2012-2013

Ein Sehnsuchtsraum für die Menschen - Kirchweihe am 8. Juli 2012

450 Menschen aus Nah und Fern feierten mit uns

„Jetzt käme der Weihrauch“, Bischof Dr. Matthias Ring blickt sich suchend um. Pause. Der Posaunenchor stimmt kraftvoll das Gloria an. Der alt-katholische Bischof lächelt, die Gemeinde schmunzelt. Der Gottesdienst geht vorerst ohne Weihrauch weiter. Es sind diese und ähnliche kleinen Begebenheiten am Rande der festlichen Kirchweihe der neuen Apostelin-Junia-Kirche in Augsburg, die den gelassenen, großzügigen und ganz und gar uneitlen Geist spüren lassen, der bereits jetzt Einzug in die neuen Kirchenräume gehalten hat und der das gesamte Kirchweihfest so heiter und so unbeschwert macht.
Genügend Grund zur Aufregung ist für Pfarrerin Alexandra Caspari und ihre 271 Gemeindemitglieder durchaus vorhanden. Nach drei ereignisreichen und auch sehr anstrengenden Jahren, in denen geplant, gerechnet, verworfen, diskutiert und schließlich ein Jahr lang gebaut wurde, ist aus einer Vision Realität geworden:

Die Augsburger Alt-Katholiken haben nach 118 Jahren ihre erste eigene Heimat in der Fuggerstadt: Der schlichte quaderförmige Holzbau im Sheridan-Areal umfasst ein Gemeindezentrum, drei Wohneinheiten und die Apostelin-Junia-Kirche. Ein strahlend orangefarbener Aufgang führt vom weitläufigen Kirchenvorplatz hinauf in die Kirche. 450 Gäste haben sich auf dem Platz versammelt, um mit den Augsburgern zu feiern; sie sind unter anderem aus Österreich, der Schweiz und den Niederlanden angereist. Neben dem eigenen Bischof  sind hohe Würdenträger der evangelisch-lutherischen, der evangelisch-methodistischen, der anglikanischen und der römisch-katholische Kirche da, außerdem der Oberbürgermeister der Stadt Augsburg, Dr. Kurt Gribl, und etliche Stadträte. „Es ist schön, dass so viele gekommen sind, aber auch schade, dass nicht alle in die neue Kirche passen“, sagt Bischof Dr. Matthias Ring zum Auftakt. Der Gottesdienst wird deshalb per life-stream in das neue Gemeindezentrum und ein eigens aufgebautes Festzelt übertragen.Die feierliche Schlüsselübergabe findet bei strahlendem Sonnenschein im Freien, vor der Kirche, statt. „Wir haben geplant, gerungen und miteinander viel ausgehalten“, erinnert sich Architekt Frank Lattke. Er führt seit drei Jahren einen intensiven Dialog mit den Gemeindemitgliedern - hört sich ihre Wünsche nach ökologischer Holzbauweise und Nachhaltigkeit an, besucht Gottesdienste und Gemeindebautage. Schließlich steht fest: Die neue Kirche soll im Gottesdienstbereich keine Ablenkung erfahren, nach oben jedoch frei und licht sein. Die architektonische Konsequenz aus diesen theoretischen Gedanken erfordert von Pfarrerin Caspari und ihrer Gemeinde viel Mut. Entstanden ist eine Kirche, die ihresgleichen sucht: Ein heller, beinahe quadratischer Holzraum, in dem kein Fenster den Blick nach außen lenkt. Der neun Meter hohe Raum konzentriert sich auf die Mitte und öffnet sich ausschließlich nach oben, zum Himmel. Vier Rundbögen spenden reichlich sanftes Licht. Zusätzlich zum großen Gottesdienstraum gibt es eine kleine Kapelle als  Rückzugsmöglichkeit und eine Nische, die als Tabernakel dient. Er liegt auf der Mittelachse und ist in direkter Linie mit dem schlichten Holzaltar verbunden. Architekt Lattke formuliert es so: „Die Gemeinde steht mit den Füßen auf dem Boden und blickt mit dem Herzen himmelwärts.“Die Reaktionen der Menschen, die den Gottesraum betreten, zeigen, dass die Idee der Augsburger Alt-Katholiken aufgeht. Ob Vorstandvorsitzender der Augsburger Stadtsparkasse oder Zufalls-Besucherin der Nachbargemeinde, ob kritische Dreizehnjährige oder Oberbürgermeister von Augsburg, sie alle wenden den Blick nach oben, atmen kurz ein, staunen und - sind begeistert.  „Wenn man hier hineinkommt, ist man dem Himmel ein Stück näher“, so die ganz typische Reaktion einer Besucherin.Der feierliche Gottesdienst zur Kirchweihe bringt einen weiteren Vorteil der Apostelin-Junia-Kirche zur Geltung. Die Akustik ist ausgesprochen gut und unterstützt die singesfreudige und stimmgewaltige Gemeinde bei ihren Kirchenliedern. Aber sie trägt auch die Stille der Gebete und bewahrt die Energie im Raum.  Und nachdem Bischof Matthias Ring dann doch noch den Weihrauch von zwei ein wenig zerstreuten Ministrantinnen bekommen hat, kann er in seiner Predigt von der Sehnsucht vieler Menschen nach einer Gotteserfahrung sprechen und sagt: „Die Apostelin-Junia-Kirche hat die Chance, ein Sehnsuchtsraum für die Menschen zu werden.“Zunächst einmal wird aber in zwei Festzelten und auf dem Kirchenhof bis in die  frühen Abendstunden hinein gefeiert.  Am Ende eines langen Tages sagt Pfarrerin Alexandra Caspari zufrieden: „Ich fühle mich überwältigt und müde, aber in erster Linie natürlich total freudig, dass so viele Menschen gekommen sind, um mit uns zu feiern.“

 

Danke:

Danken wollen wir allen Helferinnen und Helfern rund um das Kirchweihfest! Unzählige Arbeitsstunden wurden geleistet, Kuchen gebacken, Salate mitgebracht. Die Musikerinnen haben geübt, ebenfalls die Ministranten. Zelte mussten auf- und abgebaut werden.

Ohne all diese Hilfe hätte das Fest nicht so reibungslos ablaufen können.

In Briefen und Mails wurde dieses Engagement von Besuchern auch nach der Kirchweihe noch einmal lobend erwähnt.

Dieses Lob möchte ich hier weiter geben – und ein herzliches Dankeschön sagen.

Pfarrerin Alexandra Caspari

Buntes Fest zur Grundsteinlegung

Am Sonntag, den 5. Juni feierten wir bei herrlichem Sommerwetter die Grundsteinlegung zu unserem Kirchenneubau.
Im Mittelpunkt stand der von den Kindern der Gemeinde gestaltete Grundstein.Im Gottesdienst wurde ein buntes Netz aus Fäden geknüpft. Es machte deutlich, dass wir alle ganz unterschiedliche Menschen sind, die durch gemeinsame Erfahrungen und den Glauben miteinander verbunden sind.
Nach dem Gottesdienst wurde unter dem Schatten der Bäume weiter gefeiert.

 

 

 

 

 

Fröhliches Fest zum Spatenstich

Am Nachmittag des 25. März kamen ca. 110 Menschen, um mit uns den ersten Spatenstich zu feiern. Bei Blasmusik und wunderbarem Wetter hatten Groß und Klein ihren Spaß. Beim Spatenstich wirkten unser Architekt Frank Lattke, der Sozialreferent der Stadt Augsburg, Max Weinkamm, Pfarrerin Alexandra Caspari, Regionalbischof Michael Grabow, Ilse Kerler aus dem Kirchenvorstand, der Präsident des bayerischen Landessynodalrats Pfarrer Siegfried Thuringer und die Kinder mit.

Nach dem Spatenstich wurden alle Gäste zu einem Empfang eingeladen. Bei Sekt und einem leckeren Buffet konnten sich alle vom anstrengenden Schaufeln erholen. Dass ein Spatenstich richtig Spaß machen kann, zeigt folgendes Bild: