Innehalten - Geistlicher Impuls

30. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 30. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 25.10.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Ex 22, 20-26

https://www.bibelserver.com/EU/Exodus22%2C20-26

2. Lesung: 1 Thess 1, 5-10

https://www.bibelserver.com/EU/1.Thessalonicher1%2C5-10

Evangelium: Mt 22, 34-40

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus22%2C34-40

 
 

Impuls zum Evangelium

Was ist das wichtigste Gebot für unseren Glauben? Im Evangelium vom 30. Sonntag hören wir es:

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22, 37-39)

Wir sind immer in der Gefahr, die Liebe zu Gott gegen die Liebe zum Menschen auszuspielen. Ist die Liebe zu Gott wichtiger als die Liebe zum Mitmenschen?

Gott hat es nicht nötig, den Menschen klein zu machen, um selbst groß zu sein. Das ist menschliche Denkweise. Warum möchte Gott nicht, dass wir unsere Mitmenschen geringer als ihn achten? Weil ihn keiner wirklich lieben kann, der seine Schwester oder seinen Bruder hasst, herabsetzt, ausbeutet, vernachlässigt oder abschreibt. Gottes- und Menschenliebe gehören untrennbar zusammen.

Machen wir uns immer wieder bewusst: Erst durch den Menschen finden und lieben wir Gott, da Gott als Mensch zu uns kam. Wer seinen Mitmenschen liebt, kann Gott lieben. Die Kraft zur Liebe aber kann uns nur Gott geben. Er ist es, der uns fähig macht, wahrhaft zu lieben.

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 

29. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 29. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 18.10.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 45, 1.4-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja45%2C1.4-6

2. Lesung: 1 Thess 1, 1-5

https://www.bibelserver.com/EU/1.Thessalonicher 1%2C1-5

Evangelium: Mt 22, 15-21

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus22%2C15-21

 
 

Impuls zum Evangelium

„Wessen Bild und Aufschrift ist auf der Münze?“ fragt Jesus die Pharisäer, die ihm eine Falle stellen wollen. Und sie müssen ihm sagen, dass es das Bild des Kaisers ist. „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (vgl. Mt 22,21)

Jesus fängt die Pharisäer in ihrer eigenen Falle. Man muss wissen, dass die religiösen Führer römisches Geld als etwas Sündhaftes ansahen. Wer im Tempel opfern wollte, musste sein römisches Geld vorher in jüdisches Geld umtauschen. Und doch haben die Pharisäer gleich eine römische Münze zur Hand, als Jesus sie danach fragt. Nicht nur, dass Jesus damit beweist, dass er selbst kein Geld hat, er stellt auch die Pharisäer vor allen anderen in ihrer Doppelmoral bloß.

Jesus geht es aber in erster Linie nicht um das Geld. Es geht ihm vielmehr um unsere Sicht der Dinge: sehen wir alles unter dem Gesichtspunkt des Nutzens, des Mehrwerts, des Gewinns, oder gibt es andere Kriterien? Bei Jesus geht es um die Offenheit für Gott, wir sollen Gott den Raum geben, der ihm gebührt. Wer sich Gott übergibt, der kann dem Kaiser, dem Staat geben, was ihm gebührt. In diesem Sinne können Christen, aber auch Mitglieder anderer Religionen, sehr gute, wenn auch zugleich kritische Staatsbürger sein. Wer Gott als Lebensaussicht anerkennt, kann mit dem Geld umgehen und wird sich weder in Besitz noch in der Gewinnsucht verlieren.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

28. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 28. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 11.10.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 25, 6-10

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja25%2C6-10

2. Lesung: Phil 4, 12-14.19-20

https://www.bibelserver.com/EU/Philipper4%2C12-14.19-20

Evangelium: Mt 22, 1-14

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus22%2C1-14

 

27. Sonntag im Jahreskreis – ERNTEDANK

Die Lesungen vom 27. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 04.10.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Gen 8,6.8-13.20-22

https://www.bibelserver.com/EU/Genesis8%2C6.8-13.20-22

2. Lesung: Jak 1,16-18.22-25

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus1%2C16-18.22-25

Evangelium: Mt 6, 19-34

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus6%2C19-34

 
 

Erntedank

Danksagen für all die guten Gaben, die wir immer wieder empfangen.

Dank sagen, dass wir hier genug zu essen haben, dass wir sogar eine riesige Auswahl an verschiedenen Nahrungsmitteln haben, was nicht für jeden Menschen auf unserer Erde selbstverständlich ist.

Danksagen für die Schönheit der Natur, die du, Gott, geschaffen hast, und die wir bewahren und schützen sollen.

Danksagen dafür, dass wir in unserem Land in Freiheit und Frieden leben können. Dass wir ein soziales Sicherungsniveau haben, um das uns viele beneiden.

Danksagen für all die Menschen um uns herum, unsere Familie, unsere Freunde, unsere Bekannten, mit denen wir in Kontakt sind, wenn vielleicht auch durch Corona zum Teil nur eingeschränkt. Danksagen für die Liebe und Freundschaft, die uns zuteil wird.

Danksagen, wenn wir gesund sind, für Arme und Hände, mit denen wir Dinge heben, bewegen und befühlen können, für Beine und Füße, mit denen wir laufen können. Danksagen für unseren Verstand, damit wir denken können. Danksagen für unsere Augen, mit denen wir sehen können und für die Lippen, mit denen wir küssen können, für unsere Zunge, mit der wir miteinander sprechen können.

Danksagen für unser Herz, mit dem wir einander lieben können.

Wir danken dir, Gott, für alle diese guten Gaben, du hast sie uns geschenkt.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

26. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 26. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 27.09.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Ez 18, 25-28

https://www.bibelserver.com/EU/Ezechiel18%2C25-28

2. Lesung: Phil 2, 1-11

https://www.bibelserver.com/EU/Philipper2%2C1-11

Evangelium: Mt 21, 28-32

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus21%2C28-32

 

Impuls zum Evangelium

Wieder einmal streitet sich Jesus mit den den Schriftgelehrten und Ältesten, und so erzählt er ihnen ein Gleichnis. Und wieder einmal geht es um einen Weinberg, wie auch am letzten Sonntag.

Für jüdische Ohren verband sich mit dem Bild des Weinberges das jüdische Volk bzw. Israel. Gott hatte einen Weinberg angelegt auf einem fruchtbaren Hügel, ihn mit Edelwein bepflanzt und alles Mögliche für seine Fruchtbarkeit und seinen Schutz getan. Aber er brachte nur faule Beeren. Und so wurde der Schutz entfernt, die Mauer eingerissen und er wurde nicht mehr gewässert und gepflegt. (vgl. Jes 5, 1-7)

In dem Gleichnis Jesu will nun der Besitzer seine Söhne zum Arbeiten in den Weinberg schicken. Der eine sagt nur „Ja, Ja“, tut aber nichts, der andere weigert sich schlicht. Diesen anderen aber reut es und er befolgt dann doch die Anweisung seines Vaters. Auf die Frage Jesu, wer den Willen des Vaters erfüllt hat, müssen die Schriftgelehrten und Ältesten antworten, dass der Weigerer es getan hat.

Jesus hält ihnen so mit diesem Gleichnis einen Spiegel vor, denn sie sind wie der erste Sohn. Sie sagen immer „ja, ja“, indem sie die Gesetze einhalten. Sie tun nach außen hin Gottes Willen. Jeder kann sehen, wie fromm und gut sie sind, wie sie fasten, wie sie den Dienst im Tempel versehen. Die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten und ihre guten Taten absolvieren sie öffentlich, nachprüfbar. Keiner soll daran zweifeln können. Jeder soll sehen: Schaut her, wie gläubig und gut wir sind. An ihrer fest gebauten Glaubenswahrheit kann nichts kratzen. Deshalb kann sie nicht einmal Johannes der Täufer mit seiner Predigt erreichen, und auch nicht Jesus. Sie sind so von sich überzeugt und merken dabei nicht einmal, dass Gott hier auf eine ganz neue, ganz überraschende Weise in ihr Leben tritt. Denn sie rechnen eigentlich gar nicht mit ihm.

Ganz anderes dagegen die Sünder, Zöllner und Dirnen. Diese gehen zunächst nicht auf Gottes Wegen, lassen sich dann aber anrühren von ihm und seiner Botschaft. Sie sehen ihr bisheriges Leben plötzlich in einem anderen Licht, kehren um und fangen neu an.

Das Gleichnis will auch uns heute verunsichern, provozieren, zum Nachdenken bringen. Es will unsere Gewissheiten in Frage stellen. So hält es z.B. den Menschen einen Spiegel vor, die zwar sonntags in die Kirche gehen, um gesehen zu werden, dann aber heimgehen, und wieder mit den Mitmenschen zerstritten sind. Es hält den Menschen den Spiegel vor, die nicht verzeihen können, die streitsüchtig sind, Menschen hassen – und trotzdem jeden Sonntag in die Kirche gehen und sich vielleicht für gute Christen halten..

Jesus hat uns da aber etwas anderes verkündet und vorgelebt.

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 

25. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 25. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 20.09.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 55, 6-9

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja55%2C6-9

2. Lesung: Phil 1, 20-24.27

https://www.bibelserver.com/EU/Philipper1%2C20-24.27

Evangelium: Mt 20, 1-16

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus20%2C1-16

 

Impuls zum Evangelium

Ich glaube, wir können uns alle denken, wen Jesus im Evangelium mit dem Gutsbesitzer meint: es ist Gott. Und wenn er jedem Arbeiter, gleich wieviel er gearbeitet hat, den ganzen Tageslohn von einem Denar zukommen lässt, dann heißt das nichts anderes, als das Gott jedem Menschen das gibt, was er zum Leben braucht. Und das kann sehr unterschiedlich sein, nicht jede und jeder braucht dasselbe.

Problematisch wird es, wenn wir dem anderen nicht gönnen, was er hat, wenn wir neidisch werden, statt uns für ihn zu freuen, das es ihm gutgeht.

Gott denkt oft anders, als wir Menschen es tun oder gerne hätten, und er handelt oft anders, als wir es tun würden. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege – Spruch des Herrn!“ (Jes 55, 8), so verkündete es schon der Prophet Jesaja im 6. Jahrhundert v. Chr. den Israeliten im babylonischen Exil. Dieser „Gottesspruch“ passt sehr gut zum Evangelium, in dem es vor allem auch um die Güte Gottes geht, nicht um Gerechtigkeit, wie wir sie verstehen. Und so trifft uns sein Wort: „Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“

(Klaus-Dieter Gerth)

 

24. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 24. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 13.09.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Sir 27,30-28,7

https://www.bibelserver.com/EU/Sirach27%2C30 und

https://www.bibelserver.com/EU/Sirach28%2C1-7

2. Lesung: Röm 14, 7-9

https://www.bibelserver.com/EU/Römer14%2C7-9

Evangelium: Mt 18, 21-35

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus18%2C21-35

 

23. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen von 23. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 06.09.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Ez 33, 7-9

https://www.bibelserver.com/EU/Ezechiel33%2C7-9

2. Lesung: Röm 13,8-10

https://www.bibelserver.com/EU/Römer13%2C8-10

Evangelium: Mt 18, 15-20

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus18%2C15-20

 

22. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 22. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 30.08.20

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jer 20, 7-9

https://www.bibelserver.com/EU/Jeremia20%2C7-9

2. Lesung: Röm 12, 1-2

https://www.bibelserver.com/EU/Römer12%2C1-2

Evangelium: Mt 16, 21-27

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus16%2C21-27

 

21. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 21. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 23.08.20

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 22, 19-23

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja22%2C19-23

2. Lesung: Röm 11, 33-36

https://www.bibelserver.com/EU/Römer11%2C33-36

Evangelium: Mt 16, 13-20

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus16%2C13-20

 

20. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 20. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 16.08.20

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 56, 1.6-7

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja56%2C1.6-7

2. Lesung: Röm 11,13-15.29-32

https://www.bibelserver.com/EU/Römer11%2C13-15.29-32

Evangelium: Mt 15,21-28

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus15%2C21-28

 

19. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 19. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 9.08.20

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung ist unterstrichelt.

1. Lesung: 1 Kön 19, 9a.11-13a

https://www.bibelserver.com/EU/1.Könige19%2C9.11-13

2. Lesung: Röm 9, 1-5

https://www.bibelserver.com/EU/Römer9%2C1-5

Evangelium: Mt 14, 22-33

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus14%2C22-33

 

Impuls zum Evangelium

Die Jünger bekommen Angst, als sie Jesus auf dem Wasser kommen sehen. Zusätzlich zum Hin-  und Hergeworfen-Sein des Bootes und dem Wind nun auch noch ein „Gespenst“! Aber Jesus beruhigt sie: Habt Vertrauen, ich bin es, fürchtet euch nicht!“ (Mt 14,27)

Und Petrus ist begeistert und sagt spontan: „Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme.“ (Mt 14,28)

Während die anderen Jünger noch immer ängstlich am Boden kauern und um ihr Leben bangen, steigt er aus dem Boot aus. Diese Haltung des Petrus kann uns inspirieren und Vorbild sein:  Manchmal stehen auch  wir vor wichtigen Entscheidungen und fühlen uns wie vor einem Sprung ins „kalte Wasser“. Unsere Unentschlossenheit kann in bestimmten Situationen sicherlich vernünftig sein. Schließlich wollen wir ja nicht ertrinken. Aber auch die Reaktion des Petrus ist nicht einfach blind oder unüberlegt. Allein auf sich gestellt wäre er mit einer Schwimmweste sicher besser dran, und das weiß er auch. Aber Christus sagt zu ihm: „Komm!“.

Es ist dies die Geschichte eines Gehorsams aus dem Glauben. Wenn wir tief in unserem Herzen sicher sind, dass Jesus „Komm“! zu uns sagt, dann ist der Sprung eine gute Entscheidung, denn er beruht auf Glauben und Vertrauen, und wir wissen, dass er uns auffängt.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

18. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 18. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A – 2.08.20

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 55, 1-3

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja55%2C1-3

2. Lesung: Röm 8,35.37-39

https://www.bibelserver.com/EU(Römer8%2C35.37-39

Evangelium: Mt 14, 13-21

https://www.Bibelserver.com/EU/Matthäus14%2C13-21

 

Impuls zum Evangelium

Im Evangelium wird uns berichtet, dass Jesus allein sein wollte, aber die Menschen folgten ihm und „er hatte Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen waren“ (Mt.14,14).

In dem sich anschließenden Bericht über die Brotvermehrung, ob sie sich historisch so abgespielt hat oder nicht, geht es in erster Linie um Zahlensymbolik: in Jesus Christus ist die ganze Fülle des Gottesreiches schon angebrochen. Das Reich der Gerechtigkeit ist nicht mehr aufzuhalten. Es zeigt sich darin, dass es Brot und Fisch für alle gibt, es zeigt sich darin, dass Menschen bereit sind oder werden, solidarisch zu denken, zu handeln, zu teilen. Alle werden satt und es bleibt noch genug übrig für alle, die das Reich Gottes ersehnen.

Das ist die frohe Botschaft, die uns hier verkündet wird. Und die auch uns in die Nachfolge ruft. Es geht um Menschen, die hungern nach Liebe und Gerechtigkeit, nach Solidarität und Mitgefühl, die geheilt werden wollen von ihren Krankheiten und Nöten, und sicher auch von ihrem ganz konkreten Hunger. Tausende sind Jesus gefolgt, weil sie sich all dies von ihm erhofft haben. Er heilt die Krankheiten, er stillt den Hunger und gibt sich so zu erkennen, oder besser gesagt: Gott gibt sich in ihm zu erkennen. Die Jünger aber – und damit sind auch wir gemeint – helfen austeilen: das Brot für den Leib und das gute Wort für die Seele, oder richtiger: Beides für Leib und Seele.

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 

17. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 17. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt

1. Lesung: 1 Kön 3,5.7-12

https://www.bibelserver.com/EU/1Könige3%2C5.7-12

2. Lesung: Röm 8, 28-30

https://www.bibelserver.com/EU/Römer8%2C28-30

Evangelium: Mt 13, 44-52

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus13%2C44-52

„Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte …“ (Mt 13,45)
 

Impuls zu Mt 13, 52

Jeder Schriftgelehrte, der zu Gottes himmlischem Reich gehört und das, was er darüber gelernt hat, weitergibt, ist wie ein Hausherr, der aus seiner Vorratskammer Neues und Altes hervorholt.“

Ein reichhaltiger Schatz

In dem heutigen Evangelium wird das Wort Gottes bzw. das, was es bewirkt, mit einem Schatz verglichen, der kostbar wie Reichtum ist.

Nun kenne ich kaum einen Menschen, der sich nicht darüber freuen würde, wenn er reicher wird. Tatsächlich spielen viele Menschen Lotto, weil sie hoffen, plötzlich reich zu werden. Im Evangelium wird jedoch geschildert, dass es etwas gibt, dass eben so viel Freude machen kann: Worte von Gott.

Christen finden einen solchen Schatz im Evangelium, denn die Texte bezeugen Gottes Wirken, seinen Willen, seine Gegenwart und seine Liebe zu uns. In dem wir das Evangelium zu lesen, werden wir „ein Jünger des Himmelreichs“, von dem wir im „Vater unser“ beten, dass es mehr Raum einnehmen soll: „Dein Reich komme!“

Hier finde ich den Vergleich mit dem Hausherrn besonders interessant. Sein Studium des Evangeliums ist wie ein Schatz in einer Vorratskammer. Er holt nicht alles auf einmal hervor, sondern das, was gebraucht wird. Da ist „Neues und Altes“ dabei. D.h., nicht nur das Neue zählt. Und auch nicht nur das Alte. Außerdem hat er seinen Schatz nicht nur für sich, sondern er teilt davon aus.

Für uns „Reformkatholiken“ ist klar, mit dem „Hausherrn“ sind nicht nur die Geistlichen angesprochen, sondern alle! Entdecken wir das Evangelium und was es heute bewirkt. Sammeln wir unsere Einsichten wie einen Schatz, wie einen Vorrat für herausfordernde Zeiten. Freuen wir uns darüber wie Reichtum – und teilen wir in der Gemeinde davon aus!

(Pfr. Niki Schönherr)

 

16. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 16. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt.

1. Lesung: Weish 12, 13.16-19

https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit12%2C13.17-19

2. Lesung: Röm 8, 26-27

https://www.bibelserver.com/EU/Römer8%2C26-27

Evangelium: Mt 13,24-43

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus13%2C24-43

 
 

Impuls zum Evangelium

Wer jemals mit der Realität des Bösen in seiner vielfältigsten Form konfrontiert war, angefangen bei den alltäglichen Gemeinheiten eines Mitmenschen bis zu den Taten von Verbrechern und Terroristen oder den Gräueltaten im Krieg, dem drängt sich geradezu die Frage auf: „Wie kann Gott das zulassen?“ Warum hält er nicht strenges Gericht und bestraft die Bösen oder verhindert wenigstens ihre Taten? Anscheinend lässt er sie einfach gewähren. Aber wäre unsere Welt nicht viel besser, wenn auch Gott mal so richtig „durchgreifen“ würde?

Das Gleichnis vom Unkraut und dem Weizen (Mt 13, 24-30) gibt darauf eine überraschende Antwort: Gutes und Böses sind in unserer Welt derart eng miteinander verflochten, dass derjenige, der das Böse ausrotten will, unweigerlich auch das Gute mit zerstören würde.

Im Alten Testament findet sich die Geschichte von der Sintflut (Gen 6, 5 und folgende Kapitel). Sie endet damit, dass Gott verspricht: „Ich werde den Erdboden wegen des Menschen nie mehr verfluchen, denn das Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend an …“ (vgl. Gen 8,21)

Im Menschen lebt immer beides, Gutes und Böses, und es keinen Menschen, keine Gruppe oder kein Volk, die nur gut oder nur böse wären. In jedem Menschen, in jedem von uns, steckt neben dem Guten auch das Böse, es lässt sich nie ganz ausmerzen. Und es zeigt sich in Taten, die man als gut oder böse benennen kann. Wie oft verletzen wir zum Beispiel andere Menschen allein mit Worten, absichtlich oder unabsichtlich?

Jesus hat an das Gute im Menschen geglaubt, er kam, um zu retten und nicht um zu richten. Dadurch hat er vielen Menschen, die von den anderen „abgeschrieben“ waren, sogar hoffnungslosen Fällen, einen neuen Anfang ermöglicht.. Er hat auf dem Keim des Guten gebaut. Der „Weizen“, die Kraft des Guten, mag sich so als stärker erweisen als das „Unkraut“.

Wollte Gott also wirklich Gericht halten, um das Böse auszurotten, blieben auch wir nicht verschont. Gottes Geduld mit der menschlichen Schwäche und Sünde sollte uns also dazu veranlassen, dies zu ertragen, statt zu verurteilen und Ausgrenzungen vorzunehmen

(Klaus-Dieter Gerth)

 

15. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 15. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 55, 10-11

https://www.bibelserver.de/EU/Jesaja55%2C10-11

2. Lesung: Röm 8, 18-23

https://www.bibelserver.de/EU/Römer8%2C18-23

Evangelium: Mt 13, 1-23

https://www.bibelserver.de/EU/Matthäus13%2C1-23

 
Foto: KDG
 

Impuls zum Evangelium

Jesus hat keine fertige Lehre, keine Merksätze verkündet, er hat den Menschen Geschichten erzählt, Geschichten, die Fragen offen ließen, die die Fantasie anregten und die zum Denken, Nachdenken anregten.

Vielleicht denken wir heute manchmal, dass wir diese Geschichten Jesu ja schon alle kennen, oft gehört haben, oft darüber gepredigt wurde, und vielleicht haben die Gleichnisse und Geschichten aufgrund dieser Gedanken für uns ihre Spannung verloren. Aber man kann immer wieder Neues entdecken in diesen Texten, neue Aspekte, neue Sichtweisen – und vielleicht auch unerwartete Erkenntnisse.

Vielleicht kann uns eine Variante der Geschichte vom Sämann und der Saat helfen, dieses Gleichnis in unsere heutige Zeit zu übersetzen:

„Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen – Jesus von Nazareth. Und er säte Worte in mein Lebensfeld:

Worte, die mir Hoffnung und Trost geben sollten;

Worte, die mich zum Umdenken provozieren sollten;

Worte, die mir den Frieden ins Herz legen sollten;

Worte, die meinem Leben ein Ziel setzen konnten.

Und als er säte, fiel einiges auf meine Gleichgültigkeit und Oberflächlichkeit. Anderes traf meine Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Manches prallte ab an meiner Sturheit, an der Mauer meiner Vorurteile, die ich zu meinem Schutz errichtet hatte. Einiges aber fiel durch meine Ängste und Gewohnheiten hindurch tief in mich hinein, auf gutem Boden, jenseits meiner Dornen und Steine. Und es keimte, meldete sich zum Leben und ging auf als Unruhe und Frage, als Bereitschaft umzukehren, als neuer Versuch, der Botschaft Jesu auf der Spur zu bleiben.“ *

Die Geschichte Jesu kann so zu einer Hoffnungsgeschichte auch für mich hier und heute werden. Ich muss nicht alles verstehen, aber der eine Satz Jesu, der mich im Innersten trifft und von dem ich mich treffen lasse, kann mich verändern und in mir etwas zur Entfaltung bringen.

(Klaus-Dieter Gerth)

*nach Manfred Fischer, Variationen und Meditationen für unsere Zeit, Stuttgart 1980, 69f.

 

14. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 14. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt.

1. Lesung: Sach 9, 9-10

https://www.bibelserver.de/EU/Sacharja9%2C9-10

2. Lesung: Röm 8,9.11-13

https://www.bibelserver.de/EU/Römer8%2C9.11-13

Evangelium: Mt 9,9-13

https://www.bibelserver.de/EU/Matthäus11%2C25-30

 
Foto: KDG
 

Impuls zum Evangelium


Jesus ruft im Evangelium die Mühseligen und Beladenen zu sich. Diejenigen, die sich im Gegensatz zu den Klugen und Weisen schwer tun, sich im Leben durchzusetzen.

Jesus beruft die Kleinen, aber er macht sie nicht klein! – Er beruft die Schwachen, aber er macht sie nicht schwach! Gleichzeitig gibt er ihnen einen Auftrag. Sie sollen von ihm lernen und sein Joch annehmen. Er beruft sie zur Mitarbeit an Gottes Reich. Hierfür hat der Vater die Kleinen und Schwachen erwählt. Bei Jesus finden sie die Ruhe und Kraft, die sie für diese Aufgabe brauchen.

(Martin Möllmann )

 

13. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 13. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt.

1. Lesung: 2 Kön 4,8-11.14-16a

https://www.bibelserver.com/EU/2Könige4%2C8-11.14-16

2. Lesung: Röm 6,3-4.8-11

https://www.bibelserver.com/EU/Römer6%2C3-4.8-11

Evangelium: Mt 10, 37-42

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus10%2C37-42

 

Impuls zum Evangelium

Ein Evangelium, das sperrig ist, uns einiges zumutet:

„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig“ – „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.“Wer sein Leben gewinnen will, wird es verlieren“

Ist das eine Frohe Botschaft? Das sind eher radikale Worte, denen wir auf den ersten Blick vielleicht nicht ungeteilt zustimmen können. Ja, aber, würden wir sagen …

Also einfach weghören – oder vielleicht doch die leise Ahnung haben, dass hinter diesen widersprüchlichen Worten mehr stecken muss, als was wir aufs Erste heraushören?

Vielleicht kann uns eine kleine Geschichte dabei helfen:

Ein Wanderer rutschte auf dem schmalen Weg durch die Schlucht aus und stürzte die steile Wand hinunter. In letzter Sekunde konnte er sich mit einer Hand an einer Wurzel festhalten. Doch die lockerte sich zusehends unter der schweren Last. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis er in die Tiefe fiel. Der Verunglückte entdeckte neben sich in der Ritze der Felswand eine Walderdbeere, die vollreife Früchte trug. Während er sich mit der linken Hand an die Wurzel klammerte, pflückte er mit seiner Rech­ten die reifen Beeren: Wie köstlich sie schmeckten …*

Die Geschichte wirft eine entscheidende Frage auf: Was würden wir in einer ähnlichen Situation tun? Was würden wir tun, wenn wir nichts mehr tun können?

Dem Wanderer in der Geschichte blieb keine Wahl, und so genoß er den kurzen, süßen Augenblick. Aber genau dadurch kippte seine aussichtslose Lage um: obwohl er dem Tod geweiht war, wählte er die Freiheit, die Freiheit des Augenblicks, die Freiheit zum Leben.

Die Worte Jesu wollen uns auf eindringliche Weise genau das sagen: Wer sich an Menschen, und seien es noch so nahe Angehörige, hängt, wer sich an Sachen, und seien sie noch so wertvoll, hängt, wer Leid und Unsicherheit um jeden Preis vermeiden will und in allem auf Sicherheit und Gesundheit setzt, der ist nicht wirklich lebendig. Er ist ein Gefangener: seiner Familie, seiner Gefühle, seines Besitzes, seiner Angst.

Wer wirklich leben will, wer wirklich frei sein will, darf sein Herz nicht „besessen“ an Menschen oder an Dinge hängen, er darf sich von ihnen nicht gefangen und vereinnahmen lassen, er muss loslassen können. Nur wer sein Herz an Gott hängt, der ist wirklich frei und kann dann Menschen vorbehaltlos lieben und sich an Dingen wirklich erfreuen und dankbar sein, der kann auch schlimme und leidvolle Situationen ertragen, und der kann voller Dankbarkeit loslassen, wenn es sein muss.

(Klaus-Dieter Gerth)

* aus: Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten für die Sonn- und Festtage im Lesejahr A, Seite 150

Foto: KDG
 

12. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 12. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt.

1. Lesung: Jer 20, 10-13

https://www.bibelserver.com/EU/Jeremia20%2C10-13

2. Lesung: Röm 5, 12-15

https://www.bibelserver.com/EU/Römer5%2C12-15

Evangelium: Mt 10, 26-33

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus10%2C26-33

 

Impuls zum Evangelium

„Fürchtet euch nicht vor den Menschen!“ (Mt 10,26)

Dietrich Bonhoeffer hat zu dieser Stelle in seiner Schrift „Nachfolge“ folgendes geschrieben:

„Die Macht, die den Menschen für kurze Zeit auf dieser Erde gegeben ist, ist nicht ohne Gottes Wissen und Willen. Fallen wir in des Menschen Hände, trifft uns Leiden und Tod durch menschliche Gewalt, so sind wir doch dessen gewiß, dass alles von Gott kommt. Er, der keinen Sperling zu Boden fallen sieht ohne sein Wollen und Wissen, er läßt den Seinen nichts geschehen, als was ihnen und der Sache, für die sie stehen, gut und nützlich ist. Wir sind in Gottes Händen. Darum, fürchtet euch nicht!“

(Dietrich Bonhoeffer, Nachfolge, GTB 455, 208f.)

Wir sind in Gottes Händen – das ist das, was uns Jesus immer wieder verkündet und vorgelebt hat. Für Gott ist jede und jeder Einzelne so wertvoll, dass er niemanden verlieren möchte.

Das Evangelium stellt die Gottesfurcht gegen die Menschenfurcht. Die Gottesfurcht besteht dabei darin, Achtung zu haben vor dem Wert und der Würde, die Gott uns gegeben hat. Im Wort „Ehrfurcht“ kommt am besten zum Ausdruck, was gemeint ist, es geht nicht darum, vor Gott Angst zu haben. Wir sollen uns nicht verbiegen lassen in unseren Überzeugungen aus Angst vor Menschen.

Wir wissen aus der eigenen Erfahrung, dass es uns nicht gutgeht, wenn wir aus Menschenfurcht feige waren, wenn wir unsere Überzeugung verschwiegen oder sogar verraten haben. Nach Situationen allerdings, in der wir uns zu unseren Überzeugungen bekannten, und dazu gehört auch unsere christliche Überzeugung, wenn wir aus innerster Überzeugung gehandelt haben, dann haben wir ein gutes Gefühl, selbst wenn wir vielleicht Verletzungen, Nachteile oder Ausgrenzungen in Kauf nehmen mussten. Wir haben das Gefühl, richtig gehandelt zu haben.

Jesus stand zu seinen Überzeugungen, weil er sich eins wusste mit seinem Vater (vgl. Joh 10,30), und diese Überzeugungen führten letztlich zum Weg in die Passion. Menschen haben ihn auf grausame Weise getötet, aber seine Botschaft vom liebenden Vater, seine Liebe zu uns konnten sie nicht auslöschen. Sie lebt weiter. Und auch er lebt, er wurde von Gott auferweckt von den Toten. Das feiern wir an Ostern und letztlich an jedem Sonntag.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

11. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 11. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebene Textstelle ist unterstrichelt

1. Lesung: Ex 19, 2-6a

https://www.bibelserver.com/EU/Exodus19%2C2-6

2. Lesung: Röm 6, 6-11

https://www.bibelserver.com/EU/Römer5%2C6-11

Evangelium: Mt 9, 36 – 10,8

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus9%2C36-38 und

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus10%2C1-8

 
„… denn sie waren … wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ (vgl. Mt 9,36)
 

Impuls zum Evangelium

Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Mt 9,36

Im Urlaub sah ich von der Ferienwohnung aus eine Schafherde ohne Hirten eingezäunt am anderen Ufer der Elbe. Tag und Nacht und bei jedem Wetter waren sie dort auf sich gestellt. Als ich mit der Fähre übersetzte, bot sich mir aus der Nähe ein trauriger Anblick auf die Tiere: ihr Fell war schmutzig und wies viele kahle und abgewetzte Stellen auf. Ängstlich suchten sie das Weite – sie waren viel scheuer als die von einem Schäfer begleiteten Wanderschafe auf Hiddensee oder in der Rhön.

Aber warum sind auch Menschen müde und erschöpft – vergleichbar einer Schafherde ohne Hirten?

Das mag auch mit daran liegen, dass damals und heute sich Menschen sich mit dem Anspruch in den Vordergrund drängen, dass jeder unbedingt auf sie hören sollte. Wie anstrengend ist es in Corona-Zeiten, Wahrheit und „Fake news“ zu unterscheiden! Manche erklären sich selbst sogar zu Sprachrohren Gottes.

Der dreifaltige Gott hat liebevolles Mitleid mit uns. Darum offenbarte sich Jesus Christus auch als guter Hirte, nachdem in Betlehem ein Teil Gottes Mensch wurde.

Der gute Hirte sieht uns liebevoll an und redet direkt zu uns. Ganz häufig, indem unser Herz uns drängt, etwas im Geiste Jesu Christi zu tun. Ich glaube, dass wir oft mehr mit ihm verbunden sind, als wir vielleicht denken.

(Pfr. Niki Schönherr)