da manchmal zweifeln….

aber ich darf mich an das Wort des Engels erinnern lassen:

FÜR GOTT IST NICHTS UNMÖGLICH!

Zu schön, um wahr zu sein?

Maria wird in ihrem Lobpreis, dem Magnificat, Gottes Verheißungen besingen:
„Du stürzt die Mächtigen vom Thron, du erhöhst die Niedrigen, die Hungernden beschenkst du mit deinen Gaben, die Reichen lässt du leer ausgehen…“

Gott sei Dank…Gottes Möglichkeiten sind eben größer als die Unsrigen.

 
 

…zum 3. Fastensonntag

Am 3. Fastensonntag hören wir vom Brennenden Dornbusch. Wer kennt diese Erzählung nicht?! Mose sieht den Busch brennen und dennoch verbrennt er nicht. Gott beruft Mose, er soll sein Volk aus Ägypten herausführen. Als Moses ihn fragt, was er denn seinem Volk sagen solle, wer ihm diese kühne Aufgabe zutraut, gibt Gott ihm seinen Namen als ewigen Proviant mit:

Ich bin der Ich-bin-DA.

Dieser Gottesname drückt Beziehung aus, Nähe, Interesse…wenn wir dieses Gottesbild mal durchdeklinieren in unserem Alltag:

Ich bin da, wenn du alleine bist, dich ohnmächtig fühlst.

Ich bin da, wenn du meinst, es geht nicht mehr weiter.

Ich bin da, wenn du verzweifelt und traurig bist, dein Kummer dich auffrisst.

Ich bin da, wenn du Angst und Furcht hast.

Ich bin da, wenn du vor Sorgen nicht schlafen kannst.

Ich bin da, wenn du krank bist und Hilfe brauchst.

Ich bin da, wenn für dich die Welt zerbricht.

Ich bin da, wenn du ein schlechtes Gewissen hast.

Ich bin da, wenn du mich rufst.

Ich bin da, wenn du heimkehrst zu mir.

Ich bin da, wie eine Flamme, die nie verlöscht.

Ich bin da, wie eine schöne Blume, die dein Herz erfreut.

Ich bin da, wie eine Wolke, die dich mit Liebe umhüllt.

Ich bin da, wie ein Herz, das immer für dich schlägt.

Ich bin da, wie ein Engel, der dich schützt und leitet.

Ich bin da, wenn du Flüchtlinge beherbergst und sie versorgst.

Ich bin da, wenn du Brot und Wein teilst, in Erinnerung an mich.

Ich bin da, wenn du dich begeistern kannst.

Ich bin da, wie eine Schwester, die mit dir die Sorgen teilt, wie ein Bruder, der zu dir steht im Leid und in der Freude.

Ich bin da, wie eine Mutter, die mit dir fühlt, dich ganz versteht, wie ein Vater, der ewige Geborgenheit gibt.

… WAS FÜR EINE VERHEIßUNG… ein Wort, das trägt, seit 3000 Jahren und auch für morgen und übermorgen….trägt es auch dich?

 

Josefstag 19.03.

Über Josef wissen wir nicht viel, die biblischen Zeugnisse über ihn sind immer im Bezug zu Jesus oder Maria zu finden. Kein einziges Wort ist von ihm überliefert. Aber Maria und Jesus ohne Josef zu denken, nicht vorstellbar. Er war in den Situationen, in denen er gebraucht, ganz wach, hellhörig. Er hat Gottes Stimme vernommen, im Traum: „Fürchte dich dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.“ (vgl. Mt1,16.18-21.24a) Das macht ihn sehr sympathisch. Ein stiller, aufmerksamer Zeitgenosse, der Gottes Nähe in seinem Leben erfahren durfte. Gebe Gott, dass wir in diesen aufrüttelnden Zeiten Gottes Mahnung, Nähe und Botschaft nicht überhören. Wenn ich in diesen Tagen mal nicht weißer weiß, dann lass mich besonders deine Nähe erfahren. Gib mir die Gnade eines erholsamen Schlafes und eines lebendigen Traumes, der mich zu neuen Erkenntnissen führt, über mich selbst, über dich, o unbegreiflicher Gott. Amen

 

Verklärung Jesu

Jesu im Gebet, auf dem Berg. Drei seiner Jünger sind bei ihm. Er lässt den Alltag hinter sich und sucht den Berg auf als Ort, der seit jeher sinnenfällig die Nähe zu Gott verdeutlicht.

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen Gott vertrauen, Mauern abbauen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen ins Gebet gehn, sein Licht ganz neu sehn und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen Trost erfahren und Hoffnung bewahren und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

 

Kirchweih 2017 – 2022

Diejenigen, die vor fünf Jahren bei der Weihe der Kirche durch unseren Bischof mitgefeiert haben, erinnern sich bestimmt noch daran, dieser besondere Tag lag mitten in der Fastenzeit, 11.03. 2017. Aus Termingründen wurde dieser Termin gewählt. Unser Kirchweihfest in der Fastenzeit zu feiern ist für uns liturgisch aber eher schwierig. Die Fastenzeit lädt ja zur Reduktion aller Feierlichkeit ein, der Sonntag kann durch kein anderes Fest ersetzt werden. Daher habe ich dem Kirchenvorstand folgenden Vorschlage gemacht, der auch angenommen wurde:
Lasst uns unsere Kirchweihe doch an jenem Sonntag feiern, der in unmittelbarer Nähe zum Weihefest der Auferstehungskirche/Grabeskirche in Jerusalem am 13.09. und dem damit verbundenen Fest des Kreuzes am 14.09. liegt. Damit feiern wir die offizielle Bestimmung und Weihe unserer Kirche immer auf dem Hintergrund jenes Ostergeheimnisses in Jerusalem, für das diese Auferstehungskirche zum steinernen Zeugnis geworden ist. So verweist jedes Kirchweihfest auf Christus hin, der von den Bauleuten verworfen wurde, aber für uns zum Eckstein geworden ist (vgl. Ps 118): an Karfreitag wurde er weggeworfen, am Ostertag neu aufgerichtet.  Mit der Weihe einer Kirche drücken wir sinnenfällig aus, dass von nun an hier ein Ort bereitet sein soll, an dem Menschen Gottes wirkliche Nähe erfahren können, durch sein Wort, seine Sakramente, durch die Begegnungen der Menschen, durch Feste und und und. 

 

Impuls

Glaubensbekenntnis zum 08.03.

Ich glaube an Jesus,

geboren von einer Frau,

von den Frauen verstanden und von ihnen begleitet bis unters Kreuz,

als Auferstandener zuerst bezeugt von den Frauen.

Ich glaube an den heiligen Geist, die Mutter mit ihrer Fröhlichkeit, die auf die Jüngerinnen und Jünger herabkam, 50 Tage nach dem Tag der Auferweckung durch die schöpferische Kraft Gottes.

Ich glaube an diese prophetische Kraft Gottes, die bis heute Frauen und Männer, Geschöpfe und Welt begeistert,

die dich und mich antreibt für das Leben und den Frieden zu kämpfen.

Amen

 

Aschermittwoch – Fastenzeit 2022

‚Du hast mehr Möglichkeiten, als du ahnst; vertrau dich doch den ungeahnten Möglichkeiten an, die ICH, dein Gott in dich gelegt habe.‘

Du bist mehr als deine Vergangenheit und Fehler.

Diese Zumutung Gottes an mich begreifen zu lernen als Aufruf, wieder neu einen Weg zu mir selbst zu finden und mich im Vertrauen auf Gottes Geist auf diese 40 Tage einzulassen: Das ist der Sinn des Angebots der 40 Tage Umkehr-Zeit auf Ostern hin. Wenn ich mich darauf einlassen kann, wird vieles andere zurückstehen können.

Drei Haltungen möchte ich daraus für mich ableiten:

-Ich muss dich und mich nicht mehr gnadenlos auf deine/meine Fehler fixieren, stattdessen kann ich dir und mir die Chance eines Neuanfangs schenken.

-Ich darf mich der Wahrheit meines und deines Lebens stellen, darf all das Schwere, den Schmerz, die Trauer zulassen.

-Ich kann mich verabschieden von der Pflicht des immer Recht-haben-müssens.

Gerade weil ich weiß, dass ich immer wieder Fehler mache, schuldig werde, bedarf ich der Umkehr und der Vergebung.

 

Ich bin unter der Rufnummer

0176 55512348

für Sie erreichbar.

 

Ihr Pfarrer

Robert Geßmann

 

Pfarrbüro: 0231 652872

Fax: 0231 96989807

dortmund@alt-katholisch.de

 

Auf der Suche?

Wir sind eine Kirche für alle. Oder besser: für alle, die wollen.
Auch Sie? Finden Sie eine Gemeinde vor Ort.

» Zur Gemeindesuche