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Vier Fragen an Michael Kehren

26.01.2026

Seit dem 1. Januar ist Michael Kehren neuer Pfarrer an der Namen-Jesu-Kirche in Bonn und deren Rektor. Anhand von drei Fragen stellen wir den neuen Geistlichen vor:

Ihr Weg in den hauptamtlichen Dienst unserer Kirche ist bunt. Was waren für Sie wichtige Stationen und wieso sind Sie heute hier?

Kehren: Nach dem Studium war ich als Ordensmann und später als Kaplan am Niederrhein tätig. Die Zeit, insbesondere die Seelsorge in Xanten-Marienbaum, hat mich enorm geprägt. Dem Orden verdanke ich eine fundierte Ausbildung und auch die Welt gesehen zu haben. Die Menschen in Xanten haben mir dann gezeigt, worauf es für die Kirche von heute ankommen sollte. Nach meinem Ausscheiden aus dem Dienst der römischen Kirche wegen des Zölibats konnte ich dann viele Erfahrungen im Öffentlichen Dienst und in der Freien Wohlfahrtspflege sammeln,  zuletzt als Regionalgeschäftsführer beim Paritätischen in Euskirchen und Düren. Das hat mir die Augen für die vielen sozialen und ökologischen Herausforderungen geöffnet. Keine der Stationen in meinem Lebenslauf möchte ich missen, denn sie waren nötig, um als der Mensch, der ich heute bin, offenen Herzens von der Hoffnung zu reden, die mich erfüllt. Als sich die Gelegenheit bot, in der Cityseelsorge in Bonn genau das zu leben, hat mich das sehr bewegt und mich zu den Wurzeln meines Glaubens und meiner Berufung zurückgebracht. 

Was ist denn der Kern Ihrer Berufung?

Mir war schon am Anfang meines Weges wichtig, ein guter Übersetzer zu sein. Der Glaube muss verständlich und erfahrbar sein. Ein guter Übersetzer, das habe ich gelernt, überträgt dabei nicht einfach Wort für Wort in eine andere Sprache, sondern vermittelt den Sinn der Worte in der Zielsprache. Mit der Sprache der Dogmen, aber auch der Bibel wissen viele Menschen einfach nichts mehr anzufangen. Die Botschaft von der Liebe Gottes ist aber brandaktuell – das möchte ich andere spüren und erfahren lassen.

Was ist Ihnen für den Dienst als Seelsorger wichtig?

Als Seelsorgerin oder Seelsorger ist man immer auch Projektionsfläche und oft das Gesicht von Kirche. Mir ist wichtig, dass Menschen, die in die Kirche kommen, einen einladenden Eindruck erhalten bzw. ein freundliches Gesicht sehen. Wer sich willkommen und geborgen fühlt, wenn er bei uns war, hat schon eine kleine Gotteserfahrung gemacht. Übrigens gilt das auch für unseren Besucherdienst in der Namen-Jesu-Kirche und für die vielen Gemeindemitglieder, die Gäste herzlich aufnehmen!

Sie sind auch auf Social Media sehr aktiv. Glauben Sie, Jesus würde heute in den Sozialen Medien auftreten?

Die Frage hat mir schon jemand aus unserem Besucherdienst an der Namen-Jesu-Kirche bei meiner Vorstellung gestellt. Mit der Antwort tue ich mich schwer. Zum einen ist Jesus ganz sicher da, wo Menschen sind, und er würde Soziale Medien sicher nicht verteufeln. Aber ich glaube, dass wir in den Erzählungen der Evangelien deutlich sehen, dass Jesus auf Begegnung und Beziehung wert legt. Und echte, offene Begegnung, geschweige denn Beziehung, findet in Social Media ehrlicherweise kaum (und zunehmend weniger) statt. Deshalb lautet die Antwort vermutlich: Nein, aber er hätte seine Jüngerinnen und Jünger ermutigt, auch dort zu teilen, was sie erfahren haben.

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