Lauzi - ein Mädchen aus Katete


Immer wieder erreichen uns Briefe, die über die Situation in den von uns unterstützen Missionsprojekten informieren. Viele von ihnen bringen Freude und Dank zum Ausdruck. Freude darüber, dass auch aus unserem Bistum kontinuierlich wichtige Unterstützung und Hilfe bereitsteht. Und es ist für uns immer wieder aufschlussreich, aus der Korrespondenz zu erfahren, was mit unserem Geld konkret geschieht, an welcher Stelle unser Engagement zum Tragen kommt. So erhielten wir Ende Mai ein Schreiben aus Südengland von James Cairns, der vor kurzem, zusammen mit seiner Frau Faith, das St. Francis Hospital in Katete besuchte.

Mr. Cairns ist es, der das St. Francis Hospital zu dem gemacht hat, was es heute ist. Er war Chefarzt und gute Seele des Krankenhauses zugleich, sowie Initiator des Aids-Waisen-Projekts. Noch heute, drei Jahre nach seiner Rückkehr nach England, ist er als zentraler Koordinator der Spenden unermüdlich um das Wohl und Fortkommen von Katete bemüht. Wie viel ihm diese Arbeit bedeutet und wie sehr ihm die Situation vor Ort zu Herzen geht, davon zeugen die Zeilen seines letzten Briefes. Begleitet von Dan-well Simbeya, dem Koordinator des Aids-Waisen-Projekts, machte er sich ein Bild von der Situation an zwei zentralen Anlaufstellen für Waisenkinder.

Die explosiv ansteigende Zahl der Waisen ist groß und dennoch ist es nur ein sehr kleiner Teil Kinder, der mit dem Hilfsprojekt erreicht wird. Dennoch tut es gut in die kleine Gesichter zu schauen: in der Hoffnung, durch das Projekt zumindest diesen wenigen eine Perspektive für die Zukunft geben zu können. Es wurde bereits darüber berichtet, wie wichtig die Ermöglichung einer Schulausbildung ist und die Vermittlung in Familien. Manche Einzelschicksale berühren sehr. Dazu gehört das Beispiel des 13jährigen Mädchens Lauzi (siehe Foto), das es allein geschafft hat, für ihre fünf Brüder und Schwestern - allesamt Aids-Waisen - zu sorgen. Es ist unglaublich wie die Not zusammenschweißt und welche mütterlichen Energien sie in einem Mädchen von gerade einmal 13 Jahren hervorbringt. Lauzi wird wegen der Sorge um ihre Geschwister wohl nicht an einer Schulausbildung teilhaben können. Sie wird aber aufgrund ihrer speziellen Situation vom Projekt mit notwendigen Sonderzuwendungen bedacht.

Lauzi ist jedoch kein Einzelbeispiel, sondern eher ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig unsere Hilfe in Sambia ist. Die Not in Katete ist groß. Nicht nur Aids sondern viele andere Dinge, von denen wir kaum eine Vorstellung haben, bedrohen tagtäglich die Gesundheit und das Leben der Menschen vor Ort. Unerträglich ist es, gerade Kinder leiden zu sehen. Viele haben ihre Eltern und Verwandten verloren, viele sind unterernährt und krank - eine Zukunft hat ohne unsere Hilfe niemand von ihnen. Wenn wir geben, dann sollten wir an die kleine starke Lauzi denken, aber auch an die vielen Kinder, die es nicht schaffen. Neben der Spende sollte deshalb immer auch das Gebet stehen – Gebet für die hilfsbedürftigen Menschen in Katete, aber auch für die, die vor Ort in schwierigen Situationen Hilfe leisten. Sie haben es verdient.


André Golob


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