Taifunopfer auf den Philippinen

Ein Bericht über unsere Hilfe

 

Ende September 2009 brach über die Philippinen ein verheerender Taifun herein, der gerade die arme Bevölkerung schwer traf. Unsere Schwesterkirche auf den Philippinen, die Iglesia Filipina Independiente (IFI), die Philippinische Unabhängige Kirche, ist eine wirkliche Kirche der Armen und daher besonders betroffen. Sofort nach Erhalt der Katastrophenmeldung wurden die Gemeinden unseres Bistums zu einer Sonderkollekte für unsere Schwesterkirche aufgerufen. Noch bis nach Weihnachten trafen Kollektengelder ein. Insgesamt wurden 15.000 Euro gespendet.

 

Vom Sozialbeauftragten der Diözese Rizal und Pampanga, dem Priester Jonash Joyohoy, erhielten wir nun folgenden Bericht:

 

„Die Hauptstadt Manila und benachbarte Provinzen wurden von dem Taifun vom 26.9.2009 in katastrophalem Ausmaß betroffen. Vor allen Dingen wurden in niedrigen Stadt- und Slumgebieten von Manila gelegene Häuser und Hütten total zerstört; auch auf dem Land gab es erhebliche Zerstörungen. Der Wasserspiegel des Lagunasees stieg um zwei Meter und überschwemmte Tausende von Hektar Reisfelder. Der Fischereibetrieb auf dem See kam völlig zum Erliegen, weil die Fischerboote in den Fluten versunken waren.

 

 

Die Diözese Rizal und Pampanga liegt genau in der betroffenen Region im Umland von Manila.

 

Eine Woche später kamen die Hilfen von anderen Diözesen der IFI, von der alt-katholischen Kirche in Deutschland und von individuellen Spendern. Hilfsgüter, vor allem Lebensmittel und Textilien, wurden zunächst an 2000 besonders betroffene Familien verteilt. Medizinische Hilfsgüter wurden an besonders betroffene Menschen und Gemeinden ausgegeben. Viele ehrenamtliche Helfer, Jugendliche und Frauen vor allem, aber auch Männer, die aufgrund der Verhältnisse nicht mehr arbeiten konnten, packten freiwillig mit an und leisteten Hilfsdienste.

 

In den betroffenen Gemeinden, vor allem in Pililla und Kinaboogan Rizal und in einer Stadtgemeinde von Pampanga, waren der Fischereibetrieb und die Farmen besonders geschädigt. Für die Leute, die Haus und Hof verloren haben, wird es Jahre dauern, bis sie wieder normal leben und arbeiten können. Aus diesem Grund wurde für sie ein Langzeitplan aufgestellt. Dieses Langzeitprojekt beabsichtigt die Wiederherstellung eines einigermaßen funktionierenden Fischereibetriebs für die betroffenen Fischer in den Provinzen Pililla und Rizal. Dieses Langzeitprogramm wird kontraproduktiv sein, wenn es nicht politisch gefördert wird durch bessere Ausbildung der Fischer und organisatorische Hilfen, zum Beispiel stärkere Kooperation.

Der Klimawandel tut das Seine. Die wochenlang anhaltende Trockenheit der letzten Monate ließ den Wasserspiegel des Laguna-Sees wieder drastisch sinken, und dies wird wiederum langfristige Folgen für die Kleinfischerei auf diesem See haben. Daher ist es nötig, dass sich die Fischer und auch landwirtschaftliche Betriebe zu Organisationen zusammenschließen, um gegebenenfalls politisch mehr ausrichten zu können. Schon jetzt hat sich eine Allianz verschiedener kleinerer Organisationen gebildet, die sich „Save Laguna Lake Movement“ („Rettet-den-Laguna-See-Bewegung“) nennt.

Die erste Tranche der Spenden der deutschen alt-katholischen Kirche (10.000 Euro, das heißt 680.000 Philippinische Pfund) haben wir hauptsächlich für medizinische Direkthilfe verwendet; die weiteren 5.000 € (340.000 PhP) werden für den Wiederaufbau und das beschriebene Langzeitprojekt verwendet.

Ich grüße Sie alle herzlich und danke Ihnen, auch im Namen von Bischof Joselito Cruz, für Ihre Großzügigkeit. Gott segne Geber und Gaben!

 

Jonash Joyohoy, Priester, Beauftragter für soziale Fragen“

 

Joachim Vobbe