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Was hat die Frage „Wer ist mein Nächster?“ mit Keksen zu tun?

13.07.2025

Liebe Gemeinde,

heute begegnen uns drei Texte, die auf den ersten Blick ganz unterschiedlich erscheinen, aber in der Tiefe ein gemeinsames Thema haben: Gottes Nähe, seine Liebe – und unsere Verantwortung, diese Liebe weiterzugeben.

Im Buch Deuteronomium hören wir: „Das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.“ Gott ist uns nicht fern. Er verlangt nichts Unmögliches von uns. Seine Gebote sind keine Geheimwissenschaft, sondern sie sind uns ins Herz geschrieben. Wir müssen sie nur leben.

Im Kolosserbrief wird uns Christus als das Ebenbild des unsichtbaren Gottes vorgestellt. In ihm ist alles geschaffen, alles findet in ihm seinen Sinn und seine Vollendung. Christus ist das Haupt, der Ursprung, das Ziel. Er ist nicht fern, sondern mitten unter uns – und er ist unser Vorbild in der Liebe.

Und dann hören wir das berühmte Evangelium vom barmherzigen Samariter. Ein Gesetzeslehrer fragt Jesus: „Wer ist mein Nächster?“ Jesus antwortet nicht mit einer Definition, sondern mit einer Geschichte. Am Ende wird klar: Nicht die Herkunft, nicht die Religion, nicht die Nähe im geografischen Sinne entscheidet, sondern das Herz, das hilft.

Dazu fällt mir eine kleine, humorvolle Geschichte ein:

Ein Pfarrer fragt in der Kinderkirche: „Wer ist denn euer Nächster?“
Fritzchen meldet sich eifrig: „Mein Nächster ist der, der immer auf dem Sitz neben mir sitzt – der Paul!“
Der Pfarrer lacht: „Und wenn Paul mal nicht da ist?“
Fritzchen überlegt kurz und sagt dann: „Dann ist mein Nächster halt der, der dann da sitzt. Aber wehe, der nimmt meine Kekse!“

Manchmal denken wir wie Fritzchen: Mein Nächster ist der, der mir am nächsten sitzt – aber bitte nicht zu nah, und schon gar nicht, wenn es um meine Kekse geht! Doch Jesus zeigt uns: Unser Nächster ist jeder Mensch, der unsere Hilfe braucht. Und manchmal ist es gerade der, von dem wir es am wenigsten erwarten – wie der Samariter im Evangelium.

Die Botschaft heute ist klar: Gottes Wort ist uns nahe. Christus ist uns nahe. Und unser Nächster ist uns näher, als wir denken – vielleicht sitzt er schon neben uns, vielleicht begegnet er uns morgen auf der Straße, vielleicht ruft er uns um Hilfe, wo wir es gar nicht erwarten.

Gott fragt uns nicht, wie viele Kekse wir noch haben, sondern ob wir bereit sind, zu teilen. Er fragt nicht, ob der andere zu uns passt, sondern ob wir sein Herz sehen.

Lasst uns heute neu entdecken: Die Liebe Gottes ist uns nahe – und wir sind gerufen, diese Liebe weiterzugeben. Nicht nur an die, die uns sympathisch sind, sondern an alle, die unsere Hilfe brauchen. Denn so wird Gottes Liebe in dieser Welt sichtbar – durch uns.

Und wenn wir das nächste Mal überlegen, wer unser Nächster ist, denken wir an Fritzchen – und daran, dass unser Nächster immer der ist, der gerade unsere Hilfe braucht. Und vielleicht teilen wir dann sogar unsere Kekse.

Amen.

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