Kirchenzugehörigkeit

Das Sakrament der Taufe

Mitglied der Kirche wird man durch die Taufe.
Sie ist das Grundsakrament und Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Glaubenden.

In der Alt-Katholischen Kirche überwiegt - wie in vielen anderen Kirchen auch - die Praxis der Kindertaufe: Eltern entscheiden für ihr Kind, dass es getauft  werden und im christlichen Glauben heranwachsen soll.

In den vergangenen Jahren haben aber auch immer mehr Erwachsene oder Jugendliche um die Taufe gebeten, weil sie zwar in einem nicht christlichen Umfeld groß geworden und darum auch nicht getauft worden sind, aber dennoch zum christlichen Glauben gefunden haben und dies durch die Taufe besiegeln und einer Kirche angehören möchten.

 

Dennoch gilt für die Taufe der Grundsatz, dass es keine "Konfessionstaufe" gibt, also keine alt-katholische, römisch-katholische, evangelische usw. Viele Kirchen bekennen sich zu der EINEN Taufe in der EINEN Kirche Jesu Christi - auch wenn die Kirche leider in verschiedene Einzelkirchen gespalten ist - und anerkennen die Taufe der anderen Kirchen.

Trotz dieses Verständnisses wird natürlich nicht losgelöst von einer konkreten Glaubensgemeinschaft, also einer konkret verfassten Kirche getauft.

Die Taufe ist einmalig und endgültig.
Wer getauft ist und aus einer Kirche austritt, gibt zwar die formelle Kirchenzugehörigkeit auf, verliert aber nicht die Taufe.
Wer dann einer (anderen) Kirche wieder angehören möchte und ihr wiederum formell beitritt, muss darum auch nicht noch einmal getauft werden.

 

Kirchenbeitritt ...

Wer also getauft ist und z. B. alt-katholisch werden möchten, kann entsprechend dem geltenden Recht in die Alt-Katholische Kirche durch eine Beitrittserklärung eintreten, vorausgesetzt, die Person gehört keiner anderen Kirche an (zwei Kirchenmitgliedschaften sind nicht möglich).

Dieser Schritt, der ja Ihrem Glauben und Ihrer persönlichen Überzeugung entsprechen sollte, ist aber kein rein formaler Akt, der durch das Ausfüllen eines Formulars abgeschlossen ist.

Darum ist es aus unserer Sicht wichtig, dass Sie ohne Druck durch Zeit oder Umstände die konkrete Gemeinde vor Ort kennen lernen. Kirchenzugehörigkeit konkretisiert sich ja immer in "meiner" Gemeinde, der ich meinem Wohnort entsprechend angehöre.

 

... aus Überzeugung

Die Teilnahme an den Gottesdiensten und an den verschiedenen Gemeindeveranstaltungen sind wichtig, um Liturgie zu erleben, persönliche Begegnungen und Gespräche zu ermöglichen, Gemeindeleben kennen zu lernen und sich so nach und nach ein Bild von der Kirche und der konkreten Gemeinde machen und den eigenen Beitrittswunsch angemessen bedenken zu können. Schließlich ist die Entscheidung zu einer Kirchenzugehörigkeit ja immer auch eine "Konfession", ein "Bekenntnis" also zu bestimmten Glaubensaussagen und ihrer Umsetzung im kirchlichen und privaten Leben.

Ein Beitritt soll darum auch vor allem aus persönlicher Überzeugung erfolgen und nicht nur aus Protest gegenüber der bisherigen Kirche.

Die Erfahrung zeigt nämlich immer wieder, wie wichtig es ist, dass eine mögliche Enttäuschung oder gar Ärger über die Kirche, der man vorher angehört hat, nicht die Grundlage für die neue Kirchenzugehörigkeit ist.Entscheidungen aus reiner Enttäuschung sind selten wirklich tragfähig und hilfreich, weder für Sie, noch für die konkrete Gemeinde oder Kirche.

Außerdem werden Sie wahrscheinlich in jeder Kirche Situationen, Menschen  und Umstände antreffen, die Ihren Vorstellungen von Kirchesein nicht oder nur teilweise entsprechen, Sie vielleicht enttäuschen. Auch die Alt-Katholische Kirche und die Menschen in ihr sind nicht ohne Fehler. Kirche - egal welcher Konfession - bedarf der ständigen Erneuerung.

Darum ist die positive Erfahrung so wichtig, dass Sie in der konkreten Kirche und Gemeinde zum Wesentlichen kommen und im Glauben bestärkt werden.

So können Sie eine Gemeinschaft erleben, die trotz aller menschlichen Schwächen Ihr persönliches Leben aus dem christlichen Glauben gestalten hilft. Denn es geht ja auch darum, dass Sie Kraft für Ihr persönliches Glaubenszeugnis bekommen und die Gemeinde dabei als eine geistliche Heimat erfahren. 

 

Weitere Informationen

Wenn Sie das Gespräch über Glaubens- und Kirchenthemen suchen, wenn Sie Kontakt wünschen, weil unsere Kirche oder Gemeinde Sie interessiert, melden Sie sich bitte im Pfarramt, wo Sie gern einen Termin für ein vertrauliches Gespräch vereinbaren können.

Sollten Sie die Aufnahme in die Kirche wünschen, wird der Pfarrer den Kirchenvorstand darüber informieren, der dann nach einer Zeit des Kennenlernens auf Ihren Antrag hin den "Aufnahmebeschluss" fasst.

Was wir dazu formell von Ihnen wissen müssen, können Sie schon einmal dem Beitrittsformular (PDF-Datei) entnehmen.