Siehe Jahrbuch 2026, Seite 12 Bitte auf den Link bei den Lesungen klicken, dann öffnet sich der Text der Einheitsübersetzung Mit dem 1. Adventssonntag 2025 beginnt das Lesejahr A. An den Wochentagen werden die Lesungen für das Jahr II genommen. 3. Sonntag der Osterzeit – Sonntag vom Guten Hirten Die SonntagslesungenErste Lesung: Jer 31, 1-13.14bhttps://www.bibleserver.com/EU/Jeremia31%2C1-14Zweite Lesung: 1 Petr 2, 20-25https://www.bibleserver.com/EU/1Petrus2%2C20-25Evangelium: Joh 10, 1-10https://www.bibleserver.com/EU/Johannes10%2C1-10 ImpulsGott als „der gute Hirte“Am Sonntag zwei Wochen nach Ostern geht es in den Bibellesungen um Gott als „guten Hirten“. Aber kann Gott wirklich „guter Hirte“ genannt werden, wenn er Kriege, Elend und Ausbeutung zulässt? Und uns persönlich geht es ja, auch wenn wir auf Gott vertrauen, durchaus nicht immer bestens.Zugespitzt: War Gott in Auschwitz „der gute Hirte“? Und weiter: Wenn Gott Hirte ist, sind wir dann Schafe? Ich fühle mich eher als mündiges Ebenbild Gottes, denn als wolliges, williges Herdentier.Das Bild von Gott als „gutem Hirten“ kann solche Fragen aufwerfen und irritieren. Es kann aber auch trösten. Es ist eines von vielen Bildern, die sich Menschen von Gott gemacht haben und machen. Es kann das Grundvertrauen und die Hoffnung in Gott stärken trotz Elend, Ausbeutung und Kriegen.Und vielleicht gerade als Protest gegen all das. Vielleicht würde es so viel Elend, Kriege und Ausbeutung gar nicht geben, wenn wir uns voll Vertrauen unter den Schutz Gottes als „guten Hirten“ und seine Weisungen stellen würden. Vielleicht würden wir erst dann mündige Ebenbilder Gottes, wenn wir die Weisungen des „guten Hirten“ kreativ mit Leben erfüllen. Wenn’s denn mal knirscht und drückt, dann können wir uns ja an ihn wenden: an Gott als guten Hirten. Und wenn wir mit dem Gottesbild als „gutem Hirten“ fremdeln – lasst uns andere Beziehungen zu Gott suchen, die trostreich und ermutigend sind.(Jens-Eberhard Jahn) 2. Sonntag der Osterzeit – Weißer Sonntag Die SonntagslesungenErste Lesung: Apostelgeschichte 2, 42-47https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte2%2C42-47Zweite Lesung: 1 Petr 1, 3-9https://www.bibleserver.com/EU/1Petrus1%2C3-9Evangelium: Joh. 20, 19-31https://www.bibleserver.com/EU/Johannes20%2C19-31 ImpulsApostelgeschichte 2,42–47 – neu gelesenDer Tempel steht wie immer.Stein, Stufen, Rauch, Gebet.Weit öffnet sich der Vorhof.Hier sammeln sich die, die von weit her kommen.Fremde Sprachen.Händler.Geldwechsler, die Münzen in die Tempelwährung bringen.Tauben in Käfigen.Opfertiere.Rufe.Geschäfte.Es ist kein stiller Ort.Es ist Leben.Weiter innen wird es ruhiger.Der Vorhof der Frauen.Hier bleiben viele stehen.Beten.Beobachten.Noch weiter – die Männer.Näher am Geschehen.Näher am Altar.Und dahinter, verborgen:die Priester.Der Dienst.Die Opfer.Der Rauch, der aufsteigt.Ein Levitenchor beginnt zu singen.Psalmen,die älter sind als diese Mauern.„Dank sei Ihm, denn er ist gut…“Die Worte tragen.Wie immer.Manche stehen allein.Andere mit ihrer Familie.Wieder andere in kleinen Gruppen.Hier wird nicht nur gebetet.Hier wird gesprochen.Gelernt.Diskutiert.Fragen zur Tora.Auslegungen.Streitgespräche.Der Tempel ist nicht nur ein heiliger Ort.Er ist ein Raum, in dem Leben gedeutet wird.Und mitten darin:eine kleine Gruppe.Nicht abgeschlossen.Nicht abgegrenzt.Und doch:sie bleiben zusammen.Männer stehen näher beieinanderin den inneren Bereichen.Frauen halten sich dort auf,wo sie bleiben dürfen.Und doch:man kennt sich.man gehört zusammen.Nicht nur hier.Einige schauen hin.Gruppen gibt es viele.Familien.Schüler um einen Lehrer.Pilger.Das ist nichts Besonderes.Und doch:Diese hier lösen sich nicht einfach auf.Sie bleiben.Sie gehen gemeinsam weiter.Ein älterer Mann sieht ihnen nach.„Die da…sie halten zusammen.“Ein anderer sagt:„Tun andere auch.“Pause.„Ja…aber nicht so.“Später, in den Gassen.Ein Händler sagt:„Das sind doch die aus Galiläa.Die mit diesem Lehrer.“Ein anderer:„Die beten doch wie wir.“„Ja.Aber sie bleiben.“Ein Haus.Ein Innenraum.Ein Tisch.Brot.Ein Krug.Keine Stufen.Keine Vorhöfe.Keine Trennung.Hier sind sie zusammen.Ohne Grenze.Die, die kommen, bringen mit, was sie haben.Nicht viel.Es sind nicht viele Reiche unter ihnen.Die meisten haben gerade genug.Einige weniger.Wenige ein wenig mehr.Und doch:Sie sitzen zusammen.Ohne Abstand.Ohne Rang.Einer, der sonst nichts zu sagen hat,spricht.Eine Frau, die sonst übersehen wird,wird gehört.Das fällt auf.Nicht laut.Aber spürbar.Was sie teilen,ist nicht Überfluss.Es ist das,was gerade da ist.Und genau darinliegt etwas Neues.Das Brot wird gebrochen.Ein Segen wird gesprochen.Wie immer.Und doch:Hier wird nichts nach Rang verteilt.Niemand bleibt außen.Manchmal ist einer von ihnen da,der mit ihm gegangen ist.Einer, der erinnert.Dann wird es still.Aber sie warten nicht darauf.Auch andere sprechen.Frauen.Männer.Die, die dabei waren.Die, die gehört haben.Die, die tragen, was geblieben ist.Einer beginnt mit Worten,die alle kennen.Ein Satz aus der Tora.Ein Bild aus den Propheten.Ein Psalm, der noch nachklingt vom Tempel.Die anderen nicken.Dann bleibt er nicht dort stehen.Er erzählt weiter.Von Begegnungen.Von Worten.Von dem, wie einer gelebt hat.Eine Frau sagt leise:„So hat er das gemeint…“Ein anderer ergänzt:„Und so hat er es getan.“Es ist keine fertige Lehre.Eher ein Suchen.Ein Zusammenlegen von dem,was geschrieben steht,und dem,was sie gesehen haben.Manchmal fällt ein Wort hinein:„Māranā thā…“„Komm, unser Herr.“Oder:„Jesus ist der Christus.“Diese Worte stehen nicht gegen das,was sie kennen.Aber hier, in diesem Raum,werden sie lebendig.Und mitten unter ihnenliegt ein Staunen.Eine tiefe Ehrfurcht.Es geschieht etwas,das sie nicht machen können.Der Tempel bleibt,was er ist:Ort des Gebets.Ort der Schrift.Ort der Begegnung.Aber hier, im Haus,wird das,was dort gesucht wird,gehalten.geteilt.gelebt.Ein Mann bleibt an der Tür stehen.Er beobachtet.Er kennt solche Mahlzeiten.Familie.Freunde.Klare Grenzen.Hier sind die Grenzen…nicht klar.Am nächsten Tag gehen sie wieder zum Tempel.Sie beten.Wie alle anderen.Und doch wissen sie:Das, was dort geschieht,endet nicht dort.Zurück im Haus.Jemand fehlt.Es wird bemerkt.Ein anderer sagt leise:„Ich habe noch etwas…“Kein großes Opfer.Aber auch kein Überfluss.Es reicht gerade so.Das ist kein System.Kein Idealbild.Kein geregelter Ausgleich.Eher ein ständiges Reagieren.Manchmal ist genug da.Manchmal wird es eng.Und doch:Niemand fällt einfach durch.Draußen gibt es andere Formen von Geben.Reiche Männer,die gesehen werden wollen.Spenden,die Abhängigkeiten schaffen.Hier nicht.Oder zumindest:nicht so.Hier weiß jeder:Was gegeben wird,fehlt auch.Und trotzdem geschieht es.Ein Schriftgelehrter sieht sie im Tempel.Er erkennt die Formen.Gebet.Rhythmus.Tradition.Nichts daran ist falsch.Und doch:Etwas hat sich verschoben.Ein Grieche beobachtet sie in der Stadt.Keine Schule.Kein Lehrer im Zentrum.Keine feste Ordnung.Und doch bleiben sie.Er fragt:„Was ist das für eine Gruppe?“Antwort:„Ich weiß es nicht.Aber sie halten zusammen.“Abends kommen sie wieder.Tempel und Haus.Gebet und Brot.Vertrautes und Neues.Nichts daran ist völlig neu.Und doch passt es nicht mehr ganzin das, was war.Ein alter Mann sagt:„Sie leben wie wir.“Ein anderer antwortet:„Nicht ganz.“Und ein Dritter, leise:„Vielleicht…leben sie es nur anders.“ Die Lesungen in der Karwoche GründonnerstagMesse vom letzten AbendmahlErste Lesung: Ex. 12, 1-8. 11-14https://www.bibleserver.com/EU/Exodus12%2C1-14Zweite Lesung: 1 Kor. 11, 23-26https://www.bibleserver.com/EU/1Korinther11%2C23-26Evangelium: Joh. 13, 1-15https://www.bibleserver.com/EU/Johannes13%2C1-15 KarfreitagErste Lesung: Jes 52, 13 – 53, 12https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja52%2C13-15 undhttps://www.bibleserver.com/EU/Jesaja53%2C1-12Zweite Lesung: Hebr. 4, 14-16; 5, 7-9https://www.bibleserver.com/EU/Hebräer4%2C14-16 undhttps://www.bibleserver.com/EU/Hebräer5%2C7-9Evangelium: Joh 18, 1- 19, 42https://www.bibleserver.com/EU/Johannes18%2C1-40 undhttps://www.bibleserver.com/EU/Johannes19%2C1-42 Die Lesungen der OsternachtSiehe Jahrbuch 2026, Seite 12 OstersonntagErste Lesung: Apg. 10, 34a.37-43https://www.bibleserver.com/EU/Apostelgeschichte10%2C34.37-43Zweite Lesung: Kol 3, 1-4 oder 1 Kor 5, 6b-8https://www.bibleserver.com/EU/Kolosser3%2C1-4 oderhttps://www.bibleserver.com/EU/1Korinther5%2C6-8Evangelium: Joh 20, 1-18https://www.bibleserver.com/EU/Johannes20%2C1-18 Palmsonntag29. März 2026 Die LesungenZur Segnung der Zweige: Mt 21, 1-11https://www.bibleserver.com/EU/Matthäus21%2C1-11Erste Lesung: Jes 50, 4-7https://www.bibleserver.com/EU/Jesaja50%2C4-7Zweite Lesung: Phil 2, 6-11https://www.bibleserver.com/EU/Philipper2%2C6-11Evangelium: Mt 26,14 – 27,66 – Lesung der Passionsgeschichtehttps://www.bibleserver.com/EU/Matthäus26%2C14-75 undhttps://www.bibleserver.com/EU/Matthäus27%2C1-66 5. Sonntag der österlichen Bußzeit22. März 2026Foto: KDG Die SonntagslesungenErste Lesung: Ez 37, 12b-14https://www.bibleserver.com/EU/Ezechiel37%2C12-14Zweite Lesung: Röm 8, 8-11https://www.bibleserver.com/EU/Römer8%2C8-11Evangelium: Joh 11,1-45https://www.bibleserver.com/EU/Johannes11%2C1-45 Impuls„Auferweckung des Lazarus“Der Glaube an die Auferstehung des Rabbiners Jesus von Nazareth ist eine der wichtigsten Grundlagen der Kirche. Und nun hören wir zwei Wochen vor Ostern, dem Fest der Auferstehung, im Johannesevangelium eine ganz ähnliche Geschichte: Jesus selbst erweckt einen Menschen, der sogar schon stinkt, wie es im Text heißt, vom Tod. Das ist etwas Neues: In anderen Geschichten in der Bibel verwandelt Jesus Wasser in Wein oder heilt Kranke. Die Erzähler dieser Geschichten wollten deutlich machen, dass Jesus göttliche Kraft besitzt. Göttliche Kraft kann auch dem Tod die Macht nehmen! Mit „Lazarus“ sind wir vielleicht alle gemeint: Wir werden von Jesus gerufen, uns zum Leben auferwecken zu lassen, schon heute.(Jens-Eberhard Jahn)