Sonntagslesungen - Geistlicher Impuls

Siehe Jahrbuch 2026, Seite 14f.

 

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Mit dem 1. Adventssonntag 2025 beginnt das Lesejahr A. An den Wochentagen werden die Lesungen für das Jahr II genommen.

24. Sonntag der Lesereihe

13. September 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Sir 27, 30 – 28,7

https://www.bibleserver.com/EU/Sirach28%2C1-7

Zweite Lesung: Röm 14, 7-9

https://www.bibleserver.com/EU/Römer14%2C7-9

Evangelium: Mt 18, 21-36

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus18%2C21-35

 

Impuls

Über sieben Brücken musst du gehen, sang „Karat“ vor fast einem halben Jahrhundert. Soll man auch seinen Mitmenschen sieben Mal eine Brücke zur Versöhnung bauen, wenn sie uns geschadet, verletzt haben. Das ist die Frage, die Petrus seinem Rabbi Jesus stellt. Und was nun als Antwort kommt, sieht aus wie eine Rechenaufgabe: sieben Mal siebzig Mal sollen wir vergeben. Was Jesus hier meint, ist keine Erbsenzählerei. Ihm geht es um eine Grundhaltung, eine Kultur des Vergebens. Das passt gut auch in den jüdischen Kalender, denn am kommenden Sonntag endet das Jüdische Neujahrsfest. Neun Tage später folgt der Versöhnungstag, Jom Kippur. Die Zeit dazwischen sind die Tage der Reue und der Umkehr. Es ist der Sinn dieser Zeit, sich mit den Menschen zu versöhnen, mit denen man im Jahr zuvor im Streit lag. Das Evangelium vom Sonntag lädt uns zu einer Grundhaltung der Versöhnung ein.

(Jens-Eberhard Jahn)

 

 

23. Sonntag der Lesereihe

6. September 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Ez 33, 7-9

https://www.bibleserver.com/EU/Ezechiel33%2C7-9

Zweite Lesung: Röm 13, 8-10

https://www.bibleserver.com/EU/Römer13%2C8-10

Evangelium: Mt 18, 15-20

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus18%2C15-20

 

Impuls

Zur Gottesfrage

 

Ob er Gott kenne,

fragte er ihn.

Er zeigte ihm als einzige Antwort

seine Adressenkartei

und sagte: „Die kenn ich ein wenig!“

 

Ob er Gott liebe,

wollte er wissen.

Er ging mit ihm ins Gefängnis

und besuchte zwei,

die niemand besuchte.

 

Ob es Gott gäbe,

bohrte er weiter.

Da fragte er ihn: „Gibt es denn dich?

Dich als Menschen

mit offenen Augen und Ohren,

mit starker Empfindung?“

 

Die Frage ist nicht,

ob es ihn gibt oder nicht.

Die Frage ist,

ob es uns gibt,

offen oder verschlossen.

 

(aus: Martin Gutl, Der tanzende Hiob. Verlag Styria, 3. Auflage 1979, S. 46)

 

22. Sonntag der Lesereihe

 

30. August 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Jer 20, 7-9

https://www.bibleserver.com/EU/Jeremia20%2C7-9

Zweite Lesung: Röm 12, 1-2

https://www.bibleserver.com/EU/Römer12%2C1-2

Evangelium: Mt 16, 21-27

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus16%2C21-27

 

Impuls

Eine Legende erzählt:                                                                            

Ein Mann war mit seinem Kreuz unzufrieden und beschwerte sich bei seinem Schutzengel. Der nahm ihn mit in den Himmel und führte ihn in einen großen Raum, der angefüllt war mit lauter Kreuzen. Er dürfe sich ein passendes Kreuz aussuchen. Der Mann nahm dieses und jenes zur Hand. Das eine war zu kantig, das andere zu schwer, das nächste zu groß. Da griff er nach einem Kreuz in der Ecke. Das schien ihm das Beste zu sein. Er drehte es um – und da stand sein eigener Name drauf. Es war sein eigenes Kreuz gewesen.

 

21. Sonntag der Lesereihe

23. August 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Jes 22, 19-23

https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja22%2C19-23

Zweite Lesung: Röm 11, 33-36

https://www.bibleserver.com/EU/Römer11%2C33-36

Evangelium: Mt 16, 13-20

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus16%2C13-20

 

Impuls

Meditation / Gebet:


Lebendiger Gott
öffne unseren Geist und unser Herz
für die Stimmen des Lebens, das uns umgibt
damit wir hören, was du uns sagst
und weitergeben, was wir daraus gelernt haben.

Begleite mit deinem Wort unser Tun
gib uns die Gnade, die richtigen Fragen zu stellen
und ein offenes Herz
die richtigen Antworten zu erkennen.

Lass uns aufhören
in Angst und Furcht vor dem Ungewissen zu leben
und statt dessen darauf vertrauen
dass du uns ungeahnte Möglichkeiten eröffnest
wenn wir nach deinem Willen fragen.

Erfülle uns mit Begeisterung
über deinen Auftrag in der Welt
lass uns Hoffnung bringen und Zuversicht
und die Freude ausstrahlen
die von dir kommt.


(Helene Renner)

 

20. Sonntag der Lesereihe

16. August 2026

 

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Jes 56, 1.6-7

https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja56%2C1.6-7

Zweite Lesung: Röm 11, 13-15.29-32

https://www.bibleserver.com/EU/Röme11%2C13-15.29-32

Evangelium: Mt 15, 21-28

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus15%2C21-28

 

Impuls

„Der Bund und die Fremden‘“

Jesus trifft in einer fremden Stadt auf eine fremde Frau. Erst weist er sie zurück – geradezu rassistisch! Dann aber lernt er von dieser Frau, dass Gott sich allen Menschen zuwendet, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zu einem bestimmten Bekenntnis oder zu einem bestimmten Volk. Es gibt in der Bibel eine prophetische Vision dafür, die so genannte „Völkerwallfahrt zum Zion“, zum heiligen Berg Gottes. Und es gibt schon heute einen Ort, der einen Vorgeschmack darauf bieten kann, die Taizé-Gemeinschaft in Frankreich. Dort treffen sich Jahr für Jahr Menschen aus aller Welt, aus verschiedensten Kirchen und Konfessionen, um Gott zu begegnen, um einander zu begegnen, um sich selbst zu begegnen, um als Fremde voneinander zu lernen und sich in Gott zu verbünden.

(Jens-Eberhard Jahn)

Die alt-katholische Kirche gedenkt an diesem Sonntag des 2005 getöteten Gründers dieser Gemeinschaft, des Protestanten Roger Schutz.

 

19. Sonntag der Lesereihe

9. August 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: 1 Kön 19, 9a.11-13a

https://www.bibleserver.com/EU/1Könige19%2C9.11-13

Zweite Lesung: Röm 9, 1-5

https://www.bibleserver.com/EU/Römer9%2C1-5

Evangelium: Mt 14, 22-33

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus14%2C22-33

 

18. Sonntag der Lesereihe

2. August 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Jes 55, 1-3

https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja55%2C1-3

Zweite Lesung: Röm 8, 35.37-39

https://www.bibleserver.com/EU/Römer8%2C35.37-39

Evangelium: Mt 14, 13-21

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus14%2C13-21

 

Impuls

Gebt ihr ihnen zu essen!

Dieser Auftrag gilt uns
wir sind gerufen
wir sind berufen
wir dürfen in Gottes Namen handeln.

Wir sind angesprochen
herausgefordert
ernst genommen
begnadet und begleitet.

In Gottes Namen dürfen wir das unsere bringen,
und austeilen und vertrauen, dass es genug ist
für alle

(Helene Renner)

 

17. Sonntag der Lesereihe

26. Juli 2026

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: 1 Kön 3, 5.7-12

https://www.bibleserver.com/EU/1Könige%2C3,5.7-12

Zweite Lesung: Röm 8, 28-30

https://www.bibleserver.com/EU/Römer8%2C28-30

Evangelium: Mt 13, 44-52

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus13%2C44-52

 

Meditation

Gottes Reich ist schon da
wir sind nur manchmal blind dafür
weil uns Anderes wichtiger ist

wir vertrösten uns auf später
und lassen uns vertrösten
doch Gott gibt uns nicht auf
er weckt die Sehnsucht in uns

nach Licht, wo bei uns Dunkel herrscht
nach Hoffnung in unseren Ausweglosigkeiten
nach Wärme in der Kälte unseres Alltags
nach Frieden, wo Streit und Hass ist
nach Freude in unserer Traurigkeit
nach Liebe, die nie vergeht.
Guter Gott
zeig uns, dass du da bist immer dann, wenn wir glauben,
dass es mehr gibt als unsere kleine Welt;
wenn wir der Sehnsucht Raum geben und wenn wir drangehen,
den Schatz deines Reiches zu entdecken.
So segne uns, du der Vater, Sohn und Hl. Geist. Amen.

 

16. Sonntag der Lesereihe

19. Juli 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Weish 12, 13.16-19

https://www.bibleserver.com/EU/Weisheit12%2C13.16.19

Zweite Lesung: Röm 8, 26-27

https://www.bibleserver.com/EU/Römer8%2C26-27

Evangelium: Mt 13, 24-43

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus13%2C24-43

 

Impuls

Über Umkehr, Gerechtigkeit und Vergebung
Jede und jeder von uns hat mal ein schlechtes Gewissen. Zumindest manchmal versuchen wir nicht nur, es irgendwie zu beruhigen, sondern suchen nach neuen und anderen Wegen – oder einfach nach Umkehr und Versöhnung. Versöhnung mit uns selbst, mit anderen Menschen, mit Gott. Vielleicht finden wir unsere Mitte im Vertrauen auf Gott. Er bietet uns Umkehr an und wirbt für Gerechtigkeit.
Es gibt aber auch Verstrickungen, aus denen wir uns nur sehr schwer befreien können. Wir suchen nach Gerechtigkeit, da die Welt um uns herum einfach nicht so ist, wie sie sein sollte. Jesus, die Propheten der Bibel und viele andere Menschen in Vergangenheit und Gegenwart haben daraufhin gewiesen, wie eine bessere Welt aussehen könnte. Und sie erzählten uns vom Reich Gottes. An einen von ihnen wollen wir an diesem Sonntag besonders erinnern: An den Mystiker und Sozialrevolutionär Hans Böhm, bekannt als Pfeifer von Niklashausen, der heute vor 550 Jahren in Würzburg hingerichtet wurde.

(Jens-Eberhard Jahn)

 
 

15. Sonntag der Lesereihe

12. Juli 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Jes 55, 10-11

https://www.bibleserver.com/EU/Jes55%2C10-11

Zweite Lesung: Röm 8, 18-23

https://www.bibleserver.com/EU/Römer8%2C18-23

Evangelium: Mt 13, 1-23

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus13%2C1-23

 

 

14. Sonntag der Lesereihe

5. Juli 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Sach 9, 9-10

https://www.bibleserver.com/EU/Sacharja9%2C9-10

Zweite Lesung: Röm 8, 9.11-13

https://www.bibleserver.com/EU/Römer8%2C9.11-13

Evangelium: Mt 11, 25-30

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäu11%2C25-30

 

13. Sonntag der Lesereihe

07. Juni 2026

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Hos 6, 3-6

https://www.bibleserver.com/EU/Hosea6%2C3-6

Zweite Lesung: Röm 4, 18-25

https://www.bibleserver.com/EU/Römer4%2C18-25

Evangelium: Mt 9, 9-13

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus9%2C9-13

 

Impuls

Paulus erinnert uns daran, dass in jedem Menschen zwei Kräfte wirken: das „Fleisch“, das uns an die Sünde bindet – und der „Geist“, der uns in die Freiheit der Auferstehung führt. Diese beiden Stimmen kennen wir gut: die Stimme der Angst, des Durchsetzens, des Haben-Wollens – und die Stimme Gottes, die Vertrauen, Liebe und Hoffnung weckt.
Paulus lädt uns ein, bewusst aus dem Geist zu leben: aus der Kraft, die Leben schafft und nicht zerstört. Aus der Kraft, die uns mit Gott und miteinander verbindet. Ein Leben im Geist beginnt schon hier – und reicht hinein in das Leben, das nicht vergeht.

(Martin Möllmann)

 
 

12. Sonntag der Lesereihe

21. Juni 2026

 

 

Die Sonntagslesungen

Erste Lesung: Jer 20, 10-13

https://www.bibleserver.com/EU/Jeremia20%2C10-13

Zweite Lesung: Röm 5, 12-15

https://www.bibleserver.com/EU/Römer5%2C12-15

Evangelium: Mt 10, 26-33

https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus10%2C26-33

 

Impuls

Neulich habe ich einen Witz gehört. Er handelt von einem Mönch, der sich
immer wieder heimlich in den Weinkeller des Klosters schlich. Zweimal wurde
er vom Prinzipal ertappt und streng ermahnt. Beim dritten Mal, als er
heimlich Wein abzapft, spürt er plötzlich zwei Hände auf seinen Schultern.
Er erstarrt, dreht sich langsam um – und sieht eine dunkle Gestalt mit
Klauen und Hörnern. Der Mönch atmet erleichtert auf: „Gott sei Dank – es ist
nicht der Prinzipal.“

Daran musste ich denken, als ich im heutigen Evangelium Jesus sagen höre:
„Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“ Es ist nur allzu menschlich, sich
vor Menschen zu fürchten – vor Bedrohungen, Verleumdungen, vor Hass und
Ausgrenzung. Der Mönch ist mir ehrlich gesagt sehr sympathisch: Satan oder
ein zukünftiges himmlisches Strafgericht spielen in meinem Alltag selten
eine Rolle. Aber die Menschenfurcht? Sie kann uns lähmen.

Sicherlich, Furcht gehört zum Leben. Sie kann warnen und schützen. Doch wenn
sie zum alles bestimmenden Faktor wird, nimmt sie uns die Freiheit. Was
bleibt von unserem Leben, wenn Angst unsere wichtigste Antriebskraft ist?

Jesus zeigt uns einen anderen Weg. Er lädt uns ein, die Liebe Gottes in uns
zu entdecken; sie kann uns helfen, dieser einengenden Menschenfurcht
entgegenzutreten. Dann wird es weniger wichtig, was andere über uns denken
oder reden. Dann können Vertrauen und Mut wachsen – im Wissen, dass Gott uns
so gut kennt und liebt, dass sogar die Haare auf unserem Kopf alle gezählt
sind.

(Martin Möllmann)

 
 

 

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