Bad Tölz

Gemeindebrief


Liebe Leserinnen und Leser,

seit Tagen geh ich „schwanger“, was ich als Gemeindebrief in den neuen Kirchenzettel schreiben soll und konnte mich lange nicht so recht entscheiden.

Dieser Kirchenzettel umfasst genau den Osterfestkreis vom Aschermittwoch bis Pfingsten. Sollte ich was über die Zeit vor Ostern schreiben, die sog. Fastenzeit, oder lieber doch was zu Ostern selbst, vor allem zu meinem Lieblingsthema, die Osternacht? Oder sollte ich mal was über die 50 Festtage vom Ostersonntag bis Pfingsten schreiben? Oder nehm ich ein (kirchen-) politisches Thema auf, das die Welt bewegt, oder einfach was über den Frühling, der sich nun anschickt „sein blaues Band wieder durch die Lüfte flattern zu lassen“?

Nun wird es höchste Zeit zur „Niederkunft“ und ich merke, dass das alles irgendwie zusammenhängt. Beginnen wir doch mit dem Aschermittwoch:

„Gedenke, o Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub wirst du zurückkehren!“. Der Paukenschlag am Aschermittwoch nach den heiteren Faschingstagen führt uns scheinbar unbarmherzig die eigene Vergänglichkeit vor Augen – wohlgemerkt scheinbar unbarmherzig! Viele klagen, dass unsere Gesellschaft unter anderem daran krankt, dass sie den Tod verdrängt. Dabei ist der Umgang mit dem Tod ein lebensbegleitendes Thema. Je älter wir werden, umso mehr Menschen unseres Umfeldes haben uns für immer verlassen: Bei den meisten fängt’s mit den Großeltern an, irgendwann sterben die eigenen Eltern, es sterben (Groß-)Onkel und (Groß-)Tanten, aber auch Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen, Geschwister, Lebens- und Ehepartner … Die Einschläge kommen näher je älter wir werden. Wer dies nicht wahrhaben will, wird früher oder später im Lauf des Lebens eines Besseren belehrt – allerspätestens dann, wenn jemand selbst in eine bedrohliche Lage gerät oder wenn wer von einer gefährlichen Krankheit getroffen wird.  

Der Aschermittwoch will ein heilsamer Tag sein, der uns mit der Realität dieser Welt konfrontiert. Und gleichzeitig lässt uns der Aschermittwoch nicht mit dieser harten Wirklichkeit allein.  Wenn ich am Aschermittwoch die Asche auflege, sage ich bei jedem und jeder einzelnen den Alternativspruch zur Aschenauflegung gleich mit dazu: „Kehr um und glaub an das Evangelium!“. Denn außer der harten Botschaft der Vergänglichkeit eröffnet der Aschermittwoch eine Zeit der frohen Botschaft, der Botschaft vom Leben. Dieser Tag schlägt sozusagen das Buch der Ostergeschichte auf, in der der Tod zwar eine Rolle spielt, uns aber eben nicht in einer grauen Sinnlosigkeit des Daseins hängen lässt.  Ostern ist der Sieg des Lebens, nicht des Todes!

Vom Aschermittwoch an kommen die sechs Wochen der „österlichen Bußzeit“, der „Fastenzeit“ wie wir im Volksmund sagen. Beide Ausdrücke haben so einen faden Beigeschmack: Buße und Fasten, das klingt so nach „Verbot“, nach „nicht dürfen“, nach „verzichten müssen“. Nun mag es durchaus sinnvoll sein, mal auf das Eine oder Andere eine Zeit lang zu verzichten. Man kann sich aber auch positive Ziele in der Fastenzeit setzen: Also weniger, was mach in der Zeit nicht, dafür mehr die Frage: Was gönn ich mir in der Fastenzeit? Zum Beispiel „Auszeiten“ für mich selber, um endlich mal zur Ruhe zu kommen. Mal ein Buch lesen statt dauernd im Internet herumzuschmökern. Mehr Zeit mit der Partnerin oder dem Partner verbringen. Auch das können „Fastenvorsätze“ sein. Oder sich für eine Sache engagieren, was Soziales tun oder sich dafür einsetzen. Das sind positive Fastenvorsätze. Ich bin sicher, Sie werden bzw. ihr werdet was finden, das uns diese sechs Wochen sinnvoll erleben lässt, die uns zur zentralen Feier der Christenheit hinführen: Zum Osterfest.

Schon als Kind hat es mich fasziniert, dass in der Kirche vom Gründonnerstagabend bis zum Ostersonntag alles komplett anders ist und abläuft als im Rest des Jahres. Und das ist gut so. Denn was wir an Ostern feiern, sprengt jede Tagesordnung, sprengt jedes Rahmenprogramm sprengt – um das Exsultet, das große Osterlob zu zitieren – sogar „die Fesseln des Todes“.

Der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist die Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag, die Osternacht. Ihr voraus gehen der Gründonnerstagabend, der Abschiedsabend Jesu von den Seinen und sein Vermächtnis das Brechen des Brotes, der Karfreitag, der Tag des Leidens und Sterbens Jesu am Kreuz und der Karsamstag als Tag der Grabesruhe. Und das alles hat nicht nur mit Jesus zu tun, sondern auch mit mir persönlich, mit jedem Menschen. Schon der Aschermittwoch hat uns an die eigene Vergänglichkeit erinnert und die Abschiede vor Augen geführt, die wir hinnehmen mussten und müssen. Im Vermächtnis Jesu, in seinem Auftrag, einander zu lieben und das Brot miteinander zu teilen, in seinem Verbrechertod am Kreuz in seiner Totenruhe im Grab finde ich mich selbst und finde ich die Menschheit wieder. Ich darf die vielen Fragezeichen meines Lebens, die Verzweiflung der Menschheit, ja der ganzen Schöpfung am Karfreitagabend mit in Jesu Grab legen.

Die Antwort darauf leuchtet in der Osternacht auf. Und nein! Diese Antwort ist nicht einfach so billig, dass wir nun halt nach dem Leiden und Sterben Jesu seine Auferstehung feiern, an die man glauben kann oder auch nicht. Die Osternacht schließt viel, viel mehr ein: Sie reicht von der Schöpfung bis zur Vollendung der Welt, ja des ganzen Universums. Sie erinnert uns an die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. Und sie setzt Jesus Christus, seine Menschwerdung, sein Leiden und Sterben und seinen Sieg über den Tod in den Mittelpunkt der Geschichte. Für mich ist die Osternacht nicht nur Liturgie, nicht nur Ritus, sondern die Quintessenz dessen, was meinem Leben, was der Welt Sinn gibt. Das hat nicht nur persönliche und religiöse Dimensionen, das hat auch politische und gesellschaftliche Folgen – oder sollte es zumindest haben, wenn die Osterfeier eben mehr als Ritus ist, wenn sie Ausdruck des Glaubens, Ausdruck menschlicher Sinnfindung sein soll.

Schließlich führt uns die Osternacht hinein in den Ostersonntag, den Sonntag der Sonntage und in die 50-tägige Festzeit. Diese 50 Tage bis Pfingsten wollen Hoffnungstage sein, die das ganze Jahr erleuchten. Sie schließen mit dem Pfingstfest ab, dem Fest der „Geistin Gottes“, der „ruach Elohim“, die alles in Bewegung bringt und mit Leben erfüllt. Gerade Pfingsten zeigt dann wieder, dass es nicht darum gehen kann, seinen Glauben im stillen Kämmerlein zu leben und sich draußen ganz anders zu verhalten, sondern, dass er Folgen haben muss, dass Liebe und Frieden spürbare Wirklichkeit werden müssen für die Welt.

Ich wünsche Ihnen / Dir / Euch besinnliche Tage auf Ostern hin, ein tiefes Erleben der Kar und Ostertage und ein frohes und friedvolles Fest

 

Ihr/Dein/Euer                                                                                        Kurat Peter Priller

 

 

 

                      

                                                                 Termine in Bad Tölz

 

 

 

 

 

 

Vorbereitung der Kar- und Ostergottesdienste


Wie jedes Jahr bereiten wir die Kar- und Osterliturgie gemeinsam vor und werden auch heuer für die Osternacht einen thematischen Schwerpunkt setzen.

 

Wir haben dafür zunächst mal zwei Treffen anberaumt:

Am Ersten Sonntag der österlichen Bußzeit, dem 10. März im Anschluss an den 10-Uhr-Gottesdienst und am vierten Sonntag der österlichen Bußzeit, dem 31. März, um 16.30 Uhr, also vor dem Abendgottesdienst. Falls weitere Treffen nötig sein sollten, vereinbaren wir die dann.

 

Herzliche Einladung an alle, sich zu beteiligen!

 

 

 

 

Interreligiöses Friedensgebet und ökumenisches Taizé-Gebet

 

Das in unserer Stadt inzwischen fest etablierte Friedensgebet, an dem sich außer den christlichen Gemeinden auch eine der beiden muslimischen Gemeinden in Bad Tölz beteiligt, findet wieder am Samstag, dem 30. März um 16.00 Uhr in der Marktstraße am Marienbrunnen statt.

Der römisch-katholische Pfarrverband, die evang.-lutherische Kirchengemeinde und unsere alt-katholische Filialgemeinde haben im letzten Jahr wieder mit gemeinsamen Taizé-Gebeten begonnen, die es früher schon mal gegeben hat. Das nächste Taizé-Gebet findet am 4. Mai um 19.00 Uhr in der röm.-kath. Stadtpfarrkirche statt

 

 

 

 

Gemeindefahrt nach Brünn/Mähren und in die Wachau

 

Vom Ostermontag, 22. April 2019 bis Freitag, 26. April findet unsere Gemeindefahrt nach Brünn statt, wohin wir ja von Silvia, der Hussitischen Pfarrerin, die schon des Öfteren bei uns im Gottesdienst war, eingeladen sind. Wir werden drei Tage in Brünn und einen Tag in der schönen Wachau verbringen.

                                                     

 

 

 

 

Erwachsene fragen nach der Taufe

 

In letzter Zeit wurde ich von mehreren Erwachsenen, die noch in keiner Kirche getauft worden sind, nach der Taufe gefragt. Nun geht eine Erwachsenen-Taufe nicht „von heute auf morgen“. Dieser geht eine gewisse Vorbereitungszeit, das sog. Katechumenat voraus. Der übliche Tauf-Termin für Erwachsene ist die Osternacht, das ist 2019 am Abend des 20. April. In der Osternacht würden die Bewerberinnen und Bewerber die Taufe, die Firmung und die Erstkommunion in einer Feier empfangen. Ich biete jetzt mal einfach einen Katechumenatskurs an, der am 2. Februar (Lichtmess) beginnt und bis zur Osternacht dauert. Wenn ein solcher Kurs zustande kommen sollte, würden wir uns im Februar, März und April ca. alle zwei Wochen für etwa eineinhalb Stunden treffen. Die Interessentinnen und Interessenten können Fragen stellen und ich würde zusätzlich wichtige Impulse geben, was es bedeutet, Christin bzw. Christ zu werden. Die genauen Termine müssten wir dann gemeinsam festsetzen.

Wer also Interesse daran hat, möge sich spätestens im Januar 2019 bei mir persönlich melden und ein individuelles Erstgespräch mit mir vereinbaren.  

Tel.: (08041) 73 550                                                                                       Kurat Peter Priller

 

 

 

 

„Dem Himmel nah“


Faksimile eines Deckenfreskos von Johann Michael Rottmayr (1654 – 1730)

 

Es ist ein Jahresprojekt. Aus einer Ausstellung stammt das Faksimile eines Freskos von Johann Michael Rottmayr. Wir haben daraus ein Jahresprojekt gemacht. Ab dem Ersten Adventsonntag hängt es an der Decke unserer Tennerkapelle und soll ein knappes Jahr dort bleiben – in etwa bis Allerheiligen 2019. Wenn es thematisch passt, werde ich das Fresko oder Teile des Ganzen im kommenden Kirchenjahr in meine Predigten einbauen. Und wer will, kann jederzeit den Blick nach oben richten und sich dem Himmel nahe fühlen …                                         

                                    Peter Priller

 

 

 

 

Regelmäßige Gottesdienste

Gottesdienst in der Tennerkapelle
Gottesdienst in der Tennerkapelle

Sonntag abwechselnd 10:00 Uhr oder 19:00 Uhr

in der Tennerkapelle, Benediktbeurer Straße 2.

Den Zeitpunkt finden Sie unter Termine.

 

 

Hausbesuche – Krankenkommunion - Krankensalbung


Gerne besuch ich Sie zu Hause, wenn es Ihnen schwer fällt, zu den Gottesdiensten zu kommen. Ich bringe Ihnen auf Wusch gern die Kommunion ins Haus, oder spende die Krankensalbung. Wenn es passt, können wir auch zusammen bei Ihnen daheim die Eucharistie als Krankengottesdienst feiern. Dies gilt insbesondere in der österlichen Bußzeit und in der Osterzeit. Anruf genügt: (08041) 73 550.           

 

Kurat Peter Priller

 

 

                                                                                                                          

                                                                    

Sonntag, 24. März

Nach dem Gottesdienst  ordentliche Gemeindeversammlung mit Solidaritätsessen in München - altkatholische Pfarrkirche St. Willibrord, Blumenstraße 36

Ostermontag, 22. April 2019 bis Freitag, 26. April

Gemeindefahrt nach Brünn

2. - 5. Mai

Jugendwochenende

Wochenende 19. - 21. Juli

Dekanatswochenende in Pappenheim