2016

Jugendfahrt: Wilde Esel, traumhafter Sonnenuntergang und tolle Atmosphäre – einfach Assisi

"Frühstück um 8:00 Uhr in Italien“ war die klare Ansage,, bevor wir, 26 Jugendliche und vier Betreuer am 1. August um 20:00 Uhr in den Bus nach Assisi stiegen.
Nach einer unruhigen Nacht im Bus, noch etwas verschlafen, frühstückten wir  zu unser aller Erstaunen tatsächlich pünktlich um 8:00 Uhr auf dem Campingplatz Fontemaggio. Verantwortlich dafür waren das perfekte Timing der Reiseleitung und die Fürsorge unseres „Küchenteams“, das schon einen Tag vorher angereist war. Nach einem reichhaltigen Frühstück und mit bester Laune machten wir uns an die Arbeit und bauten unsere Zelte auf. Dann war es an der Zeit mehr voneinander zu erfahren. Aber das war kein Problem, denn die von den Betreuern vorbereiteten, lustigen Kennenlern-Spiele machten uns im Nu zu einer eingeschworenen Truppe.
Viele verschiedene Abenteuer und Efahrungen warteten auf uns in den kommenden 9 Tagen im umbrischen Assisi.
Eine ganz besondere Erfahrung stand mit der Besichtigung der Einsiedelei „Caceri“ und der Besteigung des San Subasio, des Hausberges von Assisi auf dem Programm. Proviant und Stirnlampen hatten wir dabei, denn wir sollten lange unterwegs sein und  erst wieder nachts in unser Camp zurückkehren. Nach vier Stunden war es endlich geschafft – wir waren oben. Belohnt wurden wir für unsere Anstrengung mit einem unvergesslichen Sonnenuntergang, den wir vom Gipfel aus beobachten konnten. Es war faszinierend, wie die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand und die Lichter der zu unseren Füßen liegenden Stadt wie Sterne funkelten. Tief beeindruckt von diesem Naturschauspiel stiegen wir mithilfe unserer eigenen „Beleuchtung“ auf einem steinigen Pfad hinab zu unserem Campingplatz. Erschöpft und glücklich fielen wir in unsere Schlafsäcke und schlummerten sofort ein.

„Aufstehen“, schallte es auch am nächsten Morgen um 7.30 Uhr (!) aus dem Leitungszelt. Noch etwas müde aber wie immer gut gestärkt, begannen wir unsere erste Eselstour. Die süßen, aber manchmal etwas störrischen Esel bestimmten unser Tempo und büchsten sogar einmal aus. Uns, als nicht gelernten Eseltreibern, fiel das Einfangen unserer „Begleiter“ umso schwerer und wir hatten größere Mühe, sie wieder auf den „rechten Weg“ zu bringen. Nichtsdestotrotz war es ein einmaliges Erlebnis diesen Tieren zu begegnen und mit ihnen zu laufen.
Als ein weiteres Highlight erlebten wir auch unseren letzten Abend, an dem wir einen Abschluss-Gottesdienst feierten. Durch das gemeinsame Singen und Beten und die Möglichkeit, uns gegenseitig noch einmal zu erzählen, was uns auf dieser Fahrt inspirierte, konnten wir noch einmal die schöne Stimmung spüren, die uns während der ganzen Reise begleitet hatte.
Zum Schluss möchten wir uns bei unseren Betreuern bedanken, die alles hervorragend organisiert haben. Bei unserem Busfahrer, der uns überall unfallfrei hinfuhr und natürlich auch bei unserem bestens eingespielten Küchenteam, das uns kulinarisch stets verwöhnte. 

Wo geht die nächste Fahrt des BAJ hin? Wir sind wieder dabei!! 

Dorothea Täufer

Zusammen beraten und entscheiden …. Synode 2016

Die 60. ordentliche Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland fand vom 29.09. bis 02.10.2016 in Mainz statt, und ich durfte unsere Gemeinde als Synodalabgeordneter vertreten. Mit Neugier und Spannung fuhr ich mit unserer Pfarrerin Alexandra Caspari und unserem Pfarramtsanwärter Florian Bosch dorthin.

 

Nach dem feierlichen Eröffnungsgottesdienst in der Augustinerkirche ging es mit ca. 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den Erbacher Hof. Bischof Matthias Ring eröffnete die Synode mit bewegenden Worten. Ein gutes Miteinander, sachlicher Austausch und das Bewusstsein, dass Entscheidungen im Sinne der Alt-Katholiken in Deutschland gefällt werden sollen - all das ist ihm wichtig. Nach dem Bericht des Bischofs und der Synodalvertretung wurden mehrere Anträge um den Themenkomplex „Frieden“ behandelt. Dabei wurden neben dem Beitritt zum Aktionsbündnis „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel“ u.a. beschlossen, dass sich die nächste Synode 2018 einen ganzen Tag mit dem Thema „Frieden“ auseinandersetzen wird. 

Der Tag darauf war unser Tag! Unsere Pfarrerin Alexandra Caspari begründete den Antrag der Pfarrgemeinde Augsburg, auch für Dienstfahrten mit dem Fahrrad  eine Entschädigung zu erhalten, so überzeugend, dass  der Antrag ohne Diskussion mit nur einer Enthaltung und einer Gegenstimme angenommen wurde. Bei den zahlreichen Anträgen aus anderen Gemeinden gab es viel Pro und Contra, bis es zur Abstimmung kam.
Freitag und Samstag standen dann ganz im Zeichen des Schwerpunktthemas Ehe, Ehesakrament und gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Zwei Impulsreferate von Bischof Matthias Ring und Professor Andreas Krebs zu dieser Thematik wurden in Gesprächsgruppen vertieft. Kann man die in der alt-katholischen Kirche seit einigen Jahren praktizierte Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften der Ehe – auch in sakramentaler Hinsicht – gleichstellen? Das war nur eine der vielen Fragen. Auch in unserer Gemeinde soll es eine Möglichkeit zum Austausch über diese Thematik geben. Geplant ist ein Thementag am 25. März 2017. Nähere Informationen folgen.
Am letzten Tag wurde dem Antrag zugestimmt, dass Alt-Katholiken und Lutheraner gegenseitig Firmung und Konfirmation anerkennen. Damit ist es auch möglich, dass sie gegenseitig das Patenamt, z.B. bei einer Taufe, übernehmen. Die baf-Frauengruppe und  die baj-Jugendgruppe waren eine willkommene Abwechslung im straffen Zeitplan. Mit einem feierlichen Gottesdienst endete die Synode 2016.. Als „Neu-Synodaler“ habe ich wichtige Einblicke in unterschiedlichste Themenbereiche erhalten. Beeindruckt haben mich vor allem die perfekte Organisation, die disziplinierte Gesprächsführung in den Sitzungen, das Kennenlernen und der Austausch mit anderen Synodalabgeordneten und viele konstruktive Gespräche.

Edwin Mokosch 

Prag - Laienforum: Laien diskutieren über Heiligkeit

Was bedeutet eigentlich das Wort „heilig“? Und stimmt die These, dass grundsätzlich jeder Mensch von Natur aus heilig ist? Mit diesen und weiteren kniffligen Fragen beschäftigten sich die rund vierzig Teilnehmer des Altkatholischen Internationalen Laienforums vom 10.-14. August 2016 in Prag. Dazu hörten sie die Referate von PHDr. Ing. Petr Krohe und THDr. Petr Jan Vin`s´, anschließend kam in kleinen Diskussionsgruppen die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema zur Sprache.
Heiligkeit ist als „Zugehörigkeit“ zur Transzendenz/zu Gott ein natürlicher und normaler Status menschlichen Lebens, unabhängig von Konfession und Religion. Sie ist dynamisch und befindet sich fortlaufend in einem Prozess, dessen besondere Herausforderungen im Annehmen des eigenen Schattens und im Paradoxon liegen, dass wir gleichzeitig „heilig“ und dennoch sündig sind, bzw. unsere Schattenseite zu tragen haben. Spannend war die Frage nach der eigenen Verantwortung für die Entwicklung einer autonomen Moral, die sich aus der Freiheit moralischen Handelns ergibt.


Im Vortrag von Vin`s´ wurde dieser hohe Anspruch wieder herunter gebrochen auf die einfachen Modelle eines „heiligen“, spirituellen Lebens als Eremit/in, Gelehrte/r, Reformator/in, Mystiker/in oder Heilige/r des Alltags. Diese „Charismen“ werden phasenweise und individuell von jedem von uns mit unterschiedlichen Schwerpunkten umgesetzt, so wie sie gerade „dran sind“.
Das Freizeitprogramm war im wunderbaren Prag natürlich wie aus dem Reiseführer: die Stadt selbst mit der Moldau, ihren Brücken, Plätzen und Kirchen, die Burg Karlstein mit ihrer besonderen kulturellen Bedeutung als sicheres Depot königlicher Schätze und heiliger Reliquien.
Besonders beeindruckend war der erste vom neuen Bischof Stránský gehaltene und von zahlreichen Geistlichen assistierte Gottesdienst, der in seiner Feierlichkeit entfernt an den orthodoxen Ritus erinnerte. Somit ließ er auch die spezielle Charakteristik der Tschechischen Altkatholischen Kirche spürbar werden.
Woran erkennt man die süchtige Laienforum-Teilnehmerin? Sie kommt heim, packt den Prag-Koffer aus, setzt sich an den PC, checkt ihre „148 Mails“ – und schaut im Routenplaner, wie sie 2017 nach Wels (Oberösterreich) fahren kann, um sich dort dem Thema „Auftrag der AK-Kirche“ zu widmen. Wir verraten aber nicht, ob Inge, Marianne, Birgit oder Doris …... Übrigens: Männer (exakt 50 % der TN!) werden auch süchtig. 

Doris Echterbroch

Sommerfest mit Verleihung des Fritz-Bender-Sonderpreises

Am 10.07.2016 fand unser diesjähriges Sommerfest statt. Bereits seit vier Jahren ist es eine feste Größe nicht nur im Leben der Gemeinde, sondern auch des Stadtteils. Die Sonne lachte vom blauen Himmel, als nach dem Gottesdienst das bunte Programm begann. Für das leibliche Wohl sorgten die fleißigen Helferinnen und Helfer am Grill, an der Salatbar, am Getränkestand sowie bei der Kaffee- und Kuchenausgabe; außerdem gab es ein Kinderprogramm mit kreativen Angeboten sowie eine „amerikanische“ Versteigerung zugunsten des geplanten Glockenturms sowie des Geläuts. Auktionator Giorgio di Rossi (Künstlername) verstand es, Herzen und Geldbeutel der Anwesenden zu öffnen, so dass viel gelacht wurde, und am Ende die Aussicht auf einen Glockenturm wieder ein Stück nähergerückt war.
Mehrere Kinder verkauften begeistert Lose für die mit tollen Preisen ausgestattete Tombola und konnten in kurzer Zeit „ausverkauft“ melden. Bei der Gewinnausgabe ergab sich dann, dass der Spender eines Kartons mit  sechs Flaschen Wein ebendiesen Karton gewonnen hatte. Was macht man da? Man spendet den Wein gleich wieder....
Der Höhepunkt des diesjährigen Gemeindefestes war sicherlich die Verleihung des mit 10.000 € dotierten Fritz-Bender-Sonderpreises 2016 an das ausführende Architekturbüro „lattkearchitekten“ aus Augsburg für den Bau der 2012 geweihten Apostelin-Junia-Kirche. Die Fritz-Bender-Stiftung zeichnet im Sinne des namensgebenden Münchener Bauunternehmers Fritz Bender Bauwerke aus, bei denen in beispielhafter Weise die Kriterien des ökologischen, nachhaltigen und sozial verantwortlichen Bauens verwirklicht wurden. Um 13.30 Uhr eröffnete Ilse Kerler, Mitglied des Kirchenvorstands, den Festakt mit der Begrüßung der Gäste.

Außer der Stiftungsratsvorsitzenden Johanna Huber waren der stellvertretende Stiftungsvorstand Oliver Bendixen sowie Sitiftungsrat Prof. Kurt.S. Zänker anwesend. Namentlich begrüßt wurden auch Helmut Haug, römisch-katholischer Stadtdekan in Augsburg, sowie Schreinermeister Hermann Schmid, der mit dem Innenausbau der Kirche beauftragt war,  und Alexander Gumpp von der Firma Gumpp&Maier, die für den Holzbau verantwortlich zeichnet. Als zur Bauzeit der Kirche aktiver Lokalpolitiker nahm der ehemalige Sozialreferent der Stadt Augsburg, Max Weinkamm, am Festakt teil. Natürlich wurden die Hauptpersonen nicht vergessen: Architekt Frank Lattke als Preisträger und Alexandra Caspari, Pfarrerin der alt-katholischen Kirchengemeinde. 
Der „Sonderpreis“ wurde deshalb verliehen, weil die Kirche als Sakralbau sozusagen „außer Konkurrenz“ lief, aber die Jury überzeugt war, dass der Kirchenbau diese Auszeichnung verdient habe, da in ihm in herausragender Weise die von der Fritz-Bender-Stiftung geförderten Prinzipien des ökologischen und nachhaltigen Bauens -biblisch gesprochen  „Bewahrung der Schöpfung“- umgesetzt worden seien.
Johanna Huber stellte in ihrem Redebeitrag kurz und prägnant das Leben und Wirken des aus Heidelberg stammenden Fritz Bender (1907-1986) vor, der als gelernter Stuckateur in München ein erfolgreiches Bauunternehmen aufbaute, das  nach schwierigen Jahren in der Vorkriegs- und Kriegszeit den Wiederaufbau Münchens nach dem Zweiten Weltkrieg  entscheidend mitgestaltete. Kulturelles Bewusstsein und soziale Verantwortung waren dabei stets seine Leitlinien, denen sich auch die nach ihm benannte Stiftung verpflichtet weiß. Bender baute für seine Arbeiter nicht nur Wohnanlagen, die mit vielfältigen sozialen und kulturellen Angeboten für das Zusammenleben in der „Benderei“ ausgestattet waren. Er war auch ein begeisterter Hobbysänger mit der Stimmlage Bariton, der für seine Freunde gerne Gesangseinlagen darbrachte, die auch noch auf Tonträgern existieren. Nicht zuletzt war er Träger des Bayerischen Verdienstordens, den er 1982 aus der Hand des damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß empfing.
Oliver Bendixen überreichte schließlich den Scheck über das Preisgeld sowie die Verleihungs-urkunde des Fritz-Bender-Sonderpreises  an Frank Lattke und Alexandra Caspari, die sie mit sichtbarer Freude und unter großem Applaus entgegennahmen. Dazu muss gesagt werden, dass Frank Lattke als Preisträger gleich bei Bekanntwerden seiner Auszeichnung vorhatte, den Preis mit der alt-katholischen Gemeinde zu teilen.
Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung von einem anspruchsvollen Programm, das von einem Sextett, bestehend aus Maria Dehner (Cembalo und Harfe), Annika Dehner (Flöte), Amelie Dehner und Gisa Feder (Violine), Christine Schmid (Viola) sowie Michael Rill (Violoncello) dargeboten wurde. Die Stücke waren Kompositionen von Johann Sebastian Sebastian Bach und Antonio Vivaldi, deren Musik Fritz Bender sehr geschätzt hatte – was die Ausführenden aber erst durch die Ansprache der Stiftungsratsvorsitzenden erfuhren-. Außerdem improvisierte  Maria Dehner an der Harfe gelungen über zwei Gedichte von Friedrich Rückert und Rainer Maria Rilke.
Anschließend wurde auf dem Kirchenvorplatz weitergefeiert, denn Ansprachen machen erfahrungsgemäß hungrig und durstig. Und alle waren dankbar, dass das Wetter in diesem doch etwas wankelmütigen Sommer so gut mitgemacht hatte.

Jörn Clemens

Holzworkshop im Rahmen der Firmvorbereitung

„Kunst berührt – darf berührt werden.“ – So äußerte sich Hannes Conrad, Inhaber einer eigenen Holzkunstwerkstatt im grünen Pöttmes, einer kleinen Stadt im Wittelsbacher Land. Viele Jahre schon will und darf seine Kunst sinnlich erfasst und erfahren werden.  Mit Maschinen, die von allen leicht zu bedienen sind, und tatkräftiger Unterstützung durch Hannes und Heidi konnten wir dies am eigenen Leib erfahren. Geschützt unter einem Holzgewölbe durften wir  Firmlinge auch selbst in die Welt der Holzgestaltung eintauchen. Los ging alles im Holzlager, wo wir nach dem keltischen Baumkreis unser individuelles Holzstück zugeteilt bekamen. So waren „Linden“, „Kastanien“, „Eichen“, „Pappeln“ und „Nussbäume“ unter uns. Weiter ging es dann in der Kunstwerkstatt. Dort konnten wir wahrnehmen wie sich „Holz“ im wahrsten Sinne anfühlt. Mit den Händen unter einer großen Decke ertasteten wir gemeinsam Figuren und Gestalten aus Holz und zeichneten sie so gut es ging nach. Anschließend gingen wir selbst ans Werk. Wir wurden mit einer passenden Sicherheitsausrüstung versorgt und bekamen eine  Einführung in die Geräte und Schleifmaschinen. Kreativ ging es nun weiter, jeder gestaltete  sein eigenes kleines „Kunstwerk“. Mittags bekamen wir ein leckeres Essen von Frau Weis. Es gab Schnitzel und vegetarische Bratlinge mit Kartoffelsalat und als Nachspeise frische Erdbeeren mit Sahne. Gestärkt gingen wir dann wieder ans Werk und gestalteten mit viel Freude unsere Arbeiten weiter. Als das Holzstück, ein Kreuz oder etwas anderes Fantasievolles, der groben Bearbeitung unterzogen worden war, ging es an den Feinschliff.

Mit Schleifpapier unterschiedlicher Stärke stellten wir die Gebilde fertig und ließen sie anschließend noch mit verschiedenen Ölen ein. Voller Stolz konnten danach alle die Werke betrachten und es fand ein kurzer Gesprächsaustausch statt. Es war ein wunderschöner und interessanter Tag, den wir bei Hannes zusammen mit Florian im Rahmen unseres Firmunterrichtes  verbringen durften. Es hat uns viel Spaß gemacht.

Selina, Carina und Janina Klose

Baupreis für die Apostelin-Junia-Kirche

Das Architektenbüro lattkearchitekten erhält den Fritz-Bender-Sonderpreis 2016 für das Projekt Neubau der alt-katholischen Apostelin-Junia-Kirche.Dieser Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Den Betrag teilen sich Architektenbüro und Gemeinde.

In der Begründung der Fritz-Bender-Stiftung heißt es: "Der Neubau der alt-katholischen Apostelin-Junia-Kirche ... überzeugte vor allem durch die biologische Bauweise im Sinne der Vorgaben unseres Stifters, des Münchner Bauunternehmers Fritz Bender." Weiter heißt es: "Der Stiftungsrat der Fritz-Bender-Stiftung vergibt zur Würdigung dieses auch architektonisch beeindruckenden Baues ausnahmsweise einen Sonderpreis, da das Projekt aufgrund seiner liturgischen Bestimmung mit den anderen Bewerbungen nicht verglichen werden konnte."

Der Stiftungsrat würdigt im Weiteren die "beeindruckende Gestalt der Kirche" und "das hohe Engagement der Gemeinde".

„Lach am Lech“ und „Kölle Alaaf“- ein musikalischer Rosenmontag in der Gemeinde Augsburg

Am Rosenmontag gab es in diesem Jahr eine Premiere in der Gemeinde Augsburg, denn es wurde zum ersten Mal ein „musikalischer Rosenmontag“ veranstaltet, der eigentlich eine  Verlegenheitslösung war, da der in den beiden vergangenen Jahren veranstaltete „St. Patrick's Day“ in diesem Jahr wegen Terminschwierigkeiten nicht stattfinden konnte. Kurzerhand wurde als Ersatz ein „musikalischer Rosenmontag“ organisiert. Der Gemeindesaal war bunt dekoriert, es gab ein köstliches Mitbring-Buffet und die Gemeinde erschien auch überwiegend bunt kostümiert. Der Abend bot ein buntes und abwechslungsreiches Programm, das keine Wünsche offen ließ. Das musikalische Repertoire reichte von der „Fledermaus“ von Johann Strauß über irische Folklore, „Ich will `nen Cowboy als Mann“ inklusive Tanzdarbietung, eine „Einladung zum Tee“, einem Blockfötenstück bis hin zum „Roten Pferd“ und „Viva Colonia“. Der „musikalische Rosenmontag“ machte also seinem Namen alle Ehre und bot einen bunten Strauß aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen.
Lustige Mitmachübungen gehörten ebenso zum Programm wie eine Lektion in der „Grammatik der Liebe“, ein Einblick in die menschlich-allzumenschlichen Abläufe  einer Ehe nach Kurt Tucholsky oder ein kleiner Ausflug in den Himmel, wo wir Ludwig Thomas berühmtem „Engel Aloisius“ begegneten. Außerdem gab es eine kleine Einführung in die Gebräuche des Kölner Karnevals für das Augsburger Publikum, das interessiert zuhörte, um für eine Teilnahme am Kölner Karnevals gerüstet zu sein. Auch ein „komisches Paar“ aus dem Unterallgäu hatte sich in unseren Gemeindesaal verirrt und sorgte für Erheiterung. Dies war nur ein Überblick über das überaus vielfältige und liebevoll gestaltete Programm, denn sonst würde der Rahmen dieses Artikels gesprengt. Jeder Beitrag trug zum Gelingen des Abends bei, Darbietungen zum Zuhören und zum Mitmachen waren an diesem Abend gleichermaßen vertreten und das machte ihn so unterhaltsam und stimmungsvoll. Abgerundet wurde das Programm durch die Disco, die von Partyhits bis zum klassischen Wiener Walzer alles bot, was alt und jung auf die Tanzfläche lockt. Zum Gelingen einer solchen Feier gehört nicht zuletzt auch das Mitwirken vieler fleißiger Hände bei der Vorbereitung – Dekorieren, Tische und Stühle herrichten, Ein- und Ausräumen der Spülmaschine, Abdekorieren und Aufräumen im Gemeindesaal, das sind die Dinge die oft nicht gesehen werden, aber doch wichtig sind. Der Fasching hatte bisher zwar keine Tradition in unserer Gemeinde, doch jede Tradition fängt einmal an und wird irgendwann selbstverständlich. Vielleicht könnte es unserem „musikalischen Rosenmontag“ ja auch so gehen, die Chancen dafür stehen jedenfalls nicht schlecht.

Jörn Clemens

Vom Winde verweht – eine Schneeschuhwanderung in den Allgäuer Alpen

Tage vor unserer Schneeschuhwanderung in den Allgäuer Alpen riefen wir unablässig den Bergwetterbericht im Internet ab und hofften, dass es nun endlich schneien würde, aber Schnee wollte sich einfach nicht einstellen. Doch als wir am Morgen des 4. Januars 2016 aus dem Fenster sahen, trauten wir kaum unseren Augen – es hatte  über Nacht geschneit! Aufgeregt und hoch erfreut standen deshalb zehn Jugendliche und ihre vier Betreuer mit ihren Rucksäcken auf dem Kirchenvorplatz bereit, um die Alpe Gund in den Allgäuer Alpen mit Schneeschuhen zu erobern. Mit zwei vollgepackten Autos steuerten wir zunächst einen Schneeschuhverleih bei Immenstadt an und rüsteten uns für unser Abenteuer aus. Die nächste Station war der Ausgangspunkt für unseren Aufstieg zur Alpe, ein Friedhof in Immenstadt, bei dem wir die Autos stehen ließen.
Der Friedhof war vielleicht schon ein schlechtes Omen, denn kurz darauf begann es in Strömen zu regnen und der zu Beginn sehr steile Aufstieg durch einen Wald drohte unsere Kräfte schon nach einer Stunde aufzuzehren. Als der Wald hinter uns lag, änderte sich zumindest das Wetter: Jetzt regnete es nicht mehr, sondern es schneite, und wir freuten uns, dass wir endlich unsere Schneeschuhe anlegen konnten, die vorher wie schwere Säcke an unserem Rücken hingen. Doch wirklich leichter wurde es nicht, denn aus Wind und Regen entwickelte sich ein tosender Schneesturm, der uns die Sicht und auch die Kraft raubte. Trotzdem kämpften wir uns unter der Führung unserer Pfarrerin tapfer durch das Schneegestöber bis nach oben. Wie freuten wir uns, als endlich die Hütte in Sicht war und wir in eine warme Stube eintreten durften! Erschöpft und glücklich fielen wir nach einer kräftigen Mahlzeit und gemeinsamen Spielen in unsere Matratzenlager. Draußen tobte immer noch ein wilder Sturm, der manche von uns nicht schlafen ließ.

Am nächsten Morgen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von der gemütlichen Hütte und den netten Wirtsleuten, denn wir mussten wieder absteigen. Aber nun meinte es der Wettergott gut mit uns. Bei strahlendem Sonnenschein und glitzerndem Schnee marschierten wir vergnügt den holprigen Weg hinab und genossen die schöne Landschaft um uns herum. Ungewaschen kamen wir wieder in Augsburg bei unseren Familien an und freuten uns vor allem auf eine warme Dusche und unser eigenes Bett. Abschließend möchten wir uns bei unseren Betreuern für die gute Organisation und fürsorgliche Begleitung auf einer sicherlich für uns unvergesslichen Schneeschuhwanderung ganz herzlich bedanken.

Dorothea Täufer