Kirchenmitarbeiter auf den Philippinen ermordet

 

Wegen ihres Engagements für die Armen und Rechtlosen sind zwei Mitarbeiter der Iglesia Filipina Independiente, der Unabhängigen Kirche der Philippinen, ermordet worden. Wie der Leitende Bischof Godofredo J. David mitteilte, engagierte sich der Rechtsanwalt Benjamin Bayles in verschiedenen Gremien für die Rechte der Unterdrückten in der Diözese Negros Occidental. Am 14. Juni wurde er von zwei Männern, die von einem schwarzen Motorrad ohne Kennzeichen gestiegen waren, erschossen; die Täter trugen Helme.

 

Am Tag darauf wurde Jovelito Agustin auf seinem Motorrad von zwei Motorradfahrern, die ihn überholten, erschossen. Auch sie entkamen unerkannt. Der Rundfunkmoderator und Diözesanvorsitzende der Laienvereinigung der Diözese Laoag verstarb im Krankenhaus. Arbeiterfreundliche Kommentare und sein Einsatz im Rundfunk gegen Zwangsrekrutierungen von Arbeitern hatten ihm schon seit Monaten Todesdrohungen eingebracht.

 

Nach Bischof David sind sie die letzten Opfer einer endlosen Liste widerrechtlicher Tötungen durch staatliche Killer, mit denen die Iglesia Independiente, die mit den alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union in voller Kirchengemeinschaft steht, zum Schweigen gebracht werden soll. Sie wird als Staatsfeind und mit den Kommunisten verbündet angesehen. „Ihr Tod zeigt deutlich die Wiederzunahme politischer Morde und die Verschlechterung der politischen Repression und der Menschenrechtsverletzungen auf den Philippinen“, schreibt David. Für verantwortlich bezeichnet er die bisherige Regierung von Gloria Macapagal-Arroyo und das Militär. Er appelliert an den neu gewählten Staatspräsidenten, die staatlich beauftragten Morde abzustellen und die Menschenrechte zu schützen. Die internationale Gemeinschaft ruft er auf, die politischen Repressionen, Morde und Menschenrechtsverletzungen vor die Rechtskommission der Vereinten Nationen zu bringen.

 

Philomino N. Ang, Interimsbischof der Diözese Negros Occidental, wirft dem Militär vor, bereits 1100 Morde und 280 Verschleppungen von Menschen begangen zu haben und damit die heilige Pflicht, die Bevölkerung zu beschützen, zu verraten. Kein einziger der Täter sei gerichtlich verurteilt worden. „Lasst uns als der eine Leib Christi auf das Engste die Bindung an die sich abkämpfenden Massen erneuern. Lasst uns die Kultur des Schweigens brechen und unsere Schreie laut werden“, endet der Bischof seine Verlautbarung und schließt mit einem Bibelvers: „Sprich für die, die nicht für sich selbst sprechen können, für die Rechte derer, die Not leiden“ (Sprichwörter 31,8).

 

Viel wird künftig davon abhängen, ob der neue Präsident Noynoy Aquino, Sohn der früheren Präsidentin Corazon Aquino, seine Wahlversprechen wahr machen und sich für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen wird und auch ob der als eher farblos geltende Politiker die Kraft für Veränderungen zum Positiven haben wird. Immerhin eilt dem Fünfzigjährigen der Ruf voraus, geradlinig, bescheiden und hartnäckig zu sein. „Meine Eltern haben mir eingebläut, immer für die zu kämpfen, die weniger haben, die machtlos sind. Warum sollte ich nicht in ihre Fußstapfen treten?“ sagte Aquino der US-Zeitschrift Time.