Bad Tölz

Gemeindebrief

 

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Kirchenzettel umfasst exakt den gesamten Osterfestkreis vom Aschermittwoch bis zum Pfingstsonntag. Mittel- und Höhepunkt dieser intensivsten Zeit des Kirchenjahres sind die drei Tage vom Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi.

Ich habe mir erlaubt, drei Bilder des Künstlers Walter Habdank aus seinem Kreuzweg auszusuchen, um diese Ihnen/Euch als Begleitung in die Zeit vor und nach Ostern, aber vor allem in die drei Tage des Osterfestes mitzugeben.

 

XII. Station: Jesus stirbt am Kreuz

© Galerie Habdank. Mit freundlicher Genehmigung

Wir sehen die bekannte Szene „Jesus und der reuige Schächer am Kreuz“. Eigentlich müsste man sagen „an ihren Kreuzen“, denn räumlich gesehen können sich diese beiden Sterbenden nicht so nahe sein. Jeder hängt an seinem Kreuz. Und doch fällt da dieser Satz, der mehr Geborgenheit schafft, als es räumliche Nähe jemals zu schaffen vermag: „Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lk 23,43). Die Hände Jesu sind deutlich sichtbar angenagelt mit großen unerbittlich harten Nägeln. Die Hände des Schächers, dessen Namen wir nicht wissen, sind gebunden. Beider Finger recken sich, suchen in der Luft nach Nähe. Beiden brechen in der Stunde des Todes die Augen und doch sehen sie sich. Sie sehen sich anderes als mit den oberflächlichen Blicken tagtäglicher Begegnungen. Sie sehen sich mit ihren Herzen, ihren Seelen.

Der Künstler, Walter Habdank, hat die Gesichter der beiden Sterbenden ganz nah zusammengerückt, so nah, wie man das Gesicht eines anderen Menschen nur an das eigene Gesicht heranlässt, wenn man sich lieb hat. Die Augenlider Jesu sind bereits geschlossen, die des Schächers noch halb geöffnet. Aber beide sehen, erkennen sich. Jesus ist der Führende in der Szene, sein Gesicht ist über dem des Schächers. Er führt ihn, wie er versprochen hat, noch heute ins Paradies. Diese Führungsrolle und Führungskompetenz sind nicht zu beeinträchtigen, auch nicht durch noch so große Nägel durch Hände und Füße, auch nicht, wenn sich seine Augen im Sterben bereits geschlossen haben.

„Liebe auf den letzten Blick“ würde ich diese Szene nennen und sie gibt mir Hoffnung. Egal wie gut oder schlecht mein Leben verlaufen ist, ich bin angesehen mit den Augen der Liebe, die selbst der Tod nicht brechen kann.

 

 

XIV. Station: Jesus wird ins Grab gelegt

© Galerie Habdank. Mit freundlicher Genehmigung

Auf dem Bild wird der Leichnam Jesu ins Grab gelegt – eingewickelt in Leichentücher, Gesicht, Hände und Füße unbedeckt. Auf mich wirkt die Szene fast so als würde er ins Grab geworfen. Zwei Männer, es könnten Josef von Arimatäa und Nikodemus sein, lassen ihn kopfvoraus nach unten sinken. Ein Frauengesicht, wahrscheinlich Maria, die Mutter Jesu, hält seinen Arm fest, legt ihr Gesicht fast auf seine Brust, sie hat die Augen geschlossen, sie sieht nichts mehr sie fühlt nur den toten Sohn ins Grab sinken. Jeder Mensch zu jeder Zeit, der schon mal einen lieben Menschen, oder mehrere für immer loslassen musste, weiß um den Schmerz dieses endgültigen Abschieds. Er weiß um den scheinbar gnadenlosen Schmerz dieses Loslassens und er weiß um die Leere, die danach kommt. Der Karfreitag geht hier in den Karsamstag über.

Und das hat nicht nur damals in Jerusalem stattgefunden, das fand und findet immer statt, überall rund um den Erdball. Menschen trauern, müssen loslassen und können es doch oft nicht. Jesu Grab, zuerst empfunden als Inbegriff der Hoffnungslosigkeit, wird im Rückblick zum Ausgangspunkt des Neuen, des noch viel Lebendigeren. Aber das können wir an der Stelle noch nicht sehen. Karsamstag – Tag der Stille, Tag des Aushaltens.

 

 

XV. Station: Auferstehung

© Galerie Habdank. Mit freundlicher Genehmigung

Eigentlich müsste das Bild heißen: „Der Auferstandene begegnet Maria Magdalena“. Denn den Vorgang der Auferstehung sieht man nicht. Er bleibt verborgen. Und das ist auch gut so. Das Bild ist nicht wie die beiden anderen im erdfarbenen Braun gehalten, sondern rein schwarz-weiß. Maria Magdalena erkennt ihn zuerst nicht. Das Unfassbare ist für sie undenkbar. Erst als er sie mit ihrem Namen anspricht „Maria“ gehen ihr die Augen auf und sie erkennt Jesus als den Auferstandenen, als den lebendigen Christus. Beide haben offene Augen, offene Hände, sind einander zugewandt. Maria Magdalena ist die Erste, die den Auferstandenen zu Gesicht bekommt. Sie wird zur „Apostola Apostolorum“, zur ersten Zeugin der Auferstehung. Aber sie wird das deshalb, weil sie – wie schon in der ersten unserer drei Szenen – gesehen wird mit Augen der Liebe.

Weil sie erkannt wird. Und sie wird sogar – im Gegensatz zum Schächer am Kreuz – mit Namen angesprochen „Maria“. Die Szene ist einerseits irdisch (Maria im Garten am Grab), andererseits aber auch bereits transzendent, die Erde überschreitend (der auferstandene Christus). Genau dieses Spannungsfeld bildet den Lebens- und Handlungsraum all der Menschen, die sich von Christus angeschaut, angesprochen, geliebt fühlen. Jeder Mensch, der mit den auferstandenen Christus in Kontakt tritt, wird zur Apostelin/zum Apostel, zur Zeugin/zum Zeugen des lebendigen Christus.

Euch allen besinnliche Fastentage und ein gesegnetes und frohes Osterfest!

Ihr/Dein/Euer Kurat Peter Priller

 

 

 

 

                                                              Termine in Bad Tölz

 

 

 

 

 

 

Aschermittwoch


Den Auftakt zur Vorbereitungszeit auf Ostern (österliche Bußzeit / Fastenzeit) bildet der Aschermittwoch. Sichtbares Zeichen für diesen Auftakt ist die Auflegung der Asche, die sinnvollerwiese in einem Wortgottesdienst/Bußgottesdienst erfolgt: Aschermittwoch, 26. Februar, 19.30 Uhr.
Eine Eucharistiefeier am Aschermittwoch ist zwar (auch in unserer Kirche) durchaus verbreitet, aber es ist wenig sinnvoll den Weg zum Osterfest hin gleich mit dem Ostermahl zu beginnen. Die Eucharistiefeiern in der Zeit der Ostervorbereitung beschränken sich besser auf die Sonntage (die wöchentlichen kleinen Osterfeiern) und auf die beiden Feste, die in diese Zeit Fallen (den Josefstag am 19. März und das Fest der Verkündigung am 25. März.)

 

 

 

Gemeindetag unserer Filialgemeinde


Zu einem Gemeindetag unserer Filialgemeinde in der österlichen Bußzeit laden wir herzlich ein am Samstag, dem 7. März 2020 von 9.30 Uhr bis ca. 17.30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bad Tölz. Mag.theol Benedikt Löw wird den Vormittag als geistlichen Impuls gestalten anhand des Philipperbriefs des Apostel Paulus. Am Nachmittag sollen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Erwartungen/Wünsche/Ideen an die Gemeinde zum Ausdruck kommen. Zu diesem zweiten Teil sind ausdrücklich auch die Kinder und Jugendlichen unserer Gemeinde eingeladen.

Für die Mittagspause werden wir Pizza bestellen. Wer noch Salat zur Pizza und/oder Kuchen/Gebäck für die kleinen Pausen dazwischen beisteuern möchte, kann dies in der Anmeldung dazuschreiben. Die Kinder und Jugendlichen sind ab dieser „Pizza-Pause“ inclusive ganz besonders eingeladen.

Anmeldung bis spätestens Sonntag, den 1. März. Anmeldung per Email: sepp_peter@web.de oder handschriftlich auf der Liste in der Tennerkapelle.

 

 

 

Vorbereitung der Kar- und Ostertage


Seit 24 Jahren bereiten wir die Kar- und Osterliturgie gemeinsam vor. Vor allem die Gestaltung der Osternacht mit einem Schwerpunktthema war immer ein „Gemeinschaftswerk“ vieler Beteiligter. Wir setzen uns ein erstes Mal zu dem Thema zusammen am Sonntag, dem 1. März, dem ersten Fastensonntag, nach dem 10-Uhr-Gottesdienst. Wenn wir wissen, welchen Schwerpunkt wir setzen und wie wir gestalten wollen, lassen sich ggf. weitere Vorbereitungstermine vereinbaren. Dafür würden sich dann ggf. die Sonntage am 15. und am 29. März jeweils nach dem Gottesdienst anbieten.  Herzliche Einladung zum Mitmachen!

 

 

 

Ökumenisches Taizé-Gebet und interreligiöses Friedensgebet

 

Zwei ökumenische Taizé-Gebete fallen in die Geltungszeit dieses Gottesdienstplans:

Am Samstag, dem 29. Februar um 19.00 Uhr bei uns in der Tennerkapelle und am Sonntag, dem 26. April um 19.00 Uhr in der ehem. Franziskanerkirche (Dreifaltigkeitskirche). Die römisch-katholische, die evangelisch-lutherische und die alt-katholische Gemeinde in Bad Tölz laden herzlich dazu ein.

Das interreligiöse Friedensgebet, an dem neben den drei oben genannten christlichen Gemeinden auch eine der beiden muslimischen Gemeinden in Bad Tölz beteiligt ist, findet am Samstag, dem 28. März um 16.00 Uhr in der Tölzer Marktstraße beim Marienbrunnen statt.

 

 

 

 

 

Erwachsene fragen nach der Taufe

 

In letzter Zeit wurde ich von mehreren Erwachsenen, die noch in keiner Kirche getauft worden sind, nach der Taufe gefragt. Nun geht eine Erwachsenen-Taufe nicht „von heute auf morgen“. Dieser geht eine gewisse Vorbereitungszeit, das sog. Katechumenat voraus. Der übliche Tauf-Termin für Erwachsene ist die Osternacht, das ist 2019 am Abend des 20. April. In der Osternacht würden die Bewerberinnen und Bewerber die Taufe, die Firmung und die Erstkommunion in einer Feier empfangen. Ich biete jetzt mal einfach einen Katechumenatskurs an, der am 2. Februar (Lichtmess) beginnt und bis zur Osternacht dauert. Wenn ein solcher Kurs zustande kommen sollte, würden wir uns im Februar, März und April ca. alle zwei Wochen für etwa eineinhalb Stunden treffen. Die Interessentinnen und Interessenten können Fragen stellen und ich würde zusätzlich wichtige Impulse geben, was es bedeutet, Christin bzw. Christ zu werden. Die genauen Termine müssten wir dann gemeinsam festsetzen.

Wer also Interesse daran hat, möge sich spätestens im Januar 2019 bei mir persönlich melden und ein individuelles Erstgespräch mit mir vereinbaren.  

Tel.: (08041) 73 550                                                                                       Kurat Peter Priller

 

 

 

 

Regelmäßige Gottesdienste

Gottesdienst in der Tennerkapelle
Gottesdienst in der Tennerkapelle

Sonntag abwechselnd 10:00 Uhr oder 19:00 Uhr

in der Tennerkapelle, Benediktbeurer Straße 2.

Den Zeitpunkt finden Sie unter Termine.

 

 

Hausbesuche – Krankenkommunion - Krankensalbung

 

Gerne bringe ich Ihnen die Krankenkommunion oder feiere bei Ihnen zu Hause Gottesdienst, wenn Sie nicht zu den Gottesdiensten kommen können.

Dies gilt insbesondere für die österliche Bußzeit und die Osterzeit:  (08041) 73550 P.P.

         

Kurat Peter Priller

 

 

                                                                                                                         

Samstag, 29. Februar

19.00 Uhr Ökumenisches Taizé-Gebet in der Tennerkapelle

Samstag, 7. März

9.30 Uhr geistlicher Gemeindetag im evangelischen Gemeindehaus

Sonntag, 22. März

Gemeindeversammlung mit Solidaritätsessen in München, St. Willibrord !

30. April - 3. Mai

Jugendwochenende mit Bischof Matthias Ring

1. - 7. Juni

Jugendfahrt nach Taizé

Freitag, 17. Juli bis Sonntag 19. Juli

Dekanatstage in Pappenheim

26. Juli - 5. August

Jugendfahrt nach Assisi