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Am 21. Februar 2026 verstarb in Münster der Priester im Ehrenamt Hubert Huppertz, OStR. a.D. und Priester i.R.. Den Folgenden Nachruf hat Frau Professorin Angela Berlis (Bern) verfasst, die viele Jahre mit Huppertz zusammengearbeitet hat:
Hubert Huppertz wurde am 15. Juni 1933 in Eschweiler geboren, besuchte die Volksschule in Gürzenich bei Düren, danach die Hauptschule in Düren. Kriegsbedingt wurde seine Schulzeit von 1944 bis 1946 unterbrochen. Nach dem Abitur entschloss er sich 1954 zum Eintritt in die Gesellschaft Jesu, wo er Lizentiate in Philosophie (Pullach/München, 1960) und in Theologie (St. Georgen, 1965) erwarb und anschließend für ein Promotionsstudium in alttestamentlicher Exegese in Rom vorgesehen war. Nach den niederen Weihen und der Diakonatsweihe empfing er am 28. August 1964 die Priesterweihe durch Bischof Wilhelm Kempf in Frankfurt und arbeitete in der Krankenpflege und -seelsorge in Belgien, Südengland und Deutschland.
1966 trat er aus dem Orden aus und heiratete Gertrud Arens (1934-2005), mit der er eine Familie gründete und eine Tochter und drei Söhne großzog. Der gemeinsame Neuanfang brachte das Paar ins Münsterland, wo Hubert Huppertz eine Laufbahn als Lehrer in Münster begann, zunächst an der Kreisberufsschule, anschließend am Gesamtseminar und schließlich am Gymnasium Laurentianum in Warendorf. Er unterrichtete viele Generationen von Schülerinnen und Schülern, u.a. in Religionslehre, Englisch, Philosophie und Musik. Außerdem war er kirchlich aktiv in seiner Gemeinde in Alverskirchen bei Münster, aber auch als Mitglied des Freckenhorster Kreises und Gründungsmitglied des Vereins verheirateter katholischer Priester und ihrer Frauen. Ende Juli 1989 ließ er sich – inzwischen Oberstudienrat – aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand versetzen.
In den ihm verbleibenden bald 37 Lebensjahren schlug Hubert Huppertz erneut neue Wege ein: Im Juni 1992 nahm er Kontakt mit der Altkatholischen Kirche Deutschlands auf. Im Oktober 1992 ließ Bischof Dr. Sigisbert Kraft ihn zu geistlichen Amtshandlungen zu und im November 1992 wurde er als Priester im Nebenamt in der alt-katholischen Johannesgemeinde zu Münster eingeführt.
Um sich einzuleben, begann Hubert Huppertz, sich in alt-katholische theologische Literatur einzulesen. Schon bald stieß er dabei auf den Kirchenhistoriker Ignaz von Döllinger, seine große Bedeutung für die Theologiegeschichte des 19. Jahrhunderts und für die alt-katholische Bewegung. Die Idee einer Döllingerbiographie nahm Gestalt an. Die Ausführung der dazu notwendigen Archivarbeiten wurden von der Johannesgemeinde Münster von Anfang an ideell und finanziell unterstützt.
Doch zunächst wurde Hubert Huppertz in Bonn eingebunden: Von 1993 bis Ende 1995 übernahm er die Leitung des Döllingerhauses in Bonn und die Seelsorge für die dortigen alt-katholischen Studierenden. Von 1996 bis 1998 wurde ihm die Aufgabe des Bistumsarchivars übertragen. Ab 1999 widmete er sich vollständig der Aufarbeitung des umfangreichen Döllingernachlasses in Bayerischen Staatsbibliothek in München. 1994 kam auch Transkription und Aufarbeitung des Familiennachlasses von Döllinger. Am Ende hat er nicht nur ca. 4000 Briefe und weitere Schriftstücke aus dem Döllingernachlass transkribiert (und in 16 Bänden als Manuskript herausgegeben), sondern etliche weitere Briefe aus anderen Quellenbeständen. Besonders zu nennen sind hier seine Transkriptionen von Korrespondenzen des ersten christkatholischen Bischofs Eduard Herzog (Bern).
In den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren hielt Hubert Huppertz regelmäßig Vorträge zu Döllingers theologischer Entwicklung: vom romloyalen Theologen zum Kritiker der Machtentfaltung des Papsttums und einer sich immer „strengkirchlicher“ entwickelnden römisch-katholischen Kirche seiner Zeit, aber auch vom Apologeten zum Ökumeniker, der Programmatisches zur Wiedervereinigung der Kirchen auf altkirchlicher Grundlage vertrat – und damit Wesentliches zur Ausprägung der sich nach 1870 entwickelnden alt-katholischen kirchlichen und ökumenischen Identität beitrug.
Im Dezember 2005 erhielt Hubert Huppertz den Andreas Rinkel-Preis des Alt-Katholischen Seminars an der Universität Utrecht für seine Verdienste in der Döllingerforschung.
Hubert Huppertz war sich zeit seines Lebens bewusst, dass sein Leben im Jahr von Hitlers Machtergreifung begonnen hatte. Er hatte sich immer mit der Geschichte des Dritten Reiches beschäftigt. Er scheute sich nicht, sich den Gräueltaten des Naziregimes auszusetzen, indem er die vielbändigen Tagebücher von Goebbels ebenso las wie zahlreiche Augenzeugenberichte aus Konzentrationslagern und von Kriegsschauplätzen. Auch hier blieb er ein Mann der Quellen (die er alle, soweit herausgegeben, möglichst vollumfänglich anschaffte und akribisch durcharbeitete), nicht einer aus historischer Distanz verfassten Geschichtsschreibung.
Mit Hubert Huppertz ist ein Mann gestorben, der Ehemann, Vater, Priester und Forschender war. Er war kein Mann der einfachen Lösungen oder beschwichtigenden Worte, sondern ein Mann des messerscharfen Verstands und der Unterscheidungskraft, der den Dingen auf den Grund ging. Als Ordensmann war er in die Schule der Jesuiten gegangen und er hat dies nie verhehlt oder gar verborgen. Er hat sich für eine andere Lebensgestaltung entschieden als die, die selbstverständlich und vorgebahnt schien. Er wurde Ehemann und Vater, Lehrer, Forschender und übte in der alt-katholischen Kirche sein Priesteramt erneut aus.
Bis wenige Wochen vor seinem Tod lebte Hubert Huppertz in seinem Haus in Alverskirchen. Nach dem Tod seiner geliebten Frau hat er immer wieder gesagt, dass er sich nicht fürchte vor dem Tod und auf das neue Leben danach sehr gespannt sei. Am 21. Februar 2026 starb er kurz nach 13 Uhr im St. Franziskus-Krankenhaus in Münster.
Seinen vier Kindern und ihren Familien gilt unser herzliches Beileid.
Prof Dr. Angela Berlis (Bern)
Die Trauerfeier findet in der Pfarrkirche St. Agatha in Alverskirchen am 3. März um 14.00 Uhr statt, die Beerdigung anschließend auf dem Friedhof.
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