Zum Bruch mit der Kirche der Slowakei

Zum Abbruch der Beziehungen zwischen der Internationalen Alt-Katholischen Bischofskonferenz (IBK) und der alt-katholischen Kirche der Slowakei hat Bischof Bernhard Heitz (Wien) Stellung genommen. Er ist von der IBK beauftragt gewesen, die bischöflichen Funktionen dort wahrzunehmen. Zum Abbruch der Beziehungen kam es, nachdem sich der gewählte Bischof Bacinsky am 8. Februar 2004 in Portugal von einem sogenannten „Episcopus vagans“, also einem Bischof ohne anerkannter Kirche, zum Bischof hat weihen lassen. Die Stellungnahme von Bischof Heitz lautet:


Seitens der Slowakischen Kirche wurden zwei Austrittsgründe aus der U-trechter Union geltend gemacht:

1. die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und

2. seitens der IBK in Prag habe es keine Hoffnung gegeben, dass Augustin Bacinsky in nächster Zeit geweiht würde.

Dazu stelle ich fest:


Zu 1) Nur in der Altkatholischen Kirche Österreichs gibt es eine Synodenerklärung des Inhalts,

- dass es diese Frage gibt,

- dass niemand – auch kein Geistlicher – der so empfindet, ausgegrenzt werden darf,

- dass jeder Mensch mit seiner Sexualität verantwortlich umgehen muss,

- dass menschliche – auch gleichgeschlechtliche – Partnerschaften, „die auf Dauer angelegt sind“ d.h. Fürsorge füreinander übernommen haben, auch gesegnet werden können (dies geschieht in der Regel im nicht-öffentlichen Rahmen und kommt sehr selten vor),

- dass das Sakrament der Ehe nur für die Verbindung von Mann und Frau gilt (also keine „Homo-Ehe!“).


Die Utrechter Union bzw. die IBK hat bislang keine einzige offizielle Stellungnahme zu dieser Frage abgegeben. Deswegen kann die Frage der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in einer Mitgliedskirche kein Austrittsgrund für eine andere aus der Utrechter Union sein.

Wie in der Frage der Frauenordination ist keine Mitgliedskirche gezwungen, Entscheidungen einer anderen zu übernehmen.

Zu 2) In Prag (IBK-Sitzung 2003) wurde vereinbart, die Situation der Slowakei in Wislikofen 2004 gründlich zu analysieren. Der Kirche war eine Perspektive bis 2006 gegeben. Die IBK hatte dazu entsprechende Richtlinien verabschiedet. Diese waren dem Synodalrat, der Synode und nicht zuletzt Bischof electus (=gewählter) Augustin Bacinsky bekannt.

Die IBK kann niemals aus ekklesiologischen Gründen gemäß ihrem Statut und der Vereinbarung eine Vagantenweihe gut heißen, und wenn eine solche geschehen ist, ihrerseits nur den Bruch mit der Union feststellen.


+ Bernhard Heitz, Bischof