Ein Mönch prägt seine Zeit - Bernhard von Clairvaux


Am 20. August vor 850 Jahren starb der Zisterzienserabt Bernhard in seinem Kloster Clairvaux (Departement Aube) und wurde dort auch begraben. Mitbrüder nahmen ihm eine Totenmaske ab, so dass wir ein wirklichkeitsnahes Bild von ihm haben. Es sind die Gesichtszüge eines 63-jährigen Mannes, gezeichnet von Arbeit, Askese und Krankheit. Die Quellen über ihn fließen reichlich, dennoch ist er nur schwer fassbar in allen Schattierungen dieses Wortes. Die Abtei Clairvaux wurde durch die Französische Revolution aufgehoben, die Kirche zerstört, das Klostergebäude dient seit 1808 als Gefängnis.


Cluny


In den turbulenten und auch barbarischen Jahrhunderten nach der Völkerwanderung und dem Untergang des Römischen Reiches waren Klöster und Klosterschulen, vor allem der Benediktiner, Zentren christlicher Kultur in Europa. Doch Ende des 9. Jahrhunderts zeigten sich immer deutlicher Abweichungen vom angestrebten Ideal: Es traten viele nicht für den Ordensstand geeignete Männer und Frauen ein, besser gesagt, sie wurden von den Eltern dorthin geschickt. Angehörige des Rittergeschlechtes drängten sich in die Leitung von Klöstern, ohne geeignet zu sein, der geregelte Tagesablauf mit Gebet und Arbeit war gestört oder kaum mehr vorhanden. Dagegen erwuchsen an vielen Orten Erneuerungsbewegungen aus den Klöstern selbst. In Frankreich war es die Abtei Cluny, die sich einer Reform verschrieb. Den Äbten Odilo (994-1048) und Hugo (1049-1109) ging es insbesondere um den Gottesdienst. Das Klosterleben sollte vom „laus perennis“, einem immerwährenden Lob Gottes, geprägt sein. Die sieben Gebetszeiten und andere Gottesdienste wurden immer feierlicher und länger, neue Gedenktage eingeführt, so ein Tag für die Toten des Ordens, aus dem der Allerseelentag (2. November) der Gesamtkirche entstand. Der Zulauf in dieses Kloster war so stark - zeitweise haben 1000 Mönche dort gelebt - dass gebaut werden musste, die erst 981 eingeweihte dreischiffige Basilika genügte nicht mehr. 1088 begann der Bau der damals größten mittelalterlichen Kirche des Abendlandes (1255 vollendet). Sie hatte - wie damals alle bedeutenden Wallfahrtskirchen - eine dreischiffige Vorkirche mit zwei Westtürmen, Emporen und einem Querschiff. Daran schloss sich das Langhaus mit fünf Schiffen und ebenfalls einem Querschiff an, das weitere fünf Türme trug. Das Innere der Kirche war künstlerisch reich gestaltet, Abt Hugo vertrat die Ansicht, dass Schönheit die Seele für Gott empfänglich mache und die Andacht fördere. Doch nicht alle Mönche dachten so.


Molesme und Cîteaux


Am Fest des hl. Benedikt im Jahre 1089 verließen Abt Robert und einige Mönche das Kloster Molesme, sie suchten nach einem geeigneten Platz für ein ‚neues Haus’ streng nach der alten benediktinischen Regel. In den „cistels“, den Schilfdickichten der Saône, entstand der Orden der Zisterzienser. In Armut und Einfachheit wollten sie leben, alle Privilegien hinter sich lassen. Schlichter und kürzer wurden auch die gemeinsam gebeteten Tagzeiten, körperliche Arbeit zur Pflicht für alle. Die Stoffe zu den Kutten blieben ungefärbt, daher ihre auffällige mehr oder weniger weiße Farbe, in der Kirche wurde auf jegliche Ausschmückung verzichtet, auch auf Türme, ein Dachreiter für die Glocke genügte. Fleisch und Fisch kamen nie auf den Tisch, im Winter gab es eine, im Sommer - wegen der schweren und langen Feldarbeit - zwei Mahlzeiten. Im Kloster schliefen alle Mönche in einem gemeinsamen Raum, die Betten waren ohne Beine und sahen wegen ihrer Enge Särgen ähnlich, die Nachtruhe betrug sechs Stunden. Die Anfangsjahre in Cîteaux waren infolge Hunger, Kälte und Schwerarbeit bei der Rodung von Wald und Trockenlegung von Sumpfgebieten besonders hart. Zudem musste Abt Robert auf Anordnung des Papstes nach einem Jahr wieder nach Molesme zurück, die Gründe dafür sind nicht bekannt. Verständlich, dass dieses Kloster wenig Anziehungskraft hatte - bis zum Jahre 1113. Da klopfte ein junger Mann aus hohem burgundischem Adel mit dreißig Gefährten an und bat um Aufnahme. Stephan Harding, ein hochgebildeter Engländer, leitete damals die Abtei. Von ihm wird berichtet, dass er die Vulgata (lateinische Bibel) unter Berücksichtigung der hebräischen Bibel neu übersetzen wollte und sich dazu mit Rabbinern beraten habe. Er nahm Bernhard und seine Gefährten auf, ob er die Tragweite dieses Entschlusses ahnte, wissen wir nicht: Cîteaux war damit ein zweites Mal gegründet.


Bernhard und Clairvaux


Bernhard, drittes von sieben Kindern des Ehepaares Tescelin le Saur und seiner Frau Aleth von Montbard, wuchs im väterlichen Schloss Fontaines-lès-Dijon auf und bekam alles an körperlicher und geistiger Bildung mit, was es damals für einen talentierten jungen Adeligen zu lernen und zu üben gab. Bemerkenswert sind seine Sprachgewalt und sein Gedächtnis, selbst seine heftigsten Gegner haben das zu allen Zeiten bewundert. Seine Briefe und Predigten sind sprachliche Kunstwerke, beinahe in jedem Satz werden die Bibel und antike Schriftsteller zitiert, Bernhard kennt und benützt alle Kunstgriffe des Rhetorik - ganz im Gegensatz zur Kargheit seines sonstigen Lebens. Erstaunlich ist zudem, dass er auf seinen Reisen einen ständigen Begleiter hatte, Gottfried von Auxerre, der ihm als Schreiber und Notar diente und von allen Briefen Kopien erstellte. Dem 22-jährigen standen nach dem Ende der Studien viele Türen offen, doch er erklärte seinem erschrockenen Vater, er wolle ins Kloster gehen, nicht allein, vielmehr hätten sich sein Onkel Gaudrich von Toulon, vier seiner fünf Brüder und noch weitere 25 Adelige entschlossen, mit ihm diesen Weg zu beschreiten. Der Vater konnte nicht anders, als Ja zu sagen. Obwohl das Noviziat in Cîteaux ohnehin hart war, kasteite sich Bernhard zusätzlich in einem Maße, dass ihm zeitlebens ein schweres Magenleiden blieb. Schon nach einem Jahr legte er die Ordensgelübde ab. Als zwei Jahre später der Graf von Troyes um die Errichtung eines Klosters in seinem Gebiet bat, sandte Abt Stephan Bernhard mit zwölf Mönchen aus. Als Ort war das Wermutstal im Quellgebiet der Aube vorgesehen, es lag gut hundert Kilometer von Cîtaux entfernt und trug den Namen nach den zahlreichen Kräutern, die dort wuchsen. Die Mönche nannten ihr ‚neues Haus’ Clairvaux, klares, helles Tal; Lichtental oder auch Seligental nennen sich Zisterzienserklöster bis heute.


Unzählige Legenden vermischen sich mit den Berichten über Bernhards Wirken. Das hängt mit der Ausstrahlung zusammen, die von ihm ausging und der sich kaum jemand entziehen konnte. Klosterschüler und Straßenräuber, Domherren und Ritter, aus allen Ständen baten sie um Aufnahme in Clairvaux. Ein Biograph nennt Bernhard deshalb den „Schrecken der Mütter und Ehefrauen“, weil Söhne und Ehemänner alles hinter sich ließen, um als Zisterzienser arm und fromm zu leben. Der Orden verbreitete sich schnell in ganz Europa. Im Todesjahr Bernhards gab es 350 Abteien von Irland bis Spanien, von Skandinavien bis Ungarn. Von den 141 Häusern, die in Deutschland bis zur Reformation gegründet wurden, sollen hier nur zwei genannt werden: die Abtei Himmerod in der Eifel, die von 1134 bis 1802 bestand und 1922 wieder begründet wurde, und Maulbronn im Enzkreis (Württ.), das besterhaltene Kloster des Mittelalters. Es wurde 1147 gegründet, 1557 in eine evangelische Internatsschule umgewandelt und beherbergt heute ein evangelisch-theologisches Seminar. Bekannt wurde Maulbronn durch Hermann Hesses Erstlingswerk „Unterm Rad“, in dem er das selbst erlebte und erlittene Schülerdasein ausführlich schildert.


Der Mystiker


Am Schluss seiner Predigten über das biblische Hohelied spricht Bernhard von seinen mystische Erfahrungen.

„Wollet ertragen, meine Brüder, ein Geringes von meiner Torheit! Ich will reden, ich hab’ es versprochen, will sagen, wie es mir ergeht in solchen Dingen. Zwar ist es nicht weise. Doch ich will unweise sein, wenn ich nur unterweise. ...

Ich fand, dass es wahr sei, was geschrieben steht: „In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ (Apg 17,28). Ja, selig der Mensch, in dem er ist, der ihm lebt und durch ihn sich bewegt! Woher also, so fragst du, kann ich wissen, dass es da sei, da doch „unerspürbar seine Wege?“ (Röm 11,33) - Es ist etwas Lebendiges, Wirksames: kaum dass es gekommen, weckt es die Seele aus dem Schlummer, bewegt, erweicht, verwundet mein Herz, das harte, steinerne, schlecht bestellte. Auch auszureißen und zu zerstören begann es und zu bauen und zu pflanzen, zu begießen das Trockene, das Finsterne zu erleuchten, das Verriegelte aufzuschließen, das Kalte zu entzünden und das Ungerade in Gerades und das Rauhe in ebenen Pfad zu verwandeln. ...

Wenn aber dann das Wort wieder von mir gegangen, so ist es, wie wenn du dem kochenden Herd die Feuersglut entnimmst. Sogleich wird alles lau und kalt, und das ist mir das Zeichen, dass es fortgegangen. Da kann die Seele nur in Betrübnis auf sein Wiederkommen harren, auf dass es wieder, wie er es gewohnt, mir das Gemüt erwärme - denn daran kenne ich sein Wiederkommen. ...

So führe ich denn, so lange ich lebe, jenes Wort der Sehnsucht in meinem Munde, das ihn wieder ruft, das Wort: ‚Komm wieder!’ Und sooft er fortgegangen, so oft will ich es wiederholen und will nicht ablassen, gleichsam hinter ihm dreinzurufen mit lauter Stimme, mit glühendem Verlangen meines Herzens: ‚Komm wieder! Gib dich mir zurück!’“


Mit Bernhard von Clairvaux beginnt die abendländische Mystik. Hildegard von Bingen (1098-1179) war mehr Prophetin, in ihren Visionen schaute sie in Bildern Geheimnisse des Glaubens, die Gesichte sind über sie gekommen wie das Licht der Sonne, sie hat nicht danach gerufen. Ganz anders bei Bernhard, Franziskus, den Frauen von Helfta und anderen. Deren Erfahrungen sind auf Christus bezogen, auf das in Armut und Fremde geborene Kind, auf den lehrenden, heilenden und ganz besonders auf den leidenden Christus und auf den Auferstandenen, der mit Jüngern nach Emmaus geht und von ihnen gebeten wird: Bleib bei uns!

Abt Wilhelm von St. Thierry berichtet in der Biographie seines Freundes Bernhard, dieser sei als Schüler in Châtillon beim Gottesdienst in der Weihnachtsnacht eingeschlafen. Da habe er im Traum die Geburt des Jesuskindes in einem Stall zu Bethlehem gesehen und - im Innersten angerührt - den Entschluss gefasst, sein Leben völlig zu verändern, deshalb der Weg ins Kloster. Bemerkenswert daran ist die Tatsache, dass vor Franz von Assisi und seiner lebenden Weihnachtskrippe im Jahr 1223 die Geburt Jesu nur in einer Höhle, aber nie in einem Stall dargestellt worden ist. Der Mönch Bernhard betrachtet häufig das Bild des gemarterten Jesus am Kreuz, der sich in die Hände seines Vaters gibt und vom Vater den Menschen in die Hände gegeben wird. Dieses Motiv ist von Künstlern bis in die Barockzeit immer wieder aufgenommen: Jesus beugt sich vom Kreuz herab zu Bernhard, der von sich sagte:“ „Das ist meine höchste, meine wesentlichste Philosophie: Jesus kennen, und zwar als Gekreuzigten.“.


Unruhige Jahre


Als im Jahre 1130 Papst Honorius II. nach nur sechsjähriger Amtszeit starb, schritt das Kardinalskollegium getrennt zur Papstwahl. Zwanzig Kardinäle, vornehmlich ältere, wählten Innocenz II. aus dem Adelsgeschlecht der Frangipani, zweiundzwanzig, meist jüngere Kardinäle entschieden sich zusammen mit dem Volk für den Kandidaten Anaklet II. aus der reichen, ursprünglich jüdischen Familie Pier-leoni. Nach dem Papstwahldekret von 1059 war die Wahl von Innocenz ungültig, die von Anaklet zumindest fragwürdig. Die gesamte westliche Christenheit schaute gespannt nach Rom, rechtliche Aspekte waren dabei kaum ausschlaggebend. Die Römer sahen in Anaklet ihren Papst und sicherten ihm zunächst seine Stellung, Geld dürfte dabei auch eine Rolle gespielt haben. Von den Fürsten stand nur Roger II. von Sizilien auf seiner Seite, den deutschen und den französischen König konnte er nicht für sich gewinnen. Während des Schismas bis 1138 kam es zu erbitterten, auch handgreiflichen Auseinandersetzungen, Innocenz musste mehrfach fliehen. Dass er schließlich den Sieg errang, verdankt er Bernhard und den Orden, die sich auf seine Seite stellten: Cluny mit dem bedeutenden Abt Petrus Venerabilis, der neue Orden der Prämonstratenser und vor allem die Zisterzienser. Innocenz reiste 1131 sogar nach Clairvaux und teilte mit den Mönchen für kurze Zeit ihr einfaches Leben. Von Bernhard begleitet suchte er französische Bischöfe und Fürsten auf, um von ihnen als Papst anerkannt zu werden, was auch gelang. 1133 wurde Bernhard nach Italien gerufen, um einen Streit zwischen den Städten Genau und Pisa zu schlichten. 1135 ist er wiederum in Italien, in Pisa fand ein Konzil statt, das über Anaklet den Kirchenbann aussprach. Bernhard, so berichtet ein Geschichtsschreiber, sei die Seele des Konzils gewesen. 1137 finden wir ihn in diplomatischer Mission in Süditalien. Im Januar 1138 starb Anaklet II., der rasch gewählte Nachfolger Viktor gab schnell auf, so konnte Innocenz unbehelligt in Rom sein Amt ausüben. Doch schenkte er der dringenden Ermahnung Bernhards, mit den früheren Gegnern barmherzig zu verfahren, kein Gehör.


Der Prediger des 2. Kreuzzugs


Die Verdrängung der Kreuzfahrer aus den im ersten Kreuzzug eroberten Gebieten erreichte mit der Einnahme von der Hafenstadt Edessa 1144 durch die Seldschucken ein erstes wichtiges Ziel. Aus Jerusalem kamen Bitten um Hilfe an den Papst und die christliche Welt. Kaiser Manuel von Konstantinopel befürchtete einen Angriff auf seine Stadt. Doch das europäische Rittertum war nicht mehr so unbedenklich bereit zu einem Kreuzzug wie 50 Jahre zuvor. Papst Eugen III., ein Zisterzienser aus Pisa, ehemals Schüler Bernhards in Clairvaux, der 1145 zum Papst gewählt worden war, ermutigt in einem Schreiben die französische Ritterschaft, die Feinde des Kreuzes aus den heiligen Stätten zu vertreiben. König Ludwig wandte sich an Bernhard, auf dessen Autorität er vertraute, und bat ihn im Frühjahr 1146, dem in Vezelay versammelten französischen Adel den Aufruf Papst Eugens zu verlesen und eine Kreuzzugspredigt zu halten. Auf dem Hügel vor der Kathedrale begeisterte Bernhard die Scharen, viele hefteten sich ein Kreuz an, riefen „Deus vult - Gott will es!“ Sie wären am liebsten gleich losgezogen, doch erst sollte noch der deutsche König Konrad III. gewonnen werden. Verschiedene Prediger zogen in deutsche Gebiete, am Rhein kam es zu Pogromen gegen die Juden, der Mainzer Bischof musste Bernhard, der in Flandern predigte, zu Hilfe bitten, um die verhetzten Scharen zur Ordnung zu bringen. Im Mai 1147 brach ein deutsches Heer mit etwa 30 000 Rittern und Pilgern auf, das französische folgte. Von Anfang an stand dieser Kreuzzug unter keinem guten Stern: Zwistigkeiten der christlichen Heere untereinander und mit Kaiser Manuel, mangelnde Disziplin, Gier der Kreuzfahrer nach Beute und Ruhm, Fehlplanungen und Fehleinschätzung der Gegebenheiten, dazu Krankheit, Wassermangel und Hitze ließen das Unternehmen kläglich und verlustreich scheitern.


Für Bernhard war das wohl die schlimmste Erfahrung seines Lebens, hatte er doch fest an den Ruf „Deus vult“ geglaubt und „in Gottes Namen“ die Heere ausgeschickt, dass sie „die Feinde des Kreuzes“ besiegen. Er schreibt eine Rechtfertigung, die durchaus Leid und Elend derer schildert, die „durch das Schwert oder durch Hunger“ umgekommen sind. Dennoch versucht er eine Rechtfertigung mit Hilfe der Bibel. Er vergleicht den Kreuzzug mit dem Wüstenzug des Volkes Israel, bei dem es auch um Befreiung ging, und zeigt Parallelen auf: Auch bei Mose kamen viele Menschen auf ähnliche Weise ums Leben, die Schuld dafür lag aber nicht bei ihm, sondern bei den Menschen, die nicht mit ihrem Herzen bei der Sache waren, an Gott zweifelten, murrten, falschen Götzen nachliefen. Am Ende dieser Rechtfertigung bekennt er, dass Gottes Wille unbegreiflich und unerklärlich ist, der Mensch aber nie an Gottes Heilswillen zweifeln darf, selbst wenn alles dagegen spräche. Kurz nach dieser Katastrophe plante Bernhard mit Abt Suger von St.-Dionys einen nochmaligen Kreuzzug unter seiner Führung und erbat sich vom zögerlichen Papst Eugen die Erlaubnis. Da starb Suger völlig unerwartet, die erschrockenen Ritter nahmen ihre Zusage zurück und die Mönche in Clairvaux freuten sich, ihren Abt bei sich zu haben. Dieser schrieb sein wohl bedeutendstes Buch: „De Consideratione ad Eugenium Papum - was ein Papst erwägen muss“, das mit dem Satz schließt: „Gott wird durch Gebet wohl würdiger gesucht und leichter gefunden als durch Reden. So sei denn dem Buch ein Ende gesetzt, aber kein Ende des Suchens.“


Im Juli 1153 erhält Bernhard die Nachricht vom Tode von Papst Eugen III. (+ 8.Juli), sechs Wochen später endete auch sein Leben, sein lebenslanges Suchen nach Gott ging in Schauen über.


Erentrud Kraft


zurück zum Online-Archiv