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Sonntagsgedanken zum 3. Ostersonntag

18.04.2021

Wir sind uns wohl einig im Glauben, dass Jesus kein Phantom gewesen ist. Seine Wirkung ist bis heute ungebrochen, auch wenn manches für das Gegenteil zu sprechen scheint. Können wir dieses Phänomen einordnen? Nur, wenn wir seinen göttlichen Ursprung erkennen und anerkennen.

Und noch eines ist entscheidend: dass bis heute sich Menschen von ihm anrühren und bewegen lassen, in eine persönliche Beziehung zu Ihm finden.

Am heutigen Weltgebetstag um geistliche Berufungen beten wir für alle, die Jesus Christus in ihrem Leben bezeugen, wie auch immer; wir beten heute besonders um Mut und Entschiedenheit für Frauen und Männer, die mit ihrem geistlichen Lebensweg Zeugen für Christus sein wollen.

Lesung aus dem Buch Ezechiel

Ez 34,11-16

Denn so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich selbst bin es, ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern. Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert an dem Tag, an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und ich werde sie retten aus all den Orten, wohin sie sich am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels zerstreut haben. Ich werde sie aus den Völkern herausführen, ich werde sie aus den Ländern sammeln und ich werde sie in ihr Land bringen. Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide, in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes. Auf guter Weide werde ich sie weiden und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein. Dort werden sie auf gutem Weideplatz lagern, auf den Bergen Israels werden sie auf fetter Weide weiden. Ich, ich selber werde meine Schafe weiden und ich, ich selber werde sie ruhen lassen – Spruch GOTTES, des Herrn. Das Verlorene werde ich suchen, das Vertriebene werde ich zurückbringen, das Verletzte werde ich verbinden, das Kranke werde ich kräftigen. Doch das Fette und Starke werde ich vertilgen. Ich werde es weiden durch Rechtsentscheid.

Evangelium

Joh 10,11-18

Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es von mir aus hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Sonntagsgedanken

Fünfzehn Jahre lang (von 1979 bis 1994) wurden weltweit acht große Studien durchgeführt, um zu ergründen, was den Menschen krank beziehungsweise wieder gesund werden lässt. Diese wissenschaftlichen Untersuchungen – mit unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen – ergeben ganz eindeutige Ergebnisse: sozial isolierte Menschen haben ein vergleichsweise zwei bis fünfmal so hohes Risiko zu erkranken und früher zu sterben. Anders gesagt: menschliche Nähe und gute zwischenmenschliche Beziehungen sind ein Gesund-Brunnen. Ellis Huber, ein bekannter Arzt und Therapeut formuliert es so:

„Beziehung ist das, was am stärksten heilt.“

Jeder von uns ist eine Persönlichkeit mit einmaligen, ganz individuellen Prägungen, Eigenschaften und Fähigkeiten. Und dass wir so geworden sind, wie wir jetzt sind, ist auch das Ergebnis von Beziehungen. Am stärksten haben uns vermutlich unsere Eltern geprägt.

Wir sind die Folge einer guten Beziehung dieser beiden Menschen. Sie haben uns das Leben geschenkt und unsere Entwicklung durch Nähe, Zuwendung, Zärtlichkeit … gefördert. Diese Bindung an die Eltern hat sich im Laufe der Jahre gewandelt, andere Beziehungen sind hinzugekommen. Vermutlich gibt es für jeden von uns mehrere Menschen, die die Bedeutung eines guten Vaters oder einer liebenden Mutter haben: Menschen, deren Nähe wir schätzen, die uns mögen, die unser Leben bereichern. Das können auch gute Freunde, Nachbarn, Kollegen… sein. Ich möchte Euch jetzt zu einer kleinen Fantasie-Reise einladen. Ihr könnt dabei auch für einen Moment Ihre Augen schließen. Stellt euch vor, diese Menschen gehen jetzt vor euch vorüber. Sie bleiben kurz stehen und schauen euch an. Ihr könnt diesen freundlichen und liebevollen Blick erwidern und dabei die Bedeutung dieses Menschen für euch würdigen.

Ich weiß nicht, wie es euch dabei ergangen ist. Vielleicht sind euch Gedanken gekommen wie: den Opa möchte ich längst einmal besuchen, oder: mit der Nachbarin habe ich auch schon lange nicht mehr gesprochen. Mit den Menschen, die uns jetzt bei der Fantasie-Reise eingefallen sind, stehen wir in Beziehung. Pflegen wir diese Beziehung auch? Wir pflegen unseren Körper, das Auto und so manches Grab. Wie wichtig für uns eine Beziehung ist zeigt sich auch darin, wie viel Zeit und Kräfte wir in die Pflege einer Beziehung investieren. Im Rahmen einer Eheberatung sagte eine Frau zu ihrem Mann: „Wenn du mich nur wahrnehmen würdest, ginge es mir schlagartig besser.“

Beziehung lebt von der gegenseitigen Wahrnehmung: es ist wohltuend, wenn jemand sagt, „du siehst gut aus oder: „du hast den Tisch sehr liebevoll gedeckt“. Beziehung lebt von der gegenseitigen Anerkennung: fragt euch einfach einmal, welche Menschen würden sich über eine Äußerung freuen wie: „es ist schön für mich, dass es dich gibt.“ – oder: „deine liebevolle, herzliche, spontane… Art freut mich.“

Eine ganz besondere Art der Beziehung zeigt uns heute das Evangelium. Genau in der Mitte des Textes steht ein besonderes Wort, das diese Beziehung beschreibt: Joh 10,14-15. Es ist wie ein Schlüssel, der das eigentliche Geheimnis dieser Bildrede aufschließt. Es lautet: »Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne.« Ja zu den Menschen, die mich geprägt haben gehört auch und vor allem er – Jesus Christus
– der Gute Hirt. Im Hirte-Sein Jesu, bis zum Suchen auch nach der Fremden, ja bis zur Hingabe seines Lebens im Kampf mit den Wölfen, in dieser so »unvernünftigen« Liebe, die alle Grenzen überschreitet, offenbart sich die Liebe, die Gott einfach ist. Es ist eine Beziehung der grenzenlosen Liebe. Eine Steigerung der Liebe, die niemand und nichts überbieten kann.

Zu dieser besonderen Beziehung zu Jesus Christus werden immer Menschen eingeladen. Aus der Fülle dieser Liebesbeziehung sollen sie den anderen Menschen begegnen, die ihnen anvertraut worden sind, damit sie auch den Guten Hirten kennen lernen, der die „Seinen“ kennt.

Ja, zu dieser besonderen Beziehung zu Jesus Christus werden wir eingeladen! Um diese Menschen aus unserer Gemeinde und in der ganzen Kirche beten wir heute, am Sonntag des Guten Hirten. Amen

Gebet des Tages

Gott, unser Vater,
du konntest nicht mehr mit ansehen,
dass wir wie eine Herde dummer Schafe
jenseits des Zaunes und am Abgrund gegrast haben –
du hast uns durch deinen Sohn erlöst,
uns Individualität und Vernunft gegeben
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Du hast uns dir ähnlich gemacht!
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit,
die nur in der Liebe zu finden ist, im Verzicht auf die Beliebigkeit,
in der freien Entscheidung für die Verbindlichkeit bis zum Ende
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren guten Hirten. Amen.

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