Innehalten - Geistlicher Impuls

3. Sonntag der Osterzeit

Sonntag vom Guten Hirten

Die Lesungen vom Guten Hirten Sonntag – 18.04.2021

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt

1. Lesung: Ez 34, 11-16

https://www.bibelserver.com/EU/Ezechiel34%2C11-16

2. Lesung: 1 Petr 5, 1-4

https://www.bibelserver.com/EU/1Petrus5%2C1-4

Evangelium: Joh 10, 11-18

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes10%2C11-16

 

Impuls zum Evangelium

Jesus stellt sich im heutigen Evangelium als der gute Hirte vor. Der Hirte, das ist im alten Orient ein Bild für den guten fürsorgenden Herrscher. Heute kennen wir dieses Bild weniger im politischen als im religiösen Bereich. Der Bischof, die Bischöfin, aber auch der Pastor oder die Pastorin werden Hirten genannt. Ich denke beim „guten Hirten“ derzeit auch und besonders an die sogenannten Care-Berufe. Berufe im sozialen Bereich, wie zum Beispiel Kindergärtner oder Altenpflegerin. Menschen, die gerne für andere da sind, die bereit sind, sich auf deren Bedürfnisse einzulassen.

Der gute Hirte kennt die Seinen und setzt sein Leben für sie ein. Er hat eine persönliche Beziehung zu den Schafen. Sie sind nicht Nummern, Betriebskapital oder statistische Zahlen. Im Evangelium wird dem Hirten der „bezahlte Knecht“ gegenübergestellt. Der Knecht flieht, wenn es kritisch wird. Er macht den Job nur wegen der Bezahlung, ihm liegt nichts an den Schafen. Wenn Gefahr droht, der Wolf kommt, dann könnte es auch für ihm brenzlig werden und er geht in Deckung. Der Schutz seiner eigenen Person wird höher bewertet als das Leben der Schafe. Das Hemd ist nun mal näher wie die Hose. Leider ist dieses Prinzip oft auch in anderen Zusammenhängen so vorzufinden. Jesus ist anders. Er ist der gute Hirte. Er gibt sein Leben für die Schafe. Er wurde gekreuzigt, während seine Jünger davongelaufen sind. Und nach seiner Kreuzigung sind ihm zuerst einmal nur die Frauen treu geblieben. So waren sie auch die ersten Zeugen seiner Auferstehung.

Jesus gibt als guter Hirte sein Leben für die Schafe und er nimmt es wieder, so der heutige Text. Wenn wir an Jesu Gebet im Garten Gethsemane vor seiner Gefangennahme denken, war es ein schwerer Kampf, den er im Angesicht des Todes ausstehen musste. Doch nach seiner Auferstehung war sein Leiden und sein Kreuzestod kein tragischer Unfall, keine Katastrophe mehr.

Am Sonntag von guten Hirten dürfen wir dankbar sein, für all das Gute das wir von Gott und von liebevollen Menschen empfangen haben. Gleichzeitig mag es für uns Ansporn sein, unsere eigenen fürsorglichen Seiten in uns zu entdecken und zu pflegen.

(Martin Möllmann)

 

2. Sonntag in der Osterzeit

Die Lesungen vom 2. Sonntag in der Osterzeit – Lesejahr B – 11.04.2021

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt

1. Lesung: Apg 4, 32-35

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte4%2C32-35

2. Lesung: 1 Joh 5, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/1Johannes5%2C1-6

Evangelium: Joh 20, 19-31

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes20%2C19-31

 

Impuls zum Evangelium

Thomas – der Zweifler

„Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.“ (Joh 20, 25)

Ist er uns nicht eigentlich sympathisch, dieser angeblich „ungläubige“ Thomas? Würden wir nicht genauso reagieren? Wir wollen doch nicht blind irgendwelchen Behauptungen glauben, schon gar nicht in dieser Zeit der Verschwörungstheorien, der Fake News und der Querdenker.

Aber was unterscheidet denn Thomas von den anderen Jüngern? Er hat Jesus nicht lebendig vor sich gesehen, seine Gegenwart gespürt und seine beruhigende Stimme gehört, die Frieden gewünscht hat. Er hat diese Erfahrung der anderen Jünger nicht machen können. Diese Erfahrung macht er erst, als er selbst Jesus gegenübersteht.

Glauben entsteht nicht durch Behauptungen, Annehmen von Lehrsätzen oder theologischen Überlegungen. Glaube entsteht durch persönliche Begegnung, durch Erfahrungen und durch das Vorbild anderer. Glaube ist der Sprung, das Sich-fallen-lassen in Gott hinein, in der festen Hoffnung, gehalten und getragen zu sein in allen Situationen des Lebens. Die Überzeugung zu haben, dass man geliebt ist und dass letztlich alles gut sein wird.

Thomas hat geglaubt, weil er dem Auferstandenen persönlich begegnet ist, ihn leibhaftig vor sich gesehen hat: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du.“

Unsere Begegnung mit Gott ist eine andere. Wir begegnen ihn in unseren Mitmenschen, die uns ihren Glauben vorleben und uns so zum Glauben bringen. Wir machen vielfältige Erfahrungen, die uns spüren lassen: Ja, ich bin von Gott gehalten. Ich spüre, dass Gott auch mich, wie damals Jesus verkündet hat, liebt und nicht zugrunde gehen lässt, dass er mein Leben und nicht meinen Tod will.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Ostern – Auferstehung des Herrn

Die Lesungen der Osternacht und vom Ostertag – 03. und 04. 04.2021

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In der Osternacht:

(Lesungen der Nachtwache im Jahrbuch angegeben)

neutestamentliche Lesung: Röm 6, 3-11

https://www.bibelserver.com/EU/Römer6%2C3-11

Osterevangelium: Mk 16, 1-8

https://www.bibelserver.com/EU/Markus16%2C1-8

Am Tag:

1. Lesung: Apg 10, 34a.37-43

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte10%2C34.37-43

2. Lesung: Kol 3, 1-4

https://www.bibelserver.com/EU/Kolosser3%2C1-4

Evangelium: Joh 20, 1-9 oder 20, 1-18

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes20%2C1-18

 

Ostern – ein Fest des Lebens

„Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!“ So begrüßen die Christen der Ostkirche einander am Ostermorgen – in der Freude über das unfassbare Geheimnis, welches wir Christen an Ostern feiern dürfen.

Das leere Grab, das die Frauen vorfanden, als sie in der Morgenfrühe den Leichnam Jesu salben wollten, dieses leere Grab allein konnte den Osterglauben nicht begründen, auch nicht bei den Jüngern, die sie gleich informierten. Erst die Begegnung mit dem auferstandenen Herrn und seine Deutung der Heiligen Schriften bestärkten die Jünger nach und nach im Glauben an das Unfassbare: Der Herr ist wirklich auferstanden!

Dann aber bricht sich in ihren Herzen immer klarer der Glaube Bahn: Jesus, der Gekreuzigte, lebt! Er lebt und ist für uns Quelle unseres Lebens.

Wie kein anderes Fest im Kirchenjahr ist Ostern ein Fest des Lebens, ein Fest, an dem wir das Leben feiern, trotz aller alltäglichen Widrigkeiten und Hindernissen. Ostern sagt uns, dass Gott das Leben eines jeden Menschen gewollt hat und es erhält, auch in Leid, Krankheit, Behinderung, Alter und Tod. Das Leben erweist sich stärker als der Tod, das Gute erweist sich in Christus stärker als das Böse.

Darum ist Ostern ein Fest der Freude. Wir dürfen Gott lobpreisen, auch wenn wir es in dieser Corona-Zeit nicht mit Singen tun dürfen. Aber wir dürfen dankbar und freudig bekennen:

„Der Herr ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!“

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 

Karfreitag

Die Lesungen vom Karfreitag – 02.04.2021

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1. Lesung: Jes 52, 13 – 53, 12

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja52%2C13-15 und https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja53%2C1-12

2. Lesung: Hebräer 4, 14-16 und 5, 7-9

https://www.bibelserver.com/EU/Hebräer4%2C14-16 und https://www.bibelserver.com/EU/Hebräer5%2c7-9

Evangelium: Joh 18, 1 – 19,42

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes18%2C1-40 und https://www.bibelserver.com/EU/Johannes19%2c1-42

aus: Eingestimmt Seite 286

Zum Karfreitag

Das Kreuz, in der Antike ein Hinrichtungswerkzeug, diente der Abschreckung, der systematischen Folter. Menschen verendeten daran elendig im Laufe von Stunden. Nichts an Verehrungswürdigem, nichts an Menschenwürdigem, nichts an Großem ist über dieses Kreuz zu sagen. Es ist eine der bestialischten Formen, die der Mensch erfunden hat, um andere Menschen zu töten und abzuschrecken.

Für uns Christen ist das Kreuz zum Hoffnungszeichen geworden. Wenn Christus diese Form des Todes auf sich nimmt, dann darum, um den Tod zu überwinden und uns – ja uns – Heil und Erlösung zu bringen. Das Hinrichtungswerkzeug als Hoffnungs- und Siegeszeichen!

Aber trotzdem: Wir dürfen das Kreuz nicht verharmlosen, es müsste uns betroffen machen, dass auch heute noch Menschen auf vielerlei Arten gefoltert und „gekreuzigt“ werden.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Gründonnerstag

Die Lesungen vom Gründonnerstag – 01.04.2021

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1. Lesung: Ex 12, 1-8.11-14

https://www.bibelserver.com/EU/Exodus12%2C1-8.11-14

2. Lesung: 1 Kor 11, 23-26

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther11%2C23-26

Evangelium: Joh 13, 1-15

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes13%2C1-15

Das letzte Abendmahl – Leonardo da Vinci
 

Liedtext „Beim letzten Abendmahle“

Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod, nahm Jesus in dem Saale Gott dankend Wein und Brot.

„Nehmt“, sprach er, „trinket, esset: das ist mein Fleisch, mein Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut.“

Dann ging er hin zu sterben aus liebevollem Sinn, gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer hin.

(Eingestimmt Nr. 228)

Johann Sebastian Bach – Beim letzten Abendmahle (Kammerchor Leonhard Lechner) – YouTube

 

Palmsonntag

Die Lesungen vom Palmsonntag – Lesejahr B – 28.03.2021

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Zur Segnung der Zweige

Evangelium: Mk 11, 1-10 oder Joh 12, 12-16

https://www.bibelserver.com/EU/Markus11%2C1-10

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes12%2C12-16

Einzug Jesu in Jerusalem , Relief Notre Dame Paris
 

1. Lesung: Jes 50, 4-7

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja50%2C4-7

2. Lesung: Phil 2, 6-11

https://www.bibelserver.com/EU/Philipper2%2C6-11

Evangelium: Mk 14, 1-15.47

https://www.bibelserver.com/EU/Markus14%2C1-15.47

 

Impuls zum Palmsonntag

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, in der des Leidens, Sterbens und der Auferstehung Jesu gedacht wird. In der Liturgie des Palmsonntags scheint bereits der Spannungsbogen und die Botschaft der folgenden Woche auf.

Der Einzug Jesu in Jerusalem ist der erste Schritt auf Jesu letzte Wegstrecke ans Kreuz. Die Geschichte hat auf dem ersten Blick wenig mit Passion und Auferstehung zu tun. Und doch wird der Zusammenhang auf doppelte Weise deutlich:

Jesus reitet auf einen Esel ein. Der Einzug ist aufgebaut wie der Einzug eines Siegers und Königs in eine Stadt. Nur geschah der Einzugs eines Königs stets auf einem Pferd, begleitet von großem Gefolge und Fanfarenklängen. Hier geschieht genau das Gegenteil. Statt eines Pferdes ein Esel, ein Lasttier. Und auch der ist nur geliehen und muss zurückgegeben werden. Ein König ohne Glanz, ohne Schwert und ohne Krone. Keine wertvollen Teppiche, nur die einfachen Gewänder der Pilger, keine Fanfaren, nur die Rufe der Leute, die vor ihm hergingen und ihm folgten (vgl. Mk 11, 9)

Der Hinweis im Johannesevangelium auf den Propheten Sacharja (Sach 9,9) verdeutlicht, dass hier alttestamentliche Verheißungen erfüllt werden. Diese deuten auf den Messias als Lastenträger hin. Die Erfüllung der Verheißung geschieht durch die Passion. Und Jesus wird für alle sichtbar wiederkommen, nicht in dieser Niedrigkeit, sondern als König der Könige, als Herr aller Herren, vor dem jedes Knie sich beugen wird (vgl. die 2. Lesung Phil 2, 6-11).

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Fünfter Sonntag der österlichen Bußzeit

Die Lesungen vom 5. Sonntag der österlichen Bußzeit – Lesejahr B – 21.03.2021

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1. Lesung: Jer 31, 31-34

https://www.bibelserver.com/EU/Jeremia31%2C31-34

2. Lesung: Hebr 5, 7-9

https://www.bibelserver.com/EU/Hebräer5%2C7-9

Evangelium: Joh 12, 20-33

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes12%2C20-33

 
Foto: Klaus-Dieter Mack
 

Vierter Sonntag der österlichen Bußzeit

Die Lesungen vom 4. Sonntag der österlichen Bußzeit – Lesejahr B – 21.03.2021

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1. Lesung: 2 Chr 36, 14-16.19-23

https://www.bibelserver.com/EU/2Chronik36%2C14-16.19-23

2. Lesung: Eph 2, 4-10

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser2%2C4-10

Evangelium: Joh 3, 14-21

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes3%2C14-21

Foto: Klaus-Dieter Mack
 

Impuls zum Evangelium

Für uns Christen ist das Kreuz zum Zeichen unseres Glaubens geworden. Das Erkennungszeichen des Christentums ist das Kreuz, so wie der Halbmond Erkennungszeichen des Islam und der Davidstern Erkennungszeichen des Judentums ist.

Im heutigen Evangelium, im Gespräch Jesu mit Nikodemus, wird uns ein tiefes Nachsinnen über das Kreuz in der Gemeinde des Johannes bezeugt. Wir hören vom Gekreuzigten als dem Erhöhten: „Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ (Joh 3, 14f.)

Der glaubende Blick auf Jesu Erhöhung am Kreuz wird verbunden mit einer Geschichte Israels aus dem Alten Testament (Numeri 21). Auf ihrem Weg durch die Wüste werden die Israeliten von Giftschlangen bedrängt und viele Menschen sterben durch die Bisse. Dies kann man als Bild dafür deuten, dass das Volk Israel unter den Strapazen seines Wegs durch die Wüste seinen Gottesglauben verloren hatte. Sein Leben war sozusagen durch den Unglauben vergiftet.

Gott wollte aber nicht den Untergang, den Tod seines Volkes und ließ deshalb durch Mose ein Zeichen aufrichten.

„Der Herr aber sprach zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.“

4. Buch Mose (Numeri), 21, 8f – revidierte Lutherübersetzung 2017

Durch die über dem Volk erhöhte Schlange wurde die Chance geschenkt, dem Tod des Unglaubens zu entgehen. Wer auf sie schaute, blieb am Leben. Neu geschenkter und gewagter Glaube erwies sich sozusagen als das rettende Gegengift.

Daran erinnern sich die Christen mit Blick auf das Kreuz, auf den erhöhten Christus. Das Kreuz zeigt uns zwar einerseits, wie vergiftet die Welt ist, dass durch die Kreuzigung des Gottessohnes eine Verweigerung gegenüber der Liebe Gottes möglich war und wirklich wurde, andererseits ist das Kreuz gleichzeitig das Gegengift. Am Kreuz wird glaubend angesehen, was uns heilen kann und heilen soll: die bis zum äußersten gehende Liebe Gottes, die uns im Menschensohn Jesus zeigt, wie es letztlich gut werden kann und soll mit uns Menschen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Dritter Sonntag der österlichen Bußzeit

Die Lesugen vom 3. Sonntag der österlichen Bußzeit – Lesejahr B – 07.03.2021

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1. Lesung: Ex 20, 1-17

https://www.bibelserver.com/EU/Exodus20%2C1-17

2. Lesung: 1 Kor 1, 22-25

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther1%2C22-25

Evangelium: Joh 2, 13-25

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes2%2C13-25

 
Foto: KDG
 

Impuls zum Evangelium

Uns heute ist die Bedeutung des Tempels zur Zeit Jesu fremd. Der Tempel ist der Ort, wo sich die Glaubenden leibhaftig zu ihrem Gott bekennen, der Mittelpunkt des religiösen Lebens, die Stätte, wo man Gott anbeten muss. Es fällt uns vielleicht in diesem Zusammenhang auch die Geschichte der Begegnung Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen ein (vgl. Joh 4, 1-26), wo es um die Frage geht, welches der richtige Ort der Anbetung Gottes ist.

Es ist eine religionsgeschichtliche Revolution, dass für uns Christen nicht mehr ein Bauwerk aus Steinen der Ort unserer Gottesbeziehung ist, sondern eine Person: Jesus Christus. Diese Revolution bezeugt auch das Evangelium des heutigen Sonntags: „Er aber meinte den Tempel seines Leibes.“ (Joh 2, 21)

Die Hinrichtung Jesu ist eine Tempelzerstörung, der wahre Tempel Gottes wurde nicht erkannt. Sie ist nicht nur eine menschliche Unrechtstat, wie die Geschichte viele kennt, nein, die Unrechtsgeschichte der Menschheit bündelt sich sozusagen in der Zerstörung des einen neuen Ortes, an dem Gott ganz bei den Menschen ist und an dem ein Mensch Gott ganz Gott sein lässt.

Die Geschichte endet aber damit nicht, die Auferstehung ist die Wiederherstellung des Tempels. „In drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten“, sagt Jesus (vgl. Joh 2, 19). Dieser neue Tempel steht im Himmel, der kein Ort ist, sondern das Leben, von dem alles Leben kommt. Es ist der Ort, an dem der Vater und der Sohn in ewiger Liebe eins sind, um alles in ihre Liebe einzubeziehen.

Aber der Auferstandene erreichtet den neuen Tempel nicht nur im Himmel, sondern auch auf der Erde: in Menschen, die sich von seinem Geist ergreifen lassen. So schreibt der Apostel Paulus der Gemeinde in Korinth: „Wisst ihr nicht, das ihr ein Tempel Gottes seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“ (1 Kor 3, 16)

Wenn wir auf der Straße gefragt würden, wo hier eine Kirche wäre, dann würden wir wahrscheinlich auf einen Bau aus Steinen verweisen, und das wollte der Fragende wahrscheinlich auch erfahren. Eigentlich aber müssten wir auf zuerst auf Menschen verweisen, die aus ihrer Taufe leben. Wir müssten Namen von Menschen nennen, die in alltäglicher Treue – wirkend und auch leidend – Orte sind für den Willen Gottes auf unserer Erde.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Zweiter Sonntag der österlichen Bußzeit

Die Lesungen vom 2. Sonntag der österlichen Bußzeit – Lesejahr B – 28.02.2021

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1. Lesung: 22, 1-2.9a.10-13.15-18

https://www.bibelserver.com/EU/Genesis22%2C1-2.9-13.15-18

2. Lesung: Röm 8, 31b-34

https://www.bibelserver.com/EU/Römer8%2C31-34

Evangelium: Mk 9,2-10

https://www.bibelserver.com/EU/Markus9%2C2-10

 
Foto: KDG
 

Impuls zum Evangelium

Ich glaube, wir kennen alle die Situation, wie sich eine Landschaft, die vorher unter einem verhangenen Himmel dalag, verändert, wenn die Sonne durchbricht. Man kann meinen, plötzlich in einer anderen Welt zu sein.

Auch vom Theater kennen wir es vielleicht: eine Person erscheint auf einmal ganz anders, wenn sie vom Scheinwerfer angeleuchtet wird. Kleidung und Gesicht, Hände und Haltung können auf eine Weise hervortreten, wie es vorher kaum zu ahnen war.

Ähnlich wird es den drei Jüngern, die Jesus mit sich auf einen Berg genommen hatte, ergangen sein. In Jesus strahlt etwas auf, was man vorher an ihm nicht wahrgenommen hat. Und er steht im Austausch mit den Männern, die für Gottes Geschichte mit dem jüdischen Volk stehen: Elija und Mose.

Petrus möchte diesen Augenblick gerne festhalten. Da es damals noch keine Fotoapparate gab, schlägt er vor, drei Hütten zu bauen, eine für Jesus, eine für Mose und eine für Elija. Aber diesen Vorschlag macht er, weil er eigentlich nicht weiß, was er sagen soll, wie er diese Erfahrung einordnen soll.

Entscheidender aber im Evangelium ist dann die Stimme aus der Wolke, die Jesus als geliebten Sohn bestätigt: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.“ (Mk 9, 7).

„Hört auf ihn!“ – das gilt auch für uns heute. Im Konzert der vielen unterschiedlichen Stimmen, die uns in einer pluralistischen Gesellschaft unterschiedlichste Botschaften zurufen, soll diese Stimme uns den Weg weisen, uns Licht im Dunkeln sein, uns Halt verschaffen in einer haltlosen und oft grausamen Welt. Denn Jesus ist dabei, seine Jünger auch schon auf seinen Leidensweg vorzubereiten. „Er verbot ihnen, irgend jemand zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.“ (Mk. 9,9).

Der Berg der Verklärung und der Garten der Angst, Gethsamane, gehören zusammen. Da gibt es das Licht, wo auch uns mehr oder minder klar aufgeht, wie Gott selber in Jesus bei uns ist, und da gibt es die Dunkelheit, in der alles in einer einzigen trüben Fragwürdigkeit unterzugehen droht. Und dazwischen gibt es Wege der Alltäglichkeit mit Jesus, in denen weder das große Licht leuchtet noch das Dunkel der Angst uns bedrängt. Über allem aber steht: „Hört auf ihn!“, hört und schaut auf Jesus, auf seine Worte und Taten und auf seinen Weg.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Erster Sonntag der österlichen Bußzeit

Die Lesungen vom 1. Sonntag der österlichen Bußzeit – Lesejahr B – 21.02.2021

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1. Lesung: Gen 9, 8-15

https://www.bibelserver.com/EU/Genesis9%2C8-15

2. Lesung: 1 Petr 3, 18-22

https://www.bibelserver.com/EU/1Petrus3%2C18-22

Evangelium: Mk 1, 12-15

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C12-15

 

Impuls

Vierzig Tage
will ich gehen
in die neue Welt.

Vierzig Tage
will ich versuchen
neu zu werden in der Welt.

Vierzig Tage
sind meine Chance
zu mir zu finden.

Vierzig Tage
ein Geschenk für mich
zur Tiefe meines Lebens zu finden. Vierzig Tage
neu leben und erleben
wie es sich anfühlt,
von ihm getragen und erlöst zu sein.

Reinhard Röhrner

 

Aschermittwoch

Beginn der österlichen Bußzeit – Mittwoch, 17.02.2021

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1. Lesung: Joel 2, 12-18

https://www.bibelserver.com/EU/Joel2%2C12-18

2. Lesung: 2 Kor 5, 20-6,2

https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther5%2C20-21 und https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther6%2C1-2

Evangelium: Mt 6, 1-6.16-18

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus6%2C1-6.16-18

 

Impuls

Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnt die österliche Bußzeit oder auch Fastenzeit. 46 Tage später feiern wir Ostern, bei der 40-tägigen Fastenzeit werden nämlich die Sonntage nicht mitgezählt.

Seit dem 7. Jahrhundert ist der Aschermittwoch als Tag der Bußeröffnung bezeugt. Von diesem Tag bis zum Gründonnerstag wurden Gläubige, die eine schwere Sünde begangen hatten, von der Eucharistiefeier ausgeschlossen und mit schweren Bußleistungen belegt. Als die Einrichtung dieser öffentlichen Buße mehr und mehr an Bedeutung verlor und schließlich ganz verschwand, blieb die Zeremonie des Bestreuens mit Asche erhalten als Einführung aller Gläubigen in die Vorbereitungszeit auf Ostern. Die Asche wurde neben dem Verweis auf unsere Vergänglichkeit und unseren Tod zum Symbol des Anfangs und der Hoffnung auf Auferstehung.

Der Aufruf zur Besinnung, zur Umkehr und zur Bereitung auf das Osterfest wird sowohl in den Gebeten wie auch den Lesungen deutlich: „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott!“ hören wir in der Lesung beim Propheten Joel (Joel 2,12). Im Korintherbrief werden wir aufgefordert: „Lasst euch mit Gott versöhnen!“ (2 Kor 5,20). Und in einem der Tagesgebete heißt es: „Getreuer Gott, im Vertrauen auf dich beginnen wir diese Zeit der Besinnung und der Bereitung auf das Osterfest. Wir bitten dich: Begleite und führe uns in diesen vierzig Tagen, dass wir uns dir zuwenden, auf dein Wort hören und dir und den Mitmenschen dienen.“

Nicht die Asche vermag uns zu reinigen, sondern nur der Gekreuzigte. Nicht wir können uns retten mit Beten, Fasten, Almosen geben oder Büßen, sondern wir können nur gerettet werden, wenn wir uns auf ihn einlassen, uns Gott zuwenden und auf ihn vertrauen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

6. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 6. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B – 14.02.2021

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1. Lesung: Lev 13, 1-2.43ac.44ab.45-46

https://www.bibelserver.com/EU/Levitikus13%2C1-2.43-46

2. Lesung: 1 Kor 10, 31-11,1

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther10%2C31-33 und https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther11%2C1

Evangelium: Mk 1, 40-45

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C40-45

 

Impuls zum Evangelium

„Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe.“

In diesem kurzen Satz am Beginn des Evangeliums steckt schon unheimlich viel Zündstoff. In der Lesung aus dem Buch Levitikus wird beschrieben, wie mit Menschen umgegangen werden soll, die eine Hautkrankheit haben. Aussatz war dabei der Sammelname für jegliche Art von Hauterkrankungen, insbesondere aber der Lepra. Der „Aussätzige“ wurde aus der Gemeinschaft ausgestoßen, musste in zerrissenen Kleidern gehen, sein Haar ungepflegt lassen, den Bart verhüllen und „unrein“, „unrein“ rufen. Er war verpflichtet, die anderen vor sich zu warnen und sich von ihnen fernzuhalten. Und nun sucht so ein aussätziger Mensch entgegen dem vorgeschriebenen Gesetz die Nähe Jesu und bittet ihn um Hilfe. Für damalige Verhältnisse ein ungeheuerlicher Vorgang!

Eigentlich dürfte ein solcher Mensch nicht „Aussätziger“ genannt werden, sondern „Ausgesetzter“, denn seine Krankheit trägt einen Namen, der die Tat der Gesunden bezeichnet.

Es muss eigentlich schrecklich sein, wenn Menschen so in Angst und Hilflosigkeit verstrickt sind, dass sie einen anderen Menschen aus ihrer Gemeinschaft ausstoßen. Das galt damals, und das gilt auch heute noch. Bei „Aussätzigen“ heute denken wir nicht mehr unbedingt an eine spezielle körperliche Krankheit, sondern vielleicht eher an bestimmte gesellschaftliche Gruppen: Straffällige, Suchtkranke, Obdachlose, Asylanten, psychisch oder geistig Kranke, vielleicht auch alte und pflegebedürftige Menschen. Der Kontakt mit ihnen wird gemieden, entweder aus „Ansteckungsangst“ oder weil man nicht daran erinnert werden will, was mit ihnen ist.

Jesus zerschlägt dieses wirre Knäuel von Unkenntnis, Vermutungen, Hilflosigkeit, Angst und Ausgrenzung. Er weist den Aussätzigen, der zu ihm kommt und damit das Gesetz übertritt, nicht ab, im Gegenteil: Er streckt ihm die Hand entgegen. Eine zweite Ungeheuerlichkeit!

Damit gibt er zu verstehen: Du bist nicht unrein vor Gott! Jesus hat keine Angst: „Ich will: Werde rein!“ Jesus weiß, dass Gott das Leben will und stärker ist als alle Kräfte des Zerfalls.

Handeln wir nicht oft gerade entgegengesetzt? Um das Böse zu beseitigen, muss der Übeltäter (oder wen man dafür hält) unschädlich gemacht werden. Ein Schicksal, das auch Jesus erleiden musste. Um das eigene Volk zu schützen, müssen „Ausländer“ ferngehalten werden. Um das Leben der Gesunden nicht zu „zerstören“, müssen Alte, Kranke und Sterbende isoliert werden. Um die Lebenden nicht zu ängstigen, müssen die Toten, muss der Tod aus dem Blickfeld verschwinden.

Jesus hat eine Bewegung genau in die umgekehrte Richtung eingeleitet: Er ist auf die „Ausgestoßenen“ zugegangen, statt sich von ihnen fernzuhalten, hat ihre Gesellschaft gesucht, mit ihnen gegessen und getrunken, hat sie angenommen, berührt und sie so geheilt, heil gemacht. So wirkt göttliche Heilkraft.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

5. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 5. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B – 7.2.2021

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1. Lesung: Hiob 7, 1-4.6-7

https://www.bibelserver.com/EU/Hiob7%2C1-4.6-7

2. Lesung: 1 Kor 9, 16-19.22-23

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther9%2C16-19.22-23

Evangelium: Mk 1, 29-39

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C29-39

Foto: KDG
 

Impuls zum Evangelium

„Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen.“ – Jesus geht zusammen mit seinen ersten Jüngern von Kapernaum, dem Heimatort des Petrus, hinaus ins galiläische Land. Er ist gekommen, um Gottes gute Nachricht in einem größeren Umfeld zu verkündigen.

Es gibt das Sprichwort: „Die Quelle läuft dem Durstigen nicht hinterher.“ Da ist sicherlich viel Wahres dran. Und wir, die wir wissen, wo die Quelle zu finden ist, sollen uns auch dahin aufmachen, – spätestens dann, wenn wir durstig sind.

Doch Jesus hat auch die Menschen im Blick, die schon lange aufgegeben haben, eine Quelle zu suchen. Er setzt sich in Bewegung und bringt Menschen in Kontakt mit Gott und seiner befreienden Kraft. Trauen auch wir uns, von dieser heilenden Botschaft zu sprechen, wenn wir mit Menschen in Kontakt kommen, die mit Kirche und Religion nichts oder nichts mehr anfangen können. – Wir sind natürlich nicht Jesus, aber in seine Nachfolge berufen, haben wir die Aufgabe, uns zu stärken und Licht in die Dunkelheit der Welt zu bringen.

Wir dürfen hinweisen auf Gott, seine Liebe und Güte zu den Menschen, auf die Quelle des Lebens. Freundlich und unaufdringlich, denn, wir dürfen wissen, wie das amerikanische Sprichwort sagt: „Du kannst ein Pferd zum Wasser führen, aber du kannst es nicht zum Trinken zwingen.“

(Martin Möllmann)

 

4. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 4. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B – 21.01.2021

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1. Lesung: Dtn 18, 15-20

https://www.bibelserver.com/EU/Deuteronomium18%2C15-20

2. Lesung: 1 Kor 9, 1-12

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther9%2C1-12

Evangelium: Mk 1, 21-28

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C21-28

Foto: KDG
 

Impuls zum Evanglium

Unsere Welt ist vielfältig, bunt, geräuschvoll und manchmal auch unübersichtlich. Unterschiedlichste Worte, Stimmungen und Meinungen prasseln in immer kürzerer Zeit auf uns ein. Vieles rauscht an uns vorbei, vieles können wir gar nicht aufnehmen, vieles macht uns vielleicht auch Angst.

Manchmal wollen wir aber auch etwas genauer wissen oder ganz genau wissen. Vor allem, wenn uns uns direkt betrifft. Aber nicht selten haben wir bei all der Informationsflut ein Problem: Was ist wahr? Welcher Information können wir vertrauen? Denn wir wollen ja keine „fake news“, wir wollen keine verdrehten, schiefen oder einseitigen Darstellungen. Wir wollen weder vereinmnahmt noch manipuliert werden.

Wir suchen die Fakten, die hilfreich sind, das Wort, das die Wirklichkeit darstellt, den Redner, der echt und authentisch ist. Wir wollen jemanden, der glaubhaft ist, der eine Autorität ist und Autorität ausstrahlt., dem wir vertrauen können.

Von Jesus hören wir im heutigen Evangelium, das er lehrte wie einer, der göttliche Vollmacht hat. Wenn Jesus spricht, dann ist nicht nur der Inhalt seiner Rede von Bedeutung, er selbst ist das Wort Gottes für uns. Daher kommt die geheimnisvolle Macht seiner Rede. Sein Wort gilt, und es hat die Macht, uns zu retten. Darauf dürfen wir vertrauen.

Auch die Zuhörer im Evangelium spüren die Macht seiner Rede, aber zum Glauben kommen sie nicht. Öffnen wir ihm unsere Ohren und unser Herz.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

3. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 3. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr B – 24.01.2021

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1. Lesung: Jona 3, 1-5.10

https://www.bibelserver.com/EU/Jona3%2C1-5.10

2. Lesung: 1 Kor 7, 29-31

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther7%2C29-31

Evangelium: Mk 1, 14-20

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C14-20

 

Impuls zur 1. Lesung

Das Buch Jona erzählt eine seltsame Geschichte, aber es ist kein Geschichtsbuch, sondern eine lehrhafte Erzählung. Es geht um die Frage, wie Gott zum Menschen steht und insbesondere zum Sünder. Und gleichzeitig stellt die Jonageschichte eine Frage an uns: Sind wir bereit, den Anruf Gottes und sein Wort zu hören und es bereitwillig anzunehmen? Jona ist nicht nur eine Person aus der Vergangenheit und Ninive eine historische Stadt, Ninive ist überall und Jona sind wir.

Nachdem Jona versucht hatte, sich dem Auftrag Gottes zu entziehen und zu fliehen (die wohl allen bekannte Geschichte mit dem Walfisch), tat er schließlich, was Gott ihm aufgetragen hatte und ging in die Stadt Ninive. Ninive, das war ein Name, der in der damaligen Welt für Angst und Schrecken sorgte. Ninive war die Hauptstadt eines Reiches, das sich mit großer und planmäßiger Grausamkeit ganz Vorderasien unterworfen hatte. Und der Name steht für die Heidenvölker überhaupt.

Jona geht mit den Augen eines Israeliten durch die riesige heidnische Stadt. Er sieht die Paläste einer überlegenen Weltmacht und Göttertempel, die den Glauben Israels herausfordern. Er sieht sich sozusagen Aug in Aug der „bösen“ Welt gegenüber.

Und Jona predigt dieser Stadt die Bekehrung, wie von Gott gewollt, der nicht will, dass man seine Gebote missachtet. Gott liebt auch Ninive. Er ruft zur Umkehr und schenkt in erbarmender Liebe allen Menschen Vergebung und Heil, wenn sie „Buße“ tun und sich zu ihm bekehren. Und so heißt es lapidar am Schluss der heutigen Lesung: „Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, groß und klein, zogen Bußgewänder an.“ (Jona 3,5) … „Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute ihn das Unheil, dass er ihnen angedroht hatte, und der führte die Drohung nicht aus.“ (Jona 3,10)

Jonas in Ninive

Wer das Geschenk der Bekehrung annimmt und zu Gott zurückkehrt, der erfährt, dass Gottes Liebe immer schon auf ihn gewartet hat.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Sonntag von der Hochzeit zu Kana

Die Lesungen vom Sonntag von der Hochzeit zu Kana – 17.1.2021

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1. Lesung: Joel 2, 21-24.26-27

https://www.bibelserver.com/EU/Joel2%2C21-24.26-27

2. Lesung: Eph 3, 14-21

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser3%2C14-21

Evangelium: Joh 2, 1-11

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes2%2C1-11

Johannes Rottenhammer (1564-1625) – Hochzeit zu Kana
 

Impuls zum Evangelium

Unser Leben als Mensch steht immer im Spannungsfeld zwischen der Erfahrung von uns gesetzten Grenzen und dem Verlangen nach Fülle. Menschsein bedeutet begrenzt sein. Wir haben nur begrenzt Zeit und Kraft. Wir können nicht alles und müssen darum auswählen, was wir tun und was wir lassen. Es gilt auch als Tugend, sich Grenzen zu setzen und Maß halten zu können.

Kinder zum Beispiel geben sich nicht mit Wenigem zufrieden, sie wollen immer die Fülle, was uns als Erwachsene oftmals Schwierigkeiten bereitet. Denn wir haben gelernt: die Fülle, die gibt es nicht wirklich, jedenfalls nicht aus Menschenhand. Immer wieder müssen Ansprüche reduziert und Kompromisse geschlossen werden. Das „Leben“ selbst ruft uns immer wieder in Erinnerung, dass unser Leben gebrochen und bruchstückhaft ist.

Aber die Sehnsucht nach Fülle verstummt trotz aller realistischen Einschätzungen nie vollständig. Sie bricht sich immer wieder Bahn in unseren Träumen und unseren Wünschen. Und sie erhält Nahrung in Momenten des Glücks, der Verliebtheit und des Überschwangs.

Auch das Brautpaar aus dem Evangelium hat diesen Moment des Glücks, diese Ahnung von Fülle erlebt. Und es wurde ein rauschendes Hochzeitsfest gefeiert, mit vielen Gästen. Auf dem Bild oben ist dies anschaulich dargestellt.

Doch dieses Glück wird jäh in Frage gestellt, als der Wein ausgeht. „Sie haben keinen Wein mehr“, heißt es lapidar im Evangelium. Das Fest, dieses wichtige einmalige Fest, droht zu scheitern.

Auch wir erleben oft: im Moment des größten Glücks der Fall, im Augenblick der Fülle drohende Leere. Einst glückliche Beziehungen drohen zu scheitern, ein gestecktes Ziel wird trotz guten Willens und hohen Einsatzes nicht erreicht, eine glückliche Familie erlebt Leid, durch Krankheit oder Tod eines Familienmitgliedes, eine Epidemie wie Corona bringt unser gesamtes gewohntes Leben durcheinander. Die Krüge unseres Lebens sind plötzlich leer und wir spüren, dass wir sie nicht selbst wieder füllen können.

Das Hochzeitspaar unseres Evangelium hat nur noch Wasser zu bieten, nichts weiter als Wasser, das eigentlich zum Waschen der Hände und Füße gedacht war. Dieses Wasser verwandelt Jesus in Wein, sogar in eine unvorstellbar große Menge besten Weines.

Das Johannesevangelium setzt dieses Zeichen Jesu an den Anfang seines Wirkens, keine Krankenheilung, keine Dämonenaustreibung oder Totenerweckung, sondern ein scheinbar überflüssiges Wunder. Und dieses Zeichen wird so zu einer vorweggenommenen Charakterisierung des Heilshandelns Jesu: Er ist gekommen, um zu retten, was verloren ist, er will Leben und Freude schenken, und zwar Leben und Freude im Überfluss, eben in Fülle. Immer wieder versucht der Evangelist Johannes uns dies in seinem Evangelium deutlich zu machen. Jesus Christus wird uns als Antwort auf unsere Sehnsucht nach Fülle, nach Lebenssinn gezeigt. Mit ihm hat die Zeit der Fülle, die Heilszeit begonnen, im Glauben an ihn dürfen wir die Überfülle, die Gott uns schenken will, schon jetzt erahnen. Auch wenn unsere Lebenskrüge leer sind, auch wenn wir „nur“ Wasser zu bieten haben, dürfen wir leben im Vertrauen darauf, dass Gott uns schenken wird, was uns fehlt, dass er unsere Lebenskrüge füllen wird mit bestem Wein in Überfluss.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Sonntag von der Taufe des Herrn

Die Lesungen vom Sonntag von der Taufe des Herrn – 10.1.2021

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1. Lesung: Jes 42, 1-9

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja42%2C1-9

2. Lesung: Apg 10, 34-38

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte10%2C34-38

Evangelium: Mk 1, 9-11

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C9-11

Taufe Jesu – Christussäule, auch Bernwardssäule, im Hildesheimer Dom 

Impuls zum Evangelium

Auch die Taufe Jesu ist, wie schon gesagt, ein Epiphaniegeschehen, ein Aufleuchten des sich offenbarenden Gottes. Jesus stellt sich in die Reihe der Sünder, und der Vater nennt ihn seinen geliebten Sohn: „Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an Dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Mk 1, 10 f.)

Der Geist Gottes ruht auf Jesus, und dieser Geist wird ihn in die Wüste führen, dann nach Galiläa, Jerusalem und Golgota. Gott nimmt unser Menschsein an und erfährt und erlebt, was es heißt, Mensch zu sein mit allen Höhen und Tiefen, bis hin zum Tod. Er wird unser Bruder, und er ebnet uns so den Weg zur Gotteskindschaft, zu einem neuen Sein durch die Taufe mit heiligem Geist.

Wem dieser Geist fehlt, der kann Gott nicht zum Vater haben. Wer nicht immer wieder neu geboren wird aus dem Geist, der kann nicht innerlich „heilig“ werden. Immer wieder müssen wir uns diesem Geist öffnen, seinem Wirken in uns Raum geben, um so wirklich unsere Bestimmung erkennen zu können.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Epiphanie – Erscheinung des Herrn

Krippe in St. Martin mit Königen, Foto: KDG

Die Lesungen vom Fest Erscheinung des Herrn – 6.1.2021

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1. Lesung: Jes 60,1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja60%2C1-6

2. Lesung: Eph 3,2-3a.5-6

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser3%2C2-3.5-6

Evangelium: Mt 2, 1-12

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus2%2C1-12

 

Erscheinung – Epiphanie

Der Ausdruck „Erscheinung“ (griechisch Epiphania, eingedeutscht Epiphanie) bedeutet, dass durch Jesus Christus die Herrlichkeit Gottes in der Welt erschienen ist. Auch an den folgenden Sonntagen, Sonntag von der Taufe des Herrn (Taufe im Jordan durch Johannes) und Sonntag von der Hochzeit zu Kana (Weinwunder) berichten die Evangelisten von Ereignissen, in denen die Göttlichkeit Jesu aufzuleuchten beginnt.

Das heutige Matthäusevangelium erzählt, wie sternkundige Weise aus dem Morgenland das Jesuskind suchen und es nach einem Umweg auch finden: „Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“ (Mt 2,11)

Wegen dieser kostbaren Gaben wurden sie später für „Könige“ gehalten und auch so dargestellt, und die Dreizahl der Gaben führt dazu,  dass man drei Geber annimmt – also „drei Könige“. Die Tradition gibt ihnen dann auch noch die bekannten Namen: Kaspar, Melchior und Balthasar. Sie werden in der christlichen Kunst zu Vertretern verschiedener Kontinente (darum ist oft ein Schwarzer dargestellt) und verschiedener Lebensalter (Jüngling, reifer Mann, Greis). Im Volksmund heißt das Fest auch „Dreikönigstag“ oder einfach „Dreikönig“.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

2. Sonntag nach Weihnachten

Die Lesungen vom 2. Sonntag nach Weihnachten – 3.1.2021

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1. Lesung: Weish 8, 21b-9.1.9-11

https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit9%2C1.9-11

2. Lesung: Eph 1, 3-6.15-18

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser1%2C3-6.15-18

Evangelium: Lk 2, 41-51

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas2%2C41-51

 
Zwölfjähriger Jesus im Tempel – Duccio (di Buoninsegna)

Impuls zum Evangelium

Jesus ist als Zwölfjähriger bei einer Wallfahrt in Jerusalem „verloren gegangen“. Seine Eltern finden ihn nach drei Tagen bei den Lehrern Israels im Tempel. Auf die vorwurfsvolle Frage Marias antwortet Jesus: „Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?“ Maria und auch Josef verstehen zuerst einmal nichts von dem, was Jesus gesagt hat. Trotzdem: „Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.“

Jesus wird selbstständig, er sucht und findet seine Berufung. Für seine Eltern beginnt die Zeit des Loslassens. Maria und Josef hatten als gottesfürchtige Eltern sicherlich die besten Absichten und Pläne für ihren erstgeborenen Sohn. Andererseits mussten sie nun erkennen, dass Jesus eigene Wege gehen wird.

Immer wieder erleben wir, dass sich Dinge ändern. Die Welt ist heute anders als noch vor 30 oder 40 Jahren.

Wenn wir nun auf unser Leben zurückblicken, sind vielleicht auch uns verschiedene Dinge und Situationen unverständlich geblieben. Sind wir stehen geblieben, kommen wir nicht mehr mit? – Natürlich müssen wir nicht überall mitkommen, dabei sein, das würde uns nur unglücklich machen. Wichtiger ist die Frage, herauszufinden, wo stehe ich, wer bin ich und wo will ich schließlich hin?

Wenn wir diese Fragen in unserem Herzen meditieren, können wir ein Gespür dafür bekommen, worauf es uns ankommt. Im Gebet können wir uns Gott anvertrauen und wie Salomon (in der 1. Lesung) und um seine Weisheit bitten. Weisheit, das ist mehr als Wissen, oder Intelligenz, – das natürlich auch! Weisheit, das ist spirituell betrachtet, die Fähigkeit die Harmonie Gottes in der Schöpfung und in unserem eigenen Leben zu erkennen. Weisheit, das ist die Erkenntnis Gottes, die Erkenntnis seines Wirkens – auch in unserer eigenen Lebensgeschichte.

(Martin Möllmann)

 

Jahreswechsel 2020/2021

Die Lesungen vom Jahreswechsel

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Lesungen am 31. Dezember, 7. Tag der Weihnachtsoktav:

1. Lesung: 1 Joh 2, 18-21

https://www.Bibelserver.com/EU/1Johannes2%2C18-21

Evangelium: Joh 1, 1-18

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes1%2C1-18

Lesungen am 1. Januar – Fest der Namensgebung Jesu

1. Lesung: Num 6, 22-27

https://www.bibelserver.com/EU/Numeri6%2C22-27

2. Lesung: Gal 4,4-7

https://www.bibelserver.com/EU/Galater4%2C4-7

Evangelium: Lk 2, 16-21

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas2%2C16-21

 

Mögest du Gottes Licht auf den vor dir liegenden Wegen sehen, auch wenn die Straße, die du gehst, dunkel ist.

Mögest du immer das sanfte Singen der Lerche hören, auch in den Stunden der Sorge.

Möge die Härte dein Herz niemals zu Stein verwandeln, wenn die Zeiten auch hart sind.

Mögest du niemals vergessen, auch wenn dich Schatten umgeben: Du gehst nicht allein!

(irischer Segensspruch)

Wir wünschen allen einen guten Beschluss und ein gesundes und segensreiches Jahr 2021!

 

Weihnachten – Hl. Abend

Die Lesungen in der Heiligen Nacht

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1. Lesung: Jes 9, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja9%2C1-6

2. Lesung: Tit 2, 11-14

https://www.bibelserver.com/EU/Titus2%2C11-14

Evangelium: Lk 2, 1-14

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas2%2C1-14

 
Krippe in St. Martin

Gott wird Mensch!

An der Krippe sehen wir, wie nahe Gott uns Menschen kommen will. Er will mit uns unterwegs sein, unser menschliches Dasein teilen – mit allen Konsequenzen. Er wird selbst Mensch! Er verlässt den Weg der Macht, der Kraft und der Herrlichkeit, um sich mit uns auf den Weg zu machen, den Weg der Barmherzigkeit, der Nächstenliebe und der Menschlichkeit. Gott zeigt sich in der Krippe klein und verletzlich und fordert gerade dadurch unsere Liebe heraus, so wie jedes neue Leben unserem Leben Liebe schenkt und Liebe herausfordert.

Menschliche Liebe ist zerbrechlich, Gottes Liebe hört niemals auf. „Fürchtet euch nicht!“ spricht der Engel, nicht nur zu den Hirten damals, sondern auch zu uns heute. „Siehe, ich verkünde euch eine große Freude. Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.“

Lassen wir diese Freude trotz aller Einschränkungen durch Corona in unsere Herzen und loben und preisen wir Gott für alles, was er in seinem Sohn uns geschenkt hat.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

4. Adventssonntag

Die Lesungen vom 4. Adventssonntag – Lesejahr B – 20.12.2020

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1. Lesung: 2 Sam 7, 1-5.8b-12.16

https://www.bibelserver.com/EU/2Samuel7%2C1-5.8-12.16

2. Lesung: Röm 16, 25-27

https://www.bibelserver.com/EU/Römer16%2C25-27

Evangelium: Lk 1, 26-38

https://www.bibelserver.com/EU/Lukas1%2C26-38

 
Verkündigung von Fra Angelico
 

Impuls zum Evangelium

Das heutige Evangelium berichtet uns von der Verkündigung der Geburt Jesu.

Wir alle kennen Bilder dieser Verkündigung, die Künstler durch alle Jahrhunderte in Bildern festgehalten haben: Maria, ein junges Mädchen, das den Besuch eines Engels erlebt.

Es sind Bilder einer geschönten Realität. Denn so unproblematisch, wie es die Künstler und auch die Bibel darstellt, war es sicher nicht, schon gar nicht in der damaligen Zeit. Das Gesetz sah für solche Fälle gar das Todesurteil vor, dieses Schicksal blieb Maria erspart, weil sich Josef zu ihr bekannte. Es wird trotzdem Gerede gegeben haben, und auch Josef hatte ja seine Probleme, das verschweigt die Bibel nicht.

Selbst wenn heute noch in einer kaum überwundenen Bürgerlichkeit eine junge Frau erklären würde, ein Engel habe ihr gesagt, das Kind, das sie trage, sei aus Gottes Geist, würde man sie vielleicht in die Psychiatrie einweisen, oder die Boulevardpresse würde ihre Geschichte genüsslich ausschlachten.

Mal davon abgesehen, dass der Evangelist Lukas hier eine Geschichte komponiert, die es ähnlich auch schon im Alten Testament gibt (Geburtsgeschichte Ismaels, vgl. Gen 16, 11f oder Isaaks, vgl. Gen. 17,19f), und die auch im Neuen Testament vorkommt bei der Geburt von Johannes dem Täufer (vgl. Lk 1, 13f), gibt es in dieser Geschichte noch etwas, über das sich nachzudenken lohnt: es ist eine Frau, die am Beginn der Menschwerdung Gottes steht, und sie wird mit Heiligem Geist erfüllt, lange bevor es von den Männern berichtet wird.

Eigentlich ist dies eine Revolution um die Rolle der Frau vor Gott und den Menschen. In der Kirche ist dies lange nicht ernst genommen worden, zum Teil bis heute, u.a. wenn Frauen von geistlichen Ämtern ausgeschlossen werden.

Der Geist Gottes ist nirgends an Ämter gebunden, und auch nicht an eine Hierarchie oder eine Organisation. Er weht, wo er will und wo Menschen sind, die sich ihm öffnen, die ihn aufnehmen und sich von ihm bewegen lassen. Der Geist ist ausgegossen über alle Menschen, sagt die Bibel, auf Mann und Frau, auf alt und jung. Und was dort entsteht, wo man sich diesem Geist Gottes überlässt, das bezeichnen wir als Gemeinschaft der Heiligen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

3. Adventssonntag

Die Lesungen vom 3. Adventssonntag – Lesejahr B – 13.12.2020

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1. Lesung: Jes 61, 1-2a.10-11

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja61%2C1-2.10-11

2. Lesung: 1 Thess 5,16-24

https://www.bibelserver.com/EU/1Thessalonicher5%2C16-24

Evangelium: Joh 1, 6-8.19-28

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes1%2C6-8.19-28

 

Impuls zum Evangelium

In den Wochen des Advents bestimmen 2 biblische Gestalten die liturgischen Texte: Jesaja, der Prophet, und Johannes der Täufer.

Von Jesaja kennen wir eine Fülle von wunderschönen Hoffnungsbildern: die Wüste, die zu blühen anfängt, der abgehackte Baumstumpf, aus dem ein neuer Trieb hervorbricht, das Kind, das ohne Angst am Versteck einer Natter spielt.

Von Johannes dem Täufer kennen wir nur wenige Sätze und einige Details zu seinem Aussehen und Auftreten.

So war seine Kleidung, seine Lebensweise und seine Predigt provozierend. Er läuft mit einem Kamelhaarmantel in der Wüste herum – das Kamel gilt bei den Israeliten als unrein und eigentlich trägt ein Mann ein Gewand aus Stoff. Er ernährt sich von Heuschrecken und Wespemhonig – Heuschrecken gelten als unreine Nahrung. Er geht mit den Leuten, die zu ihm kommen, nicht gerade zimperlich um: ihr Schlangenbrut und Natterngezücht sagt er zu ihnen.

„Provozieren“ – das heißt wörtlich übersetzt: herausrufen, herausfordern. Und das hat Johannes getan.

Er hat die Menschen aus den Städten und Dörfern herausgerufen in die Wüste, und er hat sie herausgefordert zur Selbstbesinnung, zu Buße und Umkehr.

Aber er hat sie nicht zu sich in die Wüste gerufen, um einen eigenen „Fanclub“ aufzumachen, ihnen seine Ideen anzupreisen, sondern um auf einen anderen hinzuweisen, sie wachzurütteln für das Kommen eines anderen. Er sieht sich nur als Vorläufer, als Wegbereiter. Als der Verheißeme dann wirklich kommt, verliert sich die Spur des Johannes in der Wüste.

Wir hören erst wieder von ihm, als er im Gefängnis ist. Und dort ist er unsicher geworden, ob er den Richtigen angekündigt hat, und so lässt er bei Jesus anfragen: „Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?“ (vgl. Mt. 11,3).

Johannes der Täufer – ein Provozierender, ein Vorläufer und Wegbereiter, ein Fragender.

Wesensmerkmale, die auch einer Kirche gut stehen. Auch Kirche sollte eine provozierende, eine vorläufige und eine fragende Kirche sein.

Kirche sollte die Menschen provozieren, herausrufen und herausfordern zum Umdenken, mit ihrer Botschaft die Menschen treffen und betroffen machen, eine Frohe Botschaft verkünden, die die Wertmaßstäbe der Welt hinterfragt und vielleicht infrage stellt.

Kirche sollte sich ihrer Vorläufigkeit bewusst sein, wissen, dass sie nicht das Reich Gottes ist, nicht Selbstzweck, sondern ihren Sinn darin hat, auf Jesus Christus hinzuweisen.

Kirche sollte nicht nur Antworten geben, sondern auch Fragen stellen und Fragen zulassen, immer wieder nach dem Kern der Botschaft Jesu suchen, sich selbst infrage stellen und sich immer wieder fragen, ob sie dem Maßstab des Evangeliums gerecht wird.

Was für die Kirche gilt, gilt auch für jede Einzelne und jeden Einzelnen von uns, die wir uns Christen nennen, denn wir sind es, die Kirche bauen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

2. Adventssonntag

Die Lesungen vom 2. Adventssonntag – Lesejahr B – 06.12.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 40, 1-5.9-11

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja40%2C1-5.9-11

2. Lesung: 2 Petr 3,8-14

https://www.bibelserver.com/EU/2Petrus3%2C8-14

Evangelium: Mk 1, 1-8

https://www.bibelserver.com/EU/Markus1%2C1-8

 

Impuls zum Evangelium

„Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.“

Das Markusevangelium beginnt mit diesen schlichten Worten. Evangelium bedeutet: „Gute Nachricht“ oder „gute Botschaft“. In der Antike ging es bei diesem Begriff zuerst um „gute Nachrichten“ aus der Politik oder dem Herrscherhaus. Militärische Siege, die Niederschlagung von Aufständen, oder auch der Geburtstag des göttlichen Kaisers, das waren die Evangelien des römischen Imperiums.

Das Markusevangelium erzählt uns hierzu eine Kontrastgeschichte. Es beginnt in der Wüste, in der Einsamkeit, in einer kargen lebensfeindlichen Umwelt, weit weg von den Zentren der Macht. Die Wüste, das ist aber auch der Ort der Gottesoffenbarung und Gottesbegegnung. Der Ort der Wanderung des Volkes Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft in das verheißene Land. Ein Bild auch für unseren Wandel aus der Gottesferne hin zu unserer göttlichen Heimat, zu unserer Begegnung mit Gott.

Hier in der Wüste wird die Stimme Johannes des Täufers, dem Wegbereiter Jesu hörbar – in der Einsamkeit, der Ödnis, in der Stille. Gottes Wort braucht unser Schweigen und unsere Offenheit. Unser achtsames Hinhören auf sein Wort wird uns zu ihm hinführen und mit ihm in Verbindung bringen. Sein Wort, das ist Jesus Christus. Er will unter uns wohnen und unser Leben zum Guten verändern.

(Martin Möllmann)

 

1. Adventssonntag

Die Lesungen vom 1. Adventssonntag – Lesejahr B – 29.11.2020

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 63, 16-17.19; 64,3-7

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja63%2C16-17.19 und

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja64%2C3-7

2. Lesung: 1 Kor 1, 3-9

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther1%2C3-9

Evangelium: Mk 13, 24-37

https://www.bibelserver.com/EU/Markus13%2C24-37

 
 

AdventZeit der Erwartung und der Besinnung

So sollte es jedenfalls sein. Manchmal ist die Adventszeit aber eher eine Zeit der Hektik, die einen nicht mehr zur Besinnung kommen lässt.

Ist es dieses Jahr anders – mit Corona? Vielleicht notgedrungen ruhiger, weniger hektisch? Vielleicht auch zu ruhig? Mehr eine Zeit des hoffenden Wartens – auf ein Medikament, eine Impfung, die hilft, darauf, endlich wieder „normal“ zu leben, endlich wieder unbeschwert Freunde und Verwandte sehen zu können, ohne Angst vor Ansteckung.

Leben ist immer Warten. Das Warten ist „ein Kind der Hoffnung“. Schlimm ist es, wenn nichts mehr zu (er)warten ist.

Wer wartet, ist unsicher, aber doch sicher genug, weiter zu warten. Wer wartet, ist unruhig, aber hält das Warten aus. Wer wartet, hat Angst, dass das Warten umsonst ist, aber er geht nicht an dieser Angst zugrunde.

Advent ist leben in Wartestellung: im Wartestand sein und das Erwartete bereits leben. Advent ist nicht nur eine Zeit im Kirchenjahr, sondern eine Lebens- und Glaubenshaltung.

Advent: offene Ohren haben für die Zusage Gottes, ihm, der da kommen soll, mit offenen Armen entgegengehen, in der Gewissheit, dass er schon da ist.

(Klaus-Dieter Gerth)

 
 
 
 

11. November Patrozinium

Martin, Bischof von Tours + 397

Sankt Martin, Basler Münster, Martinsturm
 

Martin von Tour ist der Patron unserer Gemeinde. Schon lange überlegen wir, wie wir ihn angemessen in unser Kapelle in Würzburg präsent machen können. Welche Darstellung wünschen wir uns? Welche Aspekte an ihm sind uns in unserer Gemeinde besonders wichtig? Immer wieder machen wir uns gemeinsam darüber Gedanken. Ein Ergebnis steht noch aus.

Martin wird meist als Reitersoldat zu Pferd dargestellt – auf weißem Pferd, weil sein Fest zu Winterbeginn liegt -, der seinen Offiziersmantel mit einem Bettler teilt, oder aber in bischöflichen Gewändern, umgeben von Armen. Sein Gerechtigkeitssinn für die Not der armen Leute ließen ihm im weithin verweltlichten Episkopat und Klerus Galliens zahlreiche Gegner erwachsen. Martins Bedeutung liegt darin, dass er das Ideal des asketischen Mönchtums mit dem Apostolat verband und damit die Grundlage für das abendländische Mönchtum schuf.

Martin ist Patron der Reisenden, Armen, Bettler, Flüchtlinge und Gefangenen. Darüberhinaus der Hirten und vieler Gewerbetreibender wie Weber, Leder- und Tuchhändler, Schneider, Müller, Bürstenbinder, Böttcher, Gastwirte, Hutmacher – und natürlich auch der Soldaten und Reiter. Ebenso ist er Patron der Ausrufer und Abstinenzler sowie der Haustiere, Pferde und Gänse.

(Klaus-Dieter Gerth)