Es ist keine Schande, reich zu werden, aber es ist falsch, reich zu sterben!


Karl Konrad Graf von der Groeben war durch die Lektüre von „Projekt Weltethos“ so beeindruckt, dass er sich 1995 entschloss, für die Verbreitung dieser Idee einen namhaften Betrag bereitzustellen und die Stiftung Weltethos zu gründen. Geleitet wurde Graf Groeben von der Überzeugung, dass egoistisch verstandene Selbstverwirklichung und Wohlstandsdenken ohne solidarische Verantwortung überwunden werden müssen und dass Menschen zum gemeinsamen Leben in Frieden und Freiheit hohe ethische Normen brauchen.

Schon im Vorfeld der Gründung der Bischof-Reinkens-Stiftung hat Graf Groeben auf Empfehlung von Bischof Joachim Vobbe den jetzigen Vorsitzenden beraten. Er schreibt uns am 8. Dezember 2003:


„Lieber Herr Schwarz,

zuerst sei bemerkt, dass der Prospekt Ihrer Stiftung sehr gut ist! Es wird darin in kürzester Form alles gesagt.

Nachfolgend einige Ideen zum „Stiften“ und „warum stiften“:

Warum ist es so wichtig, gemeinnützige Stiftungen zu schaffen oder diese zu unterstützen?

Wir leben in einer Zeit mit viel persönlicher Armut, aber auch mit großem privatem Reichtum. Dieser Reichtum an Geld, Aktien oder Anleihen hat nach meiner Auffassung folgende Aufgaben:

1. Er sollte seinen Besitzern ein angemessenes und abgesichertes Leben und eine gute Altersversorgung sichern.

2. Er sollte den direkten Erben eine gute Ausbildung zusichern und sie mit einem guten Startkapital ins Leben entlassen. Erben, die zu viel bekommen, werden nie die Freude am eigenen, selbst erarbeiteten Geld kennen lernen. Viele Erfahrungen zeigen, dass nur dies mit Mühe geschaffene Kapital Wert hat und auch sinnvoll eingesetzt wird.

3. Das für 1. und 2. nicht mehr gebrauchte Kapital sollte nicht ungenutzt auf Konten oder in Depots herumliegen! Mit diesem Geld sollte man sich die Freude machen, eine eigene Stiftung zu gründen oder eine schon vorhandene als „Zustifter“ zu unterstützen. In beiden Fällen hat man große Möglichkeiten, aktiv tätig zu sein oder mit zu bestimmen.

So ging es mir vor cirka acht Jahren. Ich hatte meine nach dem Kriege aufgebauten Firmen gut verkaufen können und war in das schöne Baden-Baden gezogen. Meine Heimat Ostpreußen war polnisch geworden und für uns verloren. Ich war von meiner klugen Mutter (mein Vater starb, als ich drei Jahre alt war) so erzogen worden, für die mir anvertrauten Menschen (Gutsleute) zu sorgen und mich für sie verantwortlich zu fühlen. Dies galt in meinem „1. Leben“ bis 1945 und bis zur Flucht in den Westen.

Mit meinem nach dem Verkauf der Firmen nicht benötigten Geld wollte ich etwas Sinnvolles anfangen. Ich stieß mehr zufällig auf das kleine Buch von Prof. Dr. Hans Küng „Projekt Weltethos“. Seine Thesen: kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Friede unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. Diese Thesen leuchteten mir ein und ich gründete zusammen mit Prof. Hans Küng, der vor seiner Emeritierung stand und daher Zeit hatte, die Stiftung Weltethos. Dank seiner charismatischen Arbeit und mit einem kleinen, aber sehr guten Mitarbeiterstab hat Küng in wenigen Jahren die Ziele unserer Stiftung in die ganze Welt getragen. Die überall so wichtige Ethik, die teilweise abhanden gekommen ist, soll durch unsere Stiftung neu belebt werden.

Meine Frau und ich sehen mit großer Freude, wie sich unsere Stiftung und ihre Ziele immer weiter ausbreiten und viele Menschen zum Nachdenken angeregt werden. Ich sage jetzt oft, dass diese Stiftung meine beste Investition in meinem langen Leben geworden ist. Ganz sicher wird uns die Idee von Weltethos überleben. Auch dieses Gefühl ist Anlass zur Freude!

Es ist keine Schande, reich zu werden, aber es ist falsch, reich zu sterben!

Auch in diesem etwas provozierenden Satz steckt viel Wahrheit. So kann ich mit gutem Gewissen alle, die es möglich machen können, zum „stiften“ anregen.

Ihr Graf Groeben“


Wer klug ist, schaut auf gute Vorbilder, wie es das Buch der Sprüche lehrt: „Erwirb Weisheit und Einsicht! Vergiss meine Worte nicht, sondern richte dich nach ihnen!“ (Spr 4,5) Und der Brief von Graf von der Groeben ist eine Illustration zu den Versen aus dem Buch der Sprüche Kapitel 11: „Freigebige werden immer reicher, der Geizhals spart sich arm. Wenn du mit anderen teilst, wirst du selbst beschenkt; wenn du den Durst anderer stillst, lässt man dich auch nicht verdursten.“

Wenn Sie sich informieren möchten: die Bischof-Reinkens-Stiftung hat die Anschrift: Obere Hofäcker 20, 74673 Mulfingen – Telefon 07937-80 24 50, E-Mail: reinkens-stiftung@alt-katholisch.de


Diethard Schwarz