Dialog zwischen Alt-Katholischer und Römisch-Katholischer Kirche

 

Eine alt-katholische Delegation, bestehend aus Erzbischof Joris Vercammen, Utrecht, Professor Urs von Arx, Bern, und dem Ökumenebeauftragten der alt-katholischen Bischofskonferenz, Pfr. Ioan L. Jebelean aus Luzern, haben den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen in Rom besucht. Sie wurden vom Präsidenten des Einheitssekretariats, Kardinal Kurt Koch, und von Monsignore Matthias Türk empfangen.

Die Vertreter der beiden Kirchen informierten sich gegenseitig über die Rezeption des Berichtes „Kirche und Kirchengemeinschaft“ der Internationalen Römisch-katholisch/Alt-katholischen Dialogkommission. Das Gespräch fand in einer sehr herzlichen und vertrauensvollen Atmosphäre statt. Es besteht Einigkeit darüber, dass es dem mit der Arbeit der Kommission eingeschlagenen „Dialog in Wahrheit und Liebe“ gelungen ist, eine neue Basis des gegenseitigen Vertrauens zu schaffen, die weiter ausgebaut werden soll.

 

Es fand ein Austausch über den aktuellen Stand der ökumenischen Gespräche der beiden Kirchen mit anderen Kirchen statt. Die Überlegung, möglicherweise als Beobachter in den jeweiligen alt-katholischen/römisch-katholische Dialogen mit den Orthodoxen und Anglikanern zu fungieren, wird mit den Dialogpartnern überprüft.

 

Weiter wurde festgestellt, dass die Frage nach dem Verhältnis von Universal- und Ortskirche das wichtigste Problem des Dialogs darstellt. Dieses Verhältnis sollte in Zusammenhang mit der Primatsfrage stehen. Auch der altkirchliche Konsens „keine Eucharistiegemeinschaft ohne Kirchengemeinschaft“ verdiene weitere Beachtung, insbesondere im Zusammenhang mit den Gesprächen zwischen dem deutschen alt-katholischen Bistum und der Evangelischen Kirche in Deutschland, die 1985 stattfanden und zu einer „Vereinbarung über eine gegenseitige Einladung zur Teilnahme an der Feier der Eucharistie“ geführt haben. Auch die Kirchengemeinschaft zwischen Alt-Katholiken und Anglikanern soll thematisiert werden. Weitere Themen, die zu behandeln sind, sind die Fragen der Frauenordination und der Mariendogmen.

 

Abschließend haben die Delegationen sich darauf geeinigt, die Arbeit der Kommission am Text „Kirche und Kirchengemeinschaft“ fortzusetzen. Eine neue internationale Dialogkommission soll Ihre Arbeit Anfang 2012 aufnehmen. Darüber hinaus soll der Text „Kirche und Kirchengemeinschaft“ demnächst auch in englischer und französischer Sprache vorliegen.

 

Mons. Matthias Türk, Rom

Pfr. Ioan L. Jebelean, Luzern