Spirituelle Impulse

 

                               
                                        „Jede Gemeinde

hat ein missionarisches Konzept, allerdings ist sie sich dessen meistens nicht bewusst.

 

Denn eine Vorstellung davon, 
wie sie Gemeinde sein will

im Sinne des Evangeliums,

wie sie den Glauben leben will,

also wie sie an

der Sendung der Kirche teilhat,
das hat jede Gemeinde
wenigstens implizit“.

Bischof Dr. Matthias Ring

 

 

Liebe Gemeinde­mitglieder,
liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde!

 

Das Zitat aus dem Bericht von Bischof Dr. Matthias Ring bei der letzten Synode im Herbst 2018 hat uns bei einem Garten­hausgespräch zum Thema „Missionarisch Kirche sein“ fragen lassen, wie es denn um unser Konzept bestellt ist, was unsere Vorstellung von Gemeindesein ausmacht?

Mir ist dabei das Bild von der Gemeinde als Herberge eingefallen, das der Internationale Alt-Katholikenkongress 2006 in seinem Schlusskommuniqué aufgegriffen hat. Die Gemeinden werden dabei ermuntert, sich als Herbergen, als offene Orte der Gastlichkeit zur verstehen, „die vom Evangelium inspirierte geistliche Oasen sind und zur Heimat werden können für Menschen, die auf der Suche nach Sinn und Geborgenheit sind“.

Die Namen-Jesu-Kirche, unsere Bischofs- und Bistumskirche versteht sich ausdrücklich als so ein Geistliches Gasthaus an den Wegen der Menschen, das mit vielfältigen Angeboten Menschen einlädt.

Und auch als Münchner Gemeinde können wir uns in dieser Vorstellung – so meine ich – ganz gut wiederfinden. Viele der heutigen Gemeinde­mitglieder waren in dieser Gemeinde selber einmal Fremde oder Gäste, haben den Weg hierher gefunden, haben hier Gastfreundschaft erfahren und sind dann geblieben und geistlich ansässig geworden, andere haben eine Zeit lang mitgelebt und sind dann weitergezogen.

Offenheit für Gäste ist sicher ein Merkmal unserer Gemeinde und ganz gleich ob Menschen, die zu uns gefunden haben, bleiben oder weiterziehen, sie sind fast immer eine Bereicherung.

Ich finde den Begriff „Herberge“ ganz passend – macht er doch deutlich, dass es sich nicht um ein Luxusressort oder Fünf-Sterne-Hotel mit entsprechendem Dienstleistungs- und Wellnessangebot und zahlreichem Personal handelt. Eine Herberge ist oft schlicht und sie ist auch ­darauf angewiesen, dass die Gäste sich mit einbringen. Ich bin dankbar, dass viele in unserer Gemeinde Aufgaben übernehmen und sich darum bemühen, dass unsere Gemeinde gastfreundlich ist und für die Menschen, die hier eine geistliche Heimat gefunden haben, eine ansprechende Herberge ist und bleibt. Gäste sind übrigens nicht nur die, die zu uns kommen, Gäste sind wir auch selber.

Weder der Pfarrer/die Pfarrerin, noch der Kirchenvorstand noch sonst irgendjemand, der Verantwortung oder einen Dienst übernommen hat, ist im eigentlichen Sinne der Gastgeber. Der Gastgeber ist Jesus Christus selber, er ist die Mitte dieser Gemeinde. Wir selber sind Gast an seinem Tisch.

Wenn dem so ist, dann be­deutet dies auch, wir haben keine Eigentumsrechte, sondern sollen Gemeinde so gestalten, dass sie als Gemeinde Jesu Christi erkennbar ist. Und wir müssen sie so gestalten, dass sie nicht nur für uns heute als Herberge bewohnbar ist, sondern auch für die, die nach uns kommen werden.

Daran zu arbeiten und mit­zugestalten, lade ich Sie alle herzlich ein.

Ihr

Siegfried Thuringer, Pfr.

 

  

 

 

 

Archiv der vergangenen spirituellen Impulse

Sonntag, 15. September

10.00 Uhr Familiengottesdienst

Donnerstag, 19. September

19.30 Uhr Gartenhausgespräch

Sonntag, 29. September

10.00 Uhr Familiengottesdienst zum Erntedankfest

Freitag, 22. November bis Sonntag, 24. November

Ökumenisches Bibelwochenende in Bernried

Sonntag, 24. November

10.00 Uhr Firmung