Innehalten - Geistlicher Impuls

29. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 29. Sonntag der Lesereihe B – 17.10.2021

Bitte auf den Link gehen, es erfolgt eine Weiterleitung zum Bibelserver. Die angegebenen Textstellen in der Einheitsübersetzung sind unterstrichelt.

1. Lesung: Jes 53, 10-11

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja53%2C10-11

2. Lesung: Hebr 4, 14-16

https://www.bibelserver.com/EU/Hebräer4%2C14-16

Evangelium: Mk 10, 35-45

https://www.bibelserver.com/EU/Markus10%2C35-45

 
Herbst – Foto KDG
 

Impuls zum Evangelium

Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sagte: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben, als Lösegeld für viele“ (Mk 10,42-45).

Für mich sind diese Sätze die Kernaussage des Markusevangeliums. Sie zeigen uns das Alternativprogramm Jesu – für sein Leben – und auch für unser Leben in dieser Welt. In der Welt geht es um Konkurrenz, um Macht und um Herrschaft. – Da möchte jeder vorne mit dabei sein und nicht hinten runterfallen. Und von denen gibt es viele, viele, die nicht mithalten können, denen die volle Existenz – ein Leben in Fülle – versagt bleibt. Da wo es Gewinner gibt, da sind die Verlierer oft auch nicht weit. Und da, wo die Welt in Gewinner und Verlierer aufgeteilt wird, da kann sich so recht keine tiefe Freude und kein dauerhaftes Glück einstellen. Im Reich Gottes soll es anders sein. Da herrschen Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Der Weg dahin ist der Weg des Dienens und der liebevollen Solidarität. Ein Weg, den uns Jesus nicht nur aufgezeigt, sondern auch vorgelebt hat. Er hat auf seine göttliche Macht und Würde verzichtet und ist Mensch geworden. Er hat unser Menschsein – nicht als Herrscher – sondern als einfacher Handwerker und Wanderprediger geteilt. Sein Tod war kein tragischer Unfall, sondern Folge seiner konsequenten Liebe zu uns Menschen.

(Martin Möllmann)

 

28. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 28. Sonntag der Lesereihe B – 10.10.2021

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1. Lesung: Weish 7, 7-11

https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit7%2C7-11

2. Lesung: Hebr 4, 12-13

https://www.bibelserver.com/EU/Hebräer4%2C12-13

Evangelium: Mk 10, 17-30

https://www.bibelserver.com/EU/Markus10%2C17-30

 
 

Impuls zum Evangelium

Der Ruf in die Nachfolge Christi ergeht an alle, die an Jesus glauben. Aber nicht alle werden zur gleichen Form der Nachfolge berufen, das würde auch dem einzelnen Menschen nicht gerecht. Jede und jeder ist anders und hat andere Talente und Fähigkeiten – und das ist gut so.

So muss man nicht alles hergeben, was man besitzt, genauso wenig wie nicht jeder Christ zum Martyrium berufen ist. Der reiche Jüngling im Evangelium hat alles getan, was wichtig und geboten war für sein religiöses Leben. Aber er wollte mehr, das verrät seine Frage an Jesus. Und dieses „Mehr“ hätte bedeutet, auf seinen Reichtum zu verzichten. Dies konnte und wollte der Jüngling aber nicht. Er war nicht bereit, seine finanzielle Sicherheit aufzugeben und Jesus nachzufolgen.

Nicht der Reichtum als solcher wird hier angeprangert, sondern die Gefahr, dass Reichtum blind machen kann für die Sorgen und Nöte der anderen, dass er zum Kreisen um sich selbst führen kann und zu ängstlicher Sorge und zu verkrampften Festhalten. Der Weg vom Besitzen zum Besessensein ist gefährlich kurz.

Reichtum, wir immer man ihn definieren mag, kann zu einer Lebenseinstellung verleiten, die unsere radikale Angewiesenheit auf Gott aus dem Blick verliert. Martin Luther hat in der Auslegung des 1. Gebotes geschrieben: „Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist in Wahrheit dein Gott.“

Wir alle kennen Beispiele, die uns zeigen, dass Reichtum nicht automatisch glücklich macht und zu einem glücklichen Leben führt. Viel wichtiger als materieller Reichtum ist Zufriedenheit, die da entsteht, wo man mit sich und seinem Leben in Einklang ist, wo man sich vertrauensvoll in die Hände Gottes gibt.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

27. Sonntag der Lesereihe- ERNTEDANK

Die Lesungen vom 27. Sonntag der Lesereihe B – 03.10.2021

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1. Lesung: Gen 2, 4b-9

https://www.bibelserver.com/EU/Genesis2%2C4-9

2. Lesung: Jak 2, 5-9.13

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus2%2C5-9.13

Evangelium: Mk 4, 30-32

https://www.bibelserver.com/EU/Markus4%2C30-32

 
Foto: KDG

 

Gottes Gaben – unsere Aufgaben

Drei Kennzeichen eines sinnvollen Lebens

Als die Menschen sich mit den Tieren noch verstanden,
da wurden sie einmal von den Tieren gefragt,
was den Menschen zum Menschen mache.

Sie gaben ganz unterschiedliche Antworten:
– Wir können aufrecht gehen, wir können sprechen und denken, das könnt ihr nicht;
– wir können planen und produzieren, das könnt ihr auch nicht;
– wir können die Natur manipulieren und mehr ernten, das könnt ihr schon gar nicht;

auf einmal kamen drei Kinder des Weges,
sie hielten frische Früchte in den Händen und sangen voller Freude.

Die Tiere hielten sie an und fragten sie:
Warum singt ihr so fröhliche Lieder?
– Weil wir uns freuen.
Warum haltet ihr die Früchte wie einen kostbaren Schatz in euren Händen?
– Weil wir dankbar sind für dieses Geschenk.
Und warum seid ihr drei zusammen?
– Weil wir uns lieben.

Nun brauchten die Tiere nicht mehr weiter zu fragen. –
Sie wussten, was den Menschen wirklich zum Menschen macht:
– sich zu freuen; – dankbar zu sein; – und einander zu lieben.

Ernte-Dank-Fest – sich freuen, danken und teilen

Das heutige Erntedankfest lädt uns ein – sich über die Früchte der Erde, die wir in diesem Jahr wieder ernten konnten zu freuen und sie zu genießen;

Das heutige Erntedankfest ruft uns auf, – darüber nachzudenken, wem wir dies verdanken und dann auch dem Geber aller Gaben zu danken;

Das heutige Erntedankfest fordert uns schließlich auf, – die Gaben der Schöpfung gerecht miteinander und mit anderen zu teilen. – Denn:

Der schönste Dank für Gottes Gaben besteht darin, dass man die Gaben Gottes voll Liebe weitergibt.

(Meditation von G.M. Ehlert – https://gmehlert.wordpress.com/feste/ernte-dank)

 

26. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 26. Sonntag der Lesereihe B – 26.09.2021

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1. Lesung: Num 11, 25-29

https://www.bibelserver.com/EU/Numeri11%2C25-29

2. Lesung: Jak 5, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus5%2C1-6

Evangelium: Mk 9, 38-43.45.47-48

https://www.bibelserver.com/EU/Markus9%2C38-43.45.47-48

 
Foto: KDM
 

Impuls zum Diakoniesonntag

Diakonie ist nicht nur eine Lebensäußerung der Kirche, sondern eine Dimension von Kirche. Diakonie ist praktische Nächstenliebe, konkrete Nachfolge. Der Dienst am Nächsten ist eine besondere Form des Gottesdienstes im Alltag.

Als Kirche, als Gemeinde sind wir da glaubwürdig und erkennbar, wo wir die von Christus selbst vorgelebte Botschaft der gegenseitigen Annahme auf Augenhöhe leben, wo wir Sakrales und Soziales, Spiritualität und das Tun des Gerechten miteinander verknüpfen. „Was ihr einen von diesen meinen geringsten Brüdern – und Schwestern – getan habt, das habt ihr mir getan.“ (vgl. Mt. 25)

Vielleicht tun wir uns als kleine Gemeinde schwer, diakonische Aufgaben wahrzunehmen, etwas speziell „Diakonisches“ auf die Beine zu stellen. Aber als Einzelne können wir unseren Nachfolgeauftrag im Alltag durchaus wahrnehmen: in der Nachbarschaftshilfe, im persönlichen diakonischen Engagement, im Zugehen auf die Anderen, auch und gerade außerhalb der Gemeinde. Aber auch das gegenseitige Sich-sorgen, Telefonate und die Anteilnahme an den Sorgen und Nöten der Gemeindemitglieder und anderer gehört dazu.

Jesus hat uns vorgelebt, wie er sich ein Miteinander der Menschen vorstellt. Wir brauchen nur seinem Beispiel zu folgen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

25. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 25. Sonntag der Lesereihe B – 19.09.2021

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1. Lesung: Weish 2, 1a.12.17-20

https://www.bibelserver.com/EU/Weisheit2%2C1.12.17-20

2. Lesung: Jak 3, 16 – 4,3

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus3%2C16-18 und https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus4%2C1-3

Evangelium: Mk 9, 30-37

https://www.bibelserver.com/EU/Markus9%2C30-37

 

Impuls zum Evangelium

Jesus belehrt seine Jünger über den Weg, den er gehen wird und gehen muss. Es ist der Weg des Leidens, des Kreuzes, aber auch der Auferstehung.

Den Jüngern bleibt diese Rede fremd und unverständlich. Sie verstehen den Sinn nicht – noch nicht. Stattdessen träumen sie von Macht, Ansehen und Größe, sie denken an gute Posten. Jesus lässt uns aber nicht im Zweifel darüber, worin die wahre Größe besteht. Er steht auf der Seite der Kleinen, der Unterdrückten und Ausgestoßenen, er hat sich zum Diener aller gemacht. Als Beispiel stellt er ein Kind in ihre Mitte, so wie auch Gott in Jesus Christus als ein wehrloses Kind auf die Welt gekommen ist, angewiesen auf die Hilfe der Menschen.

Solange wir beim Hören der Heiligen Schrift und bei der Feier des Gottesdienstes nur Zuhörer und Zuschauer bleiben, so wie beim Fernsehgucken, geschieht mit uns nichts, und wir verstehen den Weg Jesu nicht. Erst wenn wir uns ganz auf ihn einlassen, wenn wir mitgehen, mittragen und mitleiden, dann eröffnet sich uns sein Geheimnis.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

24. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 24. Sonntag der Lesereihe B – 12.09.2021

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1. Lesung: Jes 50, 5-9a

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja50%2C5-9

2. Lesung: Jak 2, 14-18

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus2%2C14-18

Evangelium: Mk 8, 27-35

https://www.bibelserver.com/EU/Markus8%2C27-35

 
Foto: Klaus-Dieter Mack
 

Impuls

Im Leben geht es nie ohne Entscheidungen. Das gilt auch für das Leben als Christ. Die Frage Jesu aus dem Evangelium: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mk 8,29) gilt nicht nur seinen Jüngern damals, sondern auch uns heute. Und sie stellt sich immer wieder neu je nach unseren Lebensumständen und Lebenssituationen. Es ist eine existenzielle Frage. Für uns als Christen wird diese Frage auch zur Bekenntnisfrage, zur Frage des Bekenntnisses zu Jesus Christus und zum Bekenntnis zur Nachfolge auf seinem Weg.

Auch Petrus antwortet mit einem Bekenntnis: „Du bist der Messias!“ Aber es ist ein Bekenntnis, welches noch nicht alle Konsequenzen sieht. Es ist zwar schon das tiefe Bekenntnis zu dem Messias, dem Erlöser, dem Retter, aber noch ohne Blick auf den Weg des Kreuzes. Deshalb weist ihn Jesus deutlich zurecht, als ihm Petrus wegen der Leidensankündigung Vorwürfe macht: „Weg mit Dir, Satan, geh mir aus den Augen. Denn du hast nicht im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“ (vgl. Mk 8, 33). Offensichtlich kann man Jesus mit den Augen der Menschen und mit den Augen Gottes sehen.

Ein Bekenntnis am Kreuz vorbei ist nicht christlich: „Wer mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ Und Bekenntnis zu Jesus Christus beinhaltet immer auch Nachfolge auf seinem Weg, praktische Nächstenliebe. Es geht nicht um das Festhalten von Glaubenslehren, sondern immer auch darum, was wir aus dem Glauben an Jesus heraus tun. Es geht um die Ganzheitlichkeit des Menschen, um die Ganzheitlichkeit des Denkens und Tuns.

Vor diesem Hintergrund verstehen wir auch gut, was der Schreiber des Jakobusbriefes sagen will: „So ist der Glaube für sich allein tot, wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.“ (Jak 2, 17) Glaube drängt danach, sich in Werken der Nächstenliebe zu konkretisieren. Die Diakonia, der Dienst am Nächsten, das Füreinander, gehört neben der Martyria (dem Zeugnis) und der Liturgia (Gottesdienst) unabdingbar zum Glauben dazu. Es entspricht dem Wesen des Glaubens, dass er nach außen wirkt, in den Alltag hinein und im Alltäglichen.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

23. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 23. Sonntag der Lesereihe B – 05.09.2021

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1. Lesung: Jes 35, 4-7a

https://www.bibelserver.com/EU/Jesaja35%2C4-7

2. Lesung: Jak 5, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus2%2C1-5

Evangelium: Mk 7, 31-37

https://www.bibelserver.com/EU/Markus7%2C31-37

 
 

Impuls zu den Lesungen

Es ist immer wieder faszinierend, wie aktuell manche biblischen Textstellen sind. Da ist zunächst die Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja: das auserwählte Volk Israel, dass immer wieder Gottes befreiendes Handeln in seiner Geschichte erleben durfte, sieht dies nicht mehr und wird taub für Gottes Wort. Es verlässt sich mehr auf seine irdischen Könige und vergisst Gottes Weisungen. Rechtsbrüche und soziale Unterdrückung macht sich breit. Trotzdem ist die prophetische Vision eindeutig: Gott wird dieses Volk nicht lassen, er selbst wird ihm die Augen und Ohren öffnen, er wird Rettung bringen und für Gerechtigkeit sorgen.

Auch die Gemeinden des Jakobus scheinen auf einem Ohr taub und auf einem Auge blind zu sein. Sie wählen aus der Frohen Botschaft das aus, was ihnen passt, und so werden innerhalb der Gemeinde, ja sogar innerhalb des Gottesdienstes Unterschiede gemacht und dem Personenkult und dem Prestigedenken Vorschub geleistet. Dadurch gerät der Kontakt zu den weniger Wohlhabenden und den Armen ins Hintertreffen.

Gibt es da nicht durchaus Parallelen zu heute. Auch wir sind manchmal taub und blind. Hören nicht auf Gottes Wort und sehen nicht, wie er immer wieder an uns handelt. Auch wir sind manchmal wie der Kranke aus dem Evangelium auf jemanden angewiesen, der uns heilen, der uns ganz und heil-machen kann.

Jesus ist der Schlüssel, der die Menschen zum Glauben und zum Heilwerden zu öffnen vermag. Wie der Taubstumme müssen wir bereit und offen sein, auch uns anrühren zu lassen, und immer wieder die Ohren und die Augen öffnen zu lassen für Gott.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

22. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 22. Sonntag der Lesereihe B – 29.08.2021

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1. Lesung: Dtn 4, 1-2.6-8

https://www.bibelserver.com/EU/Deuteronomium4%2C1-2.6-8

2. Lesung: Jak 1, 17-18.21-22.27

https://www.bibelserver.com/EU/Jakobus1%2C17-18.21-22.27

Evangelium: Mk 7, 1-8.14-15.21-23

https://www.bibelserver.com/EU/Markus7%2C1-8.14-15.21-23

 

Impuls

In der Lesung aus dem Alten Testament, dem Deuteronomium, werden die Gebote und Rechtsvorschriften Israels als etwas sehr Positives gepriesen, als etwas, dass mit Weisheit, Bildung und Gerechtigkeit zu tun hat. Sogar die Völker ringsum müssen dies anerkennen. Israel hat das Gesetz Gottes nicht als harte Last, sondern als eine kostbare Gabe empfangen, als Wegweisung für das Volk Israel und für den Einzelnen.

Ganz anders nun das Evangelium: die Gesetze werden in ihrer Konkretheit abgelehnt und spiritualisiert. Die starre Gesetzlichkeit des Judentums wird gebrandmarkt und der Prophet Jesaja zitiert: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz ist weit weg von mir. Es ist sinnlos, wie sie mich verehren, was sie lehren, sind Satzungen von Menschen“ (vgl. Mk 7,6b-7)

Wie ist das zu verstehen? Wie ist hier Jesus zu verstehen, der ja auf der einen Seite als Jude lebt und in der jüdischen Tradition verwurzelt ist, auf der anderen Seite die Gesetzlichkeit der Pharisäer derart aggressiv angreift? Allzuleicht könnte das Evangelium verstanden werden als antijüdische Abwertung der Gebote und Gesetze, wie sie überliefert und in der Tora schriftlich niedergeschrieben sind.

Eines ist ganz deutlich: Jesus lehnt nie die Tora als solche ab, aber er geißelt ihren Mißbrauch. „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich nicht nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.“ (vgl. Mt5,17). Dieser Gefahr, einem pharisäisch-äußerlichen und deshalb tödlichen Buchstabengehorsam zu verfallen, war nicht nur Israel im Laufe seiner Geschichte immer wieder ausgesetzt, es ist eine urmenschliche Versuchung bis heute und auch im Christentum bekannt.

Jesus bringt den innersten Kern der Gebote neu zur Sprache – durch das, was er sagt, und durch das, was er tut. Damit verkündet er uns neu das eine Gebot Gottes, das Liebesgebot, und gibt uns zugleich den Auftrag. die unzähligen Umsetzungen dieses Gebotes zu entdecken und zu entfalten.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

21. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 21. Sonntag der Lesereihe B – 22.08.2021

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1. Lesung: Jos 24, 1-2a.15-17.18b

https://www.bibelserver.com/EU/Josua24%2C1-2.15-18

2. Lesung: 2 Thess 3, 1-5

https://www.bibelserver.com/EU/2Thessalonicher3%2C1-5

Evangelium: Joh 6, 60-69

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes6%2C60-69

 
 

Impuls zum Evangelium

„Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören?“

Manchmal ist etwas unerträglich, was man so hört und auch sieht. Manchmal ist Gesagtes aber auch unerträglich, weil wir doch genau wissen, dass etwas eigentlich wahr ist, wir es aber nicht so recht wahrhaben oder hören wollen.

Die Worte Jesu waren für viele seiner Zeitgenossen eine Zumutung. Und nicht nur die Worte, sondern auch seine Taten: sein Verhalten gegenüber Menschen, mit denen man sich eigentlich nicht abgibt, seine „Missachtung“ der doch so wichtigen von Gott gegebenen Gesetze, sein Reden „in Vollmacht“.

Viele derjenigen, die erst von ihm begeistert waren und die ihn begleitet hatten, zogen sich zurück. Es blieb der „engere Kreis“, die Zwölf. Auf die Frage Jesu, ob auch sie gehen wollen, antwortet stellvertretend Petrus: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. … Du bist der Heilige Gottes.“ (vgl. Joh 6, 68f)

Diese Frage Jesus richtet sich nicht nur an die Jünger damals, sie richtet sich auch an uns heute: Wer ist Jesus für mich? Bleiben wir Jesus treu, glauben wir ihm, oder sind seine Worte und Anforderungen für uns unerträglich? Es ist eine existenzielle Frage, die jede und jeder immer wieder für sich beantworten muss.

(Klaus-Dieter Gerth)

 

20. Sonntag der Lesereihe

Die Lesungen vom 20. Sonntag der Lesereihe B – 15.08.2021

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1. Lesung: Spr 9, 1-6

https://www.bibelserver.com/EU/Sprüche9%2C1-6

2. Lesung: Eph 5, 15-20

https://www.bibelserver.com/EU/Epheser5%2C15-20

Evangelium: Joh 6, 51-58

https://www.bibelserver.com/EU/Johannes6%2C51-58

 
 

Impuls

Wenn Jesus über das Brot des Lebens spricht, dann spricht er von seiner eigenen Person. Er selbst ist das Brot Gottes, er selbst mit Fleisch und Blut wird zur Speise, die den Menschen in seiner Sehnsucht satt machen kann. Nicht allein das Wissen von und über Jesus, – seiner Gottheit, seinem Menschsein, – ist entscheidend, sondern ein Sich-Einlassen auf ihn, das in Fleisch und Blut übergeht. Ein Sich-Einlassen, das nicht Außen stehen bleibt, sondern in das Geheimnis Gottes eindringt und unser Leben qualitativ verwandelt. – Es geht um den Geschmack des Glaubens, wie es manche Mystiker ausdrücken.

Es gibt viele Bilder für Gott und unsere Beziehung zu ihm. Hunger und Durst als Bilder der Sehnsucht. – Trank und Speise, Fleisch und Blut als Bilder der Erfüllung. Bilder und Symbole sind wichtig, sie weisen auf etwas Unsagbares hin. Etwas, das nicht in Worte zu fassen ist, aber gekostet werden kann.

(Martin Möllmann)

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