Gemeinde in Zeiten von Corona

Gemeinde Koblenz in der Region Nördliches Rheinland-Pfalz mit der Pfarrkirche St. Jakobus in Koblenz-Asterstein, Goebensiedlung, Anton-Gabele-Str.25

Trauer um Elisabeth Pohl
+ 19. April 2021

Am 18. April verstarb im Alter von 96 Jahren Elisabeth Pohl, langjähriges Kirchenvorstandsmitglied und Rechnerin der Gemeinde Koblenz. Sie wurde am 10. September 1924 in Gottesberg/Schlesien in einem alt-katholischen Elternhaus geboren. Elisabeth Pohl bekennt in ihren Lebenserinnerungen, die sie 2004 schrieb: „Die Kirche hat mein ganzes Leben bestimmt. … die alt-katholische Kirche ist auch meine Heimat, nicht Schlesien, nicht das Lipperland oder Sauerland (Anmerkung: wo sie nach ihrer Flucht aus Schlesien wohnte), auch nicht das Rheinland, vielleicht ein bisschen Koblenz, wo ich seit über dreißig Jahren wohne. Wirklich zu Hause bin ich da, wo ich mich in der Kirche, in der Gemeinde betätigen kann. Und das sind fast achtzig Jahre.“ Ihr Leben für die Kirche begann in Gottesberg. Dort hat sie ihren Vater in seiner Arbeit als Küster tatkräftig unterstützt. Später im Lipperland und im Sauerland fuhr sie mit ihrem Mann oftmals fünfzig bis sechzig Kilometer mit dem Fahrrad, um an einem alt-katholischen Gottesdienst teilzunehmen. Sie schreibt: „… so war es für mich selbstverständlich, in der Koblenzer Gemeinde mitzuarbeiten. Ich tue es mit Freude bis heute.“ Sie und ihr Mann richteten in der „pfarrerlosen Zeit“ der Gemeinde zusammen mit dem Ehepaar Antonie und Heinrich Vögele den Gemeinderaum ein. Sie pflegten noch bis ins hohe Alter Gemeinderaum und Jakobuskapelle. Als 84-Jährige zeichnete Bischof Joachim Vobbe sie mit der Bischof-Reinkens-Medaille aus. Nach ihrem Ausscheiden aus der Arbeit als Rechnerin und als Kirchenvorstandsmitglied wurde sie Ehrenmitglied des Kirchenvorstands. Nicht nur in der Gemeinde zeigte sie ihr Engagement. Mit Hingabe pflegte sie zu Hause ihren kranken Mann Kurt, der 2002 verstarb. Parallel dazu besuchte sie Kurse, bei denen sie lernen wollte, wie man mit Demenzkranken umgehen solle. „Ich muss das auch tun, weil Kurt mich während meiner schweren Erkrankung ab November 1950 für die Zeit von 33 Monaten, in der ich in einem Gipsbett lag, gepflegt hat.“ In den letzten Jahren hatte Frau Pohl immer wieder kurze Krankenhausaufenthalte. Aber sie erwies sich als richtiges „Steh-auf-Männchen“. Allerdings erholte sie sich nicht mehr recht von ihrem letzten Sturz im August 2020. Sie wechselte von ihrer Wohnung in den Wohnbereich der Pflege. Wenn ich sie besuchte, fragte sie öfter, warum „der am Kreuz“ sie nicht endlich dahin hole, wo Kurt bereits seit 2002 sei. Nach Ostern dieses Jahres durfte sie in ein schöneres, größeres Zimmer umziehen, in dem noch einige Möbel aus ihrer Wohnung Platz finden konnten. Darüber hat sie sich riesig gefreut. Sie fühlte sich wohl, und es kam ihr vor, als sei sie jetzt zu Hause. Der Pfleger sagte mir, sie sei ihm in den wenigen Tagen immer gelöster vorgekommen. Offensichtlich konnte sie dann loslassen und ist am Sonntag, dem 18. April, gestorben. Sie hatte sich an Ostern noch darüber beklagt, dass sie Ostern nicht in der Gemeinde mitfeiern konnte. Wir dürfen glauben und hoffen, dass sie ihr Ostern nun in der Ewigkeit feiern kann. Die Beisetzung fand auf dem Friedhof in Koblenz-Horchheim im engsten Familienkreis statt. Die Gemeinde wird am Sonntag, 30. Mai um 11 Uhr, ihrer gedenken und mit ihr Ostern feiern, wie sie es sich gewünscht hat.
Hans-Werner Schlenzig, Pfr. i. R.
Ralf Staymann, Pfr.

Gott des Erbarmens,
du bist kein Gott der Toten, sondern ein Gott der Lebenden.Nicht für den Tod hast du uns geschaffen, nicht für das Nichts, sondern zu leben auf dich hin mit ganzem Herzen. Vor denken wir an Elisabeth Pohl, um die wir trauern, und an alle, die wir lieb hatten und die uns in diesem Leben etwas bedeuten.
Deine unendliche Güte verbindet uns. In dir sind wir eins mit ihnen. Nimm du ihr irdisches Suchen und Mühen hinein in deine Vollendung. Amen.


Den aktuellen Gemeindebrief „JAkobusbote“ finden Sie hier.

Sie können sich aber auch hier eintragen, um den Jakobusboten aktuell zu erhalten: JAKOBUSBOTE

Herzlich willkommen!

wir freuen uns, dass Sie die Homepage der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus in Koblenz geöffnet haben. In Koblenz feiern wir regelmäßig an den Sonn – und Feiertagen unsere Gottesdienste. Zusätzliche monatliche Gottesdienste gibt es in Ahrweiler und Trier. Bitte beachten Sie, dass sich wegen der Corona-Krise die Gottesdienstzeiten verändern können bzw. Auflagen zu beachten sind. Auf der Gottesdienstseite finden Sie dazu immer aktualisierte Informationen. Gemeindemitglieder können sich auf dieser Website aktuell informieren und Interessierte können sich ein erstes Bild von uns machen. Unser monatlicher Gemeindebrief „Jakobusbote“ kann ebenfalls herunter geladen werden.
Unsere Pfarrgemeinde gehört mit den Gemeinden Kassel, Wiesbaden, Frankfurt, Offenbach und Aschaffenburg zum Dekanat Mitte im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland. Wir sind ein von Rom unabhängiges katholisches Bistum, das als „Körperschaft öffentlichen Rechts“ anerkannt ist und in dieser Form seit 1873 existiert. Wir verstehen uns als die katholische Kirche, die dem Glauben der Alten Kirche treu geblieben ist. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage unseres Bistums. Unsere Pfarrgemeinde reicht bis an die Landesgrenzen von Hessen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Belgien und Luxemburg und umfasst so den nordwestlichen Teil des Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Trotz dieser großen geographischen Ausdehnung gestalten wir ein lebendiges Gemeindeleben mit verschiedenen Angeboten und Gruppen und haben gute und intensive Kontakte untereinander.

Wenn Sie es wünschen, besuche ich Sie gerne auch zu Hause oder sende Ihnen Informationsmaterial zu. Ich würde mich auch freuen Sie einmal bei einem unserer Gottesdienste und, wenn die Corona-Krise vorbei ist, auch wieder beim anschließenden Kirchencafé begrüßen zu können. Also: Herzlich willkommen!

Ich wünsche Ihnen, auch im Namen unseres Kirchenvorstandes und der anderen Seelsorgerinnen und Seelsorger, viel Freude beim Lesen unserer Internetseiten.

Ihr
Ralf Staymann, Pfarrer

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