Innehalten - Geistlicher Impuls

17. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 17. Sonntag der Lesereihe B – 25.07.2021

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: 2 Kön 4, 42-44

https://www.bibelserver.com/EU/2Könige4%2C42-44

2. Lesung: Eph 4, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser4%2C1-6

Evangelium: Joh 6, 1-15

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes6%2C1-15

 
Der Unterschied: Wir kaufen unser Brot, und wir können es uns auch leisten. Jesus lässt sich das Brot schenken, das kann er sich leisten!
 

Impuls zum Evangelium

Wir alle kennen diese Erzählung der Speisung der Fünftausend. Sie ist bei allen Evangelisten überliefert. Beim Evangelisten Johannes gibt es aber etwas, was die anderen nicht haben. Ein kleiner Satz über einen Jungen, der leicht überlesen oder überhört wird: „Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische …“ (Joh 6,9).

Bei Johannes kommt es auf einen kleinen Jungen an, der in dieser Geschichte noch nicht einmal einen Namen hat. Ein kleiner Junge, dem vielleicht seine Mutter vorsorglich zwei geröstete Fische und fünf dünne Fladenbrote mitgegeben hat, und der diese anscheinend ohne Nachzudenken zur Verfügung stellt. Er denkt und handelt so wie Kinder, die nicht durch ein „Haben-Wollen“ oder „Behalten-Wollen“ verdorben sind, nicht durch eine Gesellschaft beeinflusst, in der jede und jeder nur auf seinen Vorteil sieht und nicht auf den der anderen.

Jesus setzt nicht auf Wunder – ganz bewusst redet der Evangelist auch von „Zeichen“, nicht von Wundern. Jesus setzt auf das Mittun der Menschen. Und er setzt auf diesen kleinen Jungen, der bereit ist, das, was er hat, zu teilen und somit unvoreingenommen und ohne groß darüber nachzudenken zu handeln.

Was wir brauchen  – auch heute – sind keine Wunder, sondern wunderbare Menschen. Menschen, die bereit sind, anderen zu helfen, ohne Rücksicht auf Sachzwänge und Vorurteile, ohne Rücksicht auf gesellschaftliche oder religiöse Vorschriften oder Dogmen. Deswegen ist Gott, ist Jesus Mensch geworden, um uns dies zu zeigen und vorzuleben.

Mit der schlichten Tat dieses kleinen Jungen ging ein Ruck durch die Menge. Auf einmal hatten alle etwas, das sie teilen konnten. Manchmal braucht es nur einen Anstoß zum Gut-sein. Denn das Gut-sein steckt in jedem von uns als ein göttliches Geschenk.

Und das ist das wirkliche „Wunder“, das Zeichen, das wir brauchen. Es müssen keine Naturgesetze aufgelöst werden, wenn das Herz der Menschen aus den Angeln des Sicherheitsdenkens und des Egoismus gehoben wird. Und das ist das, was Jesus auslösen konnte in den Menschen, die ihm begegneten. Und es bis heute kann, wenn Menschen sich auf ihn einlassen.

Ein Wunder von oben, ohne Beteiligung der Menschen, wäre letztlich nichts wert. Es würde nichts verändern. Die Lektion aus dieser Erzählung lautet: Man kann nicht empfangen, ohne zu geben. Dabei geht es nicht um das Beschenkt-werden, mit dem sich manche auch schwertun, weil sie ein Geschenk nicht einfach nur annehmen können ohne zu überlegen, was und ob sie etwas zurück schenken müssen, nein, es geht um das Teilen, um Abgeben von dem, was man hat an andere, die es brauchen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

16. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 16. Sonntag der Lesereihe B – 18.07.2021

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1. Lesung: Jer 23, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jeremia23%2C1-6

2. Lesung: Eph 2, 13-18

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser2%2C13-18

Evangelium: Mk 6, 30-34

https://www.bibelserver.com/EU/Markus6%2C30-34

 
 

Impuls zum Evangelium

„Kommt und ruht ein wenig aus!“

Dazu fordert Jesus seine Jünger nach getaner Missionsarbeit aus. Ist das nicht auch eine wundervolle Einladung zum sonntäglichen Gottesdienst?

„Kommt und ruht ein wenig aus!“

  • Wir könnten uns ausruhen vom Stress der vergangenen Woche, von den Widerständen und Missverständnissen des Alltags, von den vielen Verpflichtungen und Terminen, von den Ablehnungen und Belastungen und den großen und kleinen Enttäuschungen.
  • Wir könnten versuchen, für eine Stunde inner­lich auszusteigen aus dem Grübeln und Sinnieren über alles Rätselhaf­te und Schwierige in unserem Leben, aus dem, was uns gerade belastet.
  • Wir könnten uns hineinziehen lassen eine Atmosphäre, die uns gut tut; uns von der Musik ergreifen und vom Gesang der anderen mittragen lassen und einfach Freude am Selbstsingen haben (zum Glück geht es ja wieder!).
  • Wir könnten uns hineinfallen lassen in die gewohnte Liturgie und uns daran erfreuen.
  • Wir könnten uns die vergangene Woche mit ihren Höhepunkten und Tiefpunkten noch einmal ins Gedächtnis rufen und sie im Licht des Evangeliums deuten.
  • Wir könnten uns kurze Zeiten der Stille im Gottesdienst gönnen und sie zum Schweigen und zum Beten nutzen.

„Kommt und ruht euch ein wenig aus“ – damit wir uns wieder mit Freude und Gelassenheit unseren Mitmenschen zuwenden können; damit uns die Kraft im Kampf gegen Schmerzen und Krankheit und den vielen großen und kleinen Schwierigkeiten des Alltags nicht ausgeht; damit wir gestärkt an neue Aufgaben herangehen können.

Wenn wir so zusammen einen Gottesdienst feiern und am Ende sagen können: „Ja, wir sind ein wenig zur Ruhe gekommen, wir wurden gestärkt und aufgebaut für die nächste Woche, die nächste Etappe unseres manchmal so mühsamen Lebensweges. Wir konnten Kraft schöpfen aus dem Mahl Jesu und uns wieder neu orientieren am Wort der Heiligen Schrift“, dann ha­ben wir etwas gespürt von der frohen Botschaft Jesu und seiner Nähe.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

15. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 15. Sonntag der Lesereihe B – 11.07.2021

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1. Lesung: Am 7, 12-15

https://www.bibelserver.com/EU/Amos7%2C12-15

2. Lesung: Eph 1,3-14

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser1%2C3-14

Evangelium: Mk 6, 7-13

https://www.bibelserver.com/EU/Markus6%2C7-13

 
 

Meditation

Was macht die Kirche aus?

Die Freude an Gott, nicht an der Macht – macht die Kirche aus.

Deswegen glaube ich an die Zukunft der Kirche, weil es auch unter uns Frauen und Männer gibt, die ihre Stimme erheben um der Wahrheit willen, Veränderung fordern um der Gerechtigkeit willen, sich für das Leben einsetzen und so gegen den Tod protestieren.

Die Freude an Gott, nicht an der Macht – macht die Kirche aus

Deswegen glaube ich an die Zukunft der Kirche, weil es auch unter uns Frauen und Männer gibt, die teilen, helfen, heilen, und damit Hoffnung stiften und zeigen, dass man mit Vertrauen weiter kommt als mit Geld und Macht und Vorräten und einem zweiten Paar Schuhe.

(Roland Breitenbach, Sechs-Minuten-Predigten, Freiburg 2002, 166)

 

14. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 14. Sonntag der Lesereihe B – 04.07.2021

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https://www.bibelserver.com/EU/Ezechiel1%2C28 und https://www.bibelserver.com/EU/Ezechiel2%2C1-5

2. Lesung: 2 Kor 12, 7-10

https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther12%2C7-10

Evangelium: Mk 6, 1b-6

https://www.bibelserver.com/EU/Markus6%2C1-6

 
Foto: KDG
 

Impuls zum Evangelium

Jesus kommt in seine Heimatgemeinde und lehrt dort in der Synagoge. Am Anfang staunen die Zuhörer und bewundern ihn. Doch das hält nicht lange an. Bald schon weicht die oberflächliche Begeisterung einer Ablehnung. Grund ist, dass Jesus und seine Familie in Nazareth altbekannt sind. Wahrscheinlich gehört seine Verwandtschaft nicht zu denen, die dort etwas zu sagen haben, mit denen man sich gut stellen musste. Seine Mutter und seine Geschwister waren einfache Leute in einem einfachen Dorf. Mit ihnen zusammen wird Jesus auf seine Herkunft und auf sein Milieu reduziert. Eingefahrene Festlegungen zeigen sich stärker, als die Offenheit für neue Erfahrungen.

Sicherlich, es ist nicht sinnvoll, einer jeden neuen Mode hinterherzulaufen und was heute heftig diskutiert wird, ist morgen vielleicht schon wieder vergessen. Vielleicht dachten sie: „War alles schon mal da!“ oder: „Meint ihr nicht, dass die da oben, in Jerusalem, mehr von Gott verstehen, als dieser Schlaumeier aus unserer Nachbarschaft?“

Möglicherweise ist es auch uns schon einmal so gegangen? Wir sind unverstanden geblieben, übersehen oder überhört worden, weil wir aus einfachen Verhältnissen stammen, das falsche Geschlecht oder keinen Doktortitel haben? Oder andersherum, wir haben andere nicht ernst genommen, ihnen nicht zugehört, weil sie unserem Bild von einem gebildeten Menschen nicht entsprachen oder uns vielleicht unsympathisch waren?

In den „Sprüchen der Väter“ einer antiken Sammlung jüdischer Weisheiten finden wir folgenden Satz: „Verachte keinen Menschen und halte nichts für unmöglich! Denn jeder Mensch hat seine Zeit und jedes Ding hat seine Stelle.“

Jesus bleibt gelassen, drängt sich nicht auf, und zieht weiter in die benachbarten Dörfer. Damals abgelehnt, ist er heute die wohl die bekannteste Person aus Nazareth.

(Martin Möllmann)

 

13. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 13. Sonntag der Lesereihe B – 27.06.2021

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1. Lesung: Weish 1, 13-15; 2, 23-24

https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit1%2C13-15 und https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit2%2C23-24

2. Lesung: 2 Kor 8,7.9.13-15

https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther8%2C7.9.13-15

Evangelium; Mk 5, 21-43

https://www.bibelserver.com/EU/Markus5%2C21-43

 
 

Impuls zur 1. Lesung

Das Buch der Weisheit ist eines der jüngsten Bücher des Alten Testaments. Entstanden ist es wohl um 20 v. Chr., vielleicht aber auch erst im 1. Jh. n. Chr. zu Lebzeiten Jesu. Es wurde in Alexandria geschrieben, der kulturellen und multiethnischen Hauptstadt Ägyptens, der nach Rom größten Stadt der Antike.

Das Buch der Weisheit verbindet biblisch-jüdische Theologie mit griechischer Philosophie. Es ist in griechischer Sprache geschrieben und gehört deshalb in der katholischen und in den orthodoxen Kirchen zum Bibelkanon, nicht jedoch in den evangelisch-reformierten, deren Bibelkanon nur Übersetzungen aus hebräischen Urtexten im AT enthält.

Die Verbindung biblischer Theologie und griechischer Philosophie wird unter anderem daran deutlich, dass das Buch der Weisheit eine für das Alte Testament ungewöhnliche Perspektive einnimmt: Anders als fast alle anderen Bücher und Texte des Ersten Testaments geht es ganz selbstverständlich von der Unsterblichkeit der menschlichen Seele aus.

Das klingt auch in der Lesung an, die man als interpretierende Zusammenfassung der Schöpfungserzählungen aus Genesis 1-3 verstehen kann (auch wenn dort nicht vom Teufel die Rede ist wie hier in 2,24). Der Schrifttext zeichnet das Bild eines schöpferischen Gottes, der allem Leben emotional verbunden ist (1,13b) und die Welt uneingeschränkt gut geschaffen hat: so ist alles auf Leben, Unvergänglichkeit und Rettung/Heil ausgerichtet.

In dieser Perspektive hat auch der Tod keinen Platz im Plan Gottes: Auf „Unvergänglichkeit“ hin hat Gott den Menschen geschaffen (2,23). „Unsterblich“ ist jedoch auch die Gerechtigkeit (1,15). Damit betont das Buch der Weisheit, dass Gott das letzte Wort hat für den Fall, dass Menschen ihre gottgeschenkte Kraft missbrauchen und sich entgegen ihrer Bestimmung Taten des Todes zuwenden.

Hier in der Lesung liegt allerdings der Schwerpunkt auf die gute, heilbringende Schöpfung und die Ausrichtung des Menschen auf Unvergänglichkeit hin als Grund und Motivation dafür, das Schöpfungswerk Gottes unterstützend zu begleiten, zu beschützen und zu bewahren.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

12. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 12. Sonntag der Lesereihe B – 20.06.2021

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1. Lesung: Ijob 38, 1.8-11

https://www.bibelserver.com/EU/Hiob38%2C1.8-11

2. Lesung: 2 Kor 5, 14-17

https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther5%2C14-17

Evangelium: Mk 4, 35-41

https://www.bibelserver.com/EU/Markus4%2C35-41

 
„In der Welt habt ihr Angst“ – 1953

Impuls zum Evangelium

Jesus schläft in aller Ruhe, während ein Sturm das Wasser ins Boot schlägt und den Jüngern das Wasser so buchstäblich bis zum Hals steht. Diese Szene ist von verschiedensten Künstlern aller Epochen im Bild festgehalten worden. Ein einziges Mal nur wird im Neuen Testament von einem „schlafenden Jesus“ berichtet. Was will uns der Evangelist damit sagen?

Es ist eine menschliche Erfahrung, die wir immer wieder machen: Gott scheint nicht da zu sein, er ist weg, nicht erreichbar, uns abgewandt, macht nichts, ist schlafend. Und so fühlen wir uns alleingelassen in unserer Not, in unserer Angst. Aber das stimmt nicht, er ist da, trotz allem. Er bewahrt uns in der Not, aber nicht vor der Not.

Faszinierend ist, was Jesus zu den Jüngern sagt, als sie ihn wecken: „Warum hattet Ihr Angst? Ich war doch bei Euch.“ Es fällt uns oft schwer das zu glauben, dass Jesus bei uns ist. Aber auch wenn das Boot unseres Lebens schwankt, auch wenn wir glauben, ganz allein zu sein, Jesus ist immer bei uns im Boot. Vielleicht schläft er, aber in Zeiten höchster Not können wir ihn wecken.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

11. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 11. Sonntag der Lesereihe B – 13.06.2021

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1. Lesung: Ez 17, 22-24

https://www.bibelserver.com/EU/Ezechiel17%2C22-24

2. Lesung: 2 Kor 6, 6-10

https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther5%2C6-10

Evangelium: Mk 4, 26-34

https://www.bibelserver.com/EU/Markus4%2C26-34

 

Impuls zu den Lesungen

Die Texte der heutigen Lesungen sprechen davon, dass Gott das Kleine in der Welt groß macht und wie er Großes klein werden lässt. Das Reich Gottes beginnt ganz klein, unscheinbar, manchmal unsichtbar.

Oft klagen wir darüber, dass unser alltägliches Leben nichts mit Gott zu tun hat. Was er uns gibt und von uns fordert, liegt scheinbar außerhalb unserer Erfahrungswelt. Diese Kluft zwischen unserer Welt und dem Reich Gottes macht vielen Menschen zu schaffen.

Wenn Jesus vom Reich Gottes spricht, verwendet er mit Vorliebe jene Ereignisse und Gegebenheiten, die den Menschen geläufig und vertraut sind. So vergleicht er die langsame Entfaltung der Herrschaft Gottes mit dem unaufhörlichen Wachstum des Samens. Was wir erleben und um uns herum vorfinden, macht er zum Hinweis auf die Wirklichkeit, in die er uns hineinholt. Daran können wir erkennen, dass beides eng miteinander verbunden ist.

Das Reich Gottes wächst, wo um Frieden und Verzeihung gerungen wird, wo Gerechtigkeit und Liebe wachsen. Wahrscheinlich ist es unter uns Menschen schon viel größer, als wir ahnen. Und es kann auch ohne unser Zutun wachsen. Wir sollten aber nicht nur Zuschauer sein, sondern Mitgestalter.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

10. Sonntag im Jahreskreis

Die Lesungen vom 10. Sonntag der Lesereihe B – 06.06.2021

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1. Lesung: Gen 3, 9-15

https://www.bibelserver.com/EU/Genesis3%2C9-15

2. Lesung: 2 Kor 4,13-5,1

https://www.bibelserver.com/EU/2Korinther4%2C13-18

Evangelium: Mk 3, 20-35

https://www.bibelserver.com/EU/Markus3%2C20-35

 

Impuls zum Evangelium

Jesu Familie, seine Mutter und seine Brüder können ihn – seine Lebensweise und seine Botschaft – nicht verstehen und meinen: Er sei von Sinnen. – „Unser Jesus ist übergeschnappt, sonst würde er ja leben wie alle anderen auch, und nicht über die Lande ziehen und vom nahen Reich Gottes predigen“, mögen sie wohl gedacht haben.

Familie, das bedeutet Geborgenheit und Heimat, – aber auch – Anpassung und Unterordnung. Die Familie Jesu jedenfalls möchte sich anpassen und unauffällig und in Sicherheit in ihrer Heimatgemeinde leben. Mit Jesus ist das nicht möglich. – Er lebt anders als die anderen. Er heilt, verkündet Gottes nahes Reich und sammelt Menschen um sich, die an diesem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit Anteil haben möchten.

Jesus wird von seinen Verwandten als verrückt erklärt. Die aus Jerusalem angereisten geistlichen Führer haben ein ähnliches, allerdings noch viel schlimmeres Urteil über ihn. – „Er ist von Beelzebul besessen; mithilfe des Anführers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.“

Jesus ein Wahnsinniger oder ein Besessener? – Für uns schwer vorstellbar. – Wenn wir allerdings seinen Lebensstil betrachten: kein fester Wohnsitz, keine ordentliche Arbeit, keine Partnerschaft und Familie im üblichen Sinn, keine Karrierepläne … – Ist das normal?

Er wird hier als verrückt und als gefährlich angefeindet und ausgegrenzt. Dabei werden ihm besonders seine Dämonenaustreibungen vorgeworfen. Dämonen und unreine Geister sind für uns heute nur schwer vorstellbar. Im Altertum waren Dämonen „real“ auch wenn ihr Ursprung nicht eindeutig zu bestimmen war. Dämonen – so die Vorstellung – treiben die von ihnen Besessenen in den Wahnsinn hinein, und – damit gleichzeitig – aus der menschlichen Gemeinschaft heraus.

Besessene galten nun nicht als Menschen, die sich bewusst auf das Böse eingelassen haben, sondern als Opfer von geistigen Mächten, die ihnen Schaden zufügen. Vielleicht handelte es sich um Menschen, die traumatische Erlebnisse hatten, – Menschen, deren Seelenleben in Kriegs- und Krisensituationen überfordert war. Oder einfach nur um Menschen, die sensibler auf das reagieren, was wir  „Strukturen der Sünde“ nennen. Strukturen, die die Umwelt zerstören und gerechtfertigt werden, weil sie angeblich alternativlos sind. Strukturen, die Menschen ausgrenzen und ihrer Würde berauben, sie unterdrücken und in Armut und Ausbeutung zwingen, aber dem Augenschein nach nicht zu ändern sind. Im schlimmsten Fall werden solche ungerechten Strukturen als „natürlich“ oder „von Gott gewollt“ hingenommen. Jesus hat mit diesen Mächten den Kampf aufgenommen und Siege davongetragen. Daher die Anschuldigungen der Geistlichkeit.

Jesus antwortet mit einem Gleichnis: „Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben.“ – Wenn Satans Reich so weit uneins ist, dass ein Dämon den anderen austreibt, dann wird es mit ihm bald vorüber sein. – Wäre das nicht eine schöne Vorstellung? – Allerdings ist dem nicht so ­– leider!

Jesus beruft Menschen zur Gemeinschaft: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für ihn Bruder und Schwester und Mutter.“ – Gemeinschaft pflegen, das ist nicht immer leicht, gerade zu Coronazeiten. Trotzdem denke ich, dass gelebte Geschwisterlichkeit und Solidarität – auch heute noch – geeignete Mittel gegen die Dämonen unserer Zeit sein können.

(Martin Möllmann)

 

Dreifaltigkeitssonntag

Die Lesungen vom Dreifaltigkeitssonntag – Lesejahr B – 30.05.2021

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1. Lesung: Dtn 4, 32-34.39-40

https://www.bibelserver.com/EU/Deuteronomium4%2C32-34.39-40

2. Lesung: Röm 8, 14-17

https://www.bibelserver.com/EU/Römer8%2C14-17

Evangelium: Mt 28, 16-20

https://www.bibelserver.com/EU/Matthäus28%2C16-20

 
Ikone Dreifaltigkeit
 

Der dreieinige Gott

Wie können wir Gott beschreiben? Wie können wir einen dreieinigen oder dreifaltigen Gott erklären? Vielleicht stellen wir uns immer mal wieder diese Frage.

Unsere Antworten darauf bleiben aber immer unzureichende Versuche, seine Größe, seine Allmacht, sein Wesen, seine Schönheit und Herrlichkeit zu beschreiben. Auch die klügsten Theologen beißen sich daran die Zähne aus. Man mag versuchen, das Geheimnis verständlicher zu machen – auflösen kann man es nicht. Gott bleibt immer größer, als unser menschlicher Verstand zu begreifen imstande ist – und das ist auch gut so.

Vielleicht wäre es angemessener, ihn einfach in Ehrfurcht anzubeten? Vielleicht wäre es besser, einfach nur als Christ zu leben und von unserem Glauben Zeugnis zu geben, um so diesen unbegreiflichen Gott erfahrbar zu machen?

Würde es denn helfen, wenn wir ihn sehen könnten? Der Anblick wäre für uns Sterbliche nicht zu ertragen. Schon Mose konnte ihn nicht anschauen (vgl. Ex. 3,6 und Ex 33, 18ff.)

Aber wir können Gott erkennen. In seinen Taten erkennen wir ihn, wie er in der Geschichte wirkt, durch sein Wirken an seinem auserwählten Volk und seinen Sohn Jesus Christus, in dem er uns gleichsam sein Gesicht zugewandt hat.

Sein Wirken in der Welt geschieht bis heute in Form des Heiligen Geistes, den uns der Sohn gesandt hat zur Unterstützung und Stärkung. Wenn wir uns diesem Geist öffnen, dann vermögen wir kraftvoll als Christ zu leben und Zeugnis abzulegen von der Frohen Botschaft, dem Evangelium, der Botschaft der Liebe Gottes zu uns Menschen.

Und so sind wir eingeladen, uns zu öffnen und zu hören, wie unsere Väter und Mütter im Glauben diesen letztlich unbegreiflichen Gott erfahren haben und so unseren Weg des Glaubens zu finden.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

Pfingsten

Die Lesungen von Pfingsten – Lesejahr B – 23.05.2021

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1. Lesung: Apg 2, 1-11

https://www.bibelserver.com/EU/Apostelgeschichte2%2C1-11

2. Lesung: 1 Kor 12, 3b-7.12-13

https://www.bibelserver.com/EU/1Korinther12%2C3-7.12-13

Evangelium: Joh 20, 19-23

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes20%2C19-23

Taube als Symbol des Heiligen Geistes – Buntglasfenster von Gerhard Wünsche in der St. Andreas Kirche in Oberösterreich

Pfingsten – Fest des Heiligen Geistes

Sind wir eigentlich Be-Geisterte? Sind wir bereit, uns ergreifen zu lassen von diesem Geist Gottes, der irgendwie so wenig konkret greifbar ist, der aber Neues und Unvorhergesehenes schaffen kann?

Ist Pfingsten also ein „Fest der Verlegenheiten“, wie es einmal Jörg Zink im Christkatholischen Kirchenblatt formulierte und dann schrieb: „Der Geist Gottes, den man da feiert, bleibt im Nebelhaften, und die Kirche, die da ihren Geburtstag begeht, gehört mehr und mehr zu den entbehrlichen Dingen auf dieser Welt.“

Was kann uns Pfingsten heute bedeuten?

Pfingsten ist nach der Zahlensymbolik der Tag des Neubeginns. Sieben ist die Zahl für die Welt (denken wir an die 7 Tage der Schöpfung), deren äußerste Möglichkeit dann die 49 ist, also die 7 mit sich selbst vervielfacht. Weiter kann die Welt nicht kommen. Mit der Zahl 49, versinnbildlicht durch die 49 Tage nach Ostern, hat die Welt ihr Ziel erreicht, das sie selbst nicht überschreiten kann. Mit dem Pfingsttag, dem fünfzigsten Tag, wird symbolisch ein neuer Anfang gesetzt. Neues bricht an, die endgültige Heilszeit ist angebrochen mit der Sendung des Geistes. Gott selbst ist es, der Neues schafft, er selbst ruft eine neue Schöpfung ins Leben, verwandelt durch seinen Geist die Welt.

Wo der Geist wirkt, da wird die Begrenzung der Welt aufgehoben, da wird der Egoismus des Einzelnen gebändigt, da kann die Sprache der Liebe, der gegenseitigen Rücksichtnahme und Achtung die Menschen zu einer neuen Gemeinschaft über alle Grenzen der Hautfarbe, der Volkszugehörigkeit, der Religion hinweg verbinden. Da gibt es Verständigung – Kommunikation – im wahrsten Sinne des Wortes.

Wer sich auf diesen Geist einlässt, wer sich be-geistern lässt, sich dem auch unvorhergesehenen Wirken des Geistes öffnet, der wird ein neuer Mensch, eine neue Schöpfung. Und das ist es, was uns Gott verheißen hat und immer wieder verheißt: diesen Geist, der Leben ermöglicht und Leben lebenswert macht. Der be-geistert. Der sich auch durch verschlossene Türen (und auch in sich verschlossene Menschen) nicht aufhalten lässt. Der unsere selbst gesetzten Grenzen überwinden und uns befreien kann aus unseren Ängsten und Vorbehalten, der uns befähigt, zu vergeben, wenn wir verletzt wurden oder uns befähigt, selbst um Vergebung zu bitten, wenn wir andere verletzt haben.

Lassen wir uns also be-geistern, fangen wir an, uns diesem Gottesgeist zu öffnen und aus diesem Geist zu leben. Pfingsten ist ein Fest, das viel mehr mit uns und unserem Alltag zu tun hat, als wir vielleicht denken. Fangen wir zuerst an in unserem ganz konkreten Lebensumfeld, in unserer Familie und in unserem Bekanntenkreis. Aber seien wir uns auch bewusst, dass der Geist auch immer was mit größerer Gemeinschaft zu tun hat, er stiftet Gemeinschaft und ermöglicht sie.

So ist Pfingsten auch die Geburtsstunde der Kirche. Aber nicht einer Kirche mit einer Hierarchie, in der einige zu sagen und zu bestimmen haben und sich dabei auch noch auf den Geist berufen, sondern einer Kirche von Be-Geisterten, die gemeinsam daran bauen, Gottes neue Schöpfung in der Welt sichtbar zu machen. und so das Gesicht der Kirche bestimmen.

(Klaus-Dieter Gerth)

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