Der komplette Gemeindebrief 3/26 (Juni bis August 2026) kann hier heruntergeladen werden.Liebe Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde,in den nächsten drei Monaten sind die Vorabende der Sonntage und die Sonntage selbst vom Matthäusevangelium geprägt. Wir können Jesus und seine Jünger nach dem Abschluss der großen Feste Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten in Gedanken begleiten. Die Frage, wo mein Platz im Evangelium ist, begleitet uns. Schon am 14. Juni 2026, dem elften Sonntag der Lesereihe, hören wir Jesus, wie er die damalige Zeit als „große Ernte“ bezeichnet. Und dabei schaut er in eine zerrissene und kaputte Welt. Er findet die Menschen müde und erschöpft. Sie kommen ihm wie Schafe ohne Hirten vor. Trost, Halt und Sicherheit sind die große Mangelware in Jesu antiker Welt. Der Blick in unsere aktuelle Zeit könnte ähnlich sein, auch wenn es uns hier zurzeit noch einigermaßen gutgeht. In anderen Regionen unserer Welt, die wir pausenlos in unseren Fürbitten im Gottesdienst vor den Herrn tragen, sieht es bedeutend dunkler aus. In das Gestern und Heute spricht unser Herr also das Bild der großen Ernte hinein und ruft zum Gebet auf. Aber diesmal um ein zielgerichtetes Gebet, das nämlich um Arbeiter:innen bittet, die diese Ernte „einbringen“. Im Text des Evangeliums werden zwölf Jünger gefunden, die diesen Dienst tun können. Es wird nicht einfach nur ihre Anzahl bekanntgegeben, sondern alle werden mit ihrem Namen und ihren Verwandtschaftsverhältnissen genannt. Als ob Matthäus sie dadurch legitimieren wollte als Bekannte und Freunde der Leser:innen damals. „Leute von uns“, hätten die damaligen Leser:innen gesagt. Zwölf sind es gerade deshalb, weil sich das Volk Israel religiös auf zwölf grundlegende Stämme bezieht. Die Arbeiter sind Vertrauensboten, gesendet in eine Zeit, in der das Vertrauen in ein gelingendes Leben verloren gegangen ist. Das wird ihr zukünftiges Arbeits- und Erntefeld sein.In dieses uralte Gebet wollen wir in den Gottesdiensten der kommenden Zeit auch einstimmen. Es mögen sich auch heute wieder Arbeiterinnen und Arbeiter finden lassen, die sich vom Herrn ansprechen lassen, damit auch jetzt die große Ernte eingebracht werden kann. Die Namensnennung bei unserer Taufe war quasi auch schon so eine Berufung, wie im Evangelium die Jünger berufen wurden. Wenn Jesus ihnen im Evangelium sagt: „Geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!“, dann meint er heute UNS damit. Jeder kennt immer jemanden, so kann doch vielen Leuten Hilfe zuteilwerden. Die jetzige liturgische Farbe der Sonntage nach dem Dreifaltigkeitsfest ist grün. Die Farbe der Hoffnung! Jesus sagt: „Lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. Auch ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Mein Joch drückt nicht, meine Last ist leicht.“ (Mt 11, 29-30)So wollen wir in diesen Sommer gehen, einander beistehen und uns kümmern, so wie wir können und wie es uns gestattet wird.Eine gute Sommerzeit wünschtEuer und Ihr Pfarrer Meik Barwisch