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26.08.2015 15:43 Alter: 3 yrs

Zauberer und Priester "Trixini" gestorben

Am letzten Samstag, den 22. August, verstarb kurz vor Vollendung seines zweiundachzigsten Lebensjahrs der alt-katholische Priester Hans Jörg Kindler, vielen besser bekannt unter seinem Künstlernamen "Trixini". Der "Magier mit dem blauen Stein", wie er sich selbst nannte, hat ein bewegtes Leben hinter sich.

Geboren wurde Trixini am 3. September 1933 in Villingen im Schwarzwald. Nach dem Abitur 1954 im bekannten Internat "Schloss Salem" am Bodensee ließ er sich zum Handpuppenspieler ausbilden und reiste mit der berühmten "Hohnsteiner Handpuppenbühne" (Hamburg) durch die Lande. Er studierte im Anschluss Philosophie und Theologie. Nach seinem theologischen Abschluss 1961 wurde er im Februar 1962 im Erzbistum Freiburg zum römisch-katholischen Priester geweiht. 17 Jahre stand er im Dienst der römisch-katholischen Kirche, u.a. als Pfarrer in Bad Säckingen und in der deutschsprachigen Gemeinde in Luxemburg sowie als Religionslehrer, Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger.

1983 trat er in den Dienst der alt-katholischen Kirche. Er wirkte lange Jahre ehrenamtlich als Priester in Paderborn und war während dieser Zeit weiterhin hauptberuflich als Puppenspieler und Zauberkünstler tätig und begeisterte Jung und Alt. Sein besonderes Interesse galt dem "Esperanto", einer 1887 von Ludwik Lejzer Zamenhof entwickelten Kunstsprache, die als leicht erlernbare Sprache für internationale Verständigung dienen sollte. Er war Mitglied im Esperanto-Weltbund und veröffentlichte zahlreiche Publikationen in dieser "Welt-Sprache".

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Trixini in Rieden am Forgensee, wo er nun in einem Hospiz an einer Krebserkrankung verstarb. Die Urnenbeisetzung wird im privaten Rahmen im Oktober in Villingen stattfinden, wo der "Magier mit dem blauen Stein" seine letzte Ruhestätte finden wird.

"Ich habe trotz mancher Probleme ein reich erfülltes Leben gehabt und danke meinem Schöpfer dafür", so schrieb Hans Jörg Kindler-Trixini in seinem Abschiedsbrief, den er an seine Tochter Sybille, seine Freunde und Bekannten kurz nach seinem Tod verschicken ließ.