Auferstehungskirche

Nach der gelungenen Außenrenovierung der alt-katholischen Auferstehungskirche von Passau im Jahr 2000 wurde die Innenrenovierung, der im Jahr 1895 gebauten Kirche, im Jahr 2004 abgeschlossen.                                                                                                                                                        Ein großes Projekt für eine kleine Gemeinde. Anstrich, Verputz, Heizung, Bänke, Fußboden u.v.m. mussten erneuert werden.

Durch das Hochwasser am 3. Juni 2013 wurde die Auferstehungskirche schwer beschädigt. Nach dieser Flutwelle der Zerstörung konnte die Gemeinde nach einer Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft nach fast 2 Jahren Renovierungsarbeiten am 23. Mai 2015 wieder zurückkehren. Beim festlichen Wiedereinzug wurden der neue Altar und Ambo durch Bischof Dr. Matthias Ring geweiht.

Über die Geschichte der alt-katholischen Gemeinde und der Auferstehungskirche haben wir die wichtigsten Daten in einem Faltblatt zusammengestellt, das im Folgenden wiedergegeben wird.

Auferstehungskirche
Auferstehungskirche
Altarraum vor dem Hochwasser 2013


23. Mai 2015 Wiedereinzug
23. Mai 2015

Alt-Katholiken in Passau

Stationen auf dem Weg einer Gemeinde

18. Juli 1870: Das Erste Vatikanische Konzil beschließt die Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit und des Universalprimats.

10. April 1871: In der sogenannten Münchner Museumsadresse wird der bayerische König gebeten, den Dogmen die staatliche Anerkennung zu verweigern.

29. April 1871: 72 angesehene Bürger Passaus schließen sich der Museumsadresse an und veröffentlichen diese Erklärung am 3. Mai in der Passauer Zeitung. Bis zum 15. Mai unterzeichnen insgesamt 488 Passauer diese Anschlussadresse.

14. Oktober 1871: Die Passauer Konzilsgegner gründen einen „Lokalverein für katholische Reformbewegung“.

22.-24. September 1871: Auf dem Münchener (Alt)Katholiken-Kongress beschließen die Konzilsgegner, eigene Gemeinden zu gründen.

Januar 1872: Der Lokalverein bittet den König um Zuweisung einer Kirche.

21. April 1872: Die Mitglieder des Lokalvereins gründen im Großen Redoutensaal die alt-katholische Gemeinde. Professor Friedrich (München) stellt der Gemeinde den Geistlichen Johann Mazanec als ihren ersten Pfarrer vor. Die Liste der Gemeindemitglieder zählt über 270 selbständige Männer, insgesamt mit Familien laut Seelsorgeberichten zwischen 450 und 500 Personen.

15. März 1873: Der Magistrat der Stadt spricht der Gemeinde die Heiliggeist-Spitalkirche zum Gebrauch zu. Wegen Einsprüchen kann dort aber vorerst kein Gottesdienst stattfinden.

Ostern 1873: Erster alt-katholischer Gottesdienst im Sitzungssaal des Rathauses durch Professor Friedrich (München).

14. Juni 1874: Erster alt-katholischer Gottesdienst in der Heiliggeist-Spitalkirche.

1880: Die Gemeinde zählt noch 191 Mitglieder.

15. März 1890: Aufgrund eines Ministerialentscheides sind die Alt-Katholiken Bayerns nicht mehr als Katholiken zu betrachten.

26. April 1890: Aufgrund des Ministerialentscheides entzieht der Magistrat der Gemeinde das Nutzungsrecht für die Heiliggeist-Spitalkirche. Letzter Gottesdienst ist dort am Weißen Sonntag, 13. April 1890.

25. Mai 1890 (Pfingsten) bis 7. Juli 1895: Die Gemeinde ist zu Gast in der evangelisch-lutherischen Kirche von Passau, in St. Matthäus.

1892: Neugründung der Gemeinde als eingetragener Verein.

4. November 1892: Die Gemeindeversammlung beschließt, eine eigene Kirche zu bauen. Vom Gutsbesitzer Max Schmerold wird in der Innstraße ein Grundstück erworben (damals Nr. 9, heute Nr. 19). Stadtbaurat und Gemeindemitglied Johann Seidl erstellt die Baupläne.

September 1894: Baubeginn.

25. November 1894: Feierliche Altargrundsteinlegung.

Ab 14. Juli 1895: Die Gottesdienste finden im fertigen Neubau statt.

20. Oktober 1895: Weihe der Auferstehungskirche durch Weihbischof Dr. Theodor Weber.

1900: Die Gemeinde zählt noch 70 Mitglieder.

1917: 52 Mitglieder.

1920: Staatliche Anerkennung der Pfarrgemeinde.

1922:  Die Pfarrstelle bleibt bis 1932 unbesetzt.

1924: 21 Mitglieder.

1928: 36 Mitglieder.

1931: Erste Renovierung der Auferstehungskirche. Die ursprüngliche Ausmalung wird nicht mehr wiederhergestellt.

1932: Nach 10 Jahren erhält die Gemeinde mit Josef Spieler wieder einen eigenen Pfarrer. Die Zahl der Gemeindemitglieder steigt auf 88.1933: 123 Mitglieder.

1934: 179 Mitglieder.

1945: 211 Mitglieder.

1946: Erneute Innenrenovierung.

1954: Tagelanger Regen und die Hochgebirgsschmelze lassen im Sommer die Fluten des Inn dermaßen anschwellen, dass am Ende 1,72 Meter hoch das Wasser im Kirchenraum steht.

1954: Erneute Innen- und Außensanierung der Kirche zur Beseitigung der Hochwasserschäden.

1963: Nach dem Ruhestand von Pfarrer Billich erhält die Gemeinde keinen eigenen Pfarrer mehr und wird fortan von Regensburg aus betreut.

1978: Außen- und Innenrenovierung der Kirche.

1999-2004: Umfassende Renovierung der Auferstehungskirche.

3. Juni 2013: Durch ein erneutes Hochwasser wurde die Kirche sehr schwer beschädigt.

Juli 2013 - April 2015: Zu Gast in der Kirche der Neuapostolischen Gemeinde Passau

23. Mai 2015: Wiedereinzug in die Auferstehungskirche mit Weihe von Altar und Ambo durch Bischof Dr. Matthias Ring.

 

 

Die Pfarrer der Gemeinde

 

1872-1874      Johann Mazanec.

1875-1878      Josef Demmel (wurde 1906 Bischof)          

1878-1880      Max Kopp

1880-1883      Josef Kosar

1883-1890      Franz F. Wohlmann

1890-1890      Martin Ambrosius von Kiss     

1891-1892      Adolf Tobias   

1892-1900      Lic.theol. Leopold Carl Götz (wurde 1902 Prof. für alt-katholische Theologie an der Uni Bonn)

1900-1901      Erwin Kreuzer (wurde 1935 Bischof)

1902-1914      Gottfried L. Reinkens  

1914-1917      UNBESETZT

1917-1918      Dr. Carl Rieger

1918-1922      Alois Paschek (wurde später Bischof des Bistums Warnsdorf, Tschechien)

1922-1932      UNBESETZT

1932-1952      Josef Spieler

1953-1962      Franz Billich    

seit 1963          betreut durch den jeweiligen Pfarrer in Regensburg

Erste Vorsitzende der Gemeinde

 

1872-1895      Ritter Joseph von Rohrmüller, Landgerichtspräsident a.D.

1895-1921      Franz Xaver Rehaber, Uhrengroßhändler, Magistratsrat (1894-1904), Verwalter des Schulfonds und zahlreicher kleinerer Stiftungen

1921-1929      Edmund Weyland jun., Kommerzienrat, Textilkaufmann, Mitglied des Stadtrats, Aufsichtsrat in der PIAG

1929-1934      Centa Leeb, Witwe des Landgerichtssekretärs Emil Leeb

Wichtige Laien aus der Anfangszeit

 

-         Johann Seidl (+1896). Stadtbaurat, Erbauer der Auferstehungskirche

-         Josef von Schmidt-Zabierow (1831-1904), Bauoberinspektor, Ritter des bayer. Zivilordens vom hl. Michael (verbunden mit dem persönlichen Adel)

-         Karl Wagner (1842-1923), Kommerzienrat, Ehrenbürger von Passau, Kaufmann und Kommunalpolitiker

-         Dr. Joseph Waltl (1805-1888), Arzt und Dozent für Naturgeschichte an der Hochschule, Verfasser zahlreicher naturwissenschaftlicher Werke

-         Franz Dullinger (1828-1887), Ökonomierat und Brauereibesitzer

-         Paul von Stockbauer (1826-1893), Rechtskundiger Bürgermeister (1867-1893), 1892 persönlicher Adel, Abgeordneter der liberalen Partei im bay. Landtag (1869-1875)

-         Edmund Weyland (1848-1923), Textilkaufmann

-         Edmund Weyland jun. (1881-1929), Kommerzienrat, Textilkaufmann, Mitglied des Stadtrats, Aufsichtsrat in der PIAG

           

 

 

 

 

Hier können Sie den aktuellen Gemeindebrief downloaden: Gemeindebrief