Heinz Panhans †


Am 8. Februar verstarb im Alter von 72 Jahren Kurat Heinz Panhans. In Pressnitz im Egerland geboren, musste er schon als Jugendlicher im Gefolge von Krieg und Vertreibung seine Heimat verlassen. Als Mitglied des Vorstandes der Pressnitzer blieb er jedoch auch später seiner „alten Heimat“ verbunden.

Als Lehrer und Christ fand er seine Heimat in der alt-katholischen Gemeinde Kaufbeuren. Neben der Jugendarbeit und dem Religionsunterricht war ihm auch die sonntägliche Liturgie ein besonderes Anliegen. Nach langer Bewährung in der Gemeindearbeit, der Mitgliedschaft und schließlich dem Vorsitz im Kirchenvorstand 1985-1992, wurde Heinz Panhans am 1.11.1992 in der Christi Himmelfahrtskirche zu Kaufbeuren zum Priester geweiht. Altbischof Sigisbert Kraft erinnert in seinem Nachruf an dieses Ereignis mit folgenden Worten:

„Ich durfte Heinz Panhans ja bereits im theologischen Fernkurs begleiten und ihm dann die Hände auflegen. Die Mühen der Zurüstung zu diesem Dienst hat er neben seinem Beruf gerne auf sich genommen, weil es ihm Herzenssache war, dass es genügend Arbeiter in Gottes Weinberg gebe. Er hat sich damals unter ein Wort aus dem Kolosserbrief gestellt: ‚Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige’ (1,25).“

Als Heinz Panhans zum Priester geweiht wurde, konnte er noch nicht ahnen, welche Herausforderungen ihn erwarteten. In zwei langen Vakanzen hielt er unter vollem persönlichem Einsatz das sakramentale Leben der Gemeinde aufrecht. So schreibt Bischof Joachim Vobbe mit vollem Recht über seinen priesterlichen Dienst: „In großer Treue und Zuverlässigkeit half er aus bei Unterricht, Alten- und Krankenbesuchen und in der Verwaltung der Gemeinde. Besonders lag ihm, solange es seine Gesundheit erlaubte, die allsonntägliche Leitung von Gottesdiensten in der Diaspora am Herzen. Bischof und Synodalvertretung sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Er und seine Angehörigen empfehlen sich unserem Gebet.“

Die feierliche Verabschiedung mit anschließendem Requiem zeigte die große Bekanntheit und Beliebtheit des Verstorbenen. Die anwesenden evangelischen und römisch-katholischen Geistlichen dankten für das ökumenische Engagement des Verstorbenen. Über viele Jahre hatte Heinz Panhans sich an vielen ökumenischen Gottesdiensten engagiert beteiligt und auch gerne Wanderungen des ökumenischen Forums organisiert.

Pfarrer Edenhofer aus Kempten dankte dem Verstorbenen für die treue Vertretung in den Sommermonaten und das gute nachbarschaftliche Miteinander.

Über den kirchlichen Raum hinaus galt das besondere Interesse von Heinz Panhans der Kulturgeschichte. So hatte er als Vorsitzender des Dominikusvereins entscheidenden Anteil an der Renovierung und Erhaltung eines kulturhistorischen Kleinods Kaufbeurens. Ein sichtbares Zeichen des Dankes für seinen Einsatz für Kaufbeuren war die Anwesenheit des Oberbürgermeisters.

Das Dekanat Bayern verliert in Heinz Panhans ein engagiertes Mitglied des Landessynodalrates. Präsident Raimund Caser dankte dem Verstorbenen für seinen Einsatz mit bewegenden Worten. Christen müssen der Liebe Gottes Hand und Fuß geben, dass hat Herr Panhans im Leben getan.

In der Eucharistiefeier waren fast alle alt-katholischen Priester des Dekanates anwesend und drückten so sichtbar die Verbundenheit mit dem Verstorbenen aus. Dekan Gerhard Ruisch stand dem Gottesdienst vor und erinnerte an die Hilfsbereitschaft des Verstorbenen, der als Seiteneinsteiger den „nur Theologen“ gerne mit Rat und Tat zur Seite stand. Werner Friedrich drückte als langjähriger Weggefährte im Kirchenvorstand den Dank der Gemeinde aus: „Heinz Panhans lebte den Dreiklang von Beten, Arbeiten und Feiern.“ In diesem Sinne lud er, auch im Namen der Familie, alle herzlich zum anschließenden Kirchenkaffee ein.

Heinz Panhans definierte alt-katholisch gerne als: „unbeschwert katholisch sein.“ In diesem Sinne wird sich die Gemeinde Christi Himmelfahrt auch in Zukunft bemühen, Menschen eine geistliche Heimat zu schenken.


Andreas Jansen


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