Geschichte

Barockkirche im Wandel

Historie

Stengels erster Sakralbau mit wechselvoller Geschichte

Die Geschichte der Alt-Saarbrücker Friedenskirche ist außergewöhnlich. Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken ließ sie zum Andenken an seine verstorbene Mutter für die reformierte Gemeinde bauen.

1743

Am 12. Juni 1743 wurde der Grundstein gelegt und erst zwanzig Jahre später durch den Turm mit seinen vergoldeten Dachgraten vollendet. Das Recht auf freie Religionsausübung erteilte Fürst Wilhelm Heinrich der reformierten Gemeinde erst durch Dekret vom 10. März 1751. Das ist wohl der Grund, warum der Bau erst in diesem Jahr bis auf den Turm fertiggestellt wurde. Es war der erste Sakralbau des fürstlichen Hofbaumeisters Friedrich Joachim Stengel in der Saarbrücker Barockresidenz. Der reformierten Gemeinde diente die Kirche fast dreißig Jahre als Gotteshaus.

1820

Der Kirchenbau blieb jedoch von Zweckentfremdungen nicht verschont. In der Französischen Revolution wurde die reformierte Kirche „entweiht“ und diente ab 1793 den sogenannten Clubisten als Tagungsraum („Tempel der Tugend“). Noch im gleichen Jahr wurden die Glocken beschlagnahmt.

Umbau zum Schulhaus

Nach dem Zweiten Pariser Frieden (1815) kam die ehemalige Grafschaft Saarbrücken zu Preußen. Die Schule wurde preußisches Gymnasium, das einzige evangelische Gymnasium im Regierungsbezirk Trier. Die reformierte Kirche wird schließlich säkularisiert.

Im Jahr 1817 begannen die Umbauarbeiten zu einem Schulhaus. Es wurde eine Zwischendecke eingesetzt und das Gebäude erhielt kleine rechteckige Fenster. Nach dem Umbau des oberen Stockwerks diente die Kirche dem Ludwigsgymnasium 70 Jahre als Übergangslösung. Es gab jedoch keinen Platz für ein Lehrerzimmer und auch nicht für einen Schulhof, da das Gebäude schon damals von Straßen umgeben war.

Nach dem Umzug des Gymnasiums 1892 fragten die Alt-Katholiken an, ob sie das Schulgebäude wieder als Kirche herrichten durften.

1893

Einweihung der Friedenskirche

Am 13. Juni 1893 wurde die Kirche nach vielen Umbaumaßnahmen eingeweiht und erhielt ihren neuen Namen „Friedenskirche“. Seit dieser Zeit nutzt die alt-katholische Gemeinde das Gotteshaus für sich.

1944

Zerstörung im Zweiten Weltkrieg

In der Nacht auf den 5. Oktober 1944 wurde die Friedenskirche bei einem schweren Bombenangriff auf Saarbrücken bis auf die Außenwände und den Turm zerstört. Die Pfarrgemeinde wurde für zwanzig Jahre heimatlos. In den 1960er Jahren baute man die Kirche nach den Plänen Stengels rekonstruierend wieder auf, wobei der Innenraum modern gestaltet wurde.

1967

Wiedereinweihung

Dieses schöne Schild spendete der Verkehrsverein. Bis heute hängt es über dem Hauptportal der Friedenskirche.

Am 11. März 1967 fand die Wiedereinweihung der Querhauskirche statt, die bis 2014 simultan mit der russisch-orthodoxen Gemeinde genutzt wurde. Auf einer Schmalseite stand der Altar der alt-katholischen Gemeinde, auf der gegenüberliegenden Seite die Ikonenwand der russisch-orthodoxen Gemeinde.

2016

Barock trifft Moderne

Die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, ein nur teilweise betriebener Wiederaufbau und die jahrelange simultane Nutzung hatten deutliche Spuren in der Bausubstanz hinterlassen.

Ampeln, Autos, Abnutzung

Sanierung des Kirchenschiffes

Gottesdienst – provisorisch auf der Baustelle

Von 2016 -2019 wurde die Friedenskirche im Rahmen des städtebaulichen Projektes „Barock trifft Moderne“ umfangreich saniert und zusätzlich das städtische Umfeld aufgewertet.

2020

Abschließend steht noch die Turmsanierung an.