Brot für die Welt 2006

Bereits zu Beginn des Jahres sei allen herzlich dankgesagt, die sich an der laufenden Spendenaktion von „Brot für die Welt“ beteiligt haben oder dies noch tun werden!

Die Hilfsaktion wurde 1959 in Berlin gegründet; derzeit werden mehr als 1000 Projekte zur Selbsthilfe in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. Arbeitsschwerpunkte sind Ernährungssicherung, Gesundheitsversorgung, der Kampf gegen Aids, Bildungs- sowie Friedens- und Versöhnungsarbeit. Seit Gründung hat „Brot für die Welt“ mit über 1,6 Milliarden Euro Entwicklungsprojekte unterstützt.

Unter dem Titel „Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt“ war die aktuelle 47. Aktion bereits am 1. Advent im sächsischen Herrnhut eröffnet worden. Gastgeber der bundesweiten Eröffnung waren zum ersten Mal in der Geschichte von „Brot für die Welt“ die evangelischen Freikirchen und wir Alt-Katholiken. Gemeinsam mit den evangelischen Freikirchen ist auch unsere Kirche Mitglied der Diakonischen Arbeitsgemeinschaft. Der Gottesdienst in der Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine wurde live in der ARD übertragen, so dass viele aus nah und fern dieses Ereignis miterleben konnten. Aus dem alt-katholischen Gemeindeverband Sachsen bzw. der Gemeinde Großschönau konnten die Herren Gerd Kleber (Dresden) und Jörn Stoffers (Vierkirchen bzw. Meuselwitz/Oberlausitz) mit dabei sein und gemeinsam mit Pfarrer Klaus Rudershausen (Wiesbaden) die alt-katholische Diakonie bzw. das Bistum vertreten.

In seiner Predigt sprach der Präsident der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Pastor Siegfried Großmann vom Licht, das die Finsternis erhellen kann. Er stellte das Licht Gottes als Zeichen der Hoffnung in den Vordergrund, welches allen Menschen leuchtet, damit auf der Welt mehr Gerechtigkeit entsteht; dies sei „eine Hoffnung, die uns ansteckt und die wir weitergeben können“. Eine Pantomime ließ das Bemühen zweier Menschen erkennen, einen überdimensionalen Herrnhuter Stern zusammen zu bauen – erst nach sichtbarer Zusammenarbeit anhand des Bauplans (Spielregeln!) konnte dies gelingen!

Der sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (Dresden) mahnte in seinem Grußwort beim anschließenden Festakt an, man möge nicht nur spenden und damit sein Gewissen beruhigen. Es sei wichtig, auch die Gründe der Not zu kennen und dagegen etwas zu tun. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen Dr. Samuel Kobia (Genf) verdeutlichte anhand der Vater-unser-Bitte „Unser tägliches Brot gib uns heute“, welche Rolle die Kirchen bei der Unterstützung von Nahrungssicherheit als grundlegendem Menschenrecht spielten. „Das Recht auf Nahrung ist nicht einfach nur Zugang zur Nahrung“, so Kobia, „es ist vielmehr eine Frage der Gerechtigkeit, der Gleichberechtigung und der Selbstbestimmtheit der Menschen auf Nahrung.“

Im Vorfeld eines Jugendgottesdienstes am Abend zuvor waren Jugendgruppen aus Sachsen gebeten worden, einen Zacken des Herrnhuter Sterns im Sinne von „Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt“ zu gestalten. Das Bild der nehmenden und der gebenden Hand auf einer dieser Stern-Zacken nahm die Direktorin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel (Stuttgart) auf, um zu zeigen, dass „wir uns nicht immer als die Reichen sehen, die den Armen abgeben können“, sondern als Mitteleuropäer begreifen sollten, dass wir auch von Ländern im Süden der Weltkugel viel lernen können.

Jugendliche hatten bei diesem abendlichen „Event“ die Möglichkeit, mit den anwesenden Vertretern der verschiedenen Kirchen ins Gespräch zu kommen. Umgeben von vielen vor allem evangelisch-freikirchlichen Jugendlichen sorgte es natürlich für Aufsehen und Interesse, als Alt-Katholik für manches bunte Mosaiksteinchen im ökumenischen Kontext zu sorgen!

Klaus Rudershausen