Friede auf Erden den Menschen

 

Nach einer wahren Begebenheit entstand vor einigen Jahren der Film Merry Christmas. Im 1. Weltkrieg, am Hl. Abend 1914, stehen sich Deutsche auf der einen und Franzosen und Schotten auf der anderen Seite gegenüber. Feuerpause ist wegen des Festes vereinbart worden. Auf deutscher Seite gibt es sogar ein paar Weihnachtsbäume, die Schotten fangen an, Dudelsack zu spielen. Unter den Deutschen ist ein bekannter Opernsänger. Dieser beginnt plötzlich in die Nacht hinein zu singen: Stille Nacht, heilige Nacht – und während er singt, klettert er aus dem Schützengraben heraus, mit einem Weihnachtsbaum in der Hand.

Die gegnerischen Soldaten klatschen, und immer mehr klettern aus den Gräben und gehen im Niemandsland aufeinander zu. Sie reichen sich die Hand und wünschen sich Frohe Weihnachten, jeder in seiner Sprache. Sie sprechen mit einander und zeigen sich Bilder von den Familien, und plötzlich stehen sie sich nicht als Feinde gegenüber, sondern als Menschen mit der Sehnsucht nach Leben, nach Liebe, nach Frieden, nach ihrer Familie, nach Menschlichkeit: Nach Weihnachten, Licht im Dunkel.

Stark wie selten einmal wurde hier der versöhnende Charakter von Weihnachten erfahren. Wie schon an der Krippe so ganz verschiedene Menschen zusammen gekommen sind, so wurde hier wenigstens für einen Augenblick selbst der Krieg überwunden und die Botschaft der Engel wahr: „Friede auf Erden den Menschen“.

Der Krieg ging damals weiter, noch viele Kriege gab es seither. Die Sehnsucht der Menschen bleibt. Die Zusage bleibt auch: Gott will uns Menschen den Frieden schenken. In Sternstunden erleben wir ihn. Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Frieden der Weihnacht in diesem Jahr erfahren dürfen.

Uli Katzenbach

 

Wir danken der Senator Home Entertainment Berlin für die freundliche Genehmigung zum Abdruck der Fotos aus dem Film „Merry Christmas“.

© Senator Home Entertainment.

Der deutsche Tenor/Soldat Nikolaus Sprink singt „Stille Nacht“ im Niemandsland; Foto © Jean-Claude Lother