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Gedanken zum Aschermittwoch

19.02.2021

Aschermittwoch: Auf den Weg zum Osterfest
Mit der Feier des Aschermittwochs machen wir uns auf den Weg zum Osterfest.
Unsere Zeit ist geprägt von Unsicherheit, Sorgen und Ängsten. Gehen wir gemeinsam und vertrauensvoll auf Ostern zu und nutzen die Fastenzeit, um uns auf das zu besinnen, was wesentlich ist im Leben und auf den, der uns immer wieder neu zur Umkehr einlädt: Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Joel

Joel 2, 12-18

So spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen! Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Huld und es reut ihn das Unheil. Wer weiß, vielleicht kehrt er um und es reut ihn und er lässt Segen zurück, sodass ihr Speise- und Trankopfer darbringen könnt für den Herrn, euren Gott. Auf dem Zion stoßt in das Horn, ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde! Versammelt die Alten, holt die Kinder zusammen, auch die Säuglinge! Der Bräutigam verlasse seine Kammer und die Braut ihr Gemach. Zwischen Vorhalle und Altar sollen die Priester klagen, die Diener des Herrn sollen sprechen: Hab Mitleid, Herr, mit deinem Volk und überlass dein Erbe nicht der Schande, damit die Völker nicht über uns spotten! Warum soll man bei den Völkern sagen: Wo ist denn ihr Gott? Da erwachte im Herrn die Leidenschaft für sein Land und er hatte Erbarmen mit seinem Volk.

Evangelium

Mt 6,1-6. 16-18

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zu tun, um von ihnen gesehen zu werden; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. Wenn du Almosen gibst, posaune es nicht vor dir her, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden! Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler! Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten. Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler! Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. Du aber, wenn du fastest, salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

Gedanken zum Aschermittwoch

In der heutigen ersten Lesung aus dem Buch Joel klingt eine Glaubens-Frage an, die bis heute nach einer Antwort verlangt: »Wo ist denn ihr Gott?« Das Volk der Israeliten muss sich diese Frage von den heidnischen und andersgläubigen Nachbarn anhören, als es durch sündhafte Lebensführung und seichtes Lippenbekenntnis vom echten und ernst gemeinten Glaubensweg abgekommen ist. »Wo ist denn unser Gott?« Diese Frage stellt sich auch heute, wenn wir in persönliche Notlagen geraten, wenn der Glaube nicht mehr trägt, wenn Elend und Kriege auf der ganzen Welt unlösbare Probleme aufwerfen. Und als ob das nicht reichen würde, stellt uns auch Corona vor diese Frage: »Wo ist denn unser Gott?«

Das Volk Israel des Alten Bundes glaubte noch an den Zusammenhang von Tun und Ergehen und sah deshalb im Leid, in Krankheiten und Notsituationen ein Strafgericht Gottes. Obgleich man auch zu dieser Zeit schon bemerkte, dass die Rechnung so nicht aufgeht, dass es Böse gibt, denen es ein Leben lang wohl ist, und Gerechte, die einen Schicksalsschlag nach dem anderen hinnehmen müssen – man hielt an dem Glauben fest, dass am Ende jeder bekommt, was er verdient hat.

Und bis heute, obwohl wir aufgeklärt sind und wissenschaftlich orientiert zu denken gelernt haben, liegt uns noch immer die gleiche Frage auf den Lippen, wenn wir einen schlimmen Verlust erleiden oder vom Leben schwer getroffen werden: »Warum ich? Wieso jetzt? Womit habe ich das verdient? Was hast du dir dabei gedacht, Gott? Wo bist du?« Es gibt keine vorschnelle Antwort auf diese Fragen.

»Wo ist denn sein Gott?« So haben die Juden hämisch gefragt, als Jesus hingerichtet wurde und den Tod eines Verbrechers starb, obwohl er unschuldig war.

Wir sind zur Umkehr aufgerufen, auch heute, der besondere Tag erinnert uns mit dem Aschenkreuz daran. Nicht, um den Himmel gnädig zu stimmen und das Strafgericht abzuwenden. Wir müssen auch unsere Fragen umkehren, unsere kindlichen Erwartungen und unreifen Beschwörungs- und Bestechungsversuche.
»Oh Gott – warum ich?«, wird in der Umkehr zu der vorwärts gerichteten Anfrage an mich selbst: »Wozu das alles? Was kann aus den krummen Zeilen meines Lebens werden, wenn Gott gerade darauf schreiben wird?« »Wieso jetzt, womit habe ich das verdient?«, wird in der Umkehrung zu der Erkenntnis: »Kein Mensch verdient, dass ihm Böses widerfährt. Gott will das Gute. Er wird mir hindurchhelfen!« Wie gelingt es, so zu glauben, vorwärtsgewandt, reif, im tiefen Vertrauen darauf, dass Gott den Lebensweg seiner Menschen mitgeht, durch alle Höhen und Tiefen ihrer Anfechtungen, Fehlentscheidungen und Irrwege hindurch?

Jesus spricht im heutigen Evangelium drei Empfehlungen aus, die dem Glauben auf die Sprünge helfen. Fasten – Beten – Almosen geben und das alles mit Freude und ohne frommes Theater! Das Fasten reinigt uns von körperlichem und seelischem Ballast und macht uns leicht. Das Beten stellt die unterbrochene Verbindung wieder her, gibt Orientierung und Richtung. Die guten Werke, die Almosen sind keine Pluspunkte für einen guten Platz in der ewigen Seligkeit, sondern schlicht unsere tätige Antwort auf die Erkenntnis, dass wir geliebt und gewollt sind.

Das klingt einfach und einleuchtend. Es ist aber ein Weg, der beständige Übung verlangt. Kein trauriges Gesicht machen, keinen Wirbel um die eigene Person, kein frommes Getue, kein Egotrip. Stattdessen mit den Worten von Don Bosco: »Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.« Wenn die Fastenzeit fruchtet, dann werden die Menschen in unserer Umgebung nicht mehr fragen: »Wo ist denn ihr Gott?« Sie werden ihn an unserer Seite und in unseren Gedanken, Worten und Werken erkennen.
Amen.

Impuls (nicht nur) für Jugendliche

Wendejacke, zur Umkehr geeignet
Außen fester Stoff in gedeckter Farbe, wasserabweisend,
innen weiches Teddyfutter, kuschelig und warm,
sie hat einen Zweiwege-Reißverschluss
und geräumige Taschen auf jeder Seite,
du kannst abweisend sein oder sie wenden und einladend werden,
zum Anfassen und zur Tuchfühlung verlocken.
Denk dran – auch andere haben solche Jacken an,
man sieht es nur nicht immer auf den ersten Blick,
du kannst es entdecken, wenn du zweimal hinschaust,
sie vorsichtig anfasst, mit Samthandschuhen sozusagen,
ihre raue, abweisende Seite mit dem Strich bürstest
und sie ermutigst, das Innere nach außen zu kehren.
Wir werden empfindlicher dadurch,
Regen und Tränen dringen durch bis auf die Haut,
aber empfindlich heißt auch empfänglich,
auf Sendung, aufmerksam, ansprechbar, offen.
Wir brauchen beide Seiten unserer Jacke, dieser zweiten Haut.
Es kommt darauf an, die passende zu zeigen und beim andern zu sehen.
Folgende Fragen beantwortet für euch selbst in Stille:
(dazu könnt ihr geeignete Meditationsmusik laufen lassen)
Warum ist der/die so oft kratzbürstig und negativ?
Was weiß ich über die Person, die sich so verschließt?
Wozu nutzt er/sie das vermutlich – um sich zu schützen, sich dominant zu präsentieren, um
anzugeben, den Starken zu markieren?
Was sagt das Verhalten über die Person aus?
Warum kränkt mich dieses Verhalten?
Wünsche ich mir einen besseren Umgangston oder sogar einen Zugang, der eine
Freundschaft ermöglichen würde?
Was wäre, wenn die Imprägnierung nicht mehr wirken würde?
Was wäre, wenn eine kuschelige, weiche Seite zum Vorschein käme?
Erwarte ich, dass es eine solche Seite gibt – oder sich entwickeln könnte?
Wie kann ich dazu beitragen?
Was kann schlimmstenfalls passieren, wenn ich einfach damit anfange,
meine eigene »Jacke« zu wenden, mich verletzlich und zart zu zeigen?
Kann ich Spott aushalten und trotzdem meine Haltung beibehalten?
Was verändert sich dadurch vielleicht?
Und wie ist es mit mir selbst im Umgang mit anderen?
Habe ich immer sicherheitshalber die raue Seite nach außen gekehrt,
weil es möglicherweise kühl werden oder regnen könnte?
Oder biete ich jedem, den ich treffe, gleich die Innenseite an,
damit ich gemocht werde und viele sogenannte »Freunde« habe?
Nach welchen Kriterien entscheide ich, ob ich die Wendejacke wirklich wende?
Was ist in den Taschen auf der Außenseite – Taschenmesser, Smartphone, Zigaretten,
Kaugummi, Kopfhörer oder …?
Und was ist in den Innentaschen – Schokolade, ein Liebesbrief, ein Taschenbuch,
Taschentücher, eine Figur aus einem Überraschungsei oder …?

Gebet

Gott, in mancher harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern. Wie unser Gehirn, der Schaltstelle aller Lebensäußerungen, ist das Wichtige und Weiche gut geschützt, von festen Knochenplatten umgeben, durch eine wasserdichte Hülle gepanzert. Wenn ich das nächste Mal so einen Menschen in seiner Rüstung treffe, dann lass mich daran denken, dass es Gründe in jedem Leben gibt, sich zu schützen. Gib mir dann die richtigen Worte als Einladung zur Entwaffnung und Umkehr. Lass mein Gegenüber und mich eine neue Entdeckung machen.
Amen.

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