Christus heute bezeugen

Internationale Gedenkfeier zum Jubiläum der Weltmissionskonferenz 1910

 

Führer der weltweiten christlichen Gemeinschaften und Delegierte aus über 50 Konfessionen bekräftigten ihre Bereitschaft, für Christus Zeugnis abzulegen, anlässlich einer internationalen Konferenz in Edinburgh zum 100. Jubiläum der Weltmissionskonferenz.

6. Juni, um 15 Uhr Ortszeit: Eine besondere Feier findet in Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands, statt. 300 Delegierte aus mehr als 60 Ländern und 50 Konfessionen haben sich aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Weltmissionskonferenz 1910 versammelt. Damals, 1910, sassen 130 Delegierte im Saal und hatten nicht einmal ein Mikrofon. Jetzt, 2010, wurden die Reden und Verhandlungen der Konferenz in alle Welt übertragen, und man kann die Gedenkfeier «live» im Internet verfolgen.

Vom verregneten Schottland keine Spur: die Feier beginnt mit einem Meer von wunderbaren Farben und Stoffen auf schwarzer Haut, als afrikanische Chöre aus Schottland die trägen Europäer mit ihrem Gesang, Rhythmus und Tanz mitreißen – bis alle in Bewegung sind. Diese Feier ergibt ein Bild der christlichen Kirche heute; so viele Hautfarben, so viele Sprachen, so viele Wünsche.

John Bell von der Iona Community in Schottland führt durch die Feier und macht aufmerksam, dass 60 Prozent der Weltbevölkerung nicht Brot als Grundnahrungsmittel kennen, sondern Reis. Es wird deswegen auch ein Lied angestimmt, das den „Reis des Lebens“ besingt. In seiner Predigt erwähnt der anglikanische Erzbischof von York, Dr. John Sentamu, das Lebensmittel seiner Heimat Uganda: „Wir hätten von der Banane des Lebens reden müssen: Das ist unser Grundnahrungsmittel.“

 

Erzbischof John Sentamu ruft die Kirchen auf, sich auf den Geist Gottes einzulassen – darin zu „schwimmen“. Um zu schwimmen, muss man sich dem tiefen Wasser anvertrauen: „Man kann nicht auf dem Boden stehen und schwimmen.“

Die Versammlung – „wohl die reichhaltigste Missionsversammlung seit 1910“, so Vinoth Ramachandra, Student aus Sri Lanka – und die Gedenkfeier sind vorbei, aber vieles ist noch im Internet zu finden. Wenn Sie Englisch verstehen, und drei (ja, drei!) Stunden Zeit haben, können auch Sie die Gedenkfeier hier erleben: www.edinburgh2010.org.

 

Jean Drummond-Young

Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer Kirchenzeitung Christkatholisch