Geistliches Zentrum Ain Karem, Stranzenbach

Der Therapie- und Exerzitienhof Ain Karem - unweit der Städte Bonn und Köln östlich im Bergischen Rheinland gelegen – nimmt Bezug auf zum biblischen Ort der Begegnung zwischen den schwangeren Frauen Maria und Elisabeth, so wie es das Lukasevangelium berichtet. Der Name bedeutet so viel wie „Weinberg Quelle“ und erinnert daran, als wohl noch zu biblischen Zeiten im Bergland von Judäa Wein angebaut wurde.

Auf dem Gelände der einstigen Hofstelle in Ruppichteroth-Stranzenbach befindet sich neben einem interaktivem Wohn- und Arbeitsprojekt mit sechs Wohneinheiten ein Tagungs- und Seminarraum mit Gästebereich im ehemaligen Heuboden.

Herzstück aber ist die im alten runden Siloturm entstandene Kapelle St. Mariä Begegnung, die durch einen quadratischen Erweiterungsbau Raum für bis zu 20 Personen bietet, um dort gemeinschaftlich die Eucharistie und Andachten zu feiern. Einzelne Elemente der Kapelle wurden von verschiedenen Künstlern gestaltet. Die Mensa des Altars bildet eine Scheibe aus etwa 22 Mio. Jahre altem versteinerten Holz, die auf einem Altargestell des Stahlkünstlers Tobias Drave (Hamburg/Pinneberg) ruht. Das Gestell greift die Konturen der Mensa auf und lässt so den Eindruck eines stilisierten Baumstumpfes entstehen. Am Fuße des Altares steht gleichsam der „Grundstein“ - ein Stein aus dem Marienbrunnen in Ain Karem/ Israel. Aus derselben Schmiede stammen auch die Sockel für Tabernakel und Madonna.

Die aus Lindenholz von der Künstlerin Barbara Tappeser-Köhler geschlagene fast lebensgroße Madonna trägt den Namen „Maria unterm Kreuze“ und zeigt die Züge der trauernden Mutter, die sich im Leid suchend nach dem Größeren wendet. Den Lindenholzstamm durchzieht ein Riss, der an die Weissagung des Propheten Simeon erinnert: Dir wird ein Schwert durch die Seele dringen.

Das in den Jahren 1992-94 entstandene Altartriptychon von Michael N. Schenk zeigt im aufgeklappten Zustand den Abstieg Gottes in der Menschwerdung Jesu, seine Kreuzigung und die Auferstehung bzw. Erhöhung. Neben dem, wie im Philipperhymnus 2, 6-11 beschriebenen Heilsgeheimnis des Gottessohnes, spielt das Thema Licht eine entscheidende Rolle auf den insgesamt fünf Leinwänden. Die recht dunklen Tafeln (Acryl auf Leinwand) bringen das Spiel des Lichtes in verschiedenen Formen und Intensitäten zum Ausdruck. Besonders im zugeklappten Zustand zu Advent und zur Fastenzeit erscheint der Ursprung des Lichtes, das allein Gott ist, wie ein Ur-Knall des Lebens, das sich ausbreitet und über alle Grenzen hinweg, trotz Dunkelheit, zum Leben strebt.