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Bistumssynode in Mainz eröffnet

29.09.2022

Mit einer von Bischof Dr. Matthias Ring geleiteten Eucharistiefeier in der Kirche St. Quintin wurde heute um 15.00 Uhr in Mainz die 63. Ordentliche Bistumssynode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland eröffnet.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Unmittelbar vor dem Eröffnungsgottesdienstes begrüßte die Rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Synode mit einem Grußwort. Darin betonte sie, wie wichtig in Zeiten von Corona-Pandemie, Klima-Krise und Ukraine-Krieg der Zusammenhalt sei; gerade auch die Kirchen könnten hier mit ihrer Grundhaltung der Hoffnung dazu beitragen, nicht zu verzagen, sondern zuversichtlich in die Zukunft zu schauen.

Nach dem Gottesdienst trat die Synode dann im als Synodalaula dienenden Tagungssaal des Ehrbacher Hofes zusammen, um den Bericht des Bischofs zu hören und sich darüber auszutauschen. Im Verlauf des weiteren Abends wird auch der schriftlich vorliegende Bericht der Synodalvertretung von den Synodalen zur Kenntnis genommen und diskutiert werden. Darüber hinaus steht die Behandlung der ersten Anträge auf der Tagesordnung.

In seinem Bericht blickte Bischof Ring auf die letzten beiden Synoden zurück. Insbesondere der Synode 2018 mit ihrem friedensethischen Thementag widmete er vor dem Hintergrund der aktuellen Situation des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine breiten Raum. Rückblickend wirke diese Synode und ihr Schwerpunktthema „wie aus der Zeit oder gar der Welt gefallen“, so Bischof Ring. Und er stellte die Frage, ob man von einem christlich-pazifistischen Standpunkt aus nicht einen radikalen Gewaltverzicht fordern müsse. Aber so wichtig die Stimmen, die radikalpazifistische Positionen vertreten, als Korrektiv gegen die Gefahr des Abgleitens in einen Militarismus seien, so würde der radikale Pazifismus in der aktuellen Situation auch an seine Grenzen stoßen. Zwar sei es für ihn als Bischof schöner, er könne über das Ideal der Gewaltlosigkeit sprechen, die Jesus vorgelebt hat, und dieses uneingeschränkt hochhalten. Aber angesichts der Wirklichkeit erlebe er sich auch als ratlos und erschrecke selbst immer wieder über das Gefühl der Erleichterung, welches er, angesichts der jüngsten militärischen Erfolge der ukrainischen Armee empfinde. „Denn auch dabei sterben Menschen. Aber was wäre die Alternative? Die Kapitulation? Ein Sieg Putins?“

Mit seinem Blick auf die Synode im Jahr 2021, welche wegen der Corona-Pandemie zunächst verschoben und dann als Online-Synode durchgeführt wurde, setzte sich Bischof Ring mit der Problematik auseinander, dass die verschiedenen Aufgaben in der Kirche im Haupt- und Ehrenamt mit immer höheren Ansprüchen an Professionalität verbunden seien. Dadurch werde es, wie Ring betonte, immer schwerer, „Menschen zu finden, die Verantwortung übernehmen, sei es haupt- oder ehrenamtlich, und zwar nicht projektbezogen, sondern gebunden an Ämter mit einer bestimmten Zeitdauer.“ Entsprechend der höheren Anforderungen seien oftmals zusätzliche Qualifikationen notwendig, um ein Amt ausfüllen zu können. Das sei ein wesentlicher Grund dafür, warum die Kirchenleitung bei der Synode 2021 den Antrag eingebracht habe, die Dekanin oder den Dekan nicht mehr von einer Dekanatsversammlung wählen zu lassen, sondern von der Kirchenleitung aus zu bestimmen; der Antrag wurde dann von der Synodalvertretung zurückgezogen. Bischof Ring machte in seinem Bericht deutlich, dass in den letzten Jahren bei den entsprechenden Versammlungen zudem immer nur eine Person zur Wahl gestanden hätte und mittlerweile dieses Amt darüber hinaus immer häufiger kommissarisch besetzt werden müsse.

Insgesamt betreffe diese Problematik auch das ehrenamtliche Engagement im Bereich der Kirchenvorstandsarbeit oder der Mitwirkung in der Synodalvertretung sowie anderen Gremien und Arbeitsbereichen. Hier liege eine große Gestaltungsaufgabe vor der gesamten Kirche. Denn es müsse vermieden werden, „dass Menschen in ihren Ehrenämtern oder Geistliche durch die Zusatzaufgaben ausbrennen“, so Ring.

Positiv vermerkte Bischof Ring, dass die theologischen Positionierungen und liturgischen Texte der alt-katholischen Kirche, wie beispielsweise das liturgische Formular zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften oder das Trauformular für ökumenische Eheschließungen, in der theologischen Diskussion der großen Kirchen breiter Berücksichtigung findet, als es angesichts der geringen Größe unserer Kirche zu vermuten wäre. Und Ring betonte: „Vergleicht man das mit der Situation vor 20 Jahren, wird man sogar feststellen, dass wir in den Diskussionen und auch in den Medien so präsent sind, wie nie zuvor.“

In einem weiteren Punkt hob Ring in seinem Bericht die breite und erstaunlich großzügige Spendenbereitschaft innerhalb der alt-katholischen Kirche hervor. Diese habe sich sowohl beim Spendenaufruf für von der Flutkatastrophe im Ahrtal betroffener Menschen gezeigt, bei der ein Unterstützungs-Ergebnis von rund 100.000 € erzielt wurde, wie auch beim Spendenaufruf für Hilfsorganisationen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, für die ebenfalls knapp 60.000 € gespendet wurden.

Abschließend ging Ring noch auf den jüngst zurückliegenden Internationalen Alt-Katholiken-Kongress ein. Er hatte in diesem Jahr in Bonn stattgefunden. Der Bischof hatte aus gesundheitlichen Gründen selbst leider nicht teilnehmen können. Ring dankte insbesondere Generalvikarin Anja Goller für ihre umfangreiche Organisationsarbeit und den guten Ablauf des Kongresses. Allerdings machte er auch deutlich, dass innerhalb der Internationalen Bischofskonferenz über ein zukunftsfähiges Kongresskonzept nachgedacht werden müsse. Denn die bisherige Form, bei der der Kongress offen ist für eine unbestimmte Anzahl von Besucherinnen und Besuchern, könne aus Kostengründen so nicht mehr realisiert werden.

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