Himmlische Pläne für Christi Himmelfahrt

Bistumsopfer 2010

 

Ein wundervolles Neues Jahr möchte ich Ihnen allen auf diesem Wege wünschen! Voller Spannung und Neugier hat es nun schon begonnen, und in diesem Jahr darf sich unsere Gemeinde Kaufbeuren-Neugablonz zum Thema Bistumsopfer hier präsentieren. Ich möchte Sie also neugierig machen.

 

Mein Name ist übrigens Julia Spicker. Ich bin 31 Jahre alt und gehöre noch nicht lange zu meiner Gemeinde. Voriges Jahr habe ich mich mit meinen drei Kindern taufen lassen und möchte nun diese wundervolle Möglichkeit nutzen, um über meine neue Gemeinde und die geplante Kirchenrenovierung zu berichten.

Da ich nun ein Neuling im Bereich der Gemeindearbeit bin und mich immer so um die tausend Fragen beschäftigen, kann ich hier nicht auf weiter Flur allein bleiben. Völlig klar. Mir ist es auch sehr wichtig, Dinge hinterfragen zu können, da ich mich sehr mit meinem Glauben und mit dem Leben in der Gemeinde auseinandersetze. Daher werden sich auch mal andere Stimmen hier einschalten.

Ich möchte Sie gerne ein Stück auf diesem Weg mitnehmen und Ihnen Einblicke bieten, wie ich meine Gemeinde wahrnehme. Meines Erachtens ist es wichtig, ein Stück von sich selbst für andere zu öffnen. Denn ich habe gelernt, dass Diskussionen und neue Ideen nur dann entstehen, wenn sie durch uns selbst auf den Tisch kommen.

 

Ich bin nicht der Typ, der einfach sagt: „Okay, ich lasse mich taufen und gehe Sonntag in die Kirche.“ Für mich ist es mehr. Es gab einige Fragen, die ich auf dem Herzen hatte und die ich vorher auch klären wollte. Aber wen spricht man da an? Für mich war dies eine schwere Hürde. Doch Gott gibt uns seine Wege vor und wir müssen eigentlich nur die Augen offen halten, um diesen Weg zu sehen und den Mut aufbringen, ihn zu beschreiten. Wie gesagt, meine vielen Fragen plagten mich und ich wollte einfach einem netten älteren Pfarrer begegnen, der mich mal wie ein Vater das Kinde von meinem Unwissen befreit. Vielleicht bei einer Tasse Tee in einem altehrwürdigen Haus. So die träumerische Vorstellung (Kann gut sein, dass ich zu viel fernsehe...).

 

Der Internetauftritt der Gemeinde in Kaufbeuren-Neugablonz stellte sich dann jedoch ganz anders dar. Pfarrer Armin Strenzl war zu meinem Erstaunen kein älterer Mann, was meine Beklemmung wohl eher noch verstärkte. Er war so in meinem Alter und hatte auch noch völlig schräg für einen Pfarrer so stitzige Haare (stitzig = zu Berge stehen). Also keiner, dem ich meine ganzen Probleme auf den Tisch legen würde. Gott hatte sicher in dieser Phase meines Lebens mächtig was zu lachen. Er hat mich vor die Wahl gestellt, jemandem wie Armin Strenzl zu vertrauen oder einfach den Mund zu halten und Gemeinde zu leben, wie sie sich mir bietet.

Nun ja, also Augen zu und durch. Wir hatten einfach mal einen Termin vereinbart und uns vorgenommen, vor der Taufe einige Treffen zu absolvieren, im Laufe derer ich der Religion näher kommen und auch meine Fragen loswerden konnte. Ich habe es tatsächlich innerhalb der Gespräche geschafft, alles auf den Tisch zu bringen, was mich beschäftigte. Dabei waren auch Sachen, die ich nicht mit Kirche hätte in Einklang bringen können. Ich hatte eher gedacht, der Pfarrer würde mich als Spinnerin vor die Tür setzen. Mittlerweile und auch um einige Bücher schlauer muss ich sagen, dass ich meinen Schritt bisher nicht bereue.

Was ich besonders toll fand, war die herzliche Aufnahme in die Gemeinde. Es kamen Mitglieder auf mich zu und freuten sich, dass ich da war, obwohl sie mich doch gar nicht kannten. Schön fand ich auch, dass es nicht hieß, dass man etwas muss. Man wird eingeladen. Das heißt, ich habe keine Fußfessel und muss dem Frauenbund angehören oder Kuchen backen bis zum Umfallen. Nein, muss ich nicht, aber ich kann! Das ist, denke ich, sehr wichtig und macht einen freier, sich innerhalb der Gemeinde zu bewegen.

Nachdem sich mir ja nun der Armin als Pfarrer mit stizigen Haaren eröffnete, war ich schon sehr auf seine Frau gespannt. Wie mochte sie wohl sein? Bisschen bieder vielleicht? Vor allem, wo war sie? Nicht einmal hatte sie mir die Tür geöffnet bei meinen Taufgesprächen. Da putzte auch keiner die Fenster, wenn ich kam oder hatte ein Schürzchen um und ein Backblech unterm Arm (vielleicht doch zu viel Fernsehen...).

Nun denn, ich lernte sie dann kennen. Corina ist, wie konnte es anders sein, eine herzliche und total lebensnahe Frau, die trotz Kirchenmann ihren eigenen Beruf hat und sich nicht nur über ihren Mann definieren lässt.

Wenn man sich dann mal selbst beobachtet, wird es aber richtig interessant. Versuchen Sie mal mit einer Pfarrersfrau ein Gespräch zu führen und nicht das Thema Kirche ins Spiel zu bringen. Glauben Sie mir, dass kann eine Herausforderung sein. Menschen werden sehr nach dem, was sie sind und mit wem sie sich umgeben, beurteilt.

Dennoch möchte ich, wenn es um unsere Kirchenrenovierung geht, die Möglichkeit nutzen, mit Corina Strenzl, der Pfarrersfrau, ins Gespräch kommen.

 

Trockene Zahlen und Fakten der Renovierung sollen jedoch nicht die Hauptsache in diesen Berichten sein. So ein Kirchenraum wird von Menschen zum Leben gebracht, daher soll auch eine persönliche Perspektive zu Wort kommen. Gerne möchte ich Ihnen hier ein Stück Geschichte meines Lebens anvertrauen. Ihnen erzählen, wie ich Gott erlebte und erlebe. Ich möchte Sie teilhaben lassen an unserem Gemeindeleben und Sie einladen, uns zu besuchen und ein Stück von sich zu geben, um unser Projekt der Kirchenrenovierung zu unterstützen. Es kommt einfach die Zeit, in der man seine Kirche erneuern, renovieren und umbauen muss. Mit Unterstützung vieler Menschen, bistumsweit und innerhalb der Ökumene, hoffen wir, diese Aufgabe bald anpacken zu können. Die Pläne zur Verwirklichung des Projektes möchte ich mit Corina Strenzl gerne die nächsten Male genauer ausbreiten. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, Sie als interessierten Leser hier wieder begrüßen zu können.

 

Ihre Julia Spicker

 

Zur Verwirklichung unserer himmlischen Pläne haben wir folgendes Spendenkonto eingerichtet: Kontonummer: 55 90 997, BLZ 734 500 00, Sparkasse Kaufbeuren, Verwendungszweck: Ihre Adresse zwecks Spendenbescheinigung. Vergelt’s Gott!