Eindrücke und Meinungen

Christen heute befragte einige Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer, wie sie den Kongress erlebt haben, welche Eindrücke am Ende geblieben sind.



Zukunftshoffnungen genährt

Begegnungen, Austausch von Lebenserfahrungen in der Gesprächsgruppe, Unterwegssein zu den verschiedenen Gottesdienstorten in einer sympathischen Stadt, Feiern und den Klängen verschiedener Sprachen und Lieder zuhören – diese Erlebnisse werden nachhaltig in Erinnerung bleiben. Wir sind dankbar, dass unsere Zukunftshoffnungen am Kongress
in Freiburg genährt und gestärkt wurden.

Ernst Schuler-Jenny, CH-Schaffhausen 



Vollgepackt

Kongresse haben die Angewohnheit, mit neuen Eindrücken und Anregungen so vollgepackt zu sein, dass man mit dem Verarbeiten nicht nachkommt. Schön war, dass der Kongress für mich als Kongressneuling die Gelegenheit für viele neue Begegnungen gebracht hat, die vielleicht teilweise auch aufrecht erhalten und ausgebaut werden können. Ansonsten freue ich mich auf die „Ruhe nach dem Sturm“, wenn ich meine Unterlagen und Notizen aufarbeiten und in meine Arbeit in München, Augsburg und Nürnberg einbringen kann, alles Städte, in denen auch eine alt-katholische Gemeinde vertreten ist.

Rev. Dorothee Hahn, Curate, Anglican/Episcopal Church of the Ascension, D-München



Impulse

Endlich der Kongress! Erwartungen, Vorbereitungen in vielen Stunden tragen reiche Früchte. Nicht mehr kleine Kirche sein, viele Leute gleichen Glaubens treffen, die wissen, was das „alt“ heißt. Vom Morgenlob bis zur Vesper am Abend angefüllte Tage intensiver Beschäftigung mit dem Glauben. Am Ende Er-Schöpfung und die Ahnung, wenn sich das viele Erlebte, Erspürte, Ertanzte und Ausgetauschte nur gesetzt hat, dann bringt es Impulse für das alltägliche geistliche Leben, das Wieder-Klein-Sein im Gewohnten, im Warten auf den nächsten Kongress.
Christian Cremer, D-Freiburg, einer der vielen Helfer



Ermutigung

Höhepunkt beim diesjährigen Kongress war für mich der Festgottesdienst der Utrechter Union mit der anschließenden Diskussion im Plenum, wobei sich der anglikanische und der alt-katholische Erzbischof den Fragen stellten. Den Impulsvortrag von Dr. Matthias Ring zum „Wertewandel in Europa“ empfand ich als Ermutigung und die Bestätigung meiner Erfahrungen mit Menschen in der ehemaligen  DDR, „dass religiöse oder gar kirchliche Menschen nicht grundsätzlich mehr oder bessere Werte vertreten als die anderen“. Meine liebsten Erinnerungen gelten der Bekanntschaft mit einer alt-katholischen Diakonin aus Rom, einer britischen Anglikanerin, die bald Priesterin sein wird und den Begegnungen mit lieben alten und neuen Glaubensgeschwistern

Irene Kramer, D-München



Katholizität

An jedem Sonntag bekennen wir – Alt-Katholiken und Anglikaner – immer wieder den Glauben an die eine, heilige, allgemeine (katholische) und apostolische Kirche. Oftmals sehe ich mich bei dem Aussprechen dieser Worte ein wenig um mich herum. Ist es nicht eine Anmaßung, sowas zu sagen in einem halbleeren Gebäude zusammen mit stets denselben Menschen? Gezellig sagen wir in Holland, aber katholisch? Was hat das damit zu tun? Der Kongress hat für mich diese Katholizität der Kirche wieder spürbar gemacht. Es gibt sie

wirklich. In Vorträgen, Diskussionen, aber vorallem in dem Zusammensein von uns in Freiburg habe ich sie gefunden. Ein polnischer Theatermacher schrieb mal: “Mein Theater ist wirklich gross.”. So habe ich immer über meine Kirche gedacht. In diesen Tage konnte ich es aber auch wirklich erfahren.

Jaroslaw R. Kubacki, NL-Leiden



Spaß

Ich habe am Kongress für Junge Erwachsene teilgenommen. Das heißt, wir arbeiteten teilweise zusammen mit den anderen Erwachsenen, hatten aber auch Programmpunkte, die nur wir Jungen zusammen gemacht haben. Die Arbeit in der Theatergruppe zusammen mit den ordentlichen Kongressteilnehmern hat mir sehr gut gefallen und wir hatten viel Spaß. Ich hoffe, dass ich für den nächsten Kongress mehr Leute aus Polen motivieren kann.

Katarzyna Kropielnicka, PL-Boguszow-Gorce (früher Gottesberg)



International

Die Reise quer durch die Republik zu meinem ersten Kongress hat sich gelohnt. Ich habe nicht nur (neue) Mitchristen kennengelernt, ich nehme auch eine Menge Impulse für meine eigene Bewusstseinsentwicklung mit nach Hause. Es ist faszinierend, die Nähe des Christseins auf internationaler Ebene zu spüren, ein Teil davon zu werden und sich in dieser heterogenen und doch harmonischen Gruppe zu bewegen. Ob auf Italienisch, Tschechisch, Deutsch, Englisch oder Französisch: Jeder Gottesdienst transportiert das intensive Gefühl des Zusammengehörens in Christus. Hier sind viele neue Kontakte entstanden, die es nun zu pflegen gilt, um für den Kongress in vier Jahren gut vorbereitet zu sein.

Rainer Knudsen, D-Nordstrand



Bestärkung

Am Festgottesdienst der Utrechter Union sang die Gruppe der Schulkinder ein Lied in vielen der Sprachen, die am Kongress vertreten waren, worauf Erzbischof Vercammen freudig bemerkte, auch so werde Pfingsten verwirklicht. In den Gesprächsgruppen wurden – ebenfalls in verschiedenen Sprachen – zu den Themen „Werte“ und „Hoffnung“ ganz persönliche Gedanken und Überlegungen ausgetauscht. Die Gespräche bestärkten mich, dass es für mich richtig ist, in der Christkatholischen Kirche meinen Glauben zu leben, auch wenn es wegen der Diasporasituation oft sehr schwierig und mit großem Aufwand verbunden ist. Wir waren uns in der Gruppe einig, dass die kirchliche Organisationsform den Inhalt der Botschaft abbilden soll und diesem nicht widersprechen dürfe; und dass ebendies in den Kirchen der Utrechter Union unserer Meinung nach verwirklicht sei.

Martina Felchlin-Dumont, CH-Aarau