Brot der Hoffnung

 

Jesus, Bruder der Armen

 

Du hattest keinen Stein,

um Dein Haupt darauf zu betten

Du warst auf die Großherzigkeit

Deiner Mitmenschen angewiesen

auf Gastfreundschaft und Almosen

Du lebtest als Armer unter Armen

in einer un-heilen Welt

Du hattest nichts zu teilen

kein Haus, kein Geld, kein Brot

und doch hast Du  a l l e s  gegeben

Deinen ganzen Reichtum

und kostbaren Besitz:

Deine Liebe und Zuwendung

Deine Barmherzigkeit und Güte

Deinen Zuspruch, Deinen Trost

Deine heilende Kraft

Deine Botschaft vom Gottesreich

Dein Hoffen und Vertrauen

Deinen Vater im Himmel

Dein Leben

Dich selbst

ganz und gar

 

Du hast nicht die Armut selig gepriesen

oder die Not der Menschen

die bis heute zum Himmel

und in unsere Ohren schreien

aber die  A r m e n,

denen Deine unermüdliche Liebe

und Zuwendung galt

ihnen hast Du das Himmelreich zugesagt

und das Brot der Hoffnung gegeben

Du hast ihre leeren Hände gesegnet

die Bedürftigkeit, mit der sie vor Gott stehen

und das Heil erbitten

ihre Empfänglichkeit für Seine Liebe

und Barmherzigkeit

ihre offenen Herzen,

mit denen sie das Gute Wort aufnehmen

ihre Demut, mit der sie ihre Angewiesenheit

und Begrenztheit annehmen

 

Du schaust in die Herzen der Menschen

derer, die in Armut, Elend und Ängsten leben

ohne Chance und Zukunft,

aufgerieben im täglichen Überlebenskampf

und derer, die im Überfluss schwelgen

übersättigt und überdrüssig

auf sinn- und zielloser Suche nach mehr

und in die der Zufriedenen

die dankbar sind für ihr Auskommen

und ihr gesichertes Leben

in Frieden und Freiheit

 

Du siehst die leeren Hände

und suchenden Herzen aller

 

 

 

 

Du kennst unsere Armut und Bedürftigkeit

auch wenn wir alles haben

oder alles zu haben und zu können meinen

Du siehst unsere Hoffnungen,

Fragen und Zweifel

in unserem Mühen und Bestreben,

die Welt zu verstehen und zu beherrschen

Du kennst unsere Begrenztheit

Konflikte und Probleme zu lösen

Du weißt um unsere Verstrickung

ins Räderwerk aus Schuld und Ungerechtigkeit

in dem wir funktionieren -

ungefragt und ungewollt

Du siehst unseren guten Willen,

das Unrecht in uns und um uns zu überwinden

und Du weißt um unser Unvermögen

das Elend auszurotten

und das Heil zu schaffen

das Heil

das wir erhoffen und ersehnen

für uns selbst und für die Welt, in der wir leben

 

wir können keine heile Welt schaffen

wir können am Reich des Friedens bauen

aber nicht aus uns es vollbringen

 

lass uns nicht verzagen, Herr

auch wenn wir an unsere Grenzen stoßen

wenn das Elend uns entgegen schreit

und vieles ausweglos scheint

lass uns vertrauen

auf Deine Verheißung

auf Deinen Beistand

auf Deine Zusage:

„Ich bin bei euch bis zum Ende der Welt“

 

lass uns die Hoffnung auf Dich

als unseren größten Reichtum erkennen

und genährt von dieser Hoffnung

in Deinen Fußspuren gehen

Wege des Heils aufeinander zu

zu den Notleidenden und Entrechteten

zu denen, die in Ängsten leben

zu denen, die unsere Zu-Wendung brauchen

hier und jetzt

wie Du, Jesus,

unser Menschenbruder und Freund der Armen

es uns vorgelebt hast

 

lass uns nicht müde werden

um das tägliche Brot der Hoffnung zu bitten

für uns alle

und Tag für Tag

in kleinen Schritten

mit Dir das Antlitz der Erde zu erneuern

 

Jutta Respondek