Jan Hus und die Hussiten


Der Altstädter Ring im Herzen von Prag ist neben dem Hradschin die historisch bedeutendste Stelle der Metropole an der Moldau. Flankiert von den umstehenden Barockbauten befindet sich in der Mitte des 9000 Quadratmeter großen Platzes das beherrschende Denkmal des böhmischen Re-formators Jan Hus (deutsch Johannes Hus), welches 1915 von dem Bildhauer Ladislav Šaloun zur Erinnerung an den fünfhundertsten Jahrestag der Verbrennung des Reformers auf dem Scheiterhaufen errichtet wurde. Die Aufschrift am Denkmal lautet: „Die Wahrheit wird siegen“.


Lebensweg


Hus wurde um 1370 in der kleinen Gemeinde Husinec (Husinetz) im Kreis Prachatitz im Böhmerwald geboren. In seinem Geburtshaus befindet sich heute ein Museum mit Gedenkstätte. Vermutlich war sein Vater Bauer. Nach dem Besuch der Lateinschule in Prachatitz begann er mit dem Studium an der Universität in Prag. 1396 erwarb er den Grad eines Magisters, 1400 wurde er zum Priester geweiht und begann mit dem Studium der Theologie, dazu hielt er Vorlesungen als Dozent für Philosophie in Prag und wurde 1401 zum Dekan der philosophischen Fakultät ernannt. 1402 wurde er Professor an der Prager Universität, deren Rektor er 1409/1410 war, gleichzeitig predigte er in tschechischer Sprache in der in der Prager Altstadt befindlichen Bethlehemskapelle. An deren Wänden kann man heute u.a. Fragmente von Traktaten des Magisters Hus sehen, Dokumente über sein Leben und sein Werk sowie über die Baugeschichte der Kirche sind im Predigerhaus ausgestellt.


Im Jahr 1398 wurde Hus mit den religiös-revolutionären Lehren des Oxforder Theologen John Wiclif (Wycliffe) bekannt. Dieser forderte angesichts der sittlichen Verfallserscheinungen beim Klerus in England eine radikale Reform, nämlich die Abkehr der Kirche von Besitz und von weltlichem Machtstreben. Hus war der akademisch mildernde Verkünder der Lehren Wiclifs in Böhmen. Auch in Hus' überwiegend kompilatorischen Schriften sind Wiclifs Anschauungen zum Teil wörtlich wiedergegeben. Das war nicht Plagiat, sondern Schriftstellermanier des Mittelalters. Manches hat Hus auch nicht übernommen (sein Reformeifer hatte etwas durchaus Loyales), er bemühte sich und war völlig gewiss, kein Ketzer zu sein. Er verband die kirchlichen Reformpläne aber mit tschechischem Nationalstreben, predigte in seiner Muttersprache und bekämpfte vehement den Einfluss der Deutschen, indem er z.B. die Tschechisierung der Karlsuniversität in Prag betrieb.


Im Bann


1378 übernahm König Wenzel IV. nach dem Tode seines Vaters, Karl IV., die Regierungsgeschäfte in Prag. Magister Hus genoss bei ihm sehr hohes Ansehen und erreichte dadurch mit Hieronymus von Prag, dass der Monarch die vielen Vorrechte gegenüber den Deutschen radikal einschränkte. Diese Verordnungen von 1409 führten zu einer großen Entvölkerung Prags. Der Ketzerei machte sich Hus aber erst verdächtig, als er die beiden Kardinäle von Hasenburg und von Puchnik wegen der Absetzung der zwei Päpste Benedikt und Gregorius unterstützte und somit den Erzbischof herausforderte. Dieser erklärte Hus und die Hohe Schule für Schismatiker und verbot Hus, in seinem Kirchsprengel die Messe zu lesen und zu predigen. Hus hielt sich in keiner Weise an dieses Verbot, erhob seine Stimme weiterhin gegen Päpste und Bischöfe und brachte in kurzer Zeit den größten Teil Böhmens auf seine Seite. Im Jahr 1410 verklagte der Erzbischof Hus in Rom und ließ die Bücher von Wiclif öffentlich auf Plätzen und Straßen verbrennen, was die Gemüter noch mehr erregte. Statt vor dem neuen Papst zu erscheinen, ließ sich Hus durch Abgesandte vertreten. Den darauf folgenden Kirchenbann erklärte er für ungerecht. Hus wurde exkommuniziert und aus Prag verwiesen. Er lebte nun von 1412 bis 1414 auf der Ziegenburg und auf der Burg Krakovec, erstere in Süd- und letztere in Mittelböhmen. Dort leistete Hus das, was Luther für die Entwicklung der deutschen Sprache tat, er schuf die tschechische Schriftsprache. Seine Werke verfasste er also in der Heimatsprache und nicht in Latein.


Inzwischen verkündete der Papst einen neuen Kreuzzug gegen den König von Neapel und versprach jedem „Kreuzträger“ vollkommenen Ablass. Dagegen wetterte Hus auf öffentlichen Plätzen, was ihm großen Zulauf brachte und neue Unruhen in Prag entstehen ließ. Hus begab sich nun nach Husinec und brachte durch seine Reden die „unfreien Bauern“ auf. Er verfasste in seinem Geburtsort Streitschriften und erreichte, dass der mit der Kirche in Widerspruch liegende Teil des deutschen Adels ihn und seine Anhänger schützte. Als Wanderprediger durchzog er das Land und in Massen strömten ihm die Anhänger zu.


Konstanzer Konzil


1413 entschließt sich die Kirchenversammlung in Konstanz, gegen die Neuerungen von Hus vorzugehen. Mit einem Geleitbrief von König Sigismund, dem Nachfolger König Wenzel IV. auf dem Thron, erscheint Hus 1414 vor dem Konzil in Konstanz. Gegen die Verurteilung schützte ihn dieser Brief nicht. König Sigismund hält sich nicht an seine Zugeständnisse und lässt Hus, der auf seinen Ansichten beharrt, in den Kerker werfen und nach dreimaligem Verhör als „Reichsfeind“ am 6. Juli 1415 zum Flammentod verurteilen. Ein Jahr später ereilt seinen engsten Mitstreiter, Hieronymus von Prag, das gleiche Schicksal. Die Nachricht von der Hinrichtung der beiden ruft in Böhmen einen Sturm der Empörung hervor.


Ein neuer Prediger namens Jakob von Mies stand in Prag auf, lehrte im Geiste von Hus und vertrat auch das bei den Böhmen seit Einführung des Christentums gewohnte Abendmahl in zweierlei Gestalt. An die 40.000 Anhänger des neuen Glaubens versammelten sich unter ihren Predigern Joh. Jesenitz und Joh. von Seelau im Juli 1419 als „auserwähltes Volk“ auf einer Anhöhe bei Austi, dem späteren Tabor in Südwestböhmen. Sie schworen allen Katholiken, die sie als Feinde Gottes betrachteten, Tod und Verderben.

Infolge ihres Hasses auf den Papst und auf die Kirchenversammlung wegen der grausamen Hinrichtung der „Ketzer“ entstanden in Böhmen zwei Parteien, die eine wider den Papst und Konzil unter der Führung von Jan Žižka von Trocnov und die andere, die Papst und Konzilium anhängt.


Fenstersturz


Am 30. Juli 1419 kommt es in Prag vor dem Neustädter Rathaus zu Tätlichkeiten. Ein Steinwurf aus dem Rathaus trifft einen Geistlichen der sogenannten Hussiten. Žižka befiehlt, sofort das Haus zu stürmen und dreizehn von den Ratsherren über die Fenster zu stürzen, welche von dem wütenden Pöbel umgebracht werden. Das war der erste Prager Fenstersturz!


In dieser Zeit stirbt Wenzel IV., der sich vor den Unruhen auf seine Landschlösser zurückgezogen hatte. Nach seinem Tod verschärfen sich die Wirren in seinem Lande. Deshalb lädt Sigmund, Wenzels Bruder und rechtmäßiger Erbe des Königreiches, 1420 die böhmischen Stände nach Brünn ein und wird von ihnen als König anerkannt. Anstatt nach Prag begibt er sich nach Breslau und erteilt dort den Böhmen Verordnungen. Zuerst hält er ein scharfes Strafgericht über diejenigen, die die Ratsherren aus den Fenstern geworfen hatten und er lässt jene Prager Bürger festsetzen, welche nicht alles, was auf der Konstanzer Kirchenversammlung vorgegangen war, billigen wollten. Er befiehlt, alle zu verfolgen und auszurotten, die das Abendmahl unter beiden Gestalten entweder empfangen oder spenden würden. Er gestattet auch dem päpstlichen Legaten, Ferdinand Bischof zu Lucca, alle Böhmen, die aus dem Kelche tranken, für Ketzer zu erklären und gegen sie einen Kreuzzug in allen Ländern anzukündigen.

Die Hussiten, dadurch in höchste Erregung versetzt, schwören bei Aufopferung von „Leben und Blut“, Sigmund nicht als König von Böhmen anzuerkennen und erklären ihn zum Feind des Landes. Als Folge muss König Sig-mund, auf Hilfsvölker gestützt, sein Recht auf die böhmische Krone den Waffen anvertrauen. Bei dem darauf folgenden Kampf um Prag bereitet Žižka mit seinen Anhängern den Deutschen die schwerste Niederlage. Letzt-endlich bitten Sigmunds Berater diesen um einen Vergleich mit den Hussiten, denen es um vier Artikel geht: 1. Ihre Priester sollen im Königreich frei und ungehindert predigen dürfen. 2. Allen Christen, die es begehren, soll das hl. Abendmahl in beiderlei Gestalt gereicht werden dürfen. 3. Priester dürfen keine Güter besitzen. Sie sollen leben wie Christus und seine Apostel. 4. Todsünden bei Laien und Geistlichen sollen von der weltlichen Obrigkeit gestraft werden.

Da der päpstliche Legat diesen Forderungen nicht zustimmt, verweigert auch Sigmund seine Einwilligung. Sigmund lässt sich von Erzbischof Konrad krönen und zieht dann unwillig von Prag weg.


Hussitenkriege


Mit ihrem deutsch gesungenen Kriegslied „Die ihr Gottes Streiter seid“ begannen die Hussiten alle Klöster, alle überflüssigen Kirchen, Bilder und Statuen zu zerstören. Dabei wurden ganze Landstriche verwüstet und entvölkert, Menschen grausam umgebracht und auch deren Vieh getötet. Die Zisterzienser, ehemals die entschiedensten Gegner von Hus und an seiner Verurteilung beteiligt, zogen sich den besonderen Hass der Hussiten zu. Wer dem katholischen Glauben ergeben war, sein Eigentum und seine alten Rechte verteidigte, der verlor alles.


Eine herausragende Rolle in den Hussitenkriegen spielte der brutale, auf der anderen Seite mutige und militärisch gewandte Jan Žižka. Diese legendäre Führerpersönlichkeit der Taboriten, des radikal sozialrevolutionären Flügels der Hussitenbewegung, wurde um 1370 in Trocnov (Tratzenau) bei Budweis in Südböhmen geboren. Unter seinem Kommando erkämpften die Hussiten viele Siege. Er schonte weder sich noch seine Feinde. Obwohl er auf einem Auge bereits erblindet war, errang er am 14. Juli 1420 am Veitsberg bei Prag einen glänzenden Sieg über das Heer von Kaiser Sigmund (Sigismund). Beim Sturm auf die auf einem 520 Meter hohen Felshügel gelegene Burg Raby im Vorland des Böh-merwaldes verlor er sein zweites Auge. Nunmehr völlig erblindet, errang er 1422 bei Deutsch-Brod einen weiteren überwältigenden Sieg über die „Andersgläubigen“. Žižka gehörte 1421 als Vertreter des Volkes der in der Peter-und-Paul-Kirche von Tschaslau in Ostböhmen tagenden Ständeversammlung an, die dem Kaiser Sigmund die böhmische Königswürde absprach. In dieser Kirche wurde der 1424 verstorbene Žižka auch beigesetzt, bis man seine Gebeine 1623 auf Befehl Kaiser Ferdinands II. entfernte und das Grab zerstörte.

Der vorstehend erwähnte Veitsberg heißt heute Žižkov und befindet sich im gleichnamigen Prager Stadtteil. Auf ihm wurde in den Jahren 1929 bis 1932 eine nationale Gedenkstätte angelegt. 1950 wurde dort das neun Meter hohe Reiterstandbild des Jan Žižka aufgestellt. Mittelpunkt der Prager Altstadt ist der Žižkaplatz, der frühere Ringplatz, mit dem monumentalen Bronzestandbild des Hussitenführers, ein Werk aus dem Jahr 1877. Auf dem Platz stehen auch zwei der Steintische, an denen angeblich das „hussitische Abendmahl“ ausgeteilt worden sein soll. Unter der ganzen Altstadt erstreckt sich ein Labyrinth von Gängen, die in der Hussitenzeit als Magazine, Arsenale und Zuflucht dienten. An der Westseite des Žižkaplatzes steht das ehemalige Rathaus, das heute ein Museum der hussitischen Bewegung beherbergt. Statuetten von Jan Hus, Jan Žižka, Prokop dem Großen und Hieronymus von Prag sowie eine Adamitengruppe (hussitische Sekte) rahmen das prächtige Stadtwappen.


Zurück zu den Hussitenkriegen. Nach Žižkas Tod teilen sich die Hussiten in vier Gruppen: In die Prager, die Waisen, die Oreniten (nach dem Berge Oreb) und in die Taboriten (nach der von den Hussiten erbauten Stadt Tabor). Die Hussiten, die untereinander selber zerstritten waren, teilten sich wiederum in zwei Richtungen: In die gemäßigte der Utraquisten (Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten: sub utraque spezie, ansonsten an der bisherigen Form des katholischen Gottesdienstes festhaltend; sie heißen auch Kalixtiner nach dem lat. Wort calix = Kelch; anstatt des Kreuzes führen sie den Kelch als Symbol in ihren Fahnen) und in die radikale der Taboriten (diese leugnen die Verwandlung von Brot und Wein, verwerfen die Marien- und Heiligenverehrung und anerkennen die Heilige Schrift als einzige Glaubensquelle).


Kaiser und Papst versuchten, diese Uneinigkeit für sich auszunutzen und beschlossen auf dem Reichstag zu Frankfurt einen allgemeinen Krieg gegen die Hussiten. Diese erkannten die drohende Gefahr und begruben ihre Streitigkeiten, setzten König Koribut, die Ursache ihrer Uneinigkeit, ab, machten den Mönch Prokop den Großen zu ihrem Anführer und bereiteten sich auf den Einfall des Reichsheeres vor.


„Kreuzzüge“


Fünf sogenannte „Kreuzzüge“ zur Wiederherstellung der Glaubenseinheit gegen die Hussiten - ausgerufen von Kaiser Sigmund - blieben im Großen und Ganzen erfolglos. Nach der vernichtenden Niederlage der Reichstruppen bei Taus (Domažlice), etwa 50 Kilometer südwestlich von Pilsen, am 14. August 1431 weiß der päpstliche Legat Cesarini, dass mit Waffengewalt den Hussiten nicht beizukommen ist und rät daher zum Frieden. Auf der Grundlage der vom Baseler Konzil 1434 gefassten Beschlüsse, den sog. „Baseler Compactaten“, wird den Utraquisten der „Laienkelch“, das heißt, der Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten, zugestanden und von Papst Eugen bestätigt. Die Taboriten, die auch gerne die Unabhängigkeit vom Papst erhalten wollten, waren mit diesem Vergleich nicht zufrieden und widersetzten sich dem Abkommen. Dies führte zu Auseinandersetzungen mit den Utraquisten.


Unter der Führung des deutschen Ritters Meinhard von Neuhaus kommt es 1434 bei Lipan (östlich von Prag) zwischen einem Heer aus gemäßigten Utraquisten, Adeligen, katholischen deutschen Bürgern, freien Bauern und den Taboriten zur Schlacht, die mit einer Niederlage der Taboriten endet.


Was die Konstanzer Kirchenversammlung weder durch Todesstrafen, noch der Papst durch Bann und „Kreuzzüge“ und der Kaiser mittels grausamer Blutvergießen erlangen konnte, das erreichten die Baseler mit großer Geduld! Endgültig ist der Friede erst dann, als auf dem Landtag zu Iglau die „Compactaten“ in Anwesenheit beider Seiten, also des Kaisers und der Baseler Konzilsgesellschaft, bestätigt werden.


Kaiser Sigmund gibt den Böhmen nach dem Tode des Erzbischofs Konrad, der zu den Hussiten übergetreten war, die Erlaubnis, einen Erzbischof nach ihrem Belieben zu wählen. Das bricht den Einfluss des radikalen Hussitismus, obgleich derselbe weiterlebt in der „Böhmischen Brüdergemeinde“, die nach Brandenburg, Schlesien und Mähren auswandert. Die bekannten „Herrnhuter“ in der Oberlausitz unter dem Grafen Zin-zendorf sind eine Abspaltung aus dem Jahr 1772, die der Weg bis nach Amerika führte.


Aus der utraquistischen Kirche aber wird unter Führung des Erzbischofs Rokitzan die „tschechisch-nationale“ Landeskirche Böhmens, äußerlich zur römisch-katholischen Kirche gehörend, innerlich jedoch dem Papsttum eher abgeneigt. Deshalb bemühte sich die römische Kirche in den folgenden Jahren, die Utraquisten zurückzugewinnen, was in Mähren zum großen Teil durch das Wirken des Franziskanerpaters und Bußpredigers Joh. von Capistran auch gelingt.


Der eigentliche Sieger der Hussitenkriege war der böhmische Herrenstand, der sich am Kirchen- und Klostergut bereicherte. Das flache Land dagegen war verarmt, etwa 15.000 Dörfer wurden vernichtet. Ehemals freie deutsche Bauern gerieten in die Leibeigenschaft. Von der deutschen Bevölkerung in Böhmen wurden fast zwei Drittel getötet.


Bleibt zum Schluss noch die Frage, warum Jan Hus noch heute als Nationalheld des tschechischen Volkes und der tschechischen Nation gilt, obwohl die hussitische Kirche und die Böhmischen Brüder nur eine relativ geringe Rolle spielen und immer mehr Mitglieder verlieren sowie darüber hinaus mehr als 58 Prozent der Bevölkerung konfessionslos sind. Die aufrechte Haltung und das mannhafte Auftreten von Hus vor dem Konzil in Konstanz, sein Märtyrertod nach dem Wortbruch des deutschen Königs, vor allem aber seine Einmischung in national-politische Dispute, sein Eintreten für die Stärkung der Rechte der Tschechen einschließlich der Verwendung ihrer Sprache im Gottesdienst und in öffentlichen Ämtern dürften eine Erklärung für die bis heute anhaltende große Verehrung sein. Das eingangs erwähnte Hus-Denkmal im Ensemble des Altstädter Rings in Prag gilt als nationales Kulturdenkmal.


Unzweifelhaft war Hus ein bedeutender Reformator, der gegen den Ablasshandel predigte, der die Herrschaftsstrukturen der Kirche anprangerte und der forderte, dass allein Christus das Oberhaupt der Kirche ist.


Unzweifelhaft ist jedoch auch, dass Hus ein glühender Nationalist war.


Wolfgang Bruch


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