Sorgen kann man teilen

TelefonSeelsorge. Anonym. Kompetent. Rund um die Uhr.

 

Es kann jeden Menschen treffen. Plötzlich, mit Wucht oder langsam und schleichend. Ein kleines Problem wächst sich allmählich aus; ein unerwarteter Schicksalsschlag verändert von einem Moment auf den anderen das Leben. Lebensprobleme werden dauerhaft, wie z.B. die Arbeitslosigkeit mit Mitte 50, sie lässt sich nicht abstellen, eher gilt es, damit leben zu lernen. Oder die Einsamkeit, die sich mit Mitte Ende 70 durch den Tod des langjährigen Partners ergibt. Auch die ein Problem, mit dem sich mancher Mensch bis ans Lebensende befassen muss.

 

All das kann jedem und jeder von uns passieren – was dann?

 

Solche Sorgen, Ereignisse und Verletzungen bringen uns an unsere Grenzen.
Mit der TelefonSeelsorge ist es möglich, diese Erfahrungen und Erlebnisse zu besprechen. Ein vertrauliches Gespräch, Zeit, die zur Verfügung gestellt wird, helfen oft sofort schon einen ersten Schritt weiter. Wenn es gelingt, das, was bedrückt, in Worte zu fassen, eine Sprache für das Leid und den Kummer zu finden, verlieren die Nöte etwas von ihrem Schrecken. Im Austausch mit einem geschulten Gegenüber entwickeln sich, ohne dass man es gezielt verfolgt hat, erste Perspektiven.

 

So findet in den gelingenden Gesprächen echte Seelsorge statt. Nähe und das freundliche Wertschätzen des anderen schaffen Kontakt und eine Qualität von Beziehung, in der der andere Trost, Begleitung und Unterstützung erfahren kann. Und je mehr Vertrauen wächst, gelingt es sogar Boden zu schaffen, auf dem auch Schuld, Scham, Verstrickungen jeder Art benannt und bekannt werden können und dürfen.

 

Wenn die Anrufenden zudem zwischen den Zeilen und durch die echte Nähe zwischen zwei Menschen etwas davon erfahren oder spüren konnten, dass sie sich jederzeit als ein von Gott geliebter Mensch ansehen dürfen, dann ist das geschehen, was wir als TelefonSeelsorge immer auch erhoffen: dass sich die Gute Botschaft von der Liebe Gottes zu seinen Menschen zeigt. Die TelefonSeelsorge ist dafür bereit. Ob sich dann aber auch solche Momente einstellen, das liegt nicht in unserer Hand.

 

Die TelefonSeelsorge mit ihren ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schafft für ein hilfreiches Gespräch alle nötigen Voraussetzungen. Der Anrufer oder die Anruferin bleibt bei der TelefonSeelsorge dabei vollkommen anonym, die Anrufdaten werden nicht übertragen und erscheinen nicht in der Einzelabrechnung des Telefonanbieters.

 

Schon fast 60 Jahre

 

Seit 1956 gibt es dieses Angebot in Deutschland, zunächst als Suizidprophylaxe.

 

In den vergangenen 50 Jahren ist die TelefonSeelsorge zu einer Organisation herangewachsen, die bundesweit 105 Stellen umfasst. Die Gesprächsthemen betreffen inzwischen alle Facetten des Lebens, und die Beratung geschieht auf allen heutigen technischen Ebenen: per Telefon, per E-Mail, per Chat. Wer sich darüber genauer informieren möchte, schaue unter der Adresse www.telefonseelsorge.de einfach einmal nach.

 

Die 77 Ehrenamtlichen, die hier in Wuppertal ihren Dienst versehen, wurden dafür in 120 Stunden ausgebildet. Sie haben sich intensiv mit sich selber auseinandergesetzt und in der Gruppe und im Rollenspiel gelernt, zuzuhören mit anderen ins Gespräch zu kommen und offen für alle Themen zu sein. Diesem ökumenischen Team anzugehören, ist für die Ehrenamtlichen sehr bereichernd, so dass sie oft über viele, viele Jahre mitarbeiten. Die Gemeinschaft der TelefonSeelsorge Wuppertal verantwortet den Dienst zusammen mit den Hauptamtlichen (eine Pfarrerin, Annette Holzapfel, ein hauptamtlicher Mitarbeiter, eine Sekretärin) gemeinsam und freut sich auch stets über neue Interessentinnen und Interessenten, die eventuell zur Mitarbeit bereit wären.

 

Finanziell getragen wird die TelefonSeelsorge in Wuppertal zu einem Drittel von der römisch-katholischen Kirche (Erzbistum Köln) und zu zwei Dritteln vom Evangelischen Kirchenkreis Wuppertal.

 

Bei Interesse melden Sie sich gerne: 02 02/97 44 00 oder info@telefonseelsorge-wuppertal.de. Die nächste Ausbildungsgruppe starte im Januar 2014.

 

Pfarrerin Annette Holzapfel,

Leiterin der Telefonseelsorge

in Wuppertal