Innehalten - Geistlicher Impuls

3. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 3. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B – 24.01.2021

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jona 3, 1-5.10

https://www.bibelserver.com/EU/Jona3%2C1-5.10

2. Lesung: 1 Kor 7, 29-31

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther7%2C29-31

Evangelium: Mk 1, 14-20

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C14-20

 

Impuls zur 1. Lesung

Das Buch Jona erzählt eine seltsame Geschichte, aber es ist kein Geschichtsbuch, sondern eine lehrhafte Erzählung. Es geht um die Frage, wie Gott zum Menschen steht und insbesondere zum Sünder. Und gleichzeitig stellt die Jonageschichte eine Frage an uns: Sind wir bereit, den Anruf Gottes und sein Wort zu hören und es bereitwillig anzunehmen? Jona ist nicht nur eine Person aus der Vergangenheit und Ninive eine historische Stadt, Ninive ist überall und Jona sind wir.

Nachdem Jona versucht hatte, sich dem Auftrag Gottes zu entziehen und zu fliehen (die wohl allen bekannte Geschichte mit dem Walfisch), tat er schließlich, was Gott ihm aufgetragen hatte und ging in die Stadt Ninive. Ninive, das war ein Name, der in der damaligen Welt für Angst und Schrecken sorgte. Ninive war die Hauptstadt eines Reiches, das sich mit großer und planmäßiger Grausamkeit ganz Vorderasien unterworfen hatte. Und der Name steht für die Heidenvölker überhaupt.

Jona geht mit den Augen eines Israeliten durch die riesige heidnische Stadt. Er sieht die Paläste einer überlegenen Weltmacht und Göttertempel, die den Glauben Israels herausfordern. Er sieht sich sozusagen Aug in Aug der „bösen“ Welt gegenüber.

Und Jona predigt dieser Stadt die Bekehrung, wie von Gott gewollt, der nicht will, dass man seine Gebote missachtet. Gott liebt auch Ninive. Er ruft zur Umkehr und schenkt in erbarmender Liebe allen Menschen Vergebung und Heil, wenn sie „Buße“ tun und sich zu ihm bekehren. Und so heißt es lapidar am Schluss der heutigen Lesung: „Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an.“ (Jona 3,5) … „Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute ihn das Unheil, dass er ihnen angedroht hatte, und der führte die Drohung nicht aus.“ (Jona 3,10)

Jonas in Ninive

Wer das Geschenk der Bekehrung annimmt und zu Gott zurückkehrt, der erfährt, dass Gottes Liebe immer schon auf ihn gewartet hat.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Sonntag von der Hochzeit zu Kana

Die Lesungen vom Sonntag von der Hochzeit zu Kana – 17.1.2021

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1. Lesung: Joel 2, 21-24.26-27

https://www.bibelserver.com/EU/Joel2%2C21-24.26-27

2. Lesung: Eph 3, 14-21

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser3%2C14-21

Evangelium: Joh 2, 1-11

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes2%2C1-11

Johannes Rottenhammer (1564-1625) – Hochzeit zu Kana
 

Impuls zum Evangelium

Unser Leben als Mensch steht immer im Spannungsfeld zwischen der Erfahrung von uns gesetzten Grenzen und dem Verlangen nach Fülle. Menschsein bedeutet begrenzt sein. Wir haben nur begrenzt Zeit und Kraft. Wir können nicht alles und müssen darum auswählen, was wir tun und was wir lassen. Es gilt auch als Tugend, sich Grenzen zu setzen und Maß halten zu können.

Kinder zum Beispiel geben sich nicht mit Wenigem zufrieden, sie wollen immer die Fülle, was uns als Erwachsene oftmals Schwierigkeiten bereitet. Denn wir haben gelernt: die Fülle, die gibt es nicht wirklich, jedenfalls nicht aus Menschenhand. Immer wieder müssen Ansprüche reduziert und Kompromisse geschlossen werden. Das „Leben“ selbst ruft uns immer wieder in Erinnerung, dass unser Leben gebrochen und bruchstückhaft ist.

Aber die Sehnsucht nach Fülle verstummt trotz aller realistischen Einschätzungen nie vollständig. Sie bricht sich immer wieder Bahn in unseren Träumen und unseren Wünschen. Und sie erhält Nahrung in Momenten des Glücks, der Verliebtheit und des Überschwangs.

Auch das Brautpaar aus dem Evangelium hat diesen Moment des Glücks, diese Ahnung von Fülle erlebt. Und es wurde ein rauschendes Hochzeitsfest gefeiert, mit vielen Gästen. Auf dem Bild oben ist dies anschaulich dargestellt.

Doch dieses Glück wird jäh in Frage gestellt, als der Wein ausgeht. „Sie haben keinen Wein mehr“, heißt es lapidar im Evangelium. Das Fest, dieses wichtige einmalige Fest, droht zu scheitern.

Auch wir erleben oft: im Moment des größten Glücks der Fall, im Augenblick der Fülle drohende Leere. Einst glückliche Beziehungen drohen zu scheitern, ein gestecktes Ziel wird trotz guten Willens und hohen Einsatzes nicht erreicht, eine glückliche Familie erlebt Leid, durch Krankheit oder Tod eines Familienmitgliedes, eine Epidemie wie Corona bringt unser gesamtes gewohntes Leben durcheinander. Die Krüge unseres Lebens sind plötzlich leer und wir spüren, dass wir sie nicht selbst wieder füllen können.

Das Hochzeitspaar unseres Evangelium hat nur noch Wasser zu bieten, nichts weiter als Wasser, das eigentlich zum Waschen der Hände und Füße gedacht war. Dieses Wasser verwandelt Jesus in Wein, sogar in eine unvorstellbar große Menge besten Weines.

Das Johannesevangelium setzt dieses Zeichen Jesu an den Anfang seines Wirkens, keine Krankenheilung, keine Dämonenaustreibung oder Totenerweckung, sondern ein scheinbar überflüssiges Wunder. Und dieses Zeichen wird so zu einer vorweggenommenen Charakterisierung des Heilshandelns Jesu: Er ist gekommen, um zu retten, was verloren ist, er will Leben und Freude schenken, und zwar Leben und Freude im Überfluss, eben in Fülle. Immer wieder versucht der Evangelist Johannes uns dies in seinem Evangelium deutlich zu machen. Jesus Christus wird uns als Antwort auf unsere Sehnsucht nach Fülle, nach Lebenssinn gezeigt. Mit ihm hat die Zeit der Fülle, die Heilszeit begonnen, im Glauben an ihn dürfen wir die Überfülle, die Gott uns schenken will, schon jetzt erahnen. Auch wenn unsere Lebenskrüge leer sind, auch wenn wir „nur“ Wasser zu bieten haben, dürfen wir leben im Vertrauen darauf, dass Gott uns schenken wird, was uns fehlt, dass er unsere Lebenskrüge füllen wird mit bestem Wein in Überfluss.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Sonntag von der Taufe des Herrn

Die Lesungen vom Sonntag von der Taufe des Herrn – 10.1.2021

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1. Lesung: Jes 42, 1-9

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja42%2C1-9

2. Lesung: Apg 10, 34-38

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte10%2C34-38

Evangelium: Mk 1, 9-11

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C9-11

Taufe Jesu – Christussäule, auch Bernwardssäule, im Hildesheimer Dom 

Impuls zum Evangelium

Auch die Taufe Jesu ist, wie schon gesagt, ein Epiphaniegeschehen, ein Aufleuchten des sich offenbarenden Gottes. Jesus stellt sich in die Reihe der Sünder, und der Vater nennt ihn seinen geliebten Sohn: „Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Mk 1, 10 f.)

Der Geist Gottes ruht auf Jesus, und dieser Geist wird ihn in die Wüste führen, dann nach Galiläa, Jerusalem und Golgota. Gott nimmt unser Menschsein an und erfährt und erlebt, was es heißt, Mensch zu sein mit allen Höhen und Tiefen, bis hin zum Tod. Er wird unser Bruder, und er ebnet uns so den Weg zur Gotteskindschaft, zu einem neuen Sein durch die Taufe mit heiligem Geist.

Wem dieser Geist fehlt, der kann Gott nicht zum Vater haben. Wer nicht immer wieder neu geboren wird aus dem Geist, der kann nicht innerlich „heilig“ werden. Immer wieder müssen wir uns diesem Geist öffnen, seinem Wirken in uns Raum geben, um so wirklich unsere Bestimmung erkennen zu können.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Epiphanie – Erscheinung des Herrn

Krippe in St. Martin mit Königen

Die Lesungen vom Fest Erscheinung des Herrn – 6.1.2021

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1. Lesung: Jes 60,1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja60%2C1-6

2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser3%2C2-3.5-6

Evangelium: Mt 2, 1-12

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus2%2C1-12

 

Erscheinung – Epiphanie

Der Ausdruck „Erscheinung“ (griechisch Epiphania, eingedeutscht Epiphanie) bedeutet, dass durch Jesus Christus die Herrlichkeit Gottes in der Welt erschienen ist. Auch an den folgenden Sonntagen, Sonntag von der Taufe des Herrn (Taufe im Jordan durch Johannes) und Sonntag von der Hochzeit zu Kana (Weinwunder) berichten die Evangelisten von Ereignissen, in denen die Göttlichkeit Jesu aufzuleuchten beginnt.

Das heutige Matthäusevangelium erzählt, wie sternkundige Weise aus dem Morgenland das Jesuskind suchen und es nach einem Umweg auch finden: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“ (Mt 2,11)

Wegen dieser kostbaren Gaben wurden sie später für „Könige“ gehalten und auch so dargestellt, und die Dreizahl der Gaben führt dazu,  dass man drei Geber annimmt – also „drei Könige“. Die Tradition gibt ihnen dann auch noch die bekannten Namen: Kaspar, Melchior und Balthasar. Sie werden in der christlichen Kunst zu Vertretern verschiedener Kontinente (darum ist oft ein Schwarzer dargestellt) und verschiedener Lebensalter (Jüngling, reifer Mann, Greis). Im Volksmund heißt das Fest auch „Dreikönigstag“ oder einfach „Dreikönig“.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

2. Sonntag nach Weihnachten

Die Lesungen vom 2. Sonntag nach Weihnachten – 3.1.2021

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1. Lesung: Weish 8, 21b-9.1.9-11

https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit9%2C1.9-11

2. Lesung: Eph 1, 3-6.15-18

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser1%2C3-6.15-18

Evangelium: Lk 2, 41-51

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas2%2C41-51

 
Zwölfjähriger Jesus im Tempel – Duccio (di Buoninsegna)

Impuls zum Evangelium

Jesus ist als Zwölfjähriger bei einer Wallfahrt in Jerusalem „verloren gegangen“. Seine Eltern finden ihn nach drei Tagen bei den Lehrern Israels im Tempel. Auf die vorwurfsvolle Frage Marias antwortet Jesus: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Maria und auch Josef verstehen zuerst einmal nichts von dem, was Jesus gesagt hat. Trotzdem: „Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.“

Jesus wird selbstständig, er sucht und findet seine Berufung. Für seine Eltern beginnt die Zeit des Loslassens. Maria und Josef hatten als gottesfürchtige Eltern sicherlich die besten Absichten und Pläne für ihren erstgeborenen Sohn. Andererseits mussten sie nun erkennen, dass Jesus eigene Wege gehen wird.

Immer wieder erleben wir, dass sich Dinge ändern. Die Welt ist heute anders als noch vor 30 oder 40 Jahren.

Wenn wir nun auf unser Leben zurückblicken, sind vielleicht auch uns verschiedene Dinge und Situationen unverständlich geblieben. Sind wir stehen geblieben, kommen wir nicht mehr mit? – Natürlich müssen wir nicht überall mitkommen, dabei sein, das würde uns nur unglücklich machen. Wichtiger ist die Frage, herauszufinden, wo stehe ich, wer bin ich und wo will ich schließlich hin?

Wenn wir diese Fragen in unserem Herzen meditieren, können wir ein Gespür dafür bekommen, worauf es uns ankommt. Im Gebet können wir uns Gott anvertrauen und wie Salomon (in der 1. Lesung) und um seine Weisheit bitten. Weisheit, das ist mehr als Wissen, oder Intelligenz, – das natürlich auch! Weisheit, das ist spirituell betrachtet, die Fähigkeit die Harmonie Gottes in der Schöpfung und in unserem eigenen Leben zu erkennen. Weisheit, das ist die Erkenntnis Gottes, die Erkenntnis seines Wirkens – auch in unserer eigenen Lebensgeschichte.

(Martin Möllmann)

 

Jahreswechsel 2020/2021

Die Lesungen vom Jahreswechsel

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Lesungen am 31. Dezember, 7. Tag der Weihnachtsoktav:

1. Lesung: 1 Joh 2, 18-21

https://www.Bibelserver.com/EU/1Johannes2%2C18-21

Evangelium: Joh 1, 1-18

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes1%2C1-18

Lesungen am 1. Januar – Fest der Namensgebung Jesu

1. Lesung: Num 6, 22-27

https://www.bibelserver.com/EU/Numeri6%2C22-27

2. Lesung: Gal 4,4-7

https://www.bibelserver.com/EU/Galater4%2C4-7

Evangelium: Lk 2, 16-21

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas2%2C16-21

 

Mögest du Gottes Licht auf den vor dir liegenden Wegen sehen, auch wenn die Straße, die du gehst, dunkel ist.

Mögest du immer das sanfte Singen der Lerche hören, auch in den Stunden der Sorge.

Möge die Härte dein Herz niemals zu Stein verwandeln, wenn die Zeiten auch hart sind.

Mögest du niemals vergessen, auch wenn dich Schatten umgeben: Du gehst nicht allein!

(irischer Segensspruch)

Wir wünschen allen einen guten Beschluss und ein gesundes und segensreiches Jahr 2021!

 

Weihnachten – Hl. Abend

Die Lesungen in der Heiligen Nacht

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1. Lesung: Jes 9, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja9%2C1-6

2. Lesung: Tit 2, 11-14

https://www.bibelserver.com/EU/Titus2%2C11-14

Evangelium: Lk 2, 1-14

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas2%2C1-14

 
Krippe in St. Martin

Gott wird Mensch!

An der Krippe sehen wir, wie nahe Gott uns Menschen kommen will. Er will mit uns unterwegs sein, unser menschliches Dasein teilen – mit allen Konsequenzen. Er wird selbst Mensch! Er verlässt den Weg der Macht, der Kraft und der Herrlichkeit, um sich mit uns auf den Weg zu machen, den Weg der Barmherzigkeit, der Nächstenliebe und der Menschlichkeit. Gott zeigt sich in der Krippe klein und verletzlich und fordert gerade dadurch unsere Liebe heraus, so wie jedes neue Leben unserem Leben Liebe schenkt und Liebe herausfordert.

Menschliche Liebe ist zerbrechlich, Gottes Liebe hört niemals auf. „Fürchtet euch nicht!“ spricht der Engel, nicht nur zu den Hirten damals, sondern auch zu uns heute. „Siehe, ich verkünde euch eine große Freude. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“

Lassen wir diese Freude trotz aller Einschränkungen durch Corona in unsere Herzen und loben und preisen wir Gott für alles, was er in seinem Sohn uns geschenkt hat.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

4. Adventssonntag

Die Lesungen vom 4. Adventssonntag – Lesejahr B – 20.12.2020

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1. Lesung: 2 Sam 7, 1-5.8b-12.16

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2. Lesung: Röm 16, 25-27

https://www.bibelserver.com/EU/Römer16%2C25-27

Evangelium: Lk 1, 26-38

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas1%2C26-38

 
Verkündigung von Fra Angelico
 

Impuls zum Evangelium

Das heutige Evangelium berichtet uns von der Verkündigung der Geburt Jesu.

Wir alle kennen Bilder dieser Verkündigung, die Künstler durch alle Jahrhunderte in Bildern festgehalten haben: Maria, ein junges Mädchen, das den Besuch eines Engels erlebt.

Es sind Bilder einer geschönten Realität. Denn so unproblematisch, wie es die Künstler und auch die Bibel darstellt, war es sicher nicht, schon gar nicht in der damaligen Zeit. Das Gesetz sah für solche Fälle gar das Todesurteil vor, dieses Schicksal blieb Maria erspart, weil sich Josef zu ihr bekannte. Es wird trotzdem Gerede gegeben haben, und auch Josef hatte ja seine Probleme, das verschweigt die Bibel nicht.

Selbst wenn heute noch in einer kaum überwundenen Bürgerlichkeit eine junge Frau erklären würde, ein Engel habe ihr gesagt, das Kind, das sie trage, sei aus Gottes Geist, würde man sie vielleicht in die Psychiatrie einweisen, oder die Boulevardpresse würde ihre Geschichte genüsslich ausschlachten.

Mal davon abgesehen, dass der Evangelist Lukas hier eine Geschichte komponiert, die es ähnlich auch schon im Alten Testament gibt (Geburtsgeschichte Ismaels, vgl. Gen 16, 11f oder Isaaks, vgl. Gen. 17,19f), und die auch im Neuen Testament vorkommt bei der Geburt von Johannes dem Täufer (vgl. Lk 1, 13f), gibt es in dieser Geschichte noch etwas, über das sich nachzudenken lohnt: es ist eine Frau, die am Beginn der Menschwerdung Gottes steht, und sie wird mit Heiligem Geist erfüllt, lange bevor es von den Männern berichtet wird.

Eigentlich ist dies eine Revolution um die Rolle der Frau vor Gott und den Menschen. In der Kirche ist dies lange nicht ernst genommen worden, zum Teil bis heute, u.a. wenn Frauen von geistlichen Ämtern ausgeschlossen werden.

Der Geist Gottes ist nirgends an Ämter gebunden, und auch nicht an eine Hierarchie oder eine Organisation. Er weht, wo er will und wo Menschen sind, die sich ihm öffnen, die ihn aufnehmen und sich von ihm bewegen lassen. Der Geist ist ausgegossen über alle Menschen, sagt die Bibel, auf Mann und Frau, auf alt und jung. Und was dort entsteht, wo man sich diesem Geist Gottes überlässt, das bezeichnen wir als Gemeinschaft der Heiligen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

3. Adventssonntag

Die Lesungen vom 3. Adventssonntag – Lesejahr B – 13.12.2020

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1. Lesung: Jes 61, 1-2a.10-11

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja61%2C1-2.10-11

2. Lesung: 1 Thess 5,16-24

https://www.bibelserver.com/EU/1Thessalonicher5%2C16-24

Evangelium: Joh 1, 6-8.19-28

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes1%2C6-8.19-28

 

Impuls zum Evangelium

In den Wochen des Advents bestimmen 2 biblische Gestalten die liturgischen Texte: Jesaja, der Prophet, und Johannes der Täufer.

Von Jesaja kennen wir eine Fülle von wunderschönen Hoffnungsbildern: die Wüste, die zu blühen anfängt, der abgehackte Baumstumpf, aus dem ein neuer Trieb hervorbricht, das Kind, das ohne Angst am Versteck einer Natter spielt.

Von Johannes dem Täufer kennen wir nur wenige Sätze und einige Details zu seinem Aussehen und Auftreten.

So war seine Kleidung, seine Lebensweise und seine Predigt provozierend. Er läuft mit einem Kamelhaarmantel in der Wüste herum – das Kamel gilt bei den Israeliten als unrein und eigentlich trägt ein Mann ein Gewand aus Stoff. Er ernährt sich von Heuschrecken und Wespemhonig – Heuschrecken gelten als unreine Nahrung. Er geht mit den Leuten, die zu ihm kommen, nicht gerade zimperlich um: ihr Schlangenbrut und Natterngezücht sagt er zu ihnen.

„Provozieren“ – das heißt wörtlich übersetzt: herausrufen, herausfordern. Und das hat Johannes getan.

Er hat die Menschen aus den Städten und Dörfern herausgerufen in die Wüste, und er hat sie herausgefordert zur Selbstbesinnung, zu Buße und Umkehr.

Aber er hat sie nicht zu sich in die Wüste gerufen, um einen eigenen „Fanclub“ aufzumachen, ihnen seine Ideen anzupreisen, sondern um auf einen anderen hinzuweisen, sie wachzurütteln für das Kommen eines anderen. Er sieht sich nur als Vorläufer, als Wegbereiter. Als der Verheißeme dann wirklich kommt, verliert sich die Spur des Johannes in der Wüste.

Wir hören erst wieder von ihm, als er im Gefängnis ist. Und dort ist er unsicher geworden, ob er den Richtigen angekündigt hat, und so lässt er bei Jesus anfragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ (vgl. Mt. 11,3).

Johannes der Täufer – ein Provozierender, ein Vorläufer und Wegbereiter, ein Fragender.

Wesensmerkmale, die auch einer Kirche gut stehen. Auch Kirche sollte eine provozierende, eine vorläufige und eine fragende Kirche sein.

Kirche sollte die Menschen provozieren, herausrufen und herausfordern zum Umdenken, mit ihrer Botschaft die Menschen treffen und betroffen machen, eine Frohe Botschaft verkünden, die die Wertmaßstäbe der Welt hinterfragt und vielleicht infrage stellt.

Kirche sollte sich ihrer Vorläufigkeit bewusst sein, wissen, dass sie nicht das Reich Gottes ist, nicht Selbstzweck, sondern ihren Sinn darin hat, auf Jesus Christus hinzuweisen.

Kirche sollte nicht nur Antworten geben, sondern auch Fragen stellen und Fragen zulassen, immer wieder nach dem Kern der Botschaft Jesu suchen, sich selbst infrage stellen und sich immer wieder fragen, ob sie dem Maßstab des Evangeliums gerecht wird.

Was für die Kirche gilt, gilt auch für jede Einzelne und jeden Einzelnen von uns, die wir uns Christen nennen, denn wir sind es, die Kirche bauen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

2. Adventssonntag

Die Lesungen vom 2. Adventssonntag – Lesejahr B – 06.12.2020

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1. Lesung: Jes 40, 1-5.9-11

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja40%2C1-5.9-11

2. Lesung: 2 Petr 3,8-14

https://www.bibelserver.com/EU/2Petrus3%2C8-14

Evangelium: Mk 1, 1-8

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C1-8

 

Impuls zum Evangelium

„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.“

Das Markusevangelium beginnt mit diesen schlichten Worten. Evangelium bedeutet: „Gute Nachricht“ oder „gute Botschaft“. In der Antike ging es bei diesem Begriff zuerst um „gute Nachrichten“ aus der Politik oder dem Herrscherhaus. Militärische Siege, die Niederschlagung von Aufständen, oder auch der Geburtstag des göttlichen Kaisers, das waren die Evangelien des römischen Imperiums.

Das Markusevangelium erzählt uns hierzu eine Kontrastgeschichte. Es beginnt in der Wüste, in der Einsamkeit, in einer kargen lebensfeindlichen Umwelt, weit weg von den Zentren der Macht. Die Wüste, das ist aber auch der Ort der Gottesoffenbarung und Gottesbegegnung. Der Ort der Wanderung des Volkes Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft in das verheißene Land. Ein Bild auch für unseren Wandel aus der Gottesferne hin zu unserer göttlichen Heimat, zu unserer Begegnung mit Gott.

Hier in der Wüste wird die Stimme Johannes des Täufers, dem Wegbereiter Jesu hörbar – in der Einsamkeit, der Ödnis, in der Stille. Gottes Wort braucht unser Schweigen und unsere Offenheit. Unser achtsames Hinhören auf sein Wort wird uns zu ihm hinführen und mit ihm in Verbindung bringen. Sein Wort, das ist Jesus Christus. Er will unter uns wohnen und unser Leben zum Guten verändern.

(Martin Möllmann)

 

1. Adventssonntag

Die Lesungen vom 1. Adventssonntag – Lesejahr B – 29.11.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 63, 16-17.19; 64,3-7

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja63%2C16-17.19 und

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja64%2C3-7

2. Lesung: 1 Kor 1, 3-9

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther1%2C3-9

Evangelium: Mk 13, 24-37

https://www.bibelserver.com/EU/Markus13%2C24-37

 
 

AdventZeit der Erwartung und der Besinnung

So sollte es jedenfalls sein. Manchmal ist die Adventszeit aber eher eine Zeit der Hektik, die einen nicht mehr zur Besinnung kommen lässt.

Ist es dieses Jahr anders – mit Corona? Vielleicht notgedrungen ruhiger, weniger hektisch? Vielleicht auch zu ruhig? Mehr eine Zeit des hoffenden Wartens – auf ein Medikament, eine Impfung, die hilft, darauf, endlich wieder „normal“ zu leben, endlich wieder unbeschwert Freunde und Verwandte sehen zu können, ohne Angst vor Ansteckung.

Leben ist immer Warten. Das Warten ist „ein Kind der Hoffnung“. Schlimm ist es, wenn nichts mehr zu (er)warten ist.

Wer wartet, ist unsicher, aber doch sicher genug, weiter zu warten. Wer wartet, ist unruhig, aber hält das Warten aus. Wer wartet, hat Angst, dass das Warten umsonst ist, aber er geht nicht an dieser Angst zugrunde.

Advent ist leben in Wartestellung: im Wartestand sein und das Erwartete bereits leben. Advent ist nicht nur eine Zeit im Kirchenjahr, sondern eine Lebens- und Glaubenshaltung.

Advent: offene Ohren haben für die Zusage Gottes, ihm, der da kommen soll, mit offenen Armen entgegengehen, in der Gewissheit, dass er schon da ist.

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 
 
 

11. November Patrozinium

Martin, Bischof von Tours + 397

Sankt Martin, Basler Münster, Martinsturm
 

Martin von Tour ist der Patron unserer Gemeinde. Schon lange überlegen wir, wie wir ihn angemessen in unser Kapelle in Würzburg präsent machen können. Welche Darstellung wünschen wir uns? Welche Aspekte an ihm sind uns in unserer Gemeinde besonders wichtig? Immer wieder machen wir uns gemeinsam darüber Gedanken. Ein Ergebnis steht noch aus.

Martin wird meist als Reitersoldat zu Pferd dargestellt – auf weißem Pferd, weil sein Fest zu Winterbeginn liegt -, der seinen Offiziersmantel mit einem Bettler teilt, oder aber in bischöflichen Gewändern, umgeben von Armen. Sein Gerechtigkeitssinn für die Not der armen Leute ließen ihm im weithin verweltlichten Episkopat und Klerus Galliens zahlreiche Gegner erwachsen. Martins Bedeutung liegt darin, dass er das Ideal des asketischen Mönchtums mit dem Apostolat verband und damit die Grundlage für das abendländische Mönchtum schuf.

Martin ist Patron der Reisenden, Armen, Bettler, Flüchtlinge und Gefangenen. Darüberhinaus der Hirten und vieler Gewerbetreibender wie Weber, Leder- und Tuchhändler, Schneider, Müller, Bürstenbinder, Böttcher, Gastwirte, Hutmacher – und natürlich auch der Soldaten und Reiter. Ebenso ist er Patron der Ausrufer und Abstinenzler sowie der Haustiere, Pferde und Gänse.

(Klaus-Dieter Gerth)