Geistlicher Impuls

Pfingsten

Impuls von Lars Colberg

 

Ich könnte beten:

 

Komm, Heiliger Geist,

du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.

Du Geist des Sturmes, der uns unruhig macht,

Du Geist des Mutes, der uns stark macht.

Du Geist des Feuers, das uns glaubhaft macht.

Komm, Heiliger Geist,

du Geist der Liebe, die uns einig macht.

Du Geist der Freude, die uns glücklich macht.

Du Geist des Friedens, der uns versöhnlich macht.

Du Geist der Hoffnung, die uns gütig macht.

Komm, Heiliger Geist!

(Leonardo Boff)

Ich lese dieses Gebet und denke mir: klar. Du kannst um alles das bitten, oder?

Freiheit

Wer will nicht frei sein? Aber: ist Unfreiheit nicht auch fein? So ohne Entscheidungen treffen zu müssen? Wenn es schief läuft, dann war es ja nicht meine „Schuld“…

Unruhe, Mut und Stärke

Wer hat nicht mal Lust auf Neues und wer käme schon ohne Mut aus? Doch, dass kann ich unterschreiben. Darum will ich gerne bitten. Aber: ich finde es auch nicht ganz unbequem, wenn alles seinen geregelten Gang nimmt…

Glaubhaftigkeit

Glaubhaft (heute auch gerne: authentisch) will ich doch auch sein und glücklich natürlich auch.

Einig.

Ja einig, das kann schon schwer werden. Je nachdem, wie tief diese Einigkeit reichen soll. Am Ende bin ich dann nicht mehr authentisch, oder? Aber gut. Beten kann man ja dafür.

Frieden

Hat keiner was gegen. Aber: Frieden um jeden Preis? Ich weiß ja nicht…

Versöhnung und Hoffnung

Ja, natürlich. Darum kann ich bitten. Aber dann müsste ich ja auch bereit sein, mich zu versöhnen. Und das bei allem Ärger über den anderen…

Mich beschleicht das Gefühl, dass es irgendwie doch ganz schön sperrig werden kann mit Gottes Geist. Und dann auch noch eine regelrechte biblische Warnung vor den „Nebenwirkungen“:

Wenn der Heilige Geist voll zuschlägt, dann wirke ich am Ende auf Außenstehende wie einer, der von Sinnen ist. Betrunken, voll des süßen Weines (Apg 2, 13. Heute würde Lukas wohl eher andere Drogen als Beispiel nennen).

Ich gehe das Risiko ein und bete.