Bottrops Krankenhausgeschichte

Im Oktober des Jahres 1868 zog ein festlicher Zug von der Grenze des Dorfes zum neu errichteten Krankenhaus an der jetzigen Osterfelder Straße. Das große Werk war vollendet. Pfarrer Englert hatte sein Ziel erreicht, in seiner Pfarrei für seine Kranken, seine Armen ein Heim und geschulte Pflegerinnen zu haben. Schon 1858 hatte er zu diesem Zwecke die Besitzung des damaligen Bürgermeisters Tourneau gekauft, musste wegen Geldmangels auf eine Einrichtung der Gebäulichkeiten verzichten. Schwester Limbania nahm mit ihren Mitschwestern dankbar das Haus in ihre Obhut. Unter Mithilfe des Bottroper Arztes Dr. Jansen wusste sie, das Krankenhaus bald so einzurichten und auszustatten, dass die 20 Betten ständig von den Aufnahmesuchenden belegt waren. Sehr bald wurden für die Bauarbeiten Magd und Knecht eingestellt, schon 2 Jahre nach der Einrichtung des Hauses sah man sich gezwungen, im Vordergebäude Platz für neue Betten zu schaffen.

Früh genug wird der Umbau fertig, um im Oktober gegen 30 Kriegsverwundete aufzunehmen, 1870 waren es 82 Kranke in 300 Pflegetagen, 1878 296 Kranke in 7557 Pflegetagen. 

1880 wurde zum Lindemann´schen Grundstück hin mit einem Neubau begonnen, der 45 Betten fassen und eine Hauskapelle aufnehmen sollte. 1882 ist der Neubau fertig. Das alte Hauptgebäude wird niedergerissen. 

1887 starb Pfarrer Englert. Vikar Müller aus Ibbenbüren wurde zum Nachfolger ernannt. Das Krankenhaus nimmt einen ungeahnten Aufschwung. 1891 müssen zur Aufnahme der zahlreichen Cholera-Kranken Baracken gebaut werden. Doch auch nach der Epidemie bleibt ein Neubau notwendig.

1893 wird zu dem Zwecke auf dem Kreuzkampgelände angekauft. Architekt Rincklake erhält den Auftrag, die Pläne für ein neues Krankenhaus anzufertigen. Die Pläne werden genehmigt und 1896 um Bauerlaubnis nachgesucht. Inzwischen war auch die Geldfrage gelöst und der Baupreis von 182.500 Mark sichergestellt worden. Am 6. März 1897 ist der Rohbau fertig. Anfang März 1898 wird die Abnahme genehmigt und das Krankenhaus zum Josephstag von Pfarrer Müller eingeweiht.

Das alte Krankenhaus wird Waisenhaus, das neue hält 60 Betten bereit. Mit zehn Schwestern übernahm Schwester Timothea die Arbeit im neuen Krankenhaus. Die Krankenzahlen stiegen von 1892 mit 502 Kranken auf 2.344 Kranke mit 73.410 Pflegetage im Jahre 1910. Schon 1904 wurde ein Teil des Dachgeschosses ausgebaut und 1908 ein Erweiterungsbau begonnen. 

Inzwischen war immer wieder um und neugebaut und die Zahl der Betten auf 120 erhöht worden. Die Zahl der Kranken stieg 1915 auf 4.165 mit 88.896 Pflegetagen. 1918 wurde ein Isolierhaus errichtet, um dadurch die Bettenzahl auf 168 erhöht. Die Zahl der Schwestern war auf 30 gestiegen, die Zahl der Kranken auf nahezu 3000.

Der Kriegszeit folgten die schweren Jahre der Nachkriegszeit. 1920 stirbt Pfarrer Müller. Vorsitzender des Kuratoriums wird als Nachfolger von Pfarrer Müller Pfarrer Bonner. Beständig wuchs die Zahl der Kranken.

Hauptaugenmerk wurde auf die Spezialisierung des Krankendienstes gerichtet. Je nach Anforderung wurden zur Unterstützung der leitenden Ärzte Assistenzärzte berufen und diese durch Anlagen moderner Laboratorien u.v.m. jede Möglichkeit zur Vollendung ihrer medizinischen Studien geboten. Leicht verständlich ist, dass sich bei dem überaus starken Anwachsen des Krankenhausbetriebes auch die verwaltungstechnischen Arbeiten ganz enorm steigerten. In früheren Jahren konnten die Schwestern die Arbeit noch selbst bewältigen, späterhin übernahm dann Lehrer Engberding und nach ihm Rendant Bergermann die Leitung des geschäftlichen Teiles.

Als die Einrichtung einer eigenen Seelsorgestelle notwendig wurde, übernahm auch der jeweilige Seelsorger die Verwaltung, dem ein Herr als Bürogehilfe beigegeben wurde. Unterstützung fanden sie bei den geistlichen der Cyriakus-Pfarre.

Die ganze Entwicklung führte immer mehr zur Notwendigkeit eines großzügigen Krankenhausneubaus. Bald ergab sich dann auch eine günstige Gelegenheit zum Geländekauf am Randebrock. Der Architekt Johannes Nellissen aus Münster wurde mit der Planung des Projektes beauftragt. Im September 1931 konnte mit dem Bau begonnen werden. Am 3. Weihnachtstag 1932 hielten bereits die ersten Kranken im neuen Hause ihren Einzug. Man durfte mit Freude feststellen, dass es der katholischen Kirchengemeinde von St. Cyriakus gelungen ist, trotz aller Not der Zeit dieses große Werk zu vollenden, Bottrop ein neues Krankenhaus zu schaffen, das eine Segensstätte für die Kranken und für die ganze Stadt sein wird.

Gedenkblatt der Bottroper Volkszeitung zum 18. Mai 1933 (Zusammenfassung)


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