Geistlicher Impuls

Advent

ganz leise kommst du daher, du lieber Advent…vor lauter Sorgen und Bedenken in der aktuellen Situation können wir dich fast übersehen…dabei bist du eine ganz stille Zeit, lädst ein zum Verweilen, zum Blick auf das, was in meinem Leben wirklich wichtig und wertvoll ist…

ob ich mich trotz aller Entbehrungen auf dich einlassen kann…?

Romano Guardini hat den Satz geprägt: „Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten.“

Eine tiefe Wahrheit in diesen Tagen…

 

St. Martin von Tours

Lieder, Laternen, Feuer, Mantelteilung,

Stutenkerl, Pferd, Umzug, singen, Nacht, Licht, Heiliger, Soldat, Kinder, Schwert…

hinter alldem steht die Erfahrung, die mehr ist als eine nette Tradition:

„Was du einem bedürftigen Menschen tust, dass tust du mir!“

Diese Zusage Jesu darf täglich konkret werden…

 

Apostelfest 21.09. Matthäus

da ruft einer, und einer lässt sich rufen … so lesen wir es heute im evangelium

was muss dieser rufende in Matthäus ausgelöst haben?

Faszination, Hoffnung, Zukunft, Lebensfreude, Würdigung, Kraft, Segen…

manchmal wünsche ich mir, dass ich etwas davon auch ausstrahlen könnte, wenn ich mit anderen zusammen bin …

und dass ich etwas davon spüren könnte, wenn ich mich von dir wieder neu rufen lassen, in diesen so ganz anderen zeiten …

 

Kirchweihe im Sommer?


Diejenigen, die vor vier Jahren bei der Weihe der Kirche durch unseren Bischof mitgefeiert haben, erinnern sich bestimmt noch daran, dieser besondere Tag lag mitten in der Fastenzeit. Aus Termingründen wurde dieser Termin gewählt. Unser Kirchweihfest in der Fastenzeit zu feiern ist für uns liturgisch aber eher schwierig. Die Fastenzeit lädt ja zur Reduktion aller Feierlichkeit ein, der Sonntag kann durch kein anderes Fest ersetzt werden. Daher habe ich dem Kirchenvorstand folgenden Vorschlage gemacht, der auch angenommen wurde:
Lasst uns unsere Kirchweihe doch an jenem Sonntag feiern, der in unmittelbarer Nähe zum Weihefest der Auferstehungskirche/Grabeskirche in Jerusalem am 13.09. und dem damit verbundenen Fest des Kreuzes am 14.09. liegt. Damit feiern wir die offizielle Bestimmung und Weihe unserer Kirche immer auf dem Hintergrund jenes Ostergeheimnisses in Jerusalem, für das diese Auferstehungskirche zum steinernen Zeugnis geworden ist. So verweist jedes Kirchweihfest auf Christus hin, der von den Bauleuten verworfen wurde, aber für uns zum Eckstein geworden ist (vgl. Ps 118): an Karfreitag wurde er weggeworfen, am Ostertag neu aufgerichtet.  Mit der Weihe einer Kirche drücken wir sinnenfällig aus, dass von nun an hier ein Ort bereitet sein soll, an dem Menschen Gottes wirkliche Nähe erfahren können, durch sein Wort, seine Sakramente, durch die Begegnungen der Menschen, durch Feste und und und. 

Auf diesem Hintergrund wünsche ich uns allen einen gesegneten, österlichen Kirchweihtag, den wir am 12.09.2021 begehen.

 

schulbeginn

nun geht´s also wieder los:

alltag, unterricht, hausaufgaben, hausarbeit, büro, kochen, einkaufen, höhen, tiefen, …. das alles geschehe, um in allem gottes spuren zu entdecken … ja, in dem, was gerade geschieht … uns allen einen gesegneten start in den spätsommer und das neue schuljahr 2021/22

 
 

für sommertage und regentage, für heute und morgen … und für zwischendurch

Die Menschen wieder lehren, einander zu lieben… Ihnen die Freude wiedergeben, ihnen die Hoffnung zurückbringen.

Die Hoffnung! Ihr Ringen mit dem Tode ist’s, das uns so qualvoll ist. Wenn wir Christen keine Hoffnung hegen, was nützt es uns dann, getauft zu sein? Wenn wir den anderen nicht die Hoffnung bringen, wie können wir dann wagen, zu behaupten, dass wir sie lieben?

So lasst uns jenen, die da sagen: „Jede/r für sich. Ich kann doch nichts daran ändern“, allen immer fort antworten:

„Ein Tag wird kommen, wo die Blinden sehen, wo die Lahmen gehen, wo die Stummen sprechen werden. Eine Stadt wird erstehen, welche die Stadt Gottes sein wird, wo alle Menschen wahrhaft Geschwister sein werden, im Geiste und in ihrem Herzen. Und der Lohn für uns Christen wird sein, an dieses Paradies geglaubt zu haben, bevor wir es sahen. Text: Raoul Follereau

 

fron leichnam – DANKTAG

Brot
ist nicht
zum Anschauen da
sondern zum Essen

Brot
gehört nicht in silberne Gefäße
sondern auf den Küchentisch
gehört nicht in einen
verschließbaren Tresor
sondern zu den Menschen

und wenn das Brot
zu den Menschen gehört
dann nutzt es nichts
das Brot würdig zu behandeln
wenn ich gleichzeitig
die Menschen
entwürdige (Andreas Schwarz)

 

dr ein igkeit

Heiliger

Ewige

Hirte

Schöpferin

Vater

Abba

Adler

Atem

Ruach

Kraft

Sohn

Mutter

Liebe

Geist

Herr

Güte

Leben

Licht

Tür

Brot des Lebens

Kelch des Heiles

Stab

Erlöser

alles diese Aspekte finden wir in einem wieder:

J … E … S … U … S

 

v e n i ´ c r e a t o r ´ s p i r i t u s

 

Wer glaubt, überschreitet Grenzen.

Wer glaubt, gibt Gottes Geist im persönlichen Leben Raum und Ausdruck.

Jedes unserer großen christlichen Feste ist eine solche Überschreitung von Raum und Zeit:

Weihnachten, eine Grenzüberschreitung: Gott konkret im Menschen erfahren.

Ostern, eine Grenzüberschreitung: Das Böse, der Tod kann überwunden werden.

Pfingsten, eine Grenzüberschreitung: In mir ist eine göttliche Kraft, die ich mir schenken lassen darf, die mich kreativ werden lässt. So darf ich in dieser kreativen, schöpferischen Kraft wirken. „Jeder Mensch ist ein Künstler!“ (Joseph Beuys) Ich bin berufen, diese Welt zu verbessern, diese Welt zu einem Kunstwerk zu machen in der jedes Geschöpf (s)einen Platz hat. Seit Pfingsten ist dies unser aller Aufgabe geworden. Erzählen wir uns davon: Wie versuche ich das in meinem Alltag? Wo habe ich das zuletzt erfahren?

 

(Un-) Geister

Unser Hagener Gemeindemitglied Peter Teglas mit einem geistlichen Impuls, im Blick auf ein Statement der jüdischen Gemeinde anlässlich der Debatte um das Einholen der israelischen Flagge am Hagener Rathaus am 12. Mai 2021:

„Am 12. Mai meldete sich ein neues Gemeindemitglied bei der Hagener Stadtverwaltung als Jude an. Dieser Mann stammt aus Polen. Er ist der Sohn einer katholischen Mutter und eines jüdischen Vaters.

In die jüdische Gemeinde aufgenommen werden eigentlich nur Menschen, die Kinder einer jüdischen Mutter sind. Wer diese Voraussetzung nicht erfüllt, muss sich seine Aufnahme erkämpfen. Kampf bedeutet in diesem Fall, dass er drei Rabbiner davon überzeugen muss, dass er sich nicht nur mit der jüdischen Tradition und der hebräischen Sprache vertraut gemacht hat. Als Sohn einer katholischen Mutter muss er auch glaubhaft machen, dass der jüdische Lebensweg für ihn der richtige ist. Das ist aus zwei Gründen nicht einfach.

Erstens ist der jüdische Lebensweg, vorgezeichnet in den 613 Geboten, an die sich ein praktizierender Juden binden muss, sicher nicht weniger anstrengend und anspruchsvoll als der katholische. Halten die Rabbiner den Kandidaten für ernsthaft und ehrlich genug, sich diese Bindung lebenslang zuzumuten?

Zweitens führt aus jüdischer Sicht auch der katholische Weg zu G*tt. Der Bewerber muss schlüssig begründen können, warum er in seiner Abstammung von einer katholischen Mutter keinen Wegweiser des Himmels sieht.

Das neue Mitglied der jüdischen Gemeinde hat es geschafft, das Rabbinatsgericht zu überzeugen. Dabei wird eine Rolle gespielt haben, dass er die Tragödie seines Vaters vor den Rabbinern entfalten konnte. Dieser Vater musste im Nachkriegspolen so viel heimlichen und offenen Antisemitismus erleben, dass er sich gezwungen gefühlt hatte, seine jüdische Identität selbst seinen eigenen Kindern vollkommen zu verschweigen. Dieses Opfer brachte er, damit es seine Kinder nicht seinetwegen schwer haben sollten im Leben. In einem freien Land und in einem Land, dass besondere Gründe hat, jüdische Identität zu schützen und zu stärken, wollte der Sohn das Opfer seines Vaters durch seine Rückkehr zum Judentum auf seine Weise ehren und anerkennen. Der 12. Mai war der Tag, an dem dieser Entschluss in die deutsche Öffentlichkeit getragen wurde durch die Eintragung im Hagener Rathaus.

Der 12. Mai ist ein besonderer Tag für Juden in Deutschland und in Israel. Am 12. Mai 1965 hatten Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen aufgenommen. Zur Erinnerung daran wurde am Hagener Rathaus – wie an vielen anderen Rathäusern – die israelische Flagge gehisst.

Das neue Gemeindemitglied sah diese Flagge am Rathaus mit gemischten Gefühlen. Der Anblick der Flagge des Landes der Heimat des Volkes, zu dem er nun gehörte, zu dem er sich gerade öffentlich bekannt hatte, erfüllte ihn mit Freude und Zuversicht. Endlich Mitglied dieses Volkes. Endlich Jude sein können in einem Land, in dem Judesein normal ist. Aber warum hing die israelische Flagge da allein? Gefeiert wurde doch die Aufnahme von BEZIEHUNGEN zwischen ZWEI Ländern!

Kurze Zeit später platzte der Traum. Die Flagge wurde eingeholt. Nach Angabe des Oberbürgermeisters auf Empfehlung der Polizei. Mit einer Begründung, die noch problematischer ist als die grausame Geste des Einholens selbst.

Dem Himmel sei Dank ist das nicht das schlimme Ende der Geschichte. Beim Nachmittagsgebet erzählte der Vorbeter, dass sich Einzelpersonen bei der Gemeinde gemeldet hatten. Ein Herr kam mit einem Blumenstrauß. Alle kamen mit der Nachricht: „Was da heute in Hagen passiert ist, ist schrecklich. Wir fühlen mit Euch.“ Die Junge Union erhob öffentlich Widerspruch gegen die Einholung der Flagge und erklärte ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde Hagen. Ganz allein sind wir immer noch nicht.“

 

Komm´heiliger Geist…

Altarbild „Die Jünger mit Maria vereint im Gebet um die Kraft aus der Höhe“
 

Mutter Geist mit deiner guten Hand. Mutter Geist halt mich fest. Mutter Geist mit deiner guten Hand. Mutter Geist halt mich fest.

Schwester Geist mit deiner Fröhlichkeit. Schwester Geist mach mich stark. Schwester Geist mit deiner Fröhlichkeit. Schwester Geist mach mich stark.

Freundin Geist mit deiner Zärtlichkeit, Freundin Geist hüll mich ein. Freundin Geist mit deiner Zärtlichkeit, Freundin Geist hüll mich ein. (eingestimmt 444)

 

Christi Himmelfahrt

… was schaut ihr in den Himmel hinauf?

… Christus fährt auf … kehrt heim…wird erhöht…findet Heim…

… es gibt keine geeigneten Worte/Bilder für diesen Tag…

Gerhard Engelsberger hat es so versucht:

Segne uns, Herr, diesen Tag.

Wir feiern Gottesdienst mitten im Grünen,

auf ebener Erde.

Wir spüren die Kraft der Schöpfung,

das Spiel der Jahreszeiten, die Wucht deines Wortes,

die Zärtlichkeit deiner Liebe, die Schönheit der Farben,

den Aufbruch des Lebens.

Segne uns, Herr, diesen Tag.

Wieder feiern wir deine Auferstehung, feiern den Sieg des Lebens über jeden Tod,

feiern den Sieg des Lichtes über alle Finsternis, feiern den Sieg der Liebe über die Gleichgültigkeit.

Segne uns, Herr, diesen Tag.

Deine Himmelfahrt mag uns fremd sein. Wir lieben die Erde, und die Fülle der Farben.

das junge Leben, den Duft des Bodens

Segne uns, Herr, diesen Tag.

Er erinnert an Heimat, er erzählt von Heimkehr aus der Fremde,

er besingt den Tropfen, rühmt den Strom und staunt über das Meer. Deine Nähe ist ihm genug.

Segne uns, Herr, diesen Tag.

Himmel und Erde sind dir keine Grenzen.

Himmelfahrt ist deine Liebe zur Erde. Erde und Himmel sind Orte von gestern. Morgen sind wir eins in dir.

 

Der Gute Hirte, Christus

Der GUTER HIRT damals und heute:

das ist

STIMME

die nach mir ruft

TÜR

die sich vor mir auftut

MENSCH

dem ich vertrauen kann

SORGENDER

der auf mein Wohl bedacht ist

SOHN DES VATERS der sein Leben für mich gab

JESUS CHRISTUS der mir Leben in Fülle schenkt

Charis Doepgen OSB

 

HALLELUJA OSTERN

+ Evangelium nach Johannes 20,1-18


Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.

Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.

Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.

Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.

Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.

Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

Impuls (Diakon Werner Heisig)

Liebe Schwestern, liebe Brüder!

Da ist diese besondere Frau. Maria Magdalena. Nach ihrer Begegnung mit Jesus in der Nähe vom See Genezareth und ihrer Heilung durch ihn (Lk 8,2) hat sie sich dem Kreis der Jünger angeschlossen. Sie hat ihren Weg mit Jesus und seinen Gefolgsleuten letztlich bis zum bitteren Ende begleitet. Sie hat ihn geliebt, seine Worte und Taten als Richtschnur für ihr Leben begriffen. Sie waren sich tief verbunden. Und jetzt?

Dieser ungerechte Prozess, die unendliche Qual bis zum Tod am Kreuz. Sie kann es immer noch nicht fassen. Sie muss zum Grab. Dort angekommen fällt ihr sofort auf, dass der schwere Stein vom Eingang weggenommen ist. Sie schaut erst gar nicht in das Grab, sondern läuft zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, um zu sagen, dass man den Herrn aus dem Grab entfernt habe und sie nicht wisse, wo er sich jetzt befinde. Wenn wir das heutige Evangelium weiterlesen, dann fällt auf, dass sowohl der Lieblingsjünger Jesu als auch Petrus noch nicht realisieren, dass Jesus auferstanden ist. Maria Magdalena, die sich in das Grab hineinbegibt, sieht dort zwei Engel sitzen. Da wendet sie sich um, wird von Jesus angesprochen, den sie für den Gärtner hält. Doch erst, als er ihren Namen direkt ausspricht, erkennt sie ihn. Voller Freude läuft sie zu den Jüngern zurück, um zu berichten und weiterzugeben, was ihr Jesus aufgetragen hat.

Welche Dramatik, welches Wechselbad der Gefühle muss sie erlebt haben! Diese österliche Botschaft ist unfassbar! Das Leben dieser Maria von Magdala spricht mich in besonderer Weise an. Wir wissen nicht viel von ihrem Leben. Sie wird ein Leben mit Höhen und Tiefen gehabt haben. Vor der Begegnung mit Jesus haben Dämonen sie gequält. Doch der Wendepunkt kommt bei ihr durch die Begegnung mit Jesus. Sie folgt ihm nach. Und sie erlebt am scheinbaren Ende einen grausamen Schicksalsschlag. Ihr geliebter Jesus wird brutal getötet.

Letztlich spiegelt sich hier die Lebenserfahrung der Menschen bis zum heutigen Tag wider. Krankheit, Ungerechtigkeit, Grausamkeit, Tod sind die Realität dieser Welt und des Lebens. Am Ende steht unser eigener Tod. Doch Maria von Magdala erlebt etwas Unglaubliches: Der Tod ist nicht das Ende. An dieser Stelle, wird ein Teil der Menschen mich vielleicht mitleidig belächeln:

Wie kann man so etwas nur glauben? Auch ich bin durch das tiefe Tal der Selbstzweifel gewandert. Von meiner naturwissenschaftlichen Ausbildung kommend war es ein Weg mit Licht und Schatten, eher Schatten, bis ich für mich realisieren konnte, dass die frohe Osterbotschaft gilt:

„Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott“.

Ich wünsche uns ALLEN, dass wir daran glauben können, was uns die Evangelisten verkünden, was uns trägt, uns Hoffnung gibt:

Er ist wirklich auferstanden. Uns ist einst das Leben in Fülle versprochen!

Frohe Ostern!

 

Karfreitag

Impuls zu Karfreitag (von Heinz Otto, Priester i. E.)

Liebe Gemeinde von St.Martin!

An Karfreitag denken wir an das Leiden und Sterben Jesu am Kreuz.

Die Passionsgeschichte (Joh 18,1 – 19,42), die wir in der Liturgie des Tages hören, nimmt uns mit auf Jesu Kreuzweg. Analog zu diesem Leidensweg geht ein unbekannter Verfasser einen „Kreuzweg der Menschheit“ und öffnet uns damit den Blick ins Hier und Heute:

  1. Station: Menschen werden unschuldig zum Tode verurteilt.
  2. Station: Politische Gegner verschwinden in Zwangsarbeitslagern.
  3. Station: Frauen und Kinder betteln um Nachricht von ihren verschleppten      Männern und Vätern.
  4. Station: Vor den Augen der Mutter wird das Kind gefoltert.
  5. Station: Mangelnde Solidarität der freien Welt ist ein Grund für volle Konzentrationslager.
  6. Station: Einige kämpfen mutig für die Einhaltung der Menschenrechte.
  7. Station: In 90 Ländern wird gefoltert.
  8. Station: Wirtschaftliche Interessen „zwingen“ Politiker, zu Menschenrechtsverletzungen zu schweigen.
  9. Station: Gesunde werden in psychiatrischen Kliniken zugrunde gerichtet.
  10. Station: Der Dissident wird ausgebürgert.
  11. Station: Elektroschocks bringen jeden zur Strecke. Dann gesteht er alles, was die Peiniger vorsagen.
  12. Station: Ein Volk krepiert.
  13. Station: Eine verstümmelte Leiche wird gefunden. Ein Massengrab wird entdeckt.
  14. Station: Die x-te Sitzung der Welt-Friedens-Konferenz wird mit der Verlesung und Ratifizierung eines Papiers geschlosssen.

Jesus leidet und stirbt noch immer!

 

Gründonnerstag

+ Evangelium nach Johannes 13,1- 15

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

Impuls (Diakon Werner Heisig i.E.)

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

anders, als bei den drei Evangelisten (Markus, Matthäus, Lukas), den sog. Synoptikern, legt der Evangelist Johannes in seinem heutigen Evangelium nicht den Schwerpunkt auf das Letzte Abendmahl und damit auf den kultischen Ursprung unserer Eucharistiefeier.

Rein praktisch wäre sein Schwerpunkt, die Fußwaschung, in der Liturgie statt einer Mahlfeier doch recht befremdlich.

Wer in der Medizin tätig ist, sei es in der Pflege, im Rettungsdienst oder in anderen körpernahen Berufen, der kennt das Problem, wenn manchmal Menschen mit schmutzigen, Schweiß-Füßen versorgt werden müssen. Nicht immer angenehm, der Job. Zur Zeit Jesu gehörte die Reinigung der Füße zu den Aufgaben der Sklaven/Dienerschaft.

Dieser Dienst war mit Sicherheit auch nicht sehr beliebt. Blieb er doch damals den sozial, auf unterster Stufe sich befindenden Menschen im Regelfall vorbehalten. Der Evangelist Johannes schreibt Jesus eine zeichenhafte Handlung zu:

Jesus ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen, sich hinzugeben für die Anderen. Indem Christus die staubigen Füße der Jünger wäscht, gibt er seinen Jüngern und damit auch uns eine wichtige Botschaft:

Wir dürfen uns als Christen nicht aus dem Staub machen, wenn die Gluthitze des Lebens manche Menschen austrocknen lässt und stumpf gemacht hat. Wenn Menschen schwere Schicksalsschläge ertragen müssen, wie Verlust geliebter Menschen, schwere Unfälle mit bleibenden Schäden, Verlust des Arbeitsplatzes, Leben mit Sucht, oder den täglichen Kampf um die eigene Existenz und die der Familie.

Wir sehen gerade was die Corona-Pandemie für Schäden anrichtet. Dabei dürfen wir die Opfer von Krieg und Vertreibung rund um den Globus nicht aus den Augen verlieren. Unzähligen Menschen ist und wird die Hoffnung, ihr Lebensmut genommen.

Hier wird uns als Christen in diesem Evangelium ein wichtiger Auftrag erteilt. Wir sollen versuchen, ein wenig Leid dieser Welt wegzuwaschen! Christen haben gerade bei den Menschen zu sein, die sich wie der letzte Dreck vorkommen, bei denen zu sein und für die einzutreten, die wie Schmutz behandelt werden.

Sich als einzelner Christ, aber auch als christliche Gemeinde für die einzusetzen, die Christus uns anvertraut hat, fordert das heutige Evangelium. Das Leid meines Nächsten im Rahmen unserer Möglichkeiten zu lindern. Hierbei ist unsere Haltung gefragt, wie wir unserem Nächsten begegnen. Nicht von oben herab, sondern als Geschwister auf Augenhöhe. In der persönlichen Begegnung mit dem Leid meines Nächsten kann die menschliche Zuwendung, das Du auf Augenhöhe oftmals schon ein Wegspülen des Staubs auf der Seele meines Gegenübers sein. In der Liturgie des Gründonnerstages wird die Klammer von Eucharistie und Diakonie zu einer verbundenen Einheit gelegt.

Wir sind als Christen alle Diakoninnen und Diakone, weil unser Vorbild Christus uns das vorgelebt und aufgetragen hat. Wenn wir am Mahl des Herren teilnehmen wollen, sollte uns dieser Aspekt immer wieder in unserem Handeln bewusst sein. Auf den Gründonnerstag folgt der Karfreitag, der geprägt ist von der Passion. Doch bei aller Trauer, die sich hierbei einstellt, wissen wir, dass auf den Karfreitag die Osternacht folgt.

Ich wünsche Ihnen/Euch, dass sie diese Hoffnung und Zuversicht besonders den Menschen vermitteln können, die ihre diakonische Hilfe dringend gebrauchen können. Lasst uns in diesem Sinne den Weg Richtung Ostern gemeinsam gehen!

Ihr/Euer Werner Heisig

 

Liebe Gemeinde!

 

Ich bin unter der Rufnummer

0176 55512348

für Sie erreichbar.

 

Ihr Pfarrer

Robert Geßmann

 

Pfarrbüro: 0231 652872

Fax: 0231 96989807

dortmund@alt-katholisch.de

 

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