News & Events

Newsmeldung

Mit Jesus in die Wüste

22.02.2026

Liebe Schwestern und Brüder,  

die Fastenzeit hat begonnen – jene vierzig Tage, in denen wir uns auf Ostern vorbereiten. Manche verzichten auf Süßigkeiten, andere auf das Smartphone, und wieder andere … auf die Hoffnung, dass der Frühling schneller kommt.  

Aber eigentlich geht’s in der Fastenzeit nicht ums Weglassen – sondern ums Hinsehen. Darum, was uns nährt, was uns trägt, und worauf wir manchmal zu schnell verzichten: auf die Nähe Gottes.  

Die Bibel erzählt uns eine Geschichte, die von Anfang an mit dieser Spannung lebt. Im Buch Genesis (Gen 2,7–9; 3,1–7) formt Gott den Menschen aus Erde und haucht ihm den Lebensatem ein. Adam und Eva leben im Paradies – mit allem, was sie brauchen. Nur eins soll ihnen nicht gehören: die Macht, über Gut und Böse selbst zu entscheiden.  

Dann kommt die Versuchung: „Ihr werdet sein wie Gott!“  

Und der Mensch greift zu. Er will sich selbst genügen – und verliert dabei das, was ihn am meisten erfüllt hätte: das Vertrauen in Gott.  

Paulus greift das im Römerbrief auf (Röm 5,12.17–19): „Durch den Ungehorsam des einen Menschen kam die Sünde in die Welt – aber durch den Gehorsam des einen kam Heil und Leben für viele.“  

Mit anderen Worten: Jesus ist der neue Adam. Der, der in der Wüste besteht, wo der erste im Paradies gefallen war. Der, der nicht nimmt, sondern empfängt. Nicht Macht sucht, sondern Beziehung bewahrt. 

Jesus zieht sich am Anfang seines Wirkens in die Wüste zurück. Kein Publikum, kein Applaus, kein Terminkalender – nur Stille, Sonne und Steine. Und genau dort wird er versucht.  

„Mach aus Steinen Brot!“ – also: Sorg dafür, dass es dir sofort besser geht.  

„Spring vom Tempel!“ – Zeig, dass du etwas Besonderes bist.  

„Nimm die Macht über alles!“ – Dann läuft’s schon.  

Das sind uralte Versuchungen – und doch erstaunlich modern. Auch wir suchen oft nach schnellen Lösungen: Hauptsache, es funktioniert wieder, läuft rund, fühlt sich gefüllt an. Aber Jesus zeigt einen anderen Weg: Er vertraut auf Gott, auch mitten in der Leere.  

Vielleicht ist die Wüste gar kein Ort der Entbehrung, sondern eine Schule des Vertrauens. Wer nichts hat, spürt neu, was er braucht. Wer keine Ablenkung hat, hört, was wirklich gesagt wird.  

Fasten kann genau das bewirken: dass wir den Stimmen in uns wieder Raum geben – den ehrlichen, den leisen, den göttlichen.  

Und manchmal, wenn es in der Gemeinde ruhiger zugeht, merken wir es auch: Nicht jede Pause ist ein Verlust. Manche sind Einladung. Einladung, uns gegenseitig zu tragen, Aufgaben neu zu entdecken, und gemeinsam zu lernen, dass Gottes Geist auch zwischen Vakanz, Sonntagsdienst und Kirchenkaffee weht. 

Natürlich dürfen wir in der Fastenzeit ernsthaft werden – aber bitte nicht humorlos! Ein bisschen Lachen gehört zum Glauben dazu, sonst wäre die Wüste ja unerträglich.  

Denn wer lachen kann, vergisst nicht, dass Gott uns mit leichtem Herzen geschaffen hat – und dass hinter allem Wüstenstaub schon das Osterlicht aufscheint.  

Darum: Wenn wir in den kommenden Wochen ein wenig weniger essen, reden, hetzen oder planen, dann nicht aus Mangel, sondern aus Hoffnung.

Wir fasten, um Platz zu schaffen – für neues Vertrauen, für echte Begegnung, für die Freude, dass Gott mit uns durch alle Wüsten geht. 

Auch interessant:


Warum dauert das denn alles so lange?

Liebe Schwestern und Brüder,  

wenn man eine Gemeinde 15 Monate lang ohne Pfarrer oder Pfarrerin lässt, dann kann das ein bisschen wie […]

» Weiterlesen


Beginn der Fastenzeit

Am heutigen Aschermittwoch feierte unser Priester im Ehrenamt, Carl Gerhard Rohm, die Eucharistie mit unserer Gemeinde. Mit dem Aschenkreuz […]

» Weiterlesen


Beginn der Erstkommunionvorbereitung 2026 und Aufnahme ins Katechumenat

Im Blick auf das Evangelium Mt 5,13–16: „Ihr seid das Salz der Erde“ und „Ihr seid das Licht der Welt“ hat unsere Gemeinde an diesem […]

» Weiterlesen


Einladung zur Gemeindeversammlung

Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinde,

im Namen des Kirchenvorstands lade ich gemäß §§ 45 und 53 SGO die Mitglieder der Pfarrgemeinde […]

» Weiterlesen


Auf der Suche?

Wir sind eine Kirche für alle. Oder besser: für alle, die wollen.
Auch Sie? Finden Sie eine Gemeinde vor Ort.

» Zur Gemeindesuche