Auf ein Wort

Liebe Gemeindemitglieder! Liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinden!

Ab dem 1. Oktober ist in den Gemeinden Singen und Sauldorf kein/e Geistliche/r vor Ort. Schon jetzt richten wir – der Kirchenvorstand und ich als Pfarrverweser – uns neu aus. Wir wissen nicht, ob sich jemand auf die Gemeinden beworben hat oder bewerben wird. Es ist eine Zeit mit vielen Unbekannten, um einen Begriff aus der Mathematik zu verwenden. Solche Zeiten sind mit Unsicherheiten und Ungewissheiten verbunden. Das ist erstmal nicht schön und manchmal auch ein bisschen anstrengend. Damit sind die Gemeinden allerdings an der Seite vieler Menschen, die sich verunsichert fühlen und es tatsächlich auch sind.

Die Jahreslosung vom Ökumenischen Arbeitskreis für Bibellesen für das Jahr 2022 lautet: Jesus Christus spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“

Dieser Satz wirkt seltsam, wenn er aus dem Zusammenhang gerissen wird. Er provoziert die Rückfrage: Warum sollte Jesus die Menschen auch abweisen? Das würde doch all dem widersprechen, was Christinnen und Christen über Jesus sagen und glauben. Jesus war und ist doch immer derjenige, der die Menschen angenommen und bewusst zu sich gerufen hat. Der Satz steht im Johannesevangelium in den Abschiedsreden, in denen Jesus seinen Jüngern nochmal die Grundsätze seiner Botschaft, seines Lebensprogramms der Liebe und Annahme nahebringt. Diese Zusage erreicht die Jünger also in einer Zeit voller Ungewissheiten. Und da zeigt sich mir, wie sehr diese Bibelstelle zu den gegenwärtigen Umständen passt. Das gilt sowohl im Blick auf die Kirche(n) und speziell die Gemeinden Singen und Sauldorf als auch im Blick auf die Menschen im Umfeld dieser Gemeinden und darüber hinaus. Die Zusage Jesu kann ermutigen und einladen. Als Jüngerinnen und Jünger Jesu, also als Gemeinde, sind die Verantwortlichen und alle in der Gemeinde dazu aufgerufen und ermutigt, die Menschen einzuladen und eben nicht abzuweisen. Wer kommen möchte, darf sich willkommen fühlen. Ich entnehme der Jahreslosung, dass das zu keiner Zeit selbstverständlich war, auch zur Zeit der frühen christlichen Gemeinden nicht. Die Gefahr, sich zu verschließen und einzurichten, war immer gegeben. In diesen Zeiten, in denen kein/e Geistlicher da ist, bleibt viel Arbeit bei den verantwortlichen Menschen vor Ort, insbesondere im Kirchenvorstand. Die Menschen einzuladen und nicht abzuweisen, fordert heraus. Alle, denen die Gemeinden am Herzen liegen, sind eingeladen, zu Jesus zu kommen, sich von ihm angenommen zu fühlen und gemeinsam den Weg Jesu zu gehen in welcher Lebensphase oder Lebenssituation auch immer. Dazu sind wir nicht erst im Jahr 2022 herausgefordert.

Herzlich grüßt Sie Ihr

Stefan Hesse, Pfarrverweser

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