Gemeindebrief

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 Umkehr und Heilung

„Wie schön war aus der Fern‘ und Näh‘,
wie schön war die Stadt Ninive!
Sie hatte Mauern, stark und dick,
die Wächter machten Blasmusik.
Die Häuser waren schön und bunt,
die Türme spitz, die Türen rund.
Dem König selbst gefiel es dort:
er wohnte darum auch am Ort.
Und Gott sah aus von seiner Höh‘
und sah auf die Stadt Ninive.
Die schöne Stadt, sie macht ihm Sorgen,
die Bosheit blieb ihm nicht verborgen.
Da tranken sie. Da aßen sie.
Die Hungernden vergaßen sie.
Der König schickte die Soldaten,
die plünderten in fremden Staaten.
Gott sprach, nachdem er das gesehen:
nein, so kann es nicht weitergehen.“

So beginnt „die Geschichte von Jona und der schönen Stadt Ninive“ nach Klaus-Peter Hertzsch. Die meisten von uns wissen, dass der Prophet Jona derjenige ist, der drei Tage und drei Nächte im Bauch eines Fisches war, bis dieser ihn wieder ausspuckte und Jona der Stadt Ninive endlich im Auftrag Gottes Buße und Umkehr predigte, was diese dann auch tatsächlich zu seinem Missfallen tat. Der König tat Buße in Sack und Asche und ordnete an, dass alle Menschen und auch die Tiere laut zu Gott rufen sollten, „und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt“ (Jona 3,8).

Das ist der Sinn von Buße, nämlich, das, was ich als nicht gut, als schlecht oder gar böse erkannt habe, zu ändern und besser zu machen, damit mein Leben und das meiner Mitmenschen und Mitgeschöpfe gut und heil werden kann.

Im Gottesdienst am Aschermittwoch wird uns mit Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet mit dem Zuspruch „Kehr um und vertraue dem Evangelium!“

In der österlichen Bußzeit haben wir 40 Werktage und sechs Sonntage lang Zeit, in uns zu gehen, nachzudenken und das, was wir als „nicht in Ordnung“ in unserem Leben erkannt haben, zu ändern und besser zu machen. An den Sonntagen dürfen wir die frohe Botschaft hören, dass Gott uns dabei nicht allein lässt, weil er will, dass unser Leben sinnvoll, geheilt und erfüllt sein möge. 

Ich lade euch ein, in dieser Zeit auf Ostern zu mit zu gehen. Gemeinsame Stationen auf diesem Weg sind die sonntäglichen Gottesdienste, die Glaubensgespräche, und natürlich die Feier der Karwoche und Ostern. Lassen wir uns darauf ein, lassen wir uns verwandeln und heilen. Wir können erfahren, was ein Gebet in der Feier der Osternacht so ausdrückt:

„Was alt ist, wird neu;
was dunkel ist, wird licht;
was tot war, steht auf zum Leben,
und alles wird wieder heil in dem, der Ursprung und Ziel von allem ist“.

Pfarrer Bernd Panizzi