Auf ein Wort

Liebe Leserinnen und Leser,

Winteridylle – eine Hütte in dieser winterlichen Schneelandschaft weckt vielleicht auch in Ihnen heimelige Gefühle. Kaum eine Zeit im Jahr ist so voller Bilder und Eindrücke, die uns an unsere Kindheit und an früher erinnern: Der Klang diverser Advents- und Weihnachtslieder, der Duft von Glühwein und Weihnachtsgebäck und vielleicht auch das prasselnde Feuer im Kamin. Aber während ich das schreibe, muss ich auch an all die niederschmetternden Nachrichten denken, die in diesen Tagen über den Bildschirm in unsere Wohnungen kommen: immer neue Bilder von Gewalt, Krieg und Unruhen in der Ukraine und an so vielen anderen Orten, von Menschen auf der Flucht, die hier bei uns ankommen, Sorge um die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel, und möglicherweise gibt es auch noch die eine oder andere schlechte Nachricht in ihrem eigenen Leben oder in ihrer Familie oder ihrem Freundeskreis.

Ist dieses Foto einfach nur Idylle, hat aber eigentlich nichts mit dem Leben im hier und heute zu tun? Ist das so ein bisschen wie die moderne Vertröstung auf ein Jenseits?

Das glaube ich nicht. Wir gehen in diesen Tagen auf Weihnachten zu – auf das Fest der Geburt Jesu Christi in unserer Welt. Gott ist eben kein ferner Gott – irgendwo, losgelöst von unseren Problemen und unserer Situation. Gott kommt genau in diese Welt als unser Bruder, an unserer Seite. Das packt uns nicht in Watte und schützt uns nicht vor Leid und Elend. Seine Geburt ist wie ein kleiner Lichtstrahl, der uns daran erinnert, dass da noch so viel mehr ist. Diesen Lichtstrahl, der mit Gottes Sohn seinen Anfang gemacht hat, den dürfen auch wir empfangen und den dürfen und müssen wir weitergeben. Wo wir Licht werden für andere – für die Einsamen und Kranken, für die Trauernden und Vertriebenen – da wird Gottes Gegenwart spürbar und erfahrbar. Wo das geschieht, da wird auch so eine Idylle wie auf dem Bild erlebbar und spürbar, denn dann bricht das Reich Gottes an im Hier und Heute.

Ich möchte allen Mitarbeitenden in den ganz unterschiedlichen Diensten und Aufgaben in unseren alt-katholischen Gemeinden in Singen und Sauldorf ganz herzlich für ihre treuen und zuverlässigen Dienste im vergangenen Jahr danken und wünsche allen ein frohes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das kommende Jahr 2023.

Ihr Andreas Sturm (Pfarrer)

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