Gemeindebrief

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Pfingsten - Heiliger Geist konkret

Pfingsten ist für uns Christen das Fest des Heiligen Geistes. Und mit diesem tun sich viele schwer, weil er so schwer zu fassen, kaum begreifbar ist. Wenn wir in der Bibel nachlesen, stellen wir fest, dass der Geist Gottes, der Heilige Geist, die „ruach“, sehr konkret und eindeutig beschrieben wird; und immer ist sie so etwas wie die „Kraft von oben“. „Ein Brausen vom Himmel her, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt“, so heißt es in der Erzählung vom Pfingstfest nach der Auferstehung Jesu in der Apostelgeschichte (2,2). Diese Kraft erfüllt die Jüngerinnen und Jünger, sodass sie auf die Straße gehen und von Jesus Christus erzählen in einer Sprache, die alle verstehen konnten. Sie geben Zeugnis: „Diesen Jesus hat Gott vom Tod auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen“(Apg 2,32). Der Heilige Geist „entflammt die Herzen“, lässt das „Herz brennen“, motiviert zu erzählen, welche Bedeutung Jesus Christus für mein Leben hat.
Für uns Christen ist der Heilige Geist im Leben und Wirken Jesu zu erkennen. Er ist das, was Kopf und Herz Jesu ganz erfüllte. In der Synagoge seiner Heimatstadt sagt Jesus, dass sich die Worte des Propheten Jesaja in ihm erfüllten: „Der Geist Gottes ruht auf mir. Und das ist mein Auftrag: Den Armen soll ich die Gute Nachricht bringen. Den Gefangenen soll ich ankündigen, dass sie frei werden, und den Blinden, dass sie sehen werden. Den Unterdrückten soll ich die Freiheit bringen. Ich soll verkünden: Jetzt beginnt die Zeit, in der Gottes Liebe erkannt wird (vgl. Lk 4.18ff). Daran erkennt man also den Geist Jesu, die Geistkraft Gottes: Sie will durch Jesus Christus Menschen Hoffnung schenken und heilen.
In seinen Briefen an die jungen Christengemeinden beschreibt Paulus, an was das Wirken des Heiligen Geistes zu erkennen ist: „Die Geistkraft Gottes lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Rücksichtnahme, Großzügigkeit und Selbstbeherrschung“ (vgl. Gal 5,22). „Jedem wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt“ und zum Aufbau der Gemeinde als lebendiger Leib Christi (1 Kor 12,7ff). Jede/r hat Gaben des Geistes, Talente und Fähigkeiten, die dem Leben dienen. „Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist“ (Röm 5,5). In unserem Leben, durch uns selbst und in unserem Gemeindeleben wird also deutlich, wes´ Geistes Kinder wir sind, oder anders gesagt: was für uns „oben“ ist.

Pfarrer Bernd Panizzi