Pfarrgemeinde St. Theresia auf Nordstrand

Alltagswege in der Fastenzeit

Ostern

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,
Ostern – ein heiliges Geheimnis, dessen eigentliches Ziel darin besteht, Ermächtigung zum Leben zu schaffen.

Mit anderen Worten:

Jesu Auferweckung soll bewirken, die eigene persönliche Fähigkeit zu vertiefen, dass der Übergang in ein einheitlich-ganzheitliches Leben gelingen kann.

Ostern geschieht für jede/n, der/die bereit ist, vertrauensvoll auf Grund dieser Herausforderung und Zusage das eigene Leben und das Miteinander zu gestalten.

Ein frohes und gesegnetes Osterfest

und herzliche Grüße

Margret & Hans-Erich

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Ostern

 

Karfreitag

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

mit Sicherheit ist der Karfreitag mit seinem „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ aus dem Mund Jesu der Tag mit der tiefst-möglichen Klage …

Und auch der Tag der tiefst-möglichen Frage nach dem Sinn des Geschehens.

Macht man eine Lese-Tour bei Theologen oder beim kirchlichen „Lehramt“, findet man Deutungen und Antworten, die so etwas von „richtig“ sind im dogmatischen Sinn, dass sie uns kaum mehr als wirkliche Antworten erscheinen; bei denen im Gegenteil noch mehr Fragen auftauchen.

Vielleicht legt – ja, auch ein Theologe – Dietrich Bonhoeffer eine besondere Spur; er schreibt: „Christsein heißt nicht in einer bestimmten Weise religiös sein, auf Grund irgendeiner Methodik etwas aus sich zu machen (einen Sünder, Büßer oder einen Heiligen), sondern es heißt Mensch sein; nicht einen Menschen-Typus, sondern den Menschen schafft Christus in uns.“

Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 535, 536
https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/456-koennt-ihr-nicht-eine-stunde/

Was dann unseren Glauben auf eine sehr besondere Art und Weise herausfordert.

Einen ruhigen Karfreitag und die Entdeckung der „Spur“ für jede und jeden von uns.

Herzliche Grüße
Margret & Hans-Erich

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Karfreitag

 

Palmsonntag

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

auf der Internetseite der niederländischen Altkatholiken findet sich für diese Fastenzeit ein „Kreuzweg“, gestaltet von Henk van Loenen, Maler, Dichter, Photograph.

… nicht einfach die „Vierzehn Stationen“, sondern – dichterisch und gestalterisch verfremdet – Texte nach Motiven der Markuspassion, in Erfahrungen übersetzt, in

„ein Bild in mir,

das sich formt aus dem,

was meine Seele anspricht,

aus dem, was mich berührt.“

Gedanken, die zum Palmsonntag gehören:

Die Sprache ihrer Körper verrät jene Idee,
dass immer weitergeht, was Herrscher
mit Lügen, Zeugen mit Bestechungsgeldern
und Zerstörer in eisiger Kälte uns aufhalsen.

Die Wolken kommen, das Licht der Sonne
verschwindet langsam …
Das Fest wird bald beginnen ?

… Jesus, sanftmütiger Prophet;
er hat viele geheilt …

Ob dies der Kern dessen ist, was ER eigentlich wollte ?
Der Kern – entbunden, geboren aus dem Scheitern ?
Ja, dann ist das gelungen.

Einen guten Palmsonntag und eine den Kern entdeckende Woche auf das Fest zu, das bald beginnt.

Herzliche Grüße
Margret & Hans-Erich

Link:
https://oudkatholiek.nl/nieuws/2021/02/poezie-en-monoprint-bij-de-marcuspassie/

– eigene Übersetzung und Bearbeitung

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Palmsonntag

 

5. Sonntag der Vierzig – Tage – Zeit

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

ja, Jesus hat Angst.

„Mein Herz ist jetzt voll Angst und Unruhe.“

Ob Beten hilft?

Soll ich sagen: Vater, rette mich vor dem, was auf mich zukommt? Nein.

Denn jetzt ist die Zeit da; jetzt geschieht das, wofür ich gekommen bin.“

Also – auch bei uns – das geschehen lassen, was dem eigenen Sein, unserem Selbst entspricht.

Was brauchen wir mehr denn je

und wie soll da ein Anfang sein ?

Manchmal stillstehen dürfen.

Kein Hierhin, Dorthin, Hierhin.

Sich selbst entdecken.

Wenn nichts geschieht,
geschieht viel.

Die Uhr anhalten

ohne Furcht.

Text „Manchmal stillstehen dürfen“: Antje Sabine Naegeli
Foto: Hans-Herbert Kahl

Einen guten 5. Fastensonntag, eine Woche, in der viel geschieht, und herzliche Grüße
Margret & Hans-Erich

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5. Sonntag der heiligen vierzig Tage

 

4. Sonntag der Vierzig – Tage – Zeit

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

eine „Wahnsinns-Lektion“ hat Nikodemus in seinem nächtlichen Gespräch mit Jesus (Joh 3,14-21) zu lernen: „… nicht zu richten, sondern um zu retten…“

Solange wir einem solchen Wort nicht erlauben, die tiefsten Schichten unseres Unbewussten zu erreichen und unseren normalen Blick auf die Welt zu berühren, solange wird sich in uns nichts Wesentliches ändern.

Das wäre so, als ob man in einem Zimmer nur die Möbel neu arrangiert, aber eben nicht wirklich einen neuen Raum entstehen lässt.

Die Nikodemus-Lektion zu lernen heißt:

Einen neuen Raum konzipieren.

Vielleicht sogar ein ganzes Haus.

Die Wirklichkeit ist immer besser, größer, erfüllender, als jede/r von uns sich vorstellen kann – oder meint fürchten zu müssen.

„Die Hoffnung stirbt nicht zuletzt, sie stirbt überhaupt nicht, sie überlebt den Hoffenden“ (Arik Brauer).

Denn in Gottes Augen sind wir liebenswert, für immer. (Arik Brauer)

Foto: Hans-Herbert Kahl

Einen guten 4. Fastensonntag, eine Woche „mit Tiefgang“ und herzliche Grüße

Margret & Hans-Erich

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4. Sonntag der heiligen 40 Tage

 

3. Sonntag der Vierzig – Tage – Zeit

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

… Klagen – ist das wirklich eine gottgewollte Strategie ? …

… Klagen ist geprägt in unseren Köpfen durch den Zeitgeist, durch die Generationen vor uns eher negativ besetzt. … Irgendwie denken wir dann an Schwäche, dass jemand nicht den Mut hat, sein Leben auch in einer krisenhaften Situation aktiv zu gestalten. Vielleicht sogar an Selbstmitleid und den Versuch, Probleme von sich weg zu delegieren in die Verantwortung von anderen. …

Und Gott ?

Die erste Reaktion auf eine beklagenswerte Erfahrung wäre: Abwendung von Gott. Aus Enttäuschung – wie kann der gute, liebevolle Gott so etwas zulassen?

Andere halten, trotz dieser Erfahrung, trotzig an ihrem Glauben fest, gegen den äußeren Augenschein. Was nicht selten dazu führt, dass der Glaube Bitterkeit und Härte bekommt.

Als drittes bleibt uns – biblisch empfohlen – die Klage. Die Klage gegen Gott und die Klage gegenüber Gott. Nicht als schwacher Glaube, nicht als Majestätsbeleidigung, nicht als Auflehnung, sondern – man höre und staune – als doppeltes Glaubensbekenntnis. …

Denn die Klage gegenüber Gott ist immer auch ein Credo.

Und dann ist Leidenschaft.

Diese Gedanken stammen aus einer Predigt von Propst Gregor Giele in der Propsteikirche in Leipzig vom 28.02.2021

https://www.youtube.com/watch?v=doaOq3BJOQk – ab ca. 28 min

Einen guten 3. Fastensonntag, eine – ja – klagebereite Woche
und herzliche Grüße

Margret & Hans-Erich

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3. Sonntag der heiligen 40 Tage

 

2. Sonntag der Vierzig – Tage – Zeit

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

„Wie gut ist es, dass wir hier sind! Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia,“ sagt Petrus bei der „Verklärung Jesu“. Markus bemerkt dazu: Petrus war gar nicht klar, was er da sagte.
Denn eigentlich: So hätten wir es ja gern – Gott erfahren – und IHN festhalten können.
Aber das entspricht nicht der Wirklichkeit.
Huub Oosterhuis formuliert ein Gebet, das beginnt: „Der da sagt, Gott zu sein. So lass er doch zum Vorschein kommen, was wir an seinem Namen haben. Soll er doch auftreten, damit wir ihn sehen …“

Wo ist Gott ? Gottesferne – Gottes Abwesenheit – gar „Gott ist tot“ ?

Uralte Fragen. Ein Ringen um Gott. Ein Ringen mit Gott.

Und vielleicht doch entdecken: Gott ist nicht weg. Gott ist Weg !

Einen guten 2. Fastensonntag, eine entdeckungsreiche Woche und herzliche Grüße
Margret & Hans-Erich

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2. Sonntag der Heiligen 40 Tage

 

1. Sonntag der Vierzig – Tage – Zeit

Liebe Mitmenschen auf den Alltagswegen,

in den Lesejahren A und C wird im Evangelium von der Versuchung Jesu erzählt – das gehört „gefühlt“ zum 1. Sonntag der Fastenzeit. Dieses Jahr (B) liefert uns aus dem Markus-Evangelium das Grundthema der Botschaft Jesu – die Hintergrundfolie für alles, was das NT uns zu sagen hat:

Erfüllte Zeit – Ankunft des Gottesreiches – die Aufforderung zur Umkehr – und zum Glauben „an diese gute Botschaft“ (wobei das griechische Wort für „Glaube“ genau so gut auch „Vertrauen“ heißt).

Ein beliebtes Wort in der heutigen Spiritualität ist „Achtsamkeit“. Das meint aber nicht: fast manisch fokussiert sein, mit einem engen Blickwinkel Dinge und Menschen wahrnehmen – und nichts „nebendran“ sehen. Es meint die Perspektive, die Richtung gibt, Offenheit für …

Einen guten 1. Fastensonntag, eine gedankenreiche Woche und herzliche Grüße

Margret & Hans-Erich

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Alltagswege: 1. Sonntag der Vierzig-Tage-Zeit

 

Aschermittwoch – Klagemauer

Aschermittwoch – „Klagemauer“ – „Beten und Fasten“.
Beim Beten nicht leere Worte machen; beim Fasten keine Leidensmiene aufsetzen, sagt Jesus.

Dabei gibt es so viel, was belastet.

Man fühlt sich oft wie eingemauert.

Mauern trennen. Mauern zwischen Grundstücken (und dahinter ist „Feindesland“?); Mauern um alte Städte, die schützen sollten – aber auch ausschlossen. Mauern um Staaten (wie es in Deutschland war), in Israel ist, um China, in den USA …

Mauern zwischen Menschen: Da „mauert sich einer ein“, lässt keinen an sich heran, geht auf niemanden zu …

Mauern zwischen hier und da – zwischen Welt und Gott. Eine Mauer in uns selbst …
Grund genug zu Klage, Grund genug zu Protest.

Mauern aufbrechen, übersteigen – Mauern, die uns hindern zu glauben, dass Welt und Gott,
Gottes Welt und Gottes Reich zusammen gehören.

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Alltagswege: Aschermittwoch