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Liebe Schwestern und Brüder,
Jesus spricht von der „engen Tür“. Da denken wir hier im Ruhrgebiet spontan an manches Hindurchzwängen: an die alten Zechentore, an die Drehkreuze im Stadion oder ehrlich gesagt auch an die engen Türen mancher Ruhrpott-Kneipe, wo man sich fast seitlich hineinschieben muss.
Wer schon einmal im Stadion auf Schalke durch die Drehkreuze ist, weiß, was das bedeutet: Mit einem dicken Rucksack oder viel Gepäck kommst du da nicht elegant durch. Du bleibst hängen, und die Leute hinter dir gucken schon ungeduldig. Genau das meint Jesus: Nicht mit allem Ballast schaffst du es. Du musst dich klein machen – im Herzen, nicht mit dem Körpermaß.
Im Alltag packen wir uns nämlich gerne voll wie beim Kaufland-Einkauf vor’m Wochenende: Stolz, Sorgen, „ich-muss-noch“-Listen, manches „der-hat-mir-das-angetan“. Wenn wir so bepackt durchs Leben laufen, ist die Tür eng. Nicht, weil Gott sie absichtlich verengt hätte, sondern weil unser Gepäck so sperrig ist, dass es klemmt.
Und dann erzählt Jesus dieses harte Bild: Manche werden hinter verschlossener Tür stehen und sagen: „Aber Herr, wir kennen dich doch! Wir haben doch bei dir am Tisch gesessen!“ – und er antwortet: „Ich kenne euch nicht.“ Das ist wie beim Stadion: Wenn du kein Ticket hast, sagt der Ordner auch nicht: „Ach, komm, ich kenn dich vom Sehen, lauf rein!“ – So einfach ist es nicht. Glauben ist keine VIP-Lounge.
Aber: Jesus sagt auch, dass Menschen von Ost und West, von Nord und Süd dabei sein werden, beim großen Festmahl. Das ist im Kern eine richtig frohe Botschaft: Am Ende ist Gottes Himmel so bunt und gemischt wie der Oberhausener Centro-Weihnachtsmarkt – da treffen sich alle, von überall. Und Gott öffnet für sie nicht eine Halle, sondern diese kleine Tür. Warum? Damit wir es bewusst tun: uns durchdrücken, unser „Übergepäck“ zurücklassen, und am Ende umso freier ankommen.
Vielleicht können wir es hier im Revier so merken:
Natürlich könnte man sagen: „Ach Jesus, mach doch gleich ein Portal wie im Einkaufszentrum!“ Doch eine offene Halle bringt uns noch lange nicht ins Reich Gottes. Was wir lernen sollen, ist: Auf das Wesentliche kommt es an – und das ist oft kleiner, bescheidener, einfacher, als wir denken. Manchmal passt die Liebe durch die Tür, aber nicht das Ego.
Was dann folgt, klingt streng: Manche werden noch rufen: „Herr, mach uns auf!“ – und er sagt: „Ich kenne euch nicht.“ Das tut weh. Aber vielleicht möchte uns Jesus auch liebevoll warnen: Man kann nicht das ganze Leben sagen „Ich komme später mal dazu“ und am Ende erwarten, dass im Himmel noch die Bar bis 3 Uhr aufhat. Irgendwann wird beschlossen: Jetzt ist zu. Und dann bleibt nur eines: rechtzeitig anfangen zu leben – wirklich zu leben.
Und das Mutmachende: Jesus verheißt, dass Menschen von Osten und Westen, von Norden und Süden kommen werden, um mit Gott zu feiern. Es wird bunt, es wird lebendig, es wird eine Tafel sein voller Überraschungen. Aber die Plätze sind nicht nach VIP-Status vergeben, sondern nach der Bereitschaft, durch die enge Tür zu gehen.
Liebe Gemeinde, wir brauchen also keine Angst zu haben. Wir müssen nicht alles perfekt können, kein himmlisches Ticket kaufen oder beweisen, dass wir die Engelsharfe schon spielen können. Was wir brauchen, ist: den Mut loszulassen, was uns sperrig macht – und die Hoffnung, dass hinter der engen Tür nicht Enge, sondern Weite und Freude wartet.
Vielleicht können wir es uns so merken: Der Himmel hat eine enge Tür, damit wir nicht mit unserem Ballast hineinstürmen – und ein großes Fest, damit wir uns umso freier erfreuen können.
Amen.
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