Vorsitzenden-Suche geht weiter

Mitgliederversammlung der Willibrord-Gesellschaft

 

Am 1. Oktober hat die Willibrord-Gesellschaft – anglikanisch/alt-katholischer Freundeskreis e.V. während der alt-katholischen Bistumssynode in Mainz ihre Mitgliederversammlung abgehalten. Es nahmen zehn Mitglieder und ein Gast teil. Der stellvertretende Vorsitzende Volker Ochsenfahrt berichtete zunächst über die vergangenen drei Jahre, die leider wesentlich geprägt waren von dem Problem, dass seit dem Rücktritt des früheren Vorsitzenden Stefan Kandels im Jahr 2007 niemand für die Nachfolge im Vorsitz gefunden werden konnte. Die übrigen Vorstandsmitglieder waren aus zeitlichen Gründen kaum in der Lage, die inhaltliche Arbeit der Gesellschaft fortzusetzen. Allerdings erschien im Sommer 2008 eine Ausgabe der Willibrord-News, außerdem fand im Herbst 2008 ein feierlicher Gottesdienst aus Anlass des 100-jährigen Jubiläums der Gesellschaft in Bonn statt, der gut besucht war und allgemein als gelungene Veranstaltung bezeichnet wurde.

 

Angesichts der personellen Notlage – mit Monika Bormet (jetzt Kraus) war im Jahr 2008 noch ein weiteres Vorstandsmitglied zurückgetreten – und der zeitlichen Überlastung der verbleibenden Vorstandsmitglieder war jedoch in der verbleibenden Zeit bis zur Mitgliederversammlung keine weitere inhaltliche Arbeit mehr möglich. Der Vorstand konzentrierte sich vielmehr darauf, den Verein als solches zu erhalten, die notwendigen Formalitäten zu erledigen und die Mitgliederversammlung vorzubereiten. Parallel ging die Suche nach einem oder einer neuen Vorsitzenden weiter, die aber bisher nicht von Erfolg gekrönt war. Außerdem kündigte das Finanzamt just im Jahr 2009 eine Überprüfung der Finanzen für drei zurückliegende Jahre an, die dann ohne jede Beanstandung durchgeführt und mit der Erteilung des Freistellungsbescheids abgeschlossen wurde. In einem Schreiben an alle Mitglieder im Sommer 2010 wies Volker Ochsenfahrt nochmals eindringlich auf die dramatische Situation der Gesellschaft hin.

 

Auf der Mitgliederversammlung wurde die gegenwärtige Situation intensiv besprochen. Außerdem wurde ein neuer Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzt: Pfarrer Andreas Jansen (Kassel), Pfarrer Georg Blase (Dettighofen) und Volker Ochsenfahrt (Bonn) als stellvertretende Vorsitzende; Jörn Clemens (Bonn) als Schriftführer; Manfred Höllrigl (Kassel) als Kassenwart. Die Positionen des oder der Vorsitzenden und des Jugendvertreters beziehungsweise der Jugendvertreterin konnten nicht besetzt werden. Zu Kassenprüfern wurden Pfarrvikar Thomas Schüppen (Düsseldorf) und Pfarrvikar Ulf-Martin Schmidt (Blumberg-Kommingen) gewählt.

 

Wir sprachen uns dafür aus, dass der Kontakt zu den Anglikanern verstärkt werden soll. Es ist bedauerlich, dass an der Mitgliederversammlung kein Anglikaner teilnahm und auch im Vorstand nur Alt-Katholiken vertreten sind. Die Willibrord-Gesellschaft ist ja keine alt-katholische Organisation, sondern eine gemeinsame Gesellschaft beider Kirchen. Wir verabredeten, dass an dem Treffen des Council of Anglican Episcopal Churches in Germany im März 2011 in Freiburg neben Pfarrer Panizzi für die Alt-Katholiken auch ein Vorstandsmitglied der Willibrord-Gesellschaft teilnehmen wird, um auf das Anliegen der Gesellschaft aufmerksam zu machen.

 

Pfarrer Pfützner wies ferner darauf hin, dass in der Stuttgarter Kirche St. Katharina, die 1867 von den Anglikanern erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alt-Katholiken übernommen worden ist, jedoch weiter auch von den Anglikanern genutzt wird, am 5. Juni 2011 eine von den Anglikanern gespendete Pfeifenorgel unter Beteiligung beider Kirchen feierlich eingeweiht werden wird. Wir kamen überein, dass dieses alt-katholisch/anglikanische Fest ein idealer Anlass ist, zu dem wir die Mitglieder der Willibrord-Gesellschaft einladen sollten. Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung soll dann auch die konstituierende Sitzung des Vorstands stattfinden. Sehr gut eignen würde sich die Gelegenheit auch für eine außerordentliche Mitgliederversammlung, auf der wir einen weiteren Versuch unternehmen könnten, einen neuen Vorsitzenden oder eine neue Vorsitzende zu finden. Die endgültige Entscheidung, ob und wann diese Versammlung stattfinden wird, werden wir den Mitgliedern noch gesondert mitteilen.

Ich möchte jedoch bei aller Freude über diese Initiativen darauf aufmerksam machen, dass sich die grundlegende Situation der Gesellschaft noch nicht geändert hat. Nach wie vor ist der Vorsitz nicht besetzt. Der neu gewählte Vorstand wird nicht in der Lage sein, ein lebendiges Vereinsleben zu entfalten, sondern wird sich zunächst im Wesentlichen nur darauf beschränken können, die Geschäfte fortzuführen und zu versuchen, eine Lösung für die Nachfolge zu finden. Entscheidend ist, dass die Willibrord-Gesellschaft nicht aufgelöst werden muss, sondern am Leben erhalten werden kann, bis sich eine nachhaltige Lösung findet.

 

Eine Auflösung der Gesellschaft halte ich für unvorstellbar angesichts der Bedeutung der anglikanisch/alt-katholischen Beziehungen und der Rolle, die die über 100-jährige Gesellschaft in diesem Zusammenhang eingenommen hat und immer noch einnehmen könnte – vor Ort in den Gemeinden, auf der regionalen und auf der internationalen Ebene.

 

Ich möchte daher alle Leserinnen und Leser bitten, bei der Suche nach einer guten Lösung mitzuhelfen. Haben Sie eine Idee, wie es weitergehen könnte? Haben Sie einen Vorschlag für den Vorsitz der Gesellschaft? Die Willi-brord-Gesellschaft ist erreichbar unter willibrord-gesellschaft@alt-katholisch.de oder über die Geschäftsstelle, Gregor-Mendel-Str. 28, 53115 Bonn.

 

Volker Ochsenfahrt