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Dieser Glockenturm wurde von der Alt-katholischen Pfarrgemeinde Dortmund St. Martin errichtet und wird am 11.April 2026 vom Bischof Dr. Matthias Ring eingeweiht. Die äußere Form ist einem Förderturm nachempfunden, um damit die räumliche Verbundenheit zum Steinkohlenbergbau zu signalisieren, der über Generationen hinweg das Leben der Menschen und die Landschaft des Ruhrgebiets maßgeblich geprägt hat.

In unmittelbarer Entfernung dieses Turmes wurden in Kley drei Zechen betrieben:

Zeche Borussia später Zeche Oespel (1856 – 1911 – 1962)

Kleinzeche Justus (1956 – 1967)

Kleinzeche Dünnebecke (1951 – 1959)

Die Standorte dieser Zechen sind auf der folgenden Karte jeweils abgebildet.

Zeche Borussia / Oespel1856 Konstituierung der Aktiengesellschaft „Bergbau AG Borussia“Das Feld Borussia umfasste 2.800.000 qm. Die Abbauverhältnisse und die Qualität der Kohle führten in den ersten Betriebsjahren zu nachhaltig guten Ergebnissen bzw.Dividendenzahlungen. Mit Beginn der 80er Jahre gab es einige Rückschläge. Schlagwetterexplosionen, Wassereinbrüche und ein Grubenbrand warfen die Schachtanlage zurück.

1892 Borussia Umwandlung in Gewerkschaft, da die notwendige Beschaffung von Kapital über diese Unternehmensform einfacher erfolgen konnte. Am 10. Juli 1905 kam es zu einem folgenschweren Grubenbrand, der 39 Tote forderte. Der Schacht 1 brannte völlig aus und die Grube wurde unter Wasser gesetzt. Der Betrieb wurde eingestellt und die Belegschaft weitestgehend entlassen (siehe heute Brandschachtstraße).

1911 Übernahme aller Kuxe der Gewerkschaft Borussia durch die Gewerkschaft Oespel

Das Grubenfeld der Gewerkschaft Oespel umfasste 1.117.800 qm. Der Abbau in größeren Tiefen (Teufen) machte einen höheren Kapitalbedarf erforderlich, der letztlich den Konzentrationsprozess bei den Zechen beschleunigte.

1915 Beteiligung der Gewerkschaft Lothringen an der Gewerkschaft Oespel1920 Übernahme der Kuxenmehrheit der Gewerkschaft Oespel von Lothringen durch dieEssener Steinkohlenbergwerke AGZu diesem Zeitpunkt verfügte die Zeche über drei Schächte, eine Kokerei mit 60 Öfen undeine Brikettfabrik.

1923 Vollständige Übernahme durch die Essener Steinkohlenbergwerke AG1952 Übergang verschiedener Zechen (u.a. Oespel) auf die Harpener Bergbau-AG imRahmen der von Alliierten verabschiedeten Gesetze zur Umgestaltung des deutschenSteinkohlenbergbaus.

1.Oktober 1962 Stilllegung der Zeche
Maximale Förderung: Borussia 210.199 t/a mit 690 Beschäftigten (1909)

Maximale Förderung: Oespel 630.261 t/a mit 1495 Beschäftigten (1938) Kleinzechen

Nach Kriegsende übernahmen die Alliierten die Leitung des Ruhrbergbaus. Da Industrie undBevölkerung nur nachrangig mit Kohlen versorgt wurden, traten in den folgenden Jahrenerhebliche Versorgungsengpässe auf.Wurden anfangs Kleinzechen nur im begrenzten Umfang betrieben, nahm ihre Zahl in denfolgenden Jahren zu. Durch die Korea-Krise Mitte der 50erJahre verknappte sich das Angebot deutlich. So entstand kurzfristig für die Kleinzechen ein sicherer Absatzmarkt. Die mit Abstand größte Förderleistung der Dortmunder Kleinzechen hatten die Kleinzechen Dünnebecke und Justus.

Kleinzeche Dünnebecke

Das Grubenfeld befand sich in der Nähe der Straße Dünnebecke

Besitzer dieser Kleinzeche war zunächst die Firma Gockel & Niebur Baugesellschaft mbH &Co. aus Bochum. Ende des Jahres 1957 übernahm der Bergbaubetrieb Rudolf Damm aus Witten die Anlage.

Betriebsbeginn: 16.04.1951Förderung/Gesamt: max. 21.000 t (1953) Beschäftigte: 77 max. (1953) Betriebsende: 30.06.1959

Kleinzeche Justus

Das Grubenfeld befand sich in der Nähe der Straße Am Zitter. Besitzer dieser Kleinzeche war zunächst die Firma Gockel & Niebur Baugesellschaft mbH &Co. aus Bochum. Ende des Jahres 1957 übernahm der Bergbaubetrieb Rudolf Damm aus Hattingen die Anlage. Bei der neugegründeten Deutsch-Niederländische Brennstoff- und Schiffahrts GmbH & Co. KG, Essen, brachte Damm als Mitgesellschafter zum 1. April 1964 u.a. die Zeche Justus ein.

Betriebsbeginn: Sept. 1956

Förderung/Gesamt: max. 35.779 t (1964) Beschäftigte: 83 max. (1957) Betriebsende: 31.01.1967

Damit hatte in Dortmund die letzte Kleinzeche den Betrieb eingestellt.

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