Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde,

wenn jemand das Zeitliche segnet, dann hat er oder sie mit einem Segenswunsch für die Zurückbleibenden den bisherigen Zeitabschnitt beendet. Er/sie geht für immer; das einzige aber, was noch bleibt, ist sein Segen. So ein Segen kann den Namen Gottes beinhalten. In der christlichen Taufe und auch am Ende jedes christlichen Gottesdienstes wird der Name Gottes als Segen auf die Anwesenden herabgerufen. Im Verständnis der Bibel wohnt Gott in seinem Namen, in seinem Namen ist er gegenwärtig. Segnet nun also jemand das Gewesene, dann stellt er Gottes Gegenwart an den Punkt, an dem sich die Wege der Menschen im Tod trennen. In Gott, so glauben wir, ist kein Vergang, er bleibt immer und sorgt immer mit seiner Kraft für einen Neuanfang. In ihm wohnen quasi die Möglichkeiten allen Neubeginns. Ein Bild zeichnet ihn als Quelle, der immerzu reines, klares Wasser entströmt, ein Quell des Lebens, der nie versiegt. Wohin das Wasser gelangt, da blüht das Leben neu auf.
Das alte Kirchenjahr ging am 20.11.2022 zu Ende, nachdem der Segen im Gottesdienst gesprochen war. Am 1. Adventssonntag beginnt ein neues, auch mit dem Segen Gottes. Auch am Beginn des Kalenderjahres 2023 erwartet uns Gottes Segen in einer besonderen Lesung. Im 4. Buch Mose, dem Buch Numeri stehen im 6. Kapitel folgende Verse: Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil.
Das sind die berühmten Worte des Aaronitischen Segens, denn Mose empfing diese Worte für seine Söhne, insbesondere für Aaron, dass sie damit das Volk Israel auf ihrem Weg segnen sollten.
Hören wir diese Worte heute, dann gelten sie auch uns. Er, Gott, der in seinem Namen wohnt, wendet sich uns im Segen zu. Er sieht uns an, unser Gesicht beginnt von seinem Glanz zu leuchten. Wenn uns der Schöpfer des Lebens anschaut, dann flackert in uns die Flamme des Lebens neu auf. Sein wohltuender, wohlwollender und liebevoller Blick vermag das. Zum ersten Mal geschah das bei uns Christinnen und Christen in der Taufe. Da verband sich unser und Gottes Namen untrennbar miteinander. Und durch den Besuch jedes Gottesdienstes wurde und wird es neu bekräftigt.
Hieß es noch im letzten Gottesdienst des vergangenen Kirchenjahres: wenn das geschieht, dann erhebt euer Haupt und wisst, dass eure Erlösung nahe ist, so hören wir am Neujahrstag 2023 wiederum Gottes guten Segen für ein neues Jahr. In der Freude, zu den Gesegneten zu gehören, beten wir darum, dass sich möglichst viele Menschen ebenso beschenkt fühlen.
Auch wenn im nun ausgehenden Jahr 2022 immer noch ein furchtbarer Krieg tobt und kein Ende in Sicht ist, so soll doch das sanfte Wort des Segens ausgesprochen werden. Wir wissen, dass es gegen den Donner der Waffen keine Chance hat, ebenso wird es ihn auch nie übertönen können, doch einmal ausgesprochen, ist es da und bleibt auch da. Als Wegmarke des Friedens liegt es wie ein Samenkorn in der Erde. Es wohnt still in sich, manchmal schlummert es nur, bis ein Mensch es aufnehmen mag. Dort kann es wirken und einen Neuanfang ermöglichen. Unsere Gebete mögen die Menschen guten Willens unterstützen, dass der ausgesprochene Segen weiter gedeihen und wirken möge.
Zu diesem edlen Tun, segne uns Gott. Amen.
Ich wünsche Euch und Ihnen eine weiterhin besinnliche Adventszeit, ein frohmachendes Weihnachten und ein glückliches neues Jahr unter dem Schutz und Segen Gottes.

Ihr und Euer Pfarrer Meik Barwisch


Der komplette Gemeindebrief 1/23 (Dezember 2022 – Februar 2023) kann hier heruntergeladen werden.

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