Büttenrede 2026von Kathrin FustAlaaf zusammen, ihr lieben Leut,heut gibt’s Theologie im Narrenkleid!Ich steig’ in die Bütt und seid versichert:gleich wird es fromm – und trotzdem gekichert!Es geht um ‘ne Kirche, nicht neu und nicht schlecht,sie nennt sich alt-katholisch – und meint’s auch echt!Alt im Namen, doch frisch zu den Menschen gewandt –mit Herz, Humor und Menschenverstand.Denn, ihr Narren, das ist der Clou:Unfehlbar? – Das ist nur einer, hört zu!Nicht Papst, nicht Bischof, nicht irgendein Mann –nur Gott allein unfehlbar sein kann!Der Papst in Rom – wir grüßen ihn fein,doch unfehlbar? Nein, das muss nicht sein!Denn auch in Soutane, das ist doch klar,bleibt jeder Mensch eben fehlbar – fürwahr!Bei uns sagt man fröhlich, mit heiterem Sinn:„Ein Irrtum ist menschlich – da steckt keiner drin!“Und wenn mal ein Bischof was Falsches erzählt,wird diskutiert – ganz unverquält!Und jetzt haltet euch fest, es wird brisant,denn Liebe ist bei uns nicht verbannt!Ein Priester, der liebt? Der heiraten will?Da sagen wir nicht: „Psst! Sei still!“Nein, wir sagen: „Herzlichen Glückwunsch, mein Sohn!Zur Hochzeit gibt’s Segen – nicht Sanktion!“Drum sind wir Zuflucht, ganz ohne Groll,für Priester, die lieben – und das ist toll!Manch einer aus Rom kam reumütig her,mit Ring am Finger und Herz so schwer.Er sprach: „Ich will zu meiner Frau steh’n!“Wir sagten: „Na klar! Das ist doch schön!“Denn Liebe ist Gabe, Geschenk und Pflicht –und Zölibat? Ein Muss ist es nicht!Und weiter gehts, Ihr glaubt es kaum:wir kennen das Priesteramt auch für uns Frau’n!Frau’n dürfen predigen, segnen, am Altare stehn,ganz selbstverständlich! Ist doch schön!Noch manche staunen, die Augen ganz rund:„Eine Frau am Altar?“ – Na und?!Wenn Gott sie ruft und sie’s im Herzen spürt,warum soll sie nicht tun, wozu sie berührt?Sehr wichtig ist uns auch Ökumene,nicht nur beim Kaffee und in der Szene:wir feiern Messen Hand in Handmit Nachbarn rings im Kirchenland.Ob evangelisch, anglikanisch auch –wir teilen Kelch und Weihrauchrauch,denn Einheit wächst – man glaubt es kaum –nicht durch Mauern, mehr durch Raum!Wir bleiben treu der Tradition,doch denken weiter – mit Vision.Mit Herz, Humor und viel Geduld –trägt Ökumene Früchte – nicht nur Schuld! 🎭Und auch beim Thema Familienplanunggibt’s bei uns keine strenge Mahnung.Ob zwei, ob drei oder gar kein Kind –das entscheidet das Paar geschwind!Mit Liebe, Gewissen und viel Verstand,nicht per Dekret aus fernem Land.Denn Gott gab Freiheit – welch ein Glück!Die geben wir nicht einfach zurück.Und jetzt, ihr Lieben, geht’s richtig rund,denn Liebe ist bei uns kunterbunt!Ob Mann und Frau, ob Frau und Frau,ob Mann und Mann – wir schauen genau:Ist Liebe drin? Ist Treue dabei?Dann sagen wir fröhlich: „Kommt herbei!“Wir trauen euch gern vor Gottes Angesicht,denn Ausgrenzung – die kennen wir nicht!Ob queer, ob trans, ob bi, ob schwul –bei uns ist jede Identität cool!Denn Gottes Ebenbild, ganz klar,trägt jede*r in sich – wunderbar!So steht sie da, die alt-katholische Schar,mit Herz und Humor – und wunderbar!Tradition im Rücken, die Zukunft im Blick,kein Dogmenpanzer, kein Machtgeschick.Drum ruf ich zum Schluss mit närrischem Mut:Gott allein ist unfehlbar – und das ist gut!Der Rest von uns, ob groß oder klein,darf fehlbar, menschlich und fröhlich sein!Alaaf auf die Kirche, die Brücken baut,die auf Gewissen und Liebe vertraut!Und wenn ihr fragt: „Ist das erlaubt?“Dann ruf ich: „Ja – solange man glaubt!“ 🎭Alaaf!