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Liebe Schwestern und Brüder,
wenn man eine Gemeinde 15 Monate lang ohne Pfarrer oder Pfarrerin lässt, dann kann das ein bisschen wie Wüste sein. Es gibt Wasser – aber es will manchmal mühsam hervorgeholt werden. Und die Stimmung kann – wie bei den Israeliten in der Wüste – auch einmal kippen: „Warum hast du uns hergeführt, Mose? Gab’s in Ägypten nicht genug Trinkbrunnen?“ Nur dass man heute sagt: „Warum dauert das denn alles so lange? Früher gab’s jeden Sonntag eine volle Kirche, jetzt müssen wir selbst die Gottesdienste organisieren!“
Ich glaube, Mose hätte Verständnis für uns. Er kennt das Gefühl, wenn Menschen fragen: Wo ist Gott jetzt? – und man selbst sich dieselbe Frage stellt.
Aber genau in dieser Wüste schlägt Mose mit seinem Stab auf den Felsen – und Wasser bricht hervor. Kein Zaubertrick, sondern Gottes Zusage: Ich bin da, auch wenn ihr mich gerade nicht spürt. Vielleicht geschieht das heute nicht mit einem Stab, sondern mit einem Telefonanruf, einem Lächeln nach dem Gottesdienst, mit jemandem, der die Blumen gießen kommt, obwohl keiner es befohlen hat.
Paulus nennt das „die Liebe Gottes, die ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist“. So ein schöner Satz! Gerade in der Vakanzzeit kann man diese Liebe buchstäblich ausschütten sehen: In Menschen, die Verantwortung übernehmen; im Kirchenkaffee, das nicht abgesagt wird; in Mutmach-Briefen oder Gebeten, die man füreinander spricht. Die Quelle versiegt nicht – sie hat nur ein paar neue Leitungen bekommen.
Und dann ist da die Frau am Jakobsbrunnen. Sie kommt mit leerem Krug – und geht mit vollem Herzen. Jesus spricht sie an, ganz unspektakulär. Kein magisches Ritual, nur ein Gespräch, das auf einmal mitten ins Leben trifft: „Gib mir zu trinken.“
Das ist die große Umkehrung: Gott bittet uns um Wasser. Als wollte er sagen: „Euer Glaube, eure Geduld, euer Mut – das ist auch mein Trost.“
Vielleicht ist das die Entdeckung unserer Wüstenzeit: Gott kommt durstig zu uns. Und er findet immer jemanden, der ihm aus seinem Vertrauen schöpft – auch wenn der Krug manchmal etwas rissig ist.
Und wenn die Frau später in die Stadt läuft und ruft: „Er hat mir alles gesagt…“, dann ist das kein Privatgeheimnis, sondern ein kleines Gemeindeprogramm: Sie geht nicht als Theologin, sondern als Zeugin. Nicht perfekt, aber begeistert. Sie war die Erste, die gemerkt hat: Wenn Jesus von „lebendigem Wasser“ spricht, meint er genau das, was Gemeinden in der Vakanz erleben – dass Leben nicht aufhört zu fließen, selbst ohne festen Pfarrer.
Ich bin mir sicher, dass der neue Pfarrer oder die neue Pfarrerin bald kommen wird. Aber bis dahin gilt: Die Quelle ist schon da. Sie sprudelt leise, oft mitten unter uns. Und wenn man gut hinhört – zwischen Kirchenkaffee, Tränen, Liedern und Lachen – dann klingt sie wie eine Einladung:
„Kommt alle, die durstig sind! Ich will euch lebendiges Wasser geben – und vielleicht auch ein bisschen Humor, wenn der Krug mal überläuft.“
Möge dieses Wasser weiterfließen in uns, durch uns, für andere.
Amen.
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